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Speculum animi (Seelenspiegel)

Kurzbeschreibung
GeschichteDrama / P18 / MaleSlash
Kabuto Yakuushi Orochimaru
07.07.2008
09.11.2008
8
20.147
3
Alle Kapitel
25 Reviews
Dieses Kapitel
3 Reviews
 
 
07.07.2008 1.050
 
Disclamer: Die Welt von Naruto gehört mir nicht und ich verdiene auch kein Geld damit.
Autor: Kirika-chan
Beta: Leandriis, Kukuro *beide knuddel*
Raiting: 16-Slash
Genre: Drama, ( Songfic ?)
Warnings: Angst, Gewalt, Rape, eventuell Sad ending
Song: Traum vom Tod II (Subway to Sally)
Anmerkung: Das Gedicht im zweiten Kapitel ist MEIN geistiges Eigentum!
Inhalt: Die Geschichte wird sich hauptsächlich auf Gefühle und die Ergründung Kimimaros und Kabutos Psyche stützen, dabei wird die Handlung jedoch nicht auf der Strecke bleiben.



1. Prolog:

Utilitas... das Gefühl gebraucht zu werden...





Ich hab heut Nacht vom Tod geträumt,
Er stand auf allen Wegen,
Er winkte und er rief nach mir so laut.


Er sprach mein Leben sei verwirkt,
Ich sollt mich zu ihm legen,
Ein frühes Grab sei längst für mich gebaut,
Ein frühes Grab sei längst für mich gebaut.


( Traum vom Tod, von Subway to Sally)

Sturmgepeitscht ächzten die Silber umwandten Weiden unter ihrer schweren Last.
Wie kalte, blanke Knochenfinger streckten sich die schneebedeckten Äste dem wolkenverhangenen Winterhimmel entgegen, als wollten sie nach dem Firmament selbst greifen, jedoch ohne auch nur den grauen Schleier des Horizontes zu berühren.
Beinahe sehnsüchtig wogen die Wipfel, sich den zerrenden Winden entgegen beugend, um doch wieder zurück getrieben zu werden.
Umspielt vom Tanz der feinen Eiskristalle erhielt der sonst ruhige, friedliche Wald eine fast greifbar unheimliche Atmosphäre, die ihn wie ein schweres, schwarzes Tuch umhüllte. Selbst die Tiere, die verzweifelt Schutz vor dem plötzlichen Schneesturm suchten, schienen den Geruch der Veränderung, der unverkennbar in der Luft lag, wahrzunehmen.
Nur ein einziges Geschöpf ließ sich weder von der klirrenden Kälte, noch durch die drückende Stille, die über Allem lag und nur durch das Pfeifen des Winden unterbrochen wurde, irritieren.
Wie versteinert stand die gebückte, schmale Gestalt eines kleinen Jungen in mitten des tobenden Sturmes. Doch es lag keine Angst in seinen jadegrünen Augen, keine Panik spiegelte sich in den hellen Seen wieder,… nur eine stumpfe Leere, die selbst das, vom Schnee reflektierte, blendend weiße Licht zu verschlingen schien.
Trotz des gleichgültigen Ausdrucks auf seinen feinen Zügen zitterte der schmächtige Junge am ganzen Leib. Allerdings vermochte er nicht länger zu unterscheiden ob er nun wegen der grausamen Kälte oder des nagenden Gefühls der Verlassenheit zitterte.
Alles war bedeutungslos geworden… Nicht einmal die verhallenden Schreie, die von dem kleinen Dorf bis hierher getragen worden waren, konnten ihn aus seiner Lethargie befreien.
Warum sollte ihn noch interessieren, was mit den Menschen geschah, die er einst seine Familie genannt hatte… Nichts hatte mehr einen Sinn.
Die Welt, wie Kimimaro sie gekannt hatte, war unwiederbringlich aus ihren Fugen geraten und ihre Scherben breiteten sich in stummem Wehklagen zu seinen Füßen aus. Was brächte es jetzt noch zurückzukehren? Ebenso gut konnte er an diesem Fleck, unter der alten, knorrigen Silberweide stehen bleiben und darauf hoffen, das der Tod ihn nur allzu bald von seinem Schmerz befreien würde.
Alles schien ihm erträglicher, als sich weitere Gedanken um seinen Clan zu machen.
Sie haben es nicht besser verdient… redete er sich immer wieder ein. Sie haben dich wie eine Bestie in einem dunklen, schmutzigen Loch festgehalten… Nie hat sich jemand um dich gekümmert. Doch zumindest hatten sie ihn gebraucht. Auch wenn man ihn geächtet, bespuckt und mehr als einmal ausgepeitscht hatte, hatte man ihn dennoch gebraucht… Er war ihnen von Nutzen gewesen, man gab seinem Leben einen Sinn.
Aber nun, da niemand mehr seine Stärke benötigte, blieb ihm im Grunde genommen nichts, außer der Gewissheit wertlos zu sein.
Warum hatte ausgerechnet er als Einziger diese Schlacht überlebt, obgleich seine Existenz nun ihren Sinn verlor? Wollten ihn die Götter quälen?
Nein, sicherlich nicht. Dafür war Kimimaro viel zu unbedeutend. Weshalb sollten sich die hohen Mächte an dem Unglück eines solch niederen Geschöpfes laben.
Aber wenn dem nicht so war, warum lebte er dann noch?
Von derartigen Gedanken geplagt bemerkte er den Fremden, der sich ihm schweigend genähert hatte, erst, als dieser nur noch wenige Meter von ihm entfernt stehen blieb und ihn aufmerksam beobachtete.
Verwundert hob der weißhaarige Junge seinen Kopf, um den Fremden genauer zu betrachten, doch der Schleier wirbelnder Schneeflocken umhüllte seine hagere Gestalt, sodass er nur das lange, geschmeidig schwarze Haar erkennen konnte, welches ihm wie flüssige Seide den Rücken hinab wallte.
Ob auf Grund der sonderbaren Anziehungskraft, die von dem Mann ausging, oder wegen der wagen Hoffnung, dass der Fremde wegen IHM gekommen sein konnte… was genau ihn dazu bewegte dem Schwarzhaarigen entgegen zu laufen, vermochte er nicht zu sagen.
Letzteres wäre nur ein hoffnungsloser Akt der Verzweiflung gewesen…
Umso mehr erstaunte es ihn, dass sich der Fremde plötzlich zu ihm hinab beugte und mit seinen skelettartigen Händen sanft sein zurückzuckendes Kinn einfing.
„Diese Augen…“, tönte die samtene Stimme sanft in seinem Ohr.
Von den überraschend warmen Worten vollkommen eingenommen starrte Kimimaro den Schwarzhaarigen nur verständnislos an.
Was wollte dieser Mann von ihm und warum wanderte er nur mit einem dünnen, beigen Yukata bekleidet durch diese eisige Einöde? Vielleicht gehörte er ja einem gegnerischen Clan an… doch dann hätte er ihn doch sicherlich längst getötet. Immerhin besaß Kimimaro all die äußerlichen und körperlichen Eigenschaften, die seine Familie einst auszeichneten.
Andererseits konnte dies auch nur ein Traum sein, hervorgerufen durch hohes Fieber. Mittlerweile war sich der Junge nicht einmal mehr sicher, ob er überhaupt noch bei Bewusstsein war.
Allerdings fühlte sich die zärtliche Berührung an seiner Wange zu real an, um nichts weiter als eine Illusion zu sein.
„Dieser abgestumpfte Glanz in deinen Augen… du bist der einzige Überlebende dieses Massakers nicht wahr?“, fragte der dunkelhaarige Mann verletzend sachlich, doch Kimimaro nickte bloß.
Ohne ein weiteres Wort reichte ihm der Fremde die Hand und zog ihn hoch.
„Du kommst mit mir… von jetzt an ist deine Stärke die meine“, war die einzige Antwort, die der Weißhaarige auf seine stumme Frage erhielt.
Dennoch hätte der Junge in diesem Moment nicht glücklicher sein können. In diesem Augenblick erhielt sein Leben endlich wieder einen Sinn… Ja er würde diesem Mann von Nutzen sein… egal was er verlangte, Kimimaro würde es tun.
Denn für ihn zählte nur, dass er nicht länger völlig wertlos war. Jemand brauchte ihn,… erkannte seine Existenz an und allein dieses Wissen war ihm Lohn genug.

Um wahre Freiheit zu erlangen muss man manchmal einen Teil seiner Freiheit einbüßen…


„Glücklich ist, wer das, was er liebt, auch wagt, mit Mut zu beschützen.”
( Ovid)
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