Beneath your Window

GeschichteRomanze / P16
Draco Malfoy Ginevra Molly "Ginny" Weasley Harry Potter Hermine Granger
19.06.2008
15.11.2008
24
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soo....meine zweite Übersetzung, dieses mal aber eine viel längere ^^  diese geschichte gehört zu den besten, die ich bis jetzt gelesen hab, und ich hab schon wirklich viele gelesen :)

Disclaimer: Nichts gehört mir, die Charaktere gehören J.K. Rowling und die Idee gehört der wunderbaren Crookshanks.x aus Norwegen *verbeug*

Original: http://www.fanfiction.net/s/3585994/1/Beneath_Your_Window

Genre: Romanze, Humor, Drama

Länge: 24 Kapitel

Pairing: Hermine Granger/Draco Malfoy



was ich noch kurz anmerken muss, aber denke ich mal, klar ist: da die ff ja im original in englisch geschrieben wurde, kann ich natürlich nicht alles wörtlich übersetzen, da sonst alles ziemlich holprig klingt, also habe ich mir die freiheit genommen, die sätze teilweise umzustellen, ich hab mich aber natürlich bemüht, so nah am original wie möglich zu bleiben. falls es irgendeine stelle gibt, die gar nicht ins deutsche zu übersetzen geht, dann werd ich das mit fußnoten anmerken....

so ich glaub das wars....viel spaß mit der story! sie ist echt toll :)
lg sabs
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Chapter 1 / The End

“Ich….Ich liebe dich nicht mehr.”

Die Wörter hallten auf unheimliche Weise durch den Raum und ein Paar schokoladenbraune Augen weiteten sich vor Entsetzen, als die Wörter ihren Weg in ihre Ohren fanden. Sie warf ihre Arme schützend um ihre Brust, ihr Mund stand leicht offen, als sie schwer keuchte. Der Kampf hatte sie geschwächt. Sie hatte so viele Beleidigungen und Vorwürfe um sich geworfen und auch selbst erhalten, sodass sie körperlich erschöpft war, und nun hatte er ihr den letzten quälenden Schlag verpasst. Er hatte gewonnen, und sie wusste es.

Sie fühlte, wie heiße Tränen in ihren Augen aufstiegen, und auch wenn es in keiner Weise irgendwie logisch war, wollte sie nicht, dass er sah, dass sie verletzt war. Mit einem Blick voll reiner Abscheu drehte sie sich auf dem Absatz um und hüpfte die Treppen hinauf.

“Hermine.”, rief er ihr nach, aber sie stürmte nur in ihr Schlafzimmer, Zorn pulsierte durch jede Faser ihres Körpers.

Ihr Koffer lag unter dem Bett, und sie zog ihn mit solcher Kraft hervor, dass sie beinahe rückwärts stolperte, als er hervorgeschossen kam. Sie fand ihr Gleichgewicht wieder und warf ihn kraftvoll auf das Bett. Er blieb im Türrahmen stehen, als sie begann, ihre Kleider in den Koffer zu werfen. Hermine Granger warf nie irgendetwas, am allerwenigsten ihre Kleider. Diese waren immer peinlich genau zusammengefaltet und sorgfältig aufeinander gelegt, ob in einem Koffer oder im Kasten. Aber jetzt lagen sie verstreut im Koffer, der magisch vergrößert worden war, damit er mehr Platz bot.

“Hermine, ich musste was sagen…”, sagte er mit leiser Stimme.

Sie beachtete ihn nicht. Stattdessen hatte sie begonnen, ihre Bücher aus jeder Ecke des Zimmers zusammenzutragen, und sie rauschte an ihm vorbei, um ihre Habseligkeiten aus den anderen Räumen des Hauses zu suchen.

„Als du gesagt hast, du wärst nicht schwanger, war ich erleichtert.“, sagte er, als er ihr auf den Fersen folgte. Er sah, dass sie für einen Augenblick am Platz einfror, bevor sie ins Wohnzimmer schritt. „Ich wusste tief in mir drinnen….dass es einfach nicht mehr richtig ist.“

Für eine Sekunde schloss sie ihre Augen vor Schmerz und ihre zitternden Hände tasteten durch das Bücherregal in der hinteren Ecke des Wohnzimmers. Sie hatten schon seit vier Monaten versucht, ein Kind zu bekommen, aber ohne Glück. Ihr letzter Versuch hatte sich vor nur 3 Tagen in einem negativen Test geäußert. Sie war todunglücklich gewesen, er war erleichtert. Ihr Herz pochte schmerzhaft in ihrer Brust bei dieser Erkenntnis, und zum ersten Mal seit vielen Monaten dankte sie Gott dafür, dass kein Kind in diese gesamte Situation gebracht worden war. In diese ganze chaotische Situation.

Er folgte ihr weiterhin durch die Wohnung und zurück die Stufen hinauf, als sie alles in ihrem Koffer verstaute. Seine Entschuldigungen dröhnten in ihren Ohren und brachten sie dazu, einfach schreien zu wollen, damit es aufhörte. Sie alle waren Entschuldigungen für das Warum und Wie, aber es gab keine Entschuldigungen und kein Bedauern, was sie persönlich betraf. Sie wusste, dass er es bedauerte, durch diesen Kampf gehen zu müssen, sie wusste, dass es ihm unangenehm war. Aber er bereute keine der Schmerzen, die er ihr zugefügt hatte. Das war der Zeitpunkt, an dem sie realisierte, dass sie nicht das Wichtigste für ihn war, und es wahrscheinlich auch schon lange Zeit zuvor nicht mehr gewesen war.

“Gab es jemand anderen?”, fragte sie plötzlich, ihre Stimme klang überraschend fest.

Er war bestürzt über ihre plötzliche Frage, und vielleicht noch mehr über die Kälte in ihrer Stimme. Sie hatte einen Tonfall, den er lange nicht mehr bei ihr gehört hatte, nicht einmal Menschen gegenüber, mit denen sie nicht zurechtkam. Sie war immer höflich und freundlich wenn sie sprach, immer darauf bedacht, einen guten Eindruck zu machen, egal mit wem sie redete. Er verharrte, während sein Mund sich öffnete und schloss, er wusste, dass die Antwort es nur noch schlimmer machen würde.

“Antworte mir.”, zischte sie mit einer Stimme, die vor Zorn bebte.

“Ja.”

Sie kniff ihre Augen zu, als sie fühlte, wie ihre Eingeweide immer kälter wurden. Sie hatte nichts getan außer ihn geliebt, und das seit dem Tag, an dem er sie während ihres 7. Schuljahres schlussendlich geküsst hatte. Den gesamten Krieg und die Konsequenzen von diesem hindurch hatte sie ihn geliebt. Sie hatte ihn innig und leidenschaftlich geliebt, und Gott steh ihr bei, sie tat es immer noch. Aber als sie ihre Augen öffnete, wurde ihr klar, dass der Mann vor ihr nicht derjenige war, in den sie sich verliebt hatte. Ihre Lippen formten sich zu einem dünnen Strich, als ihre Gedanken einen intensiven Kleinkrieg in ihrem Kopf durchführten. Er war nicht der, in den sie sich verliebt hatte, aber sie wusste, dass sie ihn immer noch liebte und sie wusste verdammt genau, dass dies sie gebrochen hatte.

“Für wie lange?”, fragte sie mit der gleichen kühlen Stimme, die ihm Schauer über den Rücken jagte.

Er beobachtete sie gründlich, nahm alles von ihr in sich auf. Die Locken, die in diesem Moment ein eigenes Leben zu führen schienen, ihren verschlossener Ausdruck, und schlussendlich begegnete er einem Paar harten, braunen Augen, die normalerweise so viel Enthusiasmus und Lebensfreude ausstrahlten. Er schluckte hart in dem Wissen, dass er derjenige war, der das Licht in ihnen zum erlischen gebracht hatte.

“Du willst die Einzelheiten nicht wissen. Bitte, tu dir das nicht an.“, bat er und streckte eine Hand nach ihr aus.

Die Bewegung auf sie zu, sein Versuch, sie zu beruhigen, brachte sie dazu, wie eine verwundete Straßenkatze zu fauchen, und er zog seine Hand sofort wieder zurück.

“Du wirst mir das jetzt sofort sagen.”, schnappte sie als sie den Deckel ihres Koffers zuwarf.

“6 Monate.”

“Verdammter Bastard.”, spuckte sie, ihre Augen schwammen abermals in Tränen. „Du hast jemand anderen gevögelt, bevor wir uns dazu entschlossen haben, ein Baby zu bekommen? Du wolltest ein Kind in dieses Wrack einer Beziehung bringen?“

Er sah beschämt zu Boden, seine Hände fuchtelten leicht an seinen Seiten herum. „Das war ein großer Fehler, und ich sehe das ein.“

“Hast du sie hier her gebracht?”, fragte sie plötzlich, ihre Augen fixierten ihr übergroßes Bett.

Er schluckte deutlich erkennbar, und als seine Augen ihren begegneten, brauchte sie keine verbale Antwort mehr.

“Oh mein Gott.”, spuckte sie voller Abscheu.

Mit diesen Worten brachen ihre letzten Dämme ein und sie stieß ein herzzereißendes Schluchzen aus, während sie ihren Koffer vom Bett hob und mit leichten Schwierigkeiten die Stufen hinabstieg. Ihre Augen waren verschleiert, ihr Körper bebte vor Schmerzen und Zorn, und ihr Koffer war ziemlich schwer.

“Hermine, bitte,”, sagte er mit schmerzerfüllter Stimme. „Ich wollte dir nie weh tun, ich…“

“Oh, das ist toll”, sagte sie und stieß ein verzerrtes Lachen aus, ein Lachen, das so bitter war, dass es sich direkt in seine Haut brannte. „Du wolltest mir nie weh tun? Du hast eine Beziehung für 6 Monate weitergeführt, du hattest sie in unserem Bett, und danach wolltest du ein Kind mit mir haben.“

Ihre Stimme wurde ständig lauter, und er zuckte bei mehreren ihrer Worte zusammen. Er hatte gewusst, dass dies schwer werden würde, aber er hatte nicht vorhergesehen, wie hart es war, zu wissen, dass er Schuld an ihrem Schmerz war.

“Vielleicht liebe ich dich nicht mehr als meine Geliebte, aber ich liebe dich immer noch als meine Freundin.”, sagte er leise. „Bitte verzeih mir, Hermine. Ich brauche dich als Freundin.“

Sie sah ihn mit völligem Unglauben an.

“Du bist mir so sehr in den Rücken gefallen, dass jegliche Hoffnung auf die Rettung dieser Freundschaft aber so was von außer Reichweite ist.“, sagte sie mit harter Stimme, doch nicht mit der Absicht, ihn zu verletzen. Sie sagte lediglich die Wahrheit.

“Bitte, Hermine. Ich kenne dich praktisch mein ganzes Leben lang.”, bettelte er.

“Jetzt gerade kann ich dich nicht sehen. Oder hören. Oder auch nur im Entferntesten in deiner Nähe sein.“

Er schluckte noch einmal, als er sie beobachtete wie sie mitten in ihrem Wohnzimmer stand, den Koffer mit ihren schlanken Fingern umklammert. Er bemerkte, dass ihre Fingerknöchel durch den eisernen Griff weiß waren.

Sie fühlte, wie die Tränen ihre Sicht abermals trübten, und als ein plötzlicher Drang entstand, ihn in das nächste Jahr zu hexen, nahm sie eine Faust voll Flohpulver und trat in den Kamin.

“Fick dich, Ron.”

Und mit diesen letzten Worten des Abschieds ließ sie eine Beziehung zurück, in die sie alles investiert hatte; alle ihre Hoffnungen und Träume, ihre Zukunft, ihre Liebe, ihre Sorge, ihre Arbeit und ihr gesamtes Wesen. Und er hatte dies alles genommen und hatte es eingeweicht, bevor er es auf den Boden geworfen hatte und darüber gestampft war. Sie ließ ihren Tränen freien Lauf, als sie mit ihrem Koffer im Gepäck aus dem Kamin taumelte.

“Hermine!”, quiekte jemand vor Überraschung.

Sie blieb wie angewurzelt am Kamin stehen, den Koffer immer noch umklammert, als ob ihr Leben daran hängen würde. Ginny sprang von der Couch auf, als sie Hermines elende Erscheinung sah. Ihre Augen huschten zu dem Koffer und weiteten sich, als sie die Erkenntnis förmlich erschlug.

“Was ist passiert?”, fragte sie ungläubig, als sie näher an ihre Freundin trat, die nun wie verrückt fröstelte.

Hermine stieß einen lauten Schluchzer aus und fragte sich, ob ihre Knie sie noch lange tragen würden. Sie bedeckte ihre Augen mit ihrer freien Hand und schluchzte noch einmal. Ginnys zierliche Arme schlossen sich um sie und hielten sie fest, und sie flüsterte beruhigende Worte in ihr Ohr. Als Hermine sich dazu zwang, aufrecht zu stehen und ihre Augen zu öffnen, sah sie, wie Harry komplett fassungslos im Türrahmen stand.

“Er hatte sie in unserem Bett.”, sagte sie, während der Schock und unglaublicher Schmerz sie erneut erbarmungslos trafen.

Die anderen beiden starrten sie mit offenen Mündern an, sie sahen aus, als ob ihnen jemand gerade ins Gesicht geschlagen hätte. Tränen stiegen in Ginnys Augen auf, und sie drehte sich mit schreckensvollem Ausdruck im Gesicht zu Harry um.

“Ron hat sich mit jemand anderem getroffen?”, fragte sie mit leiser, müder Stimme.

Hermine nickte ruckartig, und der abgerissene Atemzug, der folgte unterstrich noch mehr, wie sehr ihr wehtat, es zuzugeben, und die Rothaarige verstärkte den Griff um ihre Schultern.

“6 Monate.”

Ein schwacher Schrei entkam Ginnys Lippen, und sie presste ihre freie Hand über ihren Mund. Hermine wusste, dass Ginny gedacht, oder wenigstens gehofft hatte, dass es nur ein One Night Stand gewesen war. Ein One Night Stand konnte entschuldigt, oder zumindest einigermaßen verstanden und erklärt werden, aber eine bewusste Entscheidung dafür, eine andere Beziehung für 6 Monate zu führen war etwas vollkommen anderes.

„Aber ihr habt doch versucht….“ Ginnys Stimme verlor sich im Nichts, als sie einen verzweifelten Blick zu Harry warf.

Die Muskeln um seinen Mund waren angespannt, und sie konnte sehen, dass er die Zähne aufeinander gepresst hatte, auch wenn er einige Meter entfernt stand. Hermine wusste, dass es eine unangenehme Situation war. Er war mit ihnen beiden befreundet, und Ginny war Rons Schwester. Sie konnte nicht von ihnen erwarten, eine Seite zu wählen, obwohl sie verzweifelt wünschte, sie täten es. Sie wollte, dass sie ihn so sehr hassten wie sie es im Moment tat, aber das würde nicht passieren. Sie hatten andere Bindungen zu ihm als sie.

„Ja haben wir.“, bestätigte sie. „Und seine Affäre hat begonnen, bevor wir uns dazu entschlossen haben.“

Ihre Stimme war bitter, das konnte sie selbst sehr gut hören. Sie peitschte durch den Raum und ließ eine unangenehme Stille zurück.

“Aber Gott sei Dank bin ich nicht schwanger.”, zischte sie. „Was zur Hölle hätte er getan, wenn ich es gewesen wäre!?“

Bevor sie es stoppen konnte, hatte sie mit ihrer Faust auf den Koffer geschlagen, und die Begegnung mit dem Griff sandte Wellen des Schmerzes durch ihren Körper. Als sie aufsah, bemerkte sie, dass Harrys Gesicht vor Zorn verzerrt war.

“Dieser Scheißkerl”, knurrte er, und bevor sie irgendetwas antworten oder wenigstens wieder klar denken konnte, drehte er sich mit einer galanten Bewegung und verschwand mit einem Plopp.

Ginnys Augen verharrten ängstlich auf dem Punkt, an dem ihr Freund gerade verschwunden war. „Oh mein…“

Hermine war, gelinde gesagt, nicht weniger überrascht. “Oh Gott, das wird alles noch komplizierter machen.” Sie unterdrückte einen erneuten Schluchzer und blickte Ginny entschuldigend an.

“Wag es ja nicht, das zu denken.”, schalt sie ihre Freundin. „Du hast nichts falsch gemacht. Merlin, ich kann nicht glauben, was für ein mieses Arschloch er ist.“

“Er ist dein Bruder.”, protestierte Hermine, doch Ginny schüttelte den Kopf.

“Das ändert nichts daran, was er dir angetan hat.“

Hermine seufzte, und versuchte alles auszublenden, aber es nützte nichts. Gedanken über die Jahre, die sie an ihn verschwendet hatte schwirrten durch ihren Kopf, und zum ersten Mal fragte sie sich, ob es nicht mehr als ein großer Fehler gewesen war, ihr Leben Ron Weasley zu widmen.

“Komm, Süße”, sagte Ginny plötzlich. „Du kannst so lange in unserem Gästezimmer bleiben, wie du willst.“

„Bist du sicher?“

Ginny warf ihr einen ernsten Blick zu. „Natürlich. Sei nicht albern.“
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Als sie die Decke von ihrem warmen Körper streifte, fühlte sie sich unglaublich leer. Tag eins. Tag eins ihres neuen Lebens ohne Ron, ohne seine liebenswerten Spleens und seine warmen Umarmungen. Tag eins, an dem sie mit dem Verrat leben musste, an dem sie darum kämpfen musste, jede verdammte Sekunde des Tages zu überstehen. Sie zog ihre Kleidung schmerzhaft langsam an, jede Bewegung führte sie in Zeitlupe durch in der Hoffnung, es würde den Schmerz etwas dämpfen. Aber den Schmerz zu lindern war keine Option, dies schien ihre Brust einzuschnüren, erschwerte ihr das Atmen. Sie seufzte, als sie ihr Spiegelbild betrachtete. Ihre Augen hatten ihren typischen Schimmer verloren, sogar sie konnte das sehen. Alles, was sie ausstrahlten, waren Kummer und Schmerz, und der Ausdruck ihrer Augen zusammen mit ihrer ungewöhnlich blassen Haut und den dunklen Ringen unter ihren Augen ließ sie fast krank erscheinen. Nicht fähig, ihre trostlose Erscheinung weiter zu betrachten, drehte sie sich um und drückte die Tür auf, darauf hoffend, dass es ab jetzt nicht mehr so schwer werden würde, jeden Tag aufzustehen.

“Morgen.”, sagte Ginny mit einem vorsichtigen Lächeln. Sie stand an der Küchentheke und wartete darauf, dass der Kaffee fertig wurde, und obwohl ihre Mundwinkel nach oben gezogen waren, wusste Hermine, dass sie aufgewühlt war.

“Morgen.”, antwortete sie schnell, nur zu gut wissend, wie miserabel sie selbst aussah.
Die zwei Mädchen tauschten verstehende Blicke aus, aber keine von beiden sagte ein Wort, während der Kaffee fertig wurde und Ginny nach einem Teller mit Sandwiches griff. Sie stellte die Sandwiches und zwei Tassen auf den Tisch, bevor sie den dampfenden Inhalt aus der Kanne in die jeweiligen Becher goss. Hermine beobachtete sie aufmerksam und konzentrierte sich auf jedes Detail aus Angst davor, ihre Gedanken abschweifen zu lassen.

Als Ginny sich schlussendlich in ihren Sessel setzte, wurde die Stille von einem tiefen Seufzer unterbrochen. Hermine schenkte ihr ein kleines, beruhigendes Lächeln, in der Hoffnung ihr so mitzuteilen, das sie nicht so geknickt war, wie sie aussah. Doch sie war nicht wirklich sicher, ob das auch die Wahrheit war.

“Wo ist Harry?”, fragte sie, sich in dunkler Vorahnung an seinen hastigen Abgang erinnernd.

“Er ist schon ins Büro gegangen.”

“Ich sollte auch gehen.”

Ginny schüttelte ihren Kopf, sodass ihre roten Haare gegen ihre Wangen schlugen. Hermine schluckte schwer bei der roten Erinnerung, aber realisierte schließlich, was das Mädchen sagte.

„Ich muss zur Arbeit, Gin.“, protestierte sie und nahm einen Schluck von dem fabelhaften koffeinhaltigen Getränk.

“Harry hat dir schon einen freien Tag verschafft.”, erklärte sie und schob ihr den Teller mit den Sandwiches näher hin. „und ich habe mich krank gemeldet, um bei dir zu bleiben.“

Hermines Kopf ruckte nach oben und sie schenkte ihrer Freundin einen ungläubigen Blick.

“Das hast du nicht getan, Ginevra.”

“Oh, red doch keinen Unsinn, Hermine.”, sagte Ginny und lachte schnell bei dem Gebrauch ihres wirklichen ersten Namens. „Du hast gerade erst eine 4 Jahre andauernde Beziehung beendet, und das auf die brutalste Weise, die möglich ist. Ich werde dich hier nicht alleine bleiben lassen.“

“Du kannst dich doch nicht einfach krank melden, sie brauchen dich im St. Mungos.“

“Ich kann, und ich habs auch getan.”, sagte Ginny und hob eine Augenbraue. „Was wäre ich nur für eine Freundin, wenn ich nicht hier wäre um die Scherben wieder aufzusammeln, nachdem was mein liebster Bruder getan hat?“

Hermine blickte sie finster an, ihr Ausdruck milderte sich aber schnell, als sie die ehrliche Besorgnis in den Augen der jüngeren Weasley bemerkte. Um ehrlich zu sein hatte Ginny Recht: Es wäre schwer geworden, wenn sie alleine gewesen wäre. So vollkommen, wirklich alleine. Sie hielt einen Seufzer zurück, sie fühlte sich zurückgeschlagen bei ihrem Selbstmitleid. Es war unglaublich erbärmlich, dieses maßlose im Schlamm suhlen, aber auch wenn das so war, konnte sie nicht aufhören. Sie konnte nicht verhindern, diese Kälte des Allein-Seins zu fühlen, darüber nachzudenken, wie schnell ihr Leben sich von perfekt zu schrecklich gewandelt hatte.

„Lass mich einfach für dich da sein.“, bat Ginny plötzlich. „Ich fühl mich so schlecht.“

“Es gibt nichts, weswegen du dich schlecht fühlen müsstest, du Depp.“

Ginny ließ ein bitteres Lachen vernehmen. „Ich denke, sogar Blutsverwandtschaft ist in dieser Situation eine Sünde.“

“Du bist nicht Ron, und du bist ganz sicher nicht verantwortlich für seine Entscheidungen.”, sagte Hermine scharf, bevor sie resigniert mit einer Hand durch ihr Haar fuhr. „Und….danke.“

Ginny sah auf, um sie anzusehen und lächelte ehrlich. „Gern geschehen.“

Beide griffen nach einem Sandwich und aßen in kameradschaftlicher Stille, sie blickten sich nur ab und zu an, als beide über die Situation nachdachten, in der sie sich gerade wiederfanden. Hermine wurde sich bewusst, dass, ganz egal wie wütend sie darüber war, dass sie auf so schreckliche Weise betrogen worden war, sie sogar noch wütender darüber war, dass er sie alle in diese Situation gebracht hatte. Ihre Familie und Freunde waren alle ein komplexes Netz aus unterschiedlichen Verbindungen. Harry war immer der beste Freund von beiden gewesen. Rons Schwester war letztendlich auch eine ihrer besten Freundinnen geworden, seine Mutter war für sie wie eine zweite, wirkliche Mutter, auf so viele Weisen. Ganz zu schweigen vom Rest der Weasleys, die sie alle immer innig geliebt, und sie als Teil ihrer eigenen Familie betrachtet hatte. Ron hatte die Freundschaft und die Beziehungen zwischen so vielen Leuten aufs Spiel gesetzt, und sie realisierte mit Schrecken, dass es wahrscheinlich war, dass sie in den meisten dieser Fälle diejenige sein würde, die verlor.

“Hat Harry irgendwas darüber gesagt, was letzte Nacht passiert ist?”, fragte sie, als sie sich abermals seinen hastigen Aufbruch ins Gedächtnis rief.

“Er wollte mir nichts sagen.”, seufzte Ginny. „Nur Merlin weiß, was sich dort abgespielt hat.“

Hermine erblasste bei diesen Worten. „Vielleicht…..vielleicht solltest du…..mal nachsehen ob er, du weißt schon…..in Ordnung ist?“

“Hermine Granger.”, wies sie Ginny zurecht. „Zum ersten, mein Freund würde meinem Bruder niemals ernsthaft schaden. Und zweitens, wenn er es getan hat, ist es durchaus gerechtfertigt.“

Hermine sah zu der kleinen Person ihr gegenüber, und übersah nicht die Wellen des Zorns, die von Zeit zu Zeit von ihr ausgingen. Sie konnte die Wut spüren, die in ihr hoch zu kochen schien, und der beunruhigende Gedanke über die Beziehungen, die er ernsthaft herausgefordert hatte, kehrte zurück.

“Gin, er ist dein Bruder. Du solltest ihn nicht wegen mir hassen.“

“Er alleine ist für alles verantwortlich.”, gab Ginny einfach zurück. „Dinge kaputt zu machen ist etwas, was er sehr gut kann; er hatte immer schon ein spezielles Talent dafür.“

Hermine seufzte ergeben, erschauderte aber, als ihr bewusst wurde, dass sie insgeheim froh war. Das war es doch, was sie gewollt hatte, oder? Sie hatte gewollt, dass ihre Freunde wegen ihr böse auf ihn waren. Sie schüttelte leicht den Kopf und ihr Blick fiel auf die Oberfläche des Tisches. Sie wollte, dass sie mit ihr mitfühlten, auf ihrer Seite waren, aber komischerweise wollte sie nicht, dass er litt. Leise seufzend realisierte sie, dass sie immer noch blind vor ihrer alles verzehrenden Liebe war. Einer Liebe, die er nicht verdiente, und wahrscheinlich auch nie verdient hatte.

“Komm schon.”, sagte Ginny plötzlich. „Lass uns nicht den ganzen Tag hier sitzen und Trübsal blasen.“

“Ich weiß nicht, ob ich in Stimmung bin, irgendwo hinzugehen.”, gab sie mit einem leichten Schulterzucken zu.

“Das ist schon in Ordnung.”, versicherte ihr Ginny. „Wir können uns was zum Essen bestellen und ein paar Filme ausborgen.“

Sie lächelte bei dem Vorschlag und fragte sich, wann Ginny sich so sehr in einen Muggel verwandelt hatte. Aber sie biss sich auf die Zunge und dankte ihr stattdessen für ihre Idee. Hermine ging nach oben um schnell zu duschen, während Ginny losging um Filme zu holen, darauf bedacht keine zu nehmen, die irgendwelche albernen Liebesgeschichten oder überglückliche Pärchen enthielten. Eine sehr weise Entscheidung, befand Hermine. Als sie den zweiten Film beendet hatten, apparierte Harry direkt ins Wohnzimmer. Hermine beobachtete ihn und bemerkte, dass sein Gesicht ein bisschen abgespannt aussah.

„Harter Tag?“, fragte sie mit einer leichten Grimasse und er antwortete seinerseits mit einer unzufriedenen Grimasse.

“Es war viel los.”, gab er zu, als er neben ihr auf die Couch sank. Er lehnte seinen Kopf zurück und atmete schwer aus. „Und ich bin mit Ron zusammen zu einem Einsatz geschickt worden.“

Bei der Erwähnung des Namens machte Hermines Herz einen Sprung, und sie schalt sich selbst dafür, auf solch verräterische Weise zu reagieren. Ihr Herzschlag sollte sich bei der Erwähnung seines Namens nicht beschleunigen, sie sollte sich eher ekeln. Und sie war angewidert, aber es war alles einfach nur ein großes, verwirrendes Knäuel aus Gefühlen.

“War es okay?”, fragte Ginny aus ihrem Armsessel, ihre Augen sprangen rasch zwischen Harry und Hermine hin und her.

“Nicht wirklich. Es war so unangenehm wie nichts, was ich bisher erlebt hab.”

Hermine seufzte. “Ihr solltet nicht wegen mir streiten.” Sie hatte das Gefühl, sich immer und immer wieder zu wiederholen, unaufhörlich versuchend, die beiden, aber auch sich selbst zu überzeugen.

“Ich hab das Gefühl, ich kenn ihn nicht mehr.”, antwortete er und legte einen Arm um ihre Schultern. „Der Ron, den ich kannte, hätte das nicht getan.“

“Ich hoffe, das Gefühl bleibt nicht für immer.”, gab sie zu, als sie sich an seine Schulter lehnte. „Er war über 10 Jahre lang unser bester Freund, und auch wenn es jetzt weit hergeholt erscheint, will ich ihn in meinem Leben haben.“

“Ich weiß.”, antwortete Harry sanft. „Aber es wird eine Zeit dauern, besonders für dich. Und du solltest dir diese Zeit geben.“

“Das werde ich.”, versprach sie, bevor sie sich wieder gerade hinsetzte. „Sieh mich an; Hier bin ich und stehle dir den Freund.“

Ginny kicherte. “Sei nicht albern.”

“Lasst uns noch nen anderen Film ansehen und Pizza essen.”, sagte Hermine mit fröhlicher Stimme, alle depressiven Gedanken in die hinterste Ecke ihres Gehirns verbannend. Harry und Ginny hatten keine Einwände, also machten es sich alle drei auf der Couch gemütlich und lehnten sich in beruhigender Stille aneinander.
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tbc.....
und? was denkt ihr?
kommis bitte :)
bis zum nächsten mal
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