Eternity

GeschichteAbenteuer / P18 Slash
Harry Potter Lucius Malfoy Severus Snape
27.06.2008
04.08.2008
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Jihaaaaaaaaaaaaaaaa! Ich melde mcih mit der versprochenen, neuen Geschichte zurück! Ich hoffe, sie wird euch wieder gefallen und ich wünsche euch viel Spaß beim ersten Kapitel!

*Körbchen mit Keksen hinstellt*




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Ron runzelte die Stirn. Der Zug fuhr gerade wieder über eine Unebenheit und sein Freund zuckte sichtlich zusammen. Der Rotschopf sah sich kurz um, bevor er das Abteil magisch versiegelte und das Glas milchig werden ließ. „Jetzt, Harry!“

Der Jüngere zuckte bei der Stimme in der ersten Sekunde verschreckt zusammen, dann lächelte er schwach: „Bitte, Ron. Lass es, es ist nicht so schlimm.“ In Wirklichkeit war es schlimmer. Sein Onkel hatte die Beherrschung vollends verloren als er von Dumbledore den Zeitungsausschnitt geschickt bekommen hatte, der besagte, dass Siri tot war.

Ron hob eine Augenbraue: „Wen willst du verarschen?“, fragte er kühl. „Ich seh doch, dass dir alles weh tut!“ Er setzte sich neben Harry. Es entging ihm nicht, dass der erst mal wieder zuckte. „Bitte, ich bin dein bester Freund, ich will dir doch nur helfen. Wenn nicht ich, dann schwör ich dir, schlepp ich dich eigenhändig zu Pomfrey!“

„Nein!“, erschrocken sah Harry den Anderen an. „Bitte... bitte nicht! Nicht sie! Was... was sie weiß, das weiß auch Dumbledore!“

„D... was hat der denn damit zu tun? Dem musst du es sagen, Harry, der hat dich doch wieder...!“

„Ron, er weiß es...“

„Was?!“

Harry seufzte, zuckte aber schmerzhaft zusammen, als der Zug wieder rumpelte. „Ich....“, er weinte nicht. Dazu fehlten ihm inzwischen die Tränen. So wenig, wie er dem Anderen sagte, dass er inzwischen kaum noch etwas sah. Es war geschehen, als sein Onkel ihn wiederholt gegen die Wand geschlagen hatte – mit dem Kopf. Er sah noch hell und dunkel und einige Formen, nicht viel mehr. Aber damit wollte er Ron nicht belasten.

„Harry, bitte!“

Der Dunkelhaarige schniefte. „Ich... habe am Ende des Schuljahres einige... Dinge mitbekommen“, flüsterte er, wobei er seinen Blick zum Licht richtete. Das Fenster des Abteils.

„Harry, lass dir doch nicht alles aus der Nase ziehen!“

„Ich... wollte mich mit Dumbledore unterhalten, über... über das was passiert ist, im Ministerium. Du... du warst noch im Krankenhaus, aber... Granger... nicht mehr.“

„Warum nennst du sie denn so?“, fragte Ron verwirrt. „Was hat Mine dir denn getan?“

„Sie... ist... sie hat...!“

Ron merkte, wie schwer es Harry fiel. „Bitte, erklär es mir. Du weißt, dass ich dir vertraue!“ Das stimmte, Harry war sein bester Freund. Ein sanfter, guter Junge, der fast einen Kopf kleiner war, als er selbst und der immer viel zu dürr wirkte. Er tat, was immer man wollte, aber in Wirklichkeit war er schon lange des Kämpfens müde. All die Toten hatten an seinen Nerven gezehrt und doch ließ man ihn nicht in Ruhe. Ja, Ron war mal eifersüchtig gewesen, aber inzwischen wollte er nicht für allen Reichtum der Welt tauschen. Er wusste, oft waren es nur noch Mine und er, die den Jungen aufrecht hielten.

Harry versteckte seine Hand in seiner Gryffindorrobe. Er war bereits umgezogen in den Zug gekommen, um zu verstecken, was geschehen war. „Sie... ist keine Muggelgeborene, sie... ist jemand anders und sie... arbeitet mit Dumbledore... um... um...!“

„Harry, was redest du da? Fang bitte am Anfang an, um Merlins Willen! Was hast du raus gefunden?!“

Harry atmete so tief durch, wie seine angeschlagenen Rippen es ihm erlaubten. „Ich... bin gegen Ende des letzten Jahres zu Dumbledore gegangen, um... ihn zu fragen, warum er mir die wichtigen... Informationen vorenthalten hat. Aber.. auf dem Weg dahin... hab ich Granger gesehen, die... angeblich noch in St. Mungos sein sollte, ich... ich war erschrocken. Ich wollte nicht lauschen, aber... ich wollte doch einmal wissen, was vorgeht! Also hab ich mich versteckt, die... die beiden haben sich unterhalten, in aller Ruhe und nicht eines der Gemälde war da“, brachte Harry stockend heraus.

„Was ist dann passiert?“, fragte Ron leise. „Bitte, Harry.“

„Ich... habe ihnen zugehört, Ron... Ron, sie wissen, was Onkel Vernon mit mir tut! Sie... sie bezahlen ihn dafür, dass er mich da behält und schlägt! Er... er hat gesagt, er hätte wieder einige Anträge auf Eis legen müssen, die besagten, dass ich für die verbleibende Zeit bis zu meiner Volljährigkeit bei einer magischen Familie bleiben könnte. Deine Mutter hat so einen eingereicht! Die Lovegoods und sogar Nevilles Oma!“

„Was!? Dein Onkel schlägt dich?! Harry, zieh sofort diese Robe aus!“

Harry klammerte sich mit einer Hand nur noch fester an den Stoff. „Bitte...!“

Der Rotschopf stockte. „Da ist noch mehr, oder?!“

„Dumbledore, er... er hat sich bei ihr... beschwert, dass...dass er nicht in meine Verliese in Gringotts kommt und... und wie Siri dazu kam, sein Testament zu ändern und mich zum Universalerben zu machen! Und... und er hat Remmy... meine Vormundschaft übertragen! Der Alte weiß, dass Remmy mich nehmen würde, darum hat... er das Testament unter... unter Verschluss, damit... ich nichts davon erfahren kann. Er... er will, dass ich... dieses Jahr nicht überlebe und... ihn oder Granger... als Erben einsetze und Ron...das ... das ist nicht alles...“

Der Rotschopf schluckte. Das konnte er nicht glauben. Sollte... sollte der alte, weise, von allen respektierte Mann sie so hintergangen haben? Harry, der doch nie jemandem etwas getan hatte? „Was ist es?“, fragte er leise.

„Granger... ist seine Enkelin, sie ist kein Schlammblut, sie... sie ist seine Enkelin, die Tochter seiner Tochter... Sie...war von Anfang an da, um... mich zu überwachen und...“

Vorsichtig schloss Ron den Jüngeren in die Arme. Er wusste, Harry log nicht. Er konnte seit Umbridge und ihrer Blutfeder gar nicht mehr lügen. Er war wie vor den Kopf gestoßen. Ja, Hermine hatte in den Ferien nie geschrieben und sie war oft hochmütig, arrogant, besserwisserisch und neunmalklug. Aber das hatte er nicht erwartet! Er spürte, wie Harry erneut zuckte., ließ ihn dann auch los. „Bitte, zieh die verdammte Robe aus.“

Harry zitterte: „Bitte, Ron... bitte nicht...“

„Doch, irgendwer muss sich um dich kümmern, Poppy oder ich.“

„Nicht Poppy! Bitte! Dann weiß der Alte es und... er wird sich nur die Hände reiben! Er.. überwacht doch ohnehin schon alles, was ich tue! Bitte!“

„Ron strich dem Jüngeren über die Haare. „Dann tu mir und dir den Gefallen, lass endlich die Illusionen fallen und mich nachkucken! Es kann niemand sehen!“

„Ron, bitte... das.... da ist mehr...“

„Was?“

Wortlos kam Harry der Bitte des Anderen nach und ließ die Illusion fallen. Der Rotschopf japste überrascht auf. Zurecht. Denn die wirren, schwarzen Haare waren auf einmal glatt und hingen bis zur Hüfte, durchzogen von dunkelblauen und weißen Strähnen. Doch die Haare waren auch vollkommen verklebt und verschwitzt, das Gesicht eingefallen, die Augen ohne Glanz und seltsam unfokussiert. Ja, und die Ohren. Sie waren spitz.

„Harry, was... du... wann ist das passiert und… wie hast du das gerade ohne Zauberstab…?!”

„Ich weiß es nicht“, gab er leise zurück. „Ich... wollte aussehen wie früher. Und das ist passiert“, gab er leise an. „Ich bin am Tag nach meinem Geburtstag so aufgewacht...“

„Du bist ein Elf! Wie ist das möglich?!“

Harry wollte die Schultern zucken, doch dann ließ er es doch ganz schnell wieder sein: „Ich... weiß es nicht“, gab er leise zurück. „Der Alte, er... lässt mich nichts über meine Familie wissen und... mit Remmy darf ich nie sprechen...“

Der Rotschopf starrte seinen besten Freund entsetzt an. Dann aber konzentrierte er sich auf das Wesentliche: „Das können wir später machen“, entschied er, nun vollkommen ruhig. „Wo sind deine Verletzungen?“

Harry lachte humorlos: „Ron, wo sind keine?“, fragte er nur leise.

„Was... was meinst du damit?!“

Rasch bewegte Harry seine Hand, die langen Haare und die dumpfen Augen verschwanden, sowie die spitzen Ohren.

„Harry!“

„Ich.. will nicht, dass mich jemand so sieht“, gab er leise zurück, dann hob er seine linke Hand, sie war bläulich angelaufen, zwei Finger schienen reglos und leicht falsch gestellt.
„Was... was haben die mit dir gemacht?!“

„Dudley ist auf meiner Hand rumgehüpft, weil ich ihm im Weg war“, gab er nur zurück. „Was Onkel Vernon zum Anlass genommen hat, mich zu bestrafen. Bitte, ich zeig es dir, wenn wir auf Hogwarts sind, ja? Wir... haben dieses Jahr Zweibettzimmer, dann... dann zeig ich es dir. Bitte?“

Der Rotschopf war schwer getroffen. Sein gesamtes Weltbild hatte sich soeben in Luft aufgelöst.

„Und Ron... bitte – sag es niemandem. Wirklich niemandem!“

Der Ältere sah Harry lange an, strich dann über dessen Haare. „Ich... halte dicht“, gab er leise zurück. „Ich verspreche es.“

„Danke...“

Ron nickte: “Schlaf etwas“, schlug er leise vor. „Ich... muss eine Runde drehen, sonst... fragt Granger sich, warum sie uns bisher nicht gefunden hat. Nicht, dass sie uns zu vermissen scheint“, fügte er bitter an. „Aber das ist egal. Ich erkläre Nev, dass du schläfst, dann kommt er auch nicht vorbei.“

Harry nickte müde.

„Gut.“ Ron stand auf und lief zur Tür, löste die Zauber. „Ich erneuere die Zauber, wenn ich raus gehe. Dann hast du deine Ruhe.“ Denn entgegen aller Annahmen war er kein schlechter Magier. Er prahlte nur nicht, wie Granger oder Malfoy. Er konnte noch nicht mal mehr von ihr als Hermine denken.

Er ging raus und versiegelte die Türe neu, dann lief er los. Er hatte vielleicht versprochen, niemandem etwas zu sagen, aber er hatte nicht versprochen, keine Nachforschungen anzustellen.

Es dauerte auch nicht lange, bis er Neville gefunden hatte, er saß bei Luna und Susan Bones. Die Drei waren perfekt und er konnte sich auf sie verlassen. Schnell trat er ein und versiegelte auch das Abteil.

„Ron? Was tust du da?“, fragte Neville überrascht.

Der Rotschopf atmete tief durch. „Granger hat verschissen“, erklärte er ruhig. „Ich kann euch nicht erklären, warum, nur, dass sie uns verraten hat. Uns alle. Ich weiß nicht, warum, vielleicht bekomme ich es raus, vielleicht nicht. Aber sie gehört nicht mehr dazu.“

Susan blinzelte überrascht, Luna nickte und Neville sah traurig aus. „Warum?“

Ron schüttelte nur den Kopf: „Harry geht es beschissen deswegen“, erklärte er leise. „Und... sie hat uns allen weh getan, mit vollem Wissen, was sie da tut. Von Anfang an.“

„Wie hat sie uns verraten? Ich meine, sie hat mit uns gekämpft und...!“

Erneut schüttelte der Rotschopf den Kopf. „Bitte, fragt nicht. Ich habe Harry geschworen, niemandem etwas zu sagen. Ich werde ihn nicht verraten, wenn es nicht zwingend nötig ist und das ist auch nicht der Grund, warum ich hier bin, ich brauche eure Hilfe.“

„Wobei?“

„Könnt... könnt ihr alles über Elfen zusammentragen, was ihr auftreiben könnt? Alles was nur irgend geht?“

„Welche Elfen?“, fragte Neville irritiert. „Hauselfen?!“

„Was?! Nein! Ganz sicher nicht! Hochelfen, Hoheitselfen, Elfenfamilien. Ihre Ränge, ihre Kräfte, ihre Merkmale...“

„Sicher, aber warum?“

„Weil niemand euch daran hindern wird. Harry und mich aber schon. Fragt nicht und bedenkt, es muss schnell gehen! Ich muss auch wissen, welche Tränke sie vertragen. Soweit ich weiß, sind sie auch Spezies, die einen festen Gefährten haben, wie finden sie den?“

Ja, das wäre die perfekte Lösung. Wenn Harrys Gefährte schon volljährig wäre, würde der automatisch jegliches Sorgerecht und alle Verantwortung übertragen bekommen. Und kein magisches Wesen konnte seinem Gefährten etwas antun.

„Sicher, wir machen uns ab morgen an die Arbeit“, versprach Neville schließlich. Er verdankte Ron und Harry viel, das schien ihm dagegen ein kleiner Gefallen.

„Und noch was.“

„Hm?“

„Luna, kannst du eine Eule verschicken, die nicht abgefangen wird?“

„Natürlich“, erwiderte die Ravenclaw ruhig.

„Hat einer von euch Papier und Feder?“

Beides wurde ihm gegeben und schnell schrieb Ron einige Zeilen. Dann versiegelte er den Brief magisch, bevor er ihn adressierte, an Remus Lupin, von Luna Lovegood. „Schick das so schnell wie möglich, mit der zuverlässigsten Eule, die du finden kannst. Sie darf kein magisches Band tragen und sicher keines, dass das Siegel von Hogwarts trägt!“

„Aber... ich verstehe nicht!“

Ron rieb sich die Stirn. „Bitte“, meinte er leise. „Das hier ist kein Spaß. Es ist wichtig. Und ich brauche noch was: Alle Unterlagen über Erbschaften. Was geschieht, wenn der Erbe minderjährig ist, wie vererbt man, welche Folgen hat ein herausgezögertes Testament?“

Neville hatte sich einen Zettel herausgenommen und die Punkte notiert. „Ich werde sehen, was ich finden kann, aber... wirst du es uns sagen?“, fragte er dann. „Es... es geht doch um Harry, oder?“

„Es geht vielleicht um viel mehr“, gab Ron traurig zurück. „Und ich kann nichts versprechen, aber es ist wichtig, dass ich diese Informationen so schnell wie nur möglich erhalte.“

„Also gut, ich gebe dir morgen, was ich habe.“

„Danke, Nev. Wenn ich kann, werde ich euch zuerst erzählen, um was es geht, das verspreche ich.“




Als Ron gegangen war, lehnte Harry sich wieder an die kühle Fensterscheibe. Er wusste, der Alte würde ihn mit Nichtachtung strafen. Er hatte weit mehr gehört, als das, was er Ron erzählt hatte. Er hatte den Anderen nur vor Granger warnen wollen. Das war das Wichtigste gewesen, denn sie und ihr Großvater hatten irgendwas vor. Die beiden zu verkuppeln oder sonst was und das würde alle unglücklich machen, bedachte man, dass Ron sie nie würde lieben können.

Nicht zu vergessen, dass Ron dann bei der letzten Schlacht fallen sollte. An Harrys Seite, da er sicher vorhatte, Ron in sein Testament einzuschließen. Was stimmte, so dass Granger diesen Teil dann bekommen würde, um sich einen Mann nach ihren Wünschen suchen zu können. Gott, diese arrogante Ziege!

Nein, das hatte er nicht zulassen können. Nur darum hatte er Ron das alles erzählt. Er traute kaum mehr jemandem, er konnte es nicht.

Dazu kam, dass er Angst hatte. Angst vor dem, was in diesem Jahr geschehen würde. Er war dieses Krieges so müde und hatte doch keine Chance, ihm zu entkommen. Verdammt, er hatte bis zu seinem elften Lebensjahr nicht mal gewusst, dass diese Welt existierte und was er für diese Menschen eigentlich war!

Wie konnte man auch ein Kind für das preisen, was im Grunde die Tat der Eltern gewesen war? Nicht er hatte den Fluch reflektiert, sondern die Liebe und das Opfer seiner Mutter!
Ja, und dann Dumbledore. Der Mann, der ihm einmal wie ein Heiliger vorgekommen war, der ihn retten würde. Weg bringen von den Dursleys, weg von dem Putzen und den Schlägen. Doch was gekommen war, war nicht viel besser gewesen. Zwar war das Putzen nicht angenehm, aber es hatte ihn nie in Lebensgefahr gebracht.

Das aber hatte Dumbledore mit perverser Freude getan. Immer und immer wieder. Angeblich um ihn zu stärken, denn wenn er mit so keinen Aufgaben nicht fertig würde, wie sollte er dann Vodemort besiegen? Pah! Warum musste er das überhaupt?! Das war nicht sein verdammter Krieg! Er hielt weder von Voldemort etwas, noch von der Indoktrination von Dumbledore. Sie hatten beide unrecht! Man konnte nicht Muggelgeborene und Schlammblüter umbringen! Oder die schwarze Magie einfach verschwinden lassen! Beides war absoluter Schwachsinn!

Sehnsüchtig wandte Harry sich dem Licht zu. Er vermisste die vorbeirasende Landschaft, die er sonst immer so gern beobachtet hatte oder die Freiheit sich normal bewegen zu können. Er hatte praktisch keine Chance mehr abzuhauen. Er würde bei seinem Glück irgendwo von einer Klippe fallen. Dabei wollte er doch nur leben!

Ohne Angst haben zu müssen, am nächsten Tag nicht mehr zu leben, weil zwei irre Zauberer hinter ihm her waren oder sein Onkel eine mörderische Wut im Bauch hatte! Er wollte nur in Ruhe gelassen werden! Er wollte doch einfach nur leben! Als Kassierer in einem billigen Supermarkt arbeiten und in einer Einzimmerbilligabsteige leben!

Na ja, er wollte Kontakt mit Ron, mit Neville vielleicht auch und Seamus und Dean. Aber das konnte er vergessen, der Alte ließ ihn praktisch nonstop überwachen. Selbst hier im Zug, er ahnte, dass dann irgendein Alarm losgehen würde. Denn auch die angeblich ach so tollen Blutzauber schützten ihn ja nicht wirklich, sie warnten scheinbar nur den Alten oder das Ministerium, wenn er den Bereich des Hauses seiner Verwandten verließ. Und von den Ordensmitgliedern, die ihn angeblich immer wieder kontrollieren sollten, hatte er nicht einen gesehen. Oh nein, er war nur der Dumme...

Die Waffe, die unverzichtbar geworden war, da Voldi sich auf ihn eingeschossen hatte. Und sein Name zog Anhänger an.

Erneut atmete Harry gequält ein, spielte mit seiner heilen Hand an der Robe. In der Schule vertraute er neben Ron eigentlich nur noch einer Person wirklich. Severus Snape, seinem mies gelaunten Professor. Aber der würde ihn sicher noch mehr fertig machen, nachdem er dessen Denkarium einfach ohne zu fragen angesehen hatte und er konnte ihm nicht mal böse sein. Nicht nach dem, was sein Vater so offensichtlich mit dem Anderen getan hatte. Und er hatte auch noch in so privaten Dingen gewühlt...

Nach einer Weile hörte er Schritte auf dem Gang, dann spürte er den magischen Sog, als die Verriegelung sich löste. Harry schloss die Augen. Keine Fragen mehr, beschloss er und die würde Ron stellen. Er stellte sich schlafend.




Lucius starrte trübsinnig in die Flammen. Er war Azkaban entkommen, was ein wahres Kunststück gewesen war, aber es hatte sein Ego doch ziemlich angekratzt. Aber gut, dass er sich nicht hatte brandmarken lassen. Einer der wenigen Vorteile, von dem Wahnsinnigen als vertrauenswürdig gesehen zu sein und dessen rechte Hand zu sein. Das, was die anderen als unauslöschliches Mal hatten, war bei ihm nur eine Tätowierung in Schlangenform um das Handgelenk, die er mit einem einfachen Zauber hatte entfernen können.

Aber es war frustrierend gewesen, die Auroren hatten sein Anwesen geflutet und nichts gefunden – Veelamagie sei Dank. Und der Tatsache, dass diese Dummköpfe keine Ahnung von seinem magischen Blut hatten. Ja, und natürlich die vampirische Magie seines Geliebten. Er lächelte etwas.

Ja, es war praktisch, ein magisches Wesen zu sein. Zumindest, so lange der alte Wahnsinnige, der in Hogwarts residierte, nicht die gesamte Macht übernahm. Was der einzige Grund für seine Familie gewesen war, seit mehreren Generationen Voldemort zu unterstützen, nicht als Todesser, aber immerhin als Confident, als Vertrauter. Als Geldgeber.

Aber auch das hatte er aufhören müssen, er wurde auf seinem Grundstück bewacht. Zwar hatte das seinem politischen Einfluss keinen Abbruch getan, aber das hatte alles komplizierter gemacht.

Dazu kam, dass er seinen Geliebten nur noch an Wochenenden sehen konnte. Sonst hielten sie nur noch über ihre Vögel Kontakt – seine edle Zuchteule und den Raben, den er dem Anderen geschenkt hatte. Immerhin hatte das dessen Ruf nur noch mehr gefestigt und den hatte der sich hart erarbeitet.

Ihre Beziehung war oft anstrengend. Sie hatten sich früh gefunden, aber sie waren nicht komplett. Denn er war etwas seltenes: ein dominanter Veela. Und Vampire waren fast immer dominant. Zwei solche Partner taten sich wirklich schwer, denn keiner konnte den Anderen in einem Notfall wirklich beruhigen. Es gab nichts schlimmeres, als einen tobenden Veela oder einen Vampir im Blutrausch. Und es würde ihre Geheimnisse offen legen. Es gab Gründe, warum sie versuchten, zu verbergen, was sie waren.

Aber so war es eben. Sie hatten sich arrangiert.

Sein Sohn war gerade auf dem Weg nach Hogwarts. Er hatte Glück, bei ihm waren die Gene zwar aktiv geworden, aber er hatte seinen Gefährten gefunden, auch, wenn Draco daran zu Knabbern gehabt hatte und auch er war milde amüsiert gewesen. Allerdings wusste das Mädchen noch nichts von ihrem Glück.

Es war zu lustig gewesen. Dracos schlimmster Albtraum war Wirklichkeit geworden. Seine Gefährtin war eine Huffelpuff. Susan Bones, die auch noch gut mit Potter stand. Da stand seinem Sohn noch einiges bevor. Nun – es hätte in seinen Augen schlimmer sein können – es hätte ein Weasley sein können. Nach dieser Aussage von ihm hatte auch sein Sohn eingesehen, dass es schlimmer sein könnte.

Rasch füllte er sein Glas wieder auf und roch an dem edlen Tropfen, bevor er davon trank. Als der Kelch leer war, stellte er ihn ab und lief in sein nun wieder leeres Schlafzimmer, in dem er diese Nacht allein verbringen musste. Nun ja, was sollte es. Besser, als mit dieser Harpye, mit der er bisher zusammen hatte leben müssen. Dracos Mutter.

Eine Black.

Eine Irre.

Er hatte sie heiraten müssen, um sein Geheimnis zu wahren, durch einen Trank war sie schwanger geworden, aber sie hatten von Anfang an getrennte Betten gehabt – in verschiedenen Flügeln. Narcissa war von Voldemort so besessen gewesen, dass sie weiterhin auf Mitgliedschaft bestanden hatte. Schon um seinen Namen zu schützen, hatte er die Scheidung einreichen müssen.

Es war eine Erlösung gewesen sie loszusein. Auch für Draco. Die Frau hatte seinen Sohn auf die Welt gebracht und ab dem Moment nur noch den Hauselfen überlassen. Lucius war dahinter gekommen und hatte die Erziehung selbst übernommen, weswegen er auch so in ihm hing. Zum Glück hatte er großen Einfluss auf Draco und sein Sohn nur wenig von dieser unmöglichen Frau.

Dieses Jahr würde wohl interessant werden...