Brüder...

von Hara
GeschichteHumor, Freundschaft / P12
Christian Mann Gregor Mann
12.06.2008
12.06.2008
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12.06.2008 1.151
 
Eine kleine Story am Rande. Sie spielt direkt anschließend an die Szenen der Folge vom 12.6.2008. Ein Gespräch zwischen Christian und Gregor.Gregor ist tolerant – aber auch ziemlich gemein ;-)
Ich hoffe, es gefällt und Reviews sind immer gerne gesehen!! :-D
Viel Spaß beim Lesen!!



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Christian war glücklich. Endlich wusste Gregor Bescheid und entgegen Christians Erwartungen hatte er seine Beziehung zu Olli akzeptiert. Die beiden Brüder umarmten sich. Als sie sich wieder voneinander lösten sagte Gregor grinsend: „So, dann wäre DAS ja geklärt.“ Christian wusste nicht so ganz warum, aber irgendetwas an Gregors Gesichtsausdruck gefiel ihm ganz und gar nicht. „Was?“, fragte er vorsichtig. „Naja, ich bin doch dein Bruder, mein Lieber und da du mir was-weiß-ich-wie-lange verschwiegen hast, dass du eine Beziehung hast, wären da so zwei oder drei Dinge, die mich eventuell interessieren würden…“ Christian öffnete den Mund, um etwas zu sagen, doch Gregor ließ ihn erst gar nicht zu Wort kommen.
„Also, ich will alles wissen: Seit wann geht das schon? Ist das echt was richtig Ernstes? Wie ist es überhaupt dazu gekommen? Hast du dich wegen Olli von Coco getrennt? Weiß sie davon? Wer weiß überhaupt davon? Wann habt ihr vor, es öffentlich zu machen? Habt ihr überhaupt vor, es öffentlich zu machen? Liebst du ihn wirklich? Und außerdem: Bist du jetzt eigentlich schwul oder bi oder hetero mit Abstecher?“
Christian seufzte. „Wow“, sagte er „ich wusste gar nicht, dass du so schnell so viel reden kannst.“
„Wenn du willst, kann ich es noch mal ganz langsam sagen. Also: Seit wann seid ihr zusammen?“ „Mesch Gregor, muss das wirklich…?“ „Ja, muss es! Du hast die Wahl: Entweder du beantwortest brav alle meine Fragen, oder du kannst dich darauf einstellen, in Zukunft bei jeder Gelegenheit von mir aufgezogen zu werden, sobald Olli in der Nähe ist!“ Er grinste.
Christian sah ein, dass es nichts bringen würde, Gregor davon zu überzeugen, seine Fragen zurückzuziehen und ergab sich in sein Schicksal. „Okay, was willst du noch mal alles wissen?“
Gregor wirkte sehr zufrieden, als er sagte: „Seit wann seid ihr zusammen und wie ist es dazu gekommen?“
„Seid ungefähr zwei Monaten“, antwortete Christian „wir haben uns aber vorher schon mal geküsst und… naja du weißt schon…“ „Seid zwei Monaten?! Und ich habe nichts gemerkt? Und ihr wart miteinander im Bett, seid aber erst später zusammengekommen? Muss ich das verstehen? Aber gut, ist ja auch egal! Erzähl weiter: Wie ist es überhaupt dazu gekommen?“
„Also, wie du weiß hatten Olli und ich einige… ähm… Anfangsschwierigkeiten.“ „Du meinst, dass ihr euch gegenseitig zum Kotzen fandet?“ „Ja, weil ich damals so heftig reagiert habe, als herauskam, dass er bi ist…“ „Das ist auch so was, das nicht in meinen Kopf reingeht“, unterbrach ihn Gregor „erst  führst du dich auf wie so ein homophobes Oberarschloch und jetzt bist du selbst…“
„Gregor, wenn du mich nicht ständig unterbrechen würdest, wüsstest du längst alles, was du wissen willst!“ „Schon gut! Weiter!“
„Also, wie gesagt: Wir mochten uns nicht besonders, weil ich mich wie ein, du hast es gerade so schön ausgedrückt, homophobes Oberarschloch verhalten habe. Und dann haben wir ja an Silvester diesen Ausflug in die Hütte gemacht, Coco, Olli und ich und du und… naja egal, du weißt schon… Jedenfalls haben wir uns an da praktisch versöhnt und von da an haben wir uns eigentlich auch ganz gut verstanden und irgendwann haben wir uns dann auch angefreundet. Bis ich dann erfahren habe, dass Olli Coco geküsst hat und…“ „Olli hat Coco geküsst?!“
„Ja!, hatten wir uns nicht darauf geeinigt, dass du mich nicht mehr unterbrichst?! Jedenfalls war ich in Folge dessen ziemlich sauer auf Olli und habe ihm vorgeworfen, mir meine Freundin ausspannen zu wollen. Dann haben wir uns ziemlich stark gezofft und dann, naja dann hat er mich geküsst. Ich fand das ziemlich widerlich, oder besser gesagt: Ich habe mir eingeredet, dass ich es widerlich fand. Wie auch immer, Olli hat mir dann gesagt, dass er sich in mich verliebt hatte. und obwohl ich am Anfang versucht habe dagegen anzukommen, habe ich mich auch in ihn verliebt. Ich war dann ziemlich durch den Wind und deswegen und weil wir uns sowieso nur noch gestritten haben, habe ich dann mit Coco Schluss gemacht und sie ist nach Goa abgerauscht. Ein paar Wochen später haben Olli und ich uns dann geküsst und… naja du weißt schon… Und wieder eine Weile später sind wir dann zusammengekommen. So, das war die Geschichte.“
„Aha… ich fürchte, ich habe zwar nur etwa die Hälfte von dem kapiert, was du gerade gesagt hast, aber ist ja auch egal. Wann genau seid ihr zusammengekommen?“
„Erinnerst du dich an den Tag, an dem Olli und ich hier in Boxershorts rumgestanden sind und du gesagt hast, wenn du es nicht besser wüsstest, würdest du denken, wir hätten gerade ne Nummer geschoben oder so ähnlich?... Naja, damit hattest du gar nicht so unrecht…“
Gregor sagte nichts, sondern guckte erst mal etwas betröppelt.
„Wow“, meinte er schließlich „schon komisch, dass ich da nie was gemerkt habe. Aber im Ernst: Wie hätte ich auch auf die Idee kommen können, dass mein Mädchenschwarm-Schwulenfeind-Bruder mit einem Typen ins Bett geht?“
Halb gereizt, halb amüsiert sah Christian ihn an. „Das hast du aber mal nett ausgedrückt!“
Gregor lächelte „Also weiter im Text: Wer weiß denn sonst noch davon und wann wollt ihr es öffentlich machen?“
Christian dachte nach. „Judith weiß davon“, sagte er schließlich „sie hat es von Anfang an gerafft, ohne dass wir ihr was gesagt haben. Olivia weiß auch davon. Sie hat uns erwischt… so ähnlich wie du. Und sonst eigentlich niemand. Naja, Coco wusste mehr oder weniger, dass ich mich in Olli verknallt hatte, aber das ist auch alles. Und das mit dem öffentlich machen… keine Ahnung. Erst mal wollen wir es natürlich geheim halten. Wegen dem Boxen und so, aber das geht natürlich nicht ewig so… wenn wir wirklich noch ne Weile zusammen bleiben, was ich natürlich hoffe, müssen wir es irgendwann öffentlich machen. Aber wann und wie… keine Ahnung…“
Gregor sagte nichts. „Wahrscheinlich hast du Recht“, meinte er schließlich „ein schwuler Kellner ist eine Sache, aber ein schwuler Boxer… Ach apropos: bist du jetzt eigentlich schwul?“
„Keine Ahnung“, brummelte Christian „Wenn ich das wüsste…“
Er sah seinen Bruder an: „hast du sonst noch irgendwelche Fragen?“ „Nein, eigentlich nicht“, antwortete Gregor. „Oder doch: Bist du glücklich?“
Christian lächelte. „Ja“, sagte er „ja, ich bin sehr glücklich!“
Gregor lächelte auch. „Gut“, antworte er „dann bin ich es auch. – so jetzt muss ich aber los. Und du auch. Deine Schicht fängt nämlich gleich an. Also los!“
Christian seufzte „Tyrann!“ und stand auf um seinem Bruder aus der Wohnung zu folgen. „Ach, eins wäre da noch“, Gregor drehte sich um.
„Jaaah?“
„Schließt in Zukunft bitte immer die Türe ab! Ich habe nämlich keine Lust noch mal in so einer peinliche Situation zu landen, wie gestern Abend.“
Christian lachte. „Ich auch nicht!“
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