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200 Mann

von Ryan F
Kurzbeschreibung
GeschichteAbenteuer / P12 / Gen
14.06.2008
14.06.2008
1
1.445
 
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Vorwort: Ich habe mich zum ersten Mal auf diese Ebene des Schreibens bewegt, ich muss dazu sagen, die Einleitung und die ersten paar Sätze wirken Schroff, langezogen, vieleicht sogar langweilig. Ich möchte dies Entschuldigen, wie gesagt, das erste etwas dieser Art geschrieben. Ich hoffe trotzdem das es euch gefällt. Have Fun




Man möchte es kaum glauben aber nach langen Jahren des Krieges und des Kampfes ist endlich Frieden eingekehrt in die Länder der Scherbenwelt und Azeroth. Die Völker leben friedlich miteinander, selbst Horde und Allianz haben sich endlich versöhnt. Die Brennende Legion ist vernichtet, und unser letzter großer Feind geschlagen, Illidans Herrschaft hatte ein Ende gefunden. Endlich ist der Frieden in die Herzen eingekehrt, und doch kann auf Waffen und Soldaten nicht verzichtet werden. Ein Teil ist immer noch umkämpft, die Höllenfeuerhalbinsel. Immer wieder musste man angreifende Dämonen die aus dem Norden und Süden kamen erschlagen. Man wusste nicht woher sie kamen, auf einmal waren sie da. Doch es waren zu wenige, meist wurden sie bereits vor den Toren der hiesigen Festen aufgehalten. Nie kamen sie weiter, nie bis zum großen Portal. Ja, das Portal, das Tor zur anderen Welt. Es wurde ständig bewacht, immer von 200 Männer und einem der sie führte. Es waren immer Soldaten aus dem gleichen Volke, egal ob Mensch, Ork oder Troll. Wie auch an diesen Tag. 200 Draenei unter der Führung eines großen und weisen Paladins hielten Wache. Dies ist ihre Geschichte…

Ich stand an der obersten Stufe vor dem Portal und blickte in die Ebene. Wie immer schienen die Sonnen gnadenlos auf die Dünen und den staubtrockenen Boden. Es war heiß, doch nach all den Monaten gewöhnte man sich daran. Zeit verloren spähte ich in den Himmel, die blau-lilanen  Netherschwaden zogen stumm weiter. Ein Tag wie jeder andere auch. Doch plötzlich bemerkte ich etwas am Horizont. Zuerst kaum merkbar doch dann immer stärker, schwärze verdunkelte die Weite, schwarzer Rauch! Er wurde immer breiter und intensiver. Stand dort nicht die Festung? Weiterwestlich genau das gleiche Schauspiel. Was hat das zu bedeuten? Ich ahnte schlimmes. Hufe knallten, ein Melder der Feste kam, und rannte auf mich zu. Von weitem erkannte ich seine Angst, er war kreidebleich. Sein Schritt war unsicher, er atmete schwer. Ich ging ihm entgegen, doch plötzlich vernahm ich etwas, wie eine Druckwelle fegte es über uns hinweg, kroch in unser Gehör und ließ die Glieder erstarren und den Verstand einfrieren. Schreie! Laut und Furcht erregend. Unmenschliche Töne, gepeinigt von Todes Qualen, Laute von Sterbenden, ihre letzten verzerrten Atemzüge. „Mein Herr Paladin.“, flüsterte mir der Bursche zu. „Dämonen, Tausende, sie überrannten uns, wir hatten keine Chance.“ Dann brach er zu meinen Füßen zusammen. Schnell sprach ich meine heiligen Zauber und ließ die Gabe der Naaru auf ihn wirken. Eilig rief ich einen meiner Soldaten zu mir. „Hilf ihm, sobald er gehen kann schick ihn durch das Tor, er soll nach Sturmwind Hilfe holen. Rasch!“ „Jawohl mein Herr.“  Ich musste nicht lange überlegen. Ich wusste was zu tun war. „Männer. Es ist nun an der Zeit euren Eid zu erfüllen. Stellt euch auf. Vor die Treppe. Los!“ Ich selber schritt langsam die Stufen hinab während sich um mich herum 200 Stiefel in Bewegung setzten. Laut hallten die Schritte vom Marmor empor.  –Tausende- fuhr es mir durch den Kopf –Wie sollen wir so was aufhalten?- Erste Zweifel breiteten sich in mir aus. Ich versuchte mir vorzustellen wie viele es sein mochte, was von Nöten sein muss, um die Festungen zu erobern, gar zu überrennen. Mein Blick senkte sich als ich den rotfarbenden, staubigen Boden betrat. Blutrot möchte man meinen, das Blut von Tausenden Bewohnern, Kriegern, Feldherren und Unschuldigen. Dieser Teil der Scherbe war wie für den Kampf geschaffen, als würde sie nur für den Tod existieren, denn sie war nichts, eine leere Einöde wo keine Hoffnung mehr zu finden war, kein fleck Glück, nur das Verderben. Ich sah ein paar schwere Eisenstiefel hinter mir. „Wir sind bereit.“ –Ich bezweifle dies, für das was kommen möge ist niemand bereit – Der Sand knirschte unter meiner Bewegung, während ich mich drehte griff ich zu meinem Kolben, löste ihn von der Halterung am Rücken, stellte ihn auf den Boden und stützte mich an seinem Griff. Das surren und scheppern von Metall verriet mir das meine Soldaten ebenfalls ihre Waffen zogen, egal ob Schwert,  Schild, Axt oder Hammer. Mein Haupt war immer noch gesenkt, mein Verstand gedankenverloren, mein Körper völlig ruhig. Noch ehe in unserer Welt die Sonne hinter dem Horizont verschwinden sollte, würde das Blutvergießen beginnen, werden die Weiten Flügel des Todes sich ihre Opfer suchen, die Trostlosen Seelen mit sich reißen und zu sich nehmen. Doch noch nicht jetzt, später, denn nun gilt es eine Aufgabe zu bewältigen die schwieriger nicht sein könnte. Mit jeder Sekunde die verstrich wird meine Rüstung schwerer, mein Kolben wiegt Tonnen, der Helm beengt mich, so scheint es mir. Ich schaue auf, in die 200 Gesichter die sich vor mir erstrecken, Männer und Frauen, alles stolze und erfahrene Krieger unseres aufstrebenden und noblen Volkes. Ich blicke in ihre Augen, ich sehe Kampfesmut, Willenskraft und Stärke, aber auch Angst. Ja Angst haben wir wohl alle, es wäre ja auch keine Schlacht, wenn es anders sei. Noch einmal schweife ich über die Reihen meiner Gefährten, meiner Freunde. So lange standen wir nun Seite an Seite und ich muss sie in den Untergang führen. Unverzeihlich. „Draenai!“, brülle ich, „ Es ist nun soweit, was nicht für möglich gehalten wurde ist eingetroffen, hier an diesem dunklen Ort, zu dieser finsteren Stunde. Ich weiß, die Last die ihr nun zu schleppen habt ist immens, gar unmöglich zu ertragen. Ich weiß es ist schwer zu verstehen, zu akzeptieren. Doch tragt sie mit Würde und stolzen Herzens, wie wir es immer getan haben, auch im Angesicht unseres größten Feindes. Vertraut mir, es ist bald geschafft, bietet noch einmal alles auf, zeigt ihnen was es heißt ein Krieger der Naaru zu sein. Ich verspreche euch, es wird nicht vergebens sein!“ Sie lauschen meinen Worten, ich habe ihre volle Aufmerksamkeit. Angespannt und voller Wut zeige ich nach Osten, da wo die Truppen unseres Feindes Aufstellung bezogen haben und nach unserem Blut lechzen. Aggressiv schreie ich; „Dort stehen sie, Dämonen, Drachen, Unmenschen, Bestien und was noch zu ihrer Widerlichen art gehören mag. Lasst euch nicht von ihnen Täuschen. Sie mögen unbesiegbar erscheinen, doch im Grunde sind es doch nur Verwundete Tiere, die danach trachten erlöst zu werden. Schwach sind sie, ohne eigenen Willen, getrieben von einem dunklen Herrscher der auf sie wartet, von einem Trugbild das es nicht gibt, wenn ihr mich fragt. Sollen wir vor so etwas erzittern, gar fürchten. Ich frage euch, wollte ihr vor solch ein Getier Angst haben?“ 200 Mann, alle Kampfbereit, sie sahen mich an, vernehmen meine Worte und  glaubten ihnen, rhythmisch schlagen sie auf ihre Schilder und Rüstungen, ich kann es spüren. Meine Worte beflügeln sie, lassen ihr Herzen erstrahlen. Mut spiegelt sich in ihnen wieder, vielleicht ein funken Hoffnung in einem eisigen Palast.  Sie vertrauen mir, vergessen für Augenblicke ihre Furcht, würden mir sogar in den Schlund der größten Dämonen folgen. Ich sollte mich schämen. Wie kann ich eigentlich, wie kann ich ihnen Mut machen, Mut für etwas Aussichtsloses. Mut für ihr Verderben. „Ich sage, ERLÖSEN WIR SIE!“, schreie ich und hebe auffordernd meinen Kolben in die Höhe. Doch weiß ich, dass wir es nicht schaffen können. „Rache für unsere Kameraden!“ Ich hoffe man wird uns Rächen. „Für die Heimat die auf uns Wartet!“ Wir werden sie nie wieder sehen. „Unseren Familien“ Ich werde sie vermissen. „Ruhm und Ehre!“ Vergesst uns nicht. „Bei den Naaru, FÜR DEN SIEG!“ Hier gibt es keinen Sieg zu erringen, trotzdem laufe ich los, den Kolben hoch erhoben, ich treibe meine Truppen an, treibe uns an, treibe mich an. Es gibt keine Hoffnung für meine Männer und mich, es ist vergebens. Wir sprinten weiter. Nichts kann uns aufhalten. Unsere gleichmäßigen Schritte lassen die Erde erben. Wenige Meter trennen uns vom Feind, ich kann ihre Gesichter sehen, ihren Gestank riechen und in ihre leeren Augenhöhlen sehen, ausdruckslos, wie vereist erscheinen sie. Ihr schlichter Blick scheint Töten zu könne, wie Gift das sich langsam durch deinen Körper frisst. Noch einmal brülle ich meine längst verlorene Hoffnung aus mir raus, ein Wimpernschlag trennt mich vom Untergang. Ich vergesse alles, lasse es hinter mir, als habe es nie existiert, als hätte ich nur für diesen Moment gelebt, für diese Minuten, für mein Ende….



Die Schlacht war schnell geschlagen, das dunkle Heer rasch besiegt. Neue Truppen folgten aus Azeroth. Doch 200 Mann unter der Führung eines weisen Paladins sollten nicht mehr in ihre Heimat zurückkehren. Allesamt starben sie an diesem Tag ehrenvoll im Kampf…
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