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Jump, jump, jump...

von dasLeni
GeschichteAbenteuer / P16 / Gen
David Griffin Roland
14.06.2008
13.12.2009
21
25.790
4
Alle Kapitel
83 Reviews
Dieses Kapitel
6 Reviews
 
 
14.06.2008 1.454
 
Disclaimer: Griffin gehört den Autoren von Jumper und ich verdiene mit dieser Story kein Geld, ihr kennt den Rest. hab nichts böses im Sinn.

Viel Spaß beim Lesen



Kapitel 1

- Maggie –


Was wollte ich Jamie in diesem Moment nicht alles antun?
In meinem Innersten wucherten die sadistischsten Mordpläne, die mich bereits an meiner Zurechnungsfähigkeit zweifeln ließen.
Einen niedlichen und äußerst charmanten Hotelmanager hatte sie mir versprochen. Und was hatte ich davon? Statt des ersehnten Charmeurs, hatte ich nun ein mehr oder weniger nicht ganz beisammen zu sein scheinendes Muttersöhnchen, dass von nichts Anderem reden konnte, als von der Herausgabe des nächsten Metzelspieles für seine neue Spielekonsole, von der ich mich immer noch fragte, wie sie denn nun eigentlich hieß.
Ich wäre nun überall lieber, nur nicht Downtown mit irgendeinem Vollidioten in einem sehr hippen Restaurant. Was nicht mal meine Idee gewesen war.
Wahrscheinlich nicht mal seine. Sondern Jamies.
So etwas konnte man eigentlich nur mit einer Sache bekämpfen - mit viel Alkohol. Gelangweilt schlürfte ich an meinem mittlerweile viertem Martini und lies mich darüber belehren, was die Vorzüge von Rennspielen waren. Derweil dachte ich, natürlich immer fleißig nickend, darüber nach, was mich überhaupt bewogen hatte, diesem Blinde Date zuzustimmen.
Eigentlich hasste ich Blinde Dates. Man traf meistens immer irgendwelche Männer, die selbst nicht suchen konnten oder die zwar suchten, aber leider immer an den falschen Orten.

           Weitere zwei Martinis und um einige lehrreiche Tipps zur fehlerfreien Behandlung von Computern später, konnte ich „Patrick“ endlich dazu bewegen das Restaurant zu verlassen.
Vor dem Eingang zum „Flash“, so nannte sich das Restaurant, zog ich mich liebevoll aus der Affäre und meinte, dass ich nur ein paar Straßen weiter wohnte und mir die frische Luft gut tun würde. Allein.
Natürlich verpackte ich alles in etwas elegantere Worte. Patrick hauchte mir zum Abschied noch einen Kuss auf die Hand und förderte damit nur den Brechreiz meinerseits.

           Als ich endlich gehen konnte und meine Gestalt sich an den Menschenmassen, die noch in den Club wollten vorbeidrückte, bog ich in die nächst beste Seitenstraße ein, um den Blicken meines ehemaligen Begleiters zu entgehen. Normalerweise war ich gar nicht so grob, doch nach einem dreistündigen Monolog über Computer- und Playstationspiele konnte ich einfach nicht anders. Während des ganzen Abends war ich nur dazu gekommen ihm zu sagen, wie ich hieß, dass ich Krankenschwester war und auch das eine oder andere Mal ein Computerspiel spielte, was ihn natürlich einen Anstoß zu seinen Ausführungen gab.
Meine Stimmung wurde nicht sonderlich besser, als ich bemerkte, dass der Seitenweg, den ich eingeschlagen hatte nicht, wie vermutet, nur ein Zwischengang zwischen zwei Hauptstraßen war, sondern eine Sackgasse.

           Frustriert wandte ich mich um und wollte zurückgehen, als plötzlich ein Mann vor mir auftauchte und mein Herz für einen kleinen Moment aufhörte zu schlagen.
     Das konnte doch nicht sein. Ich hatte keine Schritte gehört und der Mann tauchte einfach so aus dem Nichts aus. Es war weit und breit kein einziges Versteck zu sehen gewesen, oder eine dunkle Ecke. Des Weiteren hatte ich mich während meines kleinen Spaziergangs mehr als nur einmal nach hinten umgesehen, denn in dieser Stadt konnte man ja nie wissen.
Das eigenartige war, dass der Mann sich nicht rührte. Er starrte mich nur mit relativ schmerzverzerrtem Gesicht an. Vor lauter Schreck und Angst wich ich ein paar Schritte zurück. Doch selbst in der nur spärlich beleuchteten Gasse konnte ich sehen, dass der Mann verletzt war. Seine Kleider waren zerfetzt und blutgetränkt. Auf seiner Brust zog sich ein langer Riss von der rechten Schulter bis unter den linken Arm. Was hatte er nur angestellt?

        Sagen konnte ich nichts, denn schon brach der Mann in sich zusammen. Aus Reflex ging ich einen Schritt vor und fing den Kopf auf, um wenigstens ihn vor weiteren Blessuren zu bewahren. Als ich mir danach meine Hände betrachtete, merke ich, dass er ebenfalls eine Wunde am Kopf haben musste.

           „Gott, sie müssen in ein Krankenhaus!“ Mir stockte der Atem.
Erschrocken riss der Mann den Arm hoch und packte mich an der Schulter.
„Kein Krankenhaus, bitte... Die Paladine…Sie finden mich…Bringen es zu Ende!“ Er röchelte nur noch und ich hatte Schwierigkeiten ihn zu verstehen, aber irgendetwas an seinem Blick sagte mir, dass er mir nichts tun würde und einfach nur auf Hilfe angewiesen war.
Für die Allgemeinheit stelle man sich nun eine junge Frau im Partyoutfit mitten in New York City vor, während sie einen vor sich hin blutenden Mann in den Armen hielt. Ich war mehr als nur verwirrt. Vielleicht lag es an seinem Blick, einem bestimmten Reflex, einer Intuition oder auch an den 6 Martini, die ich immer noch intus hatte, aber aus irgendwelchen unempfindlichen Gründen half ich ihm auf, zerrte ihn an die Straße, rief ein Taxi herbei und lies es zu mir nach Hause fahren.
Da der Mann unterwegs eingeschlafen war, hatte ich merklich Schwierigkeiten, ihn aus dem Wagen in meine Wohnung zu bewegen. Als der Taxifahrer mich verdutzt anblickte, presste ich zwischen zusammengebissenen Zähnen und halb umfallend hervor: „Zuviel Alkohol…Schlägerei!“. Der Fahrer nickte, stieg aus und half mir sogar den Mann bis auf meine Couch zu tragen. Ich bemerkte, natürlich nicht ohne rot zu werden, dass der Fremde nicht schwer war, aber dafür gut gebaut.

           Als ich die Tür hinter dem mehr als gut bezahlten Taxifahrer wieder schloss, ging ich ins Bad und zerrte unter dem Waschbecken im Schrank einen ziemlich großen Erste Hilfekasten heraus und setzte mich mit einer weiteren Schere und jeder Menge Desinfektionsmittel neben meinen Fremden auf die Couch. Ich war komischerweise schon seit meiner Kindheit so gut ausgerüstet gewesen, nachdem ich mich einmal verletzte und meine liebe Mutter nichts im Haus hatte. Die kleine Wunde von damals hatte sich fürchterlich entzündet und noch heute zierte diese Narbe mein Knie.
Moment…Gott, jetzt war er schon MEIN Fremder.

           Ich verwarf jegliche Gedanken und begann das Shirt des Mannes aufzuschneiden. Anscheinend hatte dieser öfter Schwierigkeiten, denn als ich es bis zu Hose geöffnet und von seinem Körper gestreift hatte, gesellten sich zu der ohnehin schon großen Risswunde einige weitere ziemlich große und auch ein paar kleinere Narben. Ich sah mir jene, die sich über seinen gesamten Oberkörper zog etwas genauer an und stellte fest, dass darin noch ein Splitter oder etwas Ähnliches steckte. Kurz entschlossen griff  ich vorsichtig hinein und zog das viereckige Metallstück heraus. Dies war sicherlich kein Splitter. Es sah mehr aus wie ein Chip. Nach genauerer Betrachtung legte ich es zu seinen Sachen auf den Tisch und widmete mich dem Rest seine lädierten Körpers. Nachdem ich die Wunden gesäubert, desinfiziert und teilweise sogar genäht hatte, nahm ich mir einen Moment und sah den Fremden genauer an. Durchtrainiert war er, dass sah man schnell. Was mich natürlich nicht unbedingt störte. Doch ich versuchte mich weiter zu konzentrieren und dachte darüber nach, was ich machen sollte, wenn er wieder wach war.

           Die Wunde an seinem Kopf lag kurz über der Stirn. Nur das Blut schien nach hinten gelaufen zu sein. Er musste wohl einige Zeit gelegen haben, nachdem ihm diese Wunde zugefügt worden war, denn das Blut war in seinem aschblonden Haar schon fast geronnen.  Ich versorgte auch diese und achtete darauf, dass ich auch keine seiner vielen Blessuren übersah. Als ich fertig war, spritze ich ihm noch ein wenig Morphin gegen die Schmerzen. Sein Brustkorb hob und senkte sich gleichmäßig, was für einen kurzen Augenblick meine völlige Faszination weckte, bevor ich mich wieder besann und ihn zudeckte. Meine Couch war ruiniert, dass war klar.
Er musste tief schlafen, wenn er nicht mal mein Treiben um ihn herum bemerkte, aber er schien stabil zu sein. Ich schmiss das zerfetzte Hemd in den Müll, denn daran war nichts mehr zu retten. Danach betrachtete ich mir seine Jacke genauer. Diese Lederjacke schien irgendwann auch mal richtig gut ausgesehen zu haben, wenn man von dem ganzen Schmutz und Blut absah. Kurz tastete ich die Taschen ab, keine Waffen, keinerlei Dokumente, die über seine Identität hätten Aufschluss geben können.  Aber der Geruch, den diese Jacke ausströmte, machte mich irgendwie ganz wirr im Kopf.

           Als ich ihm beim Schlafen zusah viel mir ein, dass er ja doch vielleicht gefährlich sein könnte. Das fiel mir aber auch echt früh ein. Die 6 Martinis hatten ganze Arbeit geleistet. Also schnappte ich mir kurzerhand das größte Messer, das in meiner spärlich eingerichteten Küche vorhanden war und krallte mir das Telefon, bevor ich mich im Schlafzimmer einschloss.

***
 
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