South of Nowhere - You had time

von teddie88
GeschichteRomanze / P12 Slash
01.07.2008
01.07.2008
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Langsam machte sie die Augen auf und wurde von hellem Sonnenlicht begrüßt. Die Strahlen fielen durch das große, offene Fenster und verwandelten das ganze Zimmer in eine schillernde, glitzernde Welt. Einer Welt, die zu den wundervollen Erinnerungen der letzen Nacht passte. Einer Nacht voller Liebe und Leidenschaft.
So könnte sie jeden Tag aufwachen, dachte sie sich bevor sie sich umdrehte, um ihre Freundin in eine zärtliche Umarmung zu schließen, doch der Platz neben ihr war leer, das Bett schon kalt. Wie vom Blitz getroffen stand sie auf. Jeder Funke von Müdigkeit verflogen. Wo war sie hin?
Ohne einen weiteren Gedanken an das warme, kuschelige Bett zu verschwenden streifte sie sich einen Bademantel über und ging nach unten. Im Flur angekommen hörte sie bereits ]ihre Stimme. „Es war ein Fehler. Wir dürfen das nicht tun.“
Ohne das sie es ihrem Körper befahl wurde er immer langsamer und stoppte vor der Treppe. Was ging da unten vor sich? Mit wem redet sie und was war ein Fehler? Die Fragen in ihrem Kopf überschlugen sich und obwohl sie nicht einfach so das Gespräch mithören wollte, gelang es ihr nicht einen Schritt vor zugehen oder einen Laut von sich zu geben, damit die Beiden unten bescheid wussten, dass jemand kam. Ihre Neugier überwog.
„Ich kann das nicht machen. Nicht hier, nicht jetzt, was sag ich, NIEMALS.“, sagte sie mit ihrer wundervollen Stimme, bei der sie, seit dem ersten Tag seit dem sie sich kannten, Gänsehaut auf dem ganzen Körper bekam. So rau, aber doch zärtlich und liebevoll. Seit dem Tag, an dem sie sich in der Schule trafen wünschte sie sich diese Stimme bis ans Ende ihrer Tage zu hören.
„Ich weiß, dass du es willst. Genauso sehr wie ich. Du kannst mir nicht erzählen, dass es dir nicht gefallen hat.“ Diese Stimme war ihr unbekannt. Es war eindeutig eine Frau, aber ihre Stimme war nicht annähernd entspannend und beruhigend wie die zuvor. Sie klang angespannt und genervt...sie klang nach Ärger. Am liebsten wäre sie runter gerannt und hätte ihre Freundin von dieser Frau befreit, aber ihre Füße bewegten sich keinen Millimeter. Ihr Körper war außer ihrer Kontrolle.
„Ich... ich weiß nicht was ich sagen soll.“
„Gib es zu. Du würdest es gerne wiederholen.“
„Ich kann nicht, ich darf nicht...was soll das überhaupt? Sie ist oben.“
Ihre Ohren spitzten sich. Redet sie etwa über mich? Wie auf Autopilot bewegte sie sich ein paar Stufen herunten, um einen Blick auf die Beiden unten zu werfen. Dort stand eine junge Frau mit kurzen blonden Haaren direkt gegenüber ihrer Freundin. Viel zu nah an ihrer Freundin. So nah, dass es ihr Blut aufkochen lies. Das Gefühl in ihrer Magengegend zeigte ihr, dass irgendetwas an dieser Situation nicht stimmen konnte.
„Na und. Lass sie doch. Die schläft doch garantiert noch.“, sagte die Blonde und ergriff ]ihre Hand und ging einen Schritt näher.
„DIE hat einen Namen.“
„Um den Namen geht’s aber nicht. Es geht um uns.“
„Uns? Es gibt kein uns. Ich liebe Ashley. Ashley, das ist ihr Name. Merk ihn dir.“
„Wenn du Ashley lieben würdest, dann hättest du mich nicht geküsst.“ Geküsst? Spencer, ihre Spence hat eine andere Frau geküsst? Ashleys Blut war in Wallung und ihre Hände ballten sich zu Fäusten. Die Wut kochte in ihr hoch, aber gleichzeitig stiegen ihr Tränen in die Augen. Wie konnte Spencer ihr das antun? Sie waren erst seit kurzem wieder zusammen und dann so etwas?
„Jonica, es war ein Fehler. Verstehst du das nicht? Es wird nicht mehr vorkommen.“
„Das glaub ich dir nicht. Sag mir DIES war ein Fehler“, und mit dem Wort ging sie einen Schritt auf Spencer zu und küsste sie. Bevor Ashley verstand was vor sich ging war Spencer gegen die Haustür gedrückt mit den Händen in den Haaren der Blonden. Ashley wartete darauf, dass Spencer ihr Gegenüber endlich wegstieß, aber das passierte nicht. Es war ein Kuss, der von Beiden erwidert wurde und je länger er dauerte desto leidenschaftlicher wurde er. Hände wanderten zu Stellen an die nur Ashley durften und auch Spencer erkundete den Körper der Unbekannten.
Ashley konnte den Anblick nicht ertragen und stürmte die Treppe rauf. Ihr Gesicht nass von den ganzen Tränen, rannte sie in Spencers Zimmer, um ihre Sachen zu holen.
Spencer sah nur aus den Augenwinkeln wie eine Brünette die Treppe hoch rannte und stieß Jonica sofort von sich. „Ashley warte.“, rief sie ihrer Freundin hinterher und lief schnell die Treppe hoch. „Jonica, wieso hast du das getan?“
„Getan? DU hast doch mitgemacht.“
„Ja und das war ein riesiger Fehler. Geh einfach. Bitte geh endlich!“, sagte sie und wendete Jonica den Rücken zu.
Spencer rannte in ihr Zimmer und sah, dass Ashley sich etwas angezogen hatte und ihre Handtasche schnappte. Ashley wollte nur so schnell es ging weg von Spencer, doch die wollte das nicht geschehen lassen. Sie hielt Ashley am Handgelenk. „Ashley warte. Lass mich doch erklären.“, sagte sie verzweifelt.
„Erklären? Was gibt’s denn da zu erklären? Ich hab doch alles gesehen!“, schrie sie Spencer in Tränen an. Sie wollte der Blonden nicht zeigen wie sehr sie verletzt war, aber der Schmerz war einfach zu groß, um die Tränen zurück zuhalten.
„Wirklich alles?“, sagte Spencer vor sich hin. Sie konnte nicht begreifen wie sie so dumm sein konnte und die Beziehung zur Liebe ihres Lebens in einem Augenblick für immer zerstört hatte.
„Ja alles. Bitte sag mir, dass das nicht wahr ist was diese Tusse gesagt hat.“ Ashleys Wut war wie verflogen. Die Enttäuschung über Spencers Verhalten war einfach größer. Niemals hatte sie damit gerechnet, dass Spencer sie je betrügen könnte.
„Ich fürchte es ist wahr.“, flüsterte Spencer und sah beschämt auf ihre Schuhe.
„Du hast sie schon einmal geküsst?“ All ihre Hoffnung steckte in dieser Frage. Vielleicht hatte sie nur etwas falsch verstanden und das war der erste Kuss. Nicht, dass das nicht auch falsch wäre, aber der Gedanke, dass Spencer sie vielleicht seit Monaten betrogen hatte zeriss ihr das Herz in der Brust.
„Ja.“, kam es so leise wie ein Windhauch von Spencers Lippen.
„Spencer ich kenn dich nicht mehr. Ich kann dir nicht in die Augen sehen.“, sagte sie als ein neuer Schwall Tränen ihre Augen füllte. Sie griff sich ihre Handtasche und ging aus dem Zimmer.
„Ashley bitte. Hör mir zu. Es war nur das eine Mal. Es bedeutete nichts. Ich liebe nur dich.“, rief die Blonde verzweifelt, die ihr mit verlaufenem make-up hinter her rannte.
Ashley drehte sich auf der Treppe um und sah Spencer an, die zwei Stufen über ihr stand. „Wie kannst du das sagen, wenn du mit einer anderen rummachst während ich oben in deinem Bett schlafe?“ Spencer hatte keine Antwort auf diese Frage und sah sich beschämt auf die Hände. „Du betrügst mich Gott weiß wie lange und lügst mich auch noch die ganze Zeit an. Was soll das Spencer? Ist das irgendein krankes Spiel? Soll das deine Rache sein für-„
„Gott, nein Ashley-„
„Ich geh jetzt besser.“ Sie wartete nicht auf eine Antwort und ging weiter. Sie wollte nur eins, schnell weg von Spencer und sich am Liebsten zu Hause in ihrem Bett vergraben.
„Ashley bitte rede mit mir.“, sagt die Blonde, die sie jeden Schritt verfolgte.
„Spencer ich hab dir nichts zu sagen. Lass mich einfach in Ruhe.“ , sagte die Brünette, die sichere Zuflucht ihres Autos schon in Sicht. Sie ging schneller und setzte sich ohne zögern in ihr Cabrio.
„Bitte lass mich nicht so stehen.“, flehte die Blonde.
„Ich kann nicht anders.“, sagte sie und fuhr mit quietschenden Reifen davon. Im Rückspiegel sah sie Spencer, wie sie ihren Namen rief und auf der Straße weinend zusammenbrach.
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