Helden in der Zeit

von Terazuma
GeschichteAbenteuer / P12
Ganondorf Impa Junger Link OC (Own Character) Ruto Zelda
08.06.2008
24.10.2019
43
221606
8
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Das hier ist eine uralte Geschichte von mir, aus der Zeit, als ich meine ersten Schreibversuche machte - und Zelda - Ocarina of Time - gerade angesagt war. Also, wirklich uralt...^^
Dazu möchte ich auch  noch anmerken, dass ich vor vielen Jahren das ganze Werk bereits hier hochgeladen gehabt habe, aber ich löschte den Großteil davon, da ich mit einigen Sequenzen dieser Geschichte etwas Neues erstellen wollte. Doch es kam anders und so lade ich die gelöschten Kapitel dieser uralten Fanfiction erneut hoch. Vielleicht gibt es ja noch alte Zelda - Ocarina of Time - Fans hier.^^
Noch eine Anmerkung: Die ganze Geschichte ist in drei Abschnitte geteilt. Der erste Teil behandelt Links Kindheit, der zweite Teil seine Jugend und der dritte Teil ist sein Hineinkommen in die Verantwortlichkeit, in das Leben eines Erwachsenen.

Viel Spaß beim Lesen wünscht Euch Eure
Terazuma ^^


Disclaimer: Keine der Figuren gehört mir.


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Zelda blickte auf die Okarina der Zeit, die nun wieder in ihren Händen lag. Ihr gegenüber stand Link, der Feenjunge. Vage konnte sie sich noch erinnern, dass sie beide etwas Gewaltiges hinter sich hatten. Link dagegen sah so aus, als würde er sich an nichts mehr erinnern, als wäre er soeben zu ihr gestoßen.

Die Prinzessin entschied sich, ihn einmal anzusprechen: „Sag mal, weißt du noch wie du hierher gekommen bist?“

Link, der den hylianischen Akzent und ihre Art zu sprechen nicht gewohnt war, antwortete ihr mit ungelenker Zunge: „Es war nicht leicht, aber der Deku-Baum sagte mir, dass ich zu dir kommen soll, dass eine wichtige Aufgabe hier auf mich wartet.“

Er schien also tatsächlich alles vergessen zu haben.


Zelda seufzte: „Ja, ich glaube, ich kann mich erinnern, dass er dich zu mir schickte.
Doch nun ist alles vorbei. Sieh nur … komm …“


Sie deutete ihm, zu ihr hochzukommen und durch ein mit Gitter verziertes Palastfenster zu blicken.

„Schau nur, das ist Naboru, die Abgesandte der Gerudo. Sie kommt, um meinem Vater ein Angebot zu machen. Sie wollen verhandeln und ich glaube, das ist alles dein Verdienst.“

Link war verwirrt, schaute aber doch kurz durch das Palastfenster. Es war der Thronsaal, der zu sehen war, und eine Sanddiebin, besser gesagt die Anführerin der Sanddiebinnen, die stolz dem König entgegenschritt. Irgendwie kam Link diese Szene bekannt vor, doch hatte er sie viel dunkler, viel bedrohlicher in Erinnerung. Davon war jetzt nichts mehr zu spüren. Auch die Frau schien nicht feindselig zu sein.

„Ich kann mich nicht erinnern. Wieso soll das mein Verdienst sein?“, fragte Link. „Ich habe nur dem Deku-Baum geholfen. Von den Gerudo weiß ich nichts. Aber die Frau kommt mir bekannt vor und deine Okarina ebenfalls. Ich habe auch eine. Die habe ich von meiner besten Freundin Salia bekommen.“  Link zeigte sein Instrument her. Seine Okarina war ein wenig kleiner und hatte auch eine andere Farbe. Die beiden Instrumente waren leicht voneinander zu unterscheiden.

„Salia? Du meinst eine von den Kokiri?"

„Ja.“ Seine Stimme wurde traurig. „Ich habe aber das Gefühl, als könnte ich nicht mehr zu ihnen zurück. Ich bin kein Kokiri.“

„Nein, du bist Hylianer. Und doch bist du besonders. Denn weißt du, kein Hylianer hat jemals eine Fee besessen.“

Hier blickte Link auf. Genau! Er hatte Navi. Wie auf Geheiß flog die kleine Fee summend um ihn herum und zog sich dann wieder in ein paar Falten seines Gewandes zurück.

Zelda musterte Link aufmerksam. Sie merkte, dass ein besonderes Schicksal sie miteinander verband, das vielleicht mehr war, als ihre gemeinsamen Abenteuer.
Das junge Mädchen spürte, wie auch ihre Erinnerungen immer blasser wurden, sich immer mehr im Nebel der Zeit aufzulösen begannen.


Bald würden sie beide ganz normale Kinder sein.

Link fühlte ebenfalls, dass etwas Großes hinter ihnen lag und er darin tatsächlich eine wichtige Rolle gespielt hatte. Doch all diese Ahnungen verblassten immer mehr. Zurück blieb ein Junge, der ein wenig verwirrt war und der noch nicht seinen richtigen Platz in Hyrule gefunden hatte. Zelda bemerkte das und wollte ihm dabei helfen.

„Mir ist etwas eingefallen!“, rief sie und Link wandte sich ihr fragend zu.


„Ich glaube auch nicht, dass du wieder so einfach in das Kokiri Dorf zurück kannst. Aber vielleicht möchtest du mit Impa mitgehen. Sie ist eine Sheikah und könnte dich zu einem Elitekämpfer ausbilden. Würde dir das gefallen?“

Link überlegte. Er wollte gerne zurück in seine bekannten Wälder, doch seine Zeit dort war vorüber. Das machte ihn traurig, und doch wusste er, dass sein Platz bei den Hylianern war, dass er sich hier behaupten lernen musste. Und so ein Angebot einer Prinzessin, wollte er eigentlich nicht ausschlagen.

Schwirrend meldete sich Navi zu Wort. In dieser Hinsicht war Link wirklich einzigartig. Navi konnte nur er verstehen. Ihre Sprache war ein noch hellerer und zirpenderer Dialekt, als der der Kokiri und dazu tauchten ihre Worte auch in seinem Bewusstsein auf. Die Verbindung der Fee war ganz auf ihn ausgerichtet, sie sind zu einer Einheit geworden. Sie schwirrte noch eine Zeitlang, dann war sie wieder verschwunden. In ihrer Sprache riet sie ihm dabei auch, dass er mit Impa gehen sollte, wenn es sich so einrichten lassen würde. Er war ja ein Kämpfer, das war sein Weg. Händler, oder ein anderer Beruf wäre nichts für ihn. Und er könnte auch Zelda damit näher sein.

Der ehemalige Kokiri spürte, dass er Zelda wirklich gerne nahe sein wollte. Er wusste nicht mehr, was alles geschehen war, doch er fühlte einfach, dass ihn etwas Besonderes mit der Prinzessin verband.


Langsam nickte er.

Zelda freute sich. „Wunderbar, ich glaube, das ist genau das Richtige für dich. Es freut mich sehr, dass du diesen Vorschlag annimmst. So können wir uns auch öfters sehen, und wer weiß, vielleicht wirst du einmal sogar Impa´s Nachfolger.“ Sie kicherte vergnügt.

Auch Link fand diese Aussicht vielversprechend. Was konnte sich ein namenloser Hylianer sonst noch wünschen?


„Können auch wir uns hier wiedersehen?“, fragte Link unschuldig.

Zelda blickte ihn an. „Ja, ich würde dich gerne von Zeit zu Zeit hier wieder treffen, vielleicht hier im Garten, der ist gut versteckt und du könntest dich wieder hereinschleichen. Wir müssten uns nur heimlich verabreden, dann sind wir auch ungestört. Wir könnten uns ja eine Melodie als Signal ausmachen, die wir mit unserer Okarina spielen.“

Die beiden Kinder waren Feuer und Flamme und übten sich Melodien ein. Jeweils eine Rufmelodie, die ausdrückte, dass Link da war, im Garten, dass er jetzt Zeit hätte, und eine Antwortmelodie für Zelda, die besagte, wann sie könnte. Die beiden hatten eine Notensequenz gewählt, die sogar die genauen Stunden erkennbar machen würde. Wenn nichts zu hören war, oder innerhalb einer halben Stunde keine Antwort käme, dann konnte Zelda eben nicht.


Sie hatten ihren Spaß daran und spielten die ganze Zeit auf ihren Instrumenten. Doch auch der schönste Nachmittag verging. Mittlerweile konnten sie sich an nichts mehr erinnern. Selbst Zelda hatte keine Ahnung mehr, und die Zeichen auf ihren Handrücken waren gänzlich verschwunden. Es war so, als wären sie niemals etwas anderes als normale Kinder gewesen. So normal wie eine Prinzessin und ein hylianischer Junge, der bei den Kokiri aufgewachsen war und eine Fee besaß, eben nur sein konnten.

Gemeinsam machten sie sich auf den Weg zu Impa, die ihren Dienst im Schloss versah.
Diese staunte nicht schlecht, dass es einen Feenjungen gab, der es sogar bis in den Palastgarten zu der Prinzessin geschafft hatte. Zuerst war sie ein wenig aufgebracht über seine Anwesenheit dort, doch sie hielt es im Endeffekt dem Jungen zu Gute und war sozusagen damit noch mehr geneigt, ihn unter ihre Fittiche zu nehmen. Außerdem konnte sie ihrer kleinen Prinzessin sowieso keinen Wunsch abschlagen, aber das durfte niemand wissen. Dass es dennoch ein offenes Geheimnis war, war eine andere Geschichte.

Die Sheikah musterte Link. Der Feenjunge sah vielversprechend aus und sie hatte eigentlich schon länger mit dem Gedanken gespielt Lehrlinge bei sich aufzunehmen. Sie hatte auch zwei weitere Burschen schon dafür vorgesehen. Mit Link wären es dann drei. Das wäre ideal. Es wäre auch eine gute Chance und Gelegenheit ihr Wissen und die alte Kunst der Sheikah weiterzugeben, sie nicht aussterben zu lassen. Gerade der kleine Feenjunge hatte so eine Ernsthaftigkeit in sich, die Impa beeindruckte.


Ja, sie würde Link gleich mit sich mitnehmen.

Zeldas Vater kam jetzt ebenfalls hinzu, und die kleine Prinzessin klärte ihn mit ihrer fröhlichen Stimme über Link auf.


Der würdevolle Monarch konnte seiner Tochter nichts abschlagen und auch er fand den Feenjungen interessant. Ein Kind, das von den Kokiri aufgezogen worden war. Der Junge konnte einmal in der Zukunft ein wichtiger Vermittler zwischen ihnen sein. Der stattliche Monarch besaß eine sehr gute Menschenkenntnis und bei Link, da war er sich sicher, konnte er nur eine Ernsthaftigkeit, Loyalität und eine Intelligenz erkennen, die ihn sehr beeindruckte.

Er wusste auch von Impa´s Idee Lehrlinge aufzunehmen und so hatte er keinerlei Einwände. Im Gegenteil. Alles, was die Künste der Sheikah weiter lebendig halten würde, war unbezahlbar und es bedeutete auch, dass Zelda einmal zusätzliche drei Beschützer haben würde und nicht nur eine einzige. Vielleicht fanden sich auch noch weitere Kandidaten für die Ausbildung. Aber das überließ er voll und ganz der fähigen Sheikah.

Impa schickte sich an zu verabschieden und Link gleich mit sich zu nehmen. Die beiden Kinder blickten sich noch kurz mit einem wissenden Lächeln um ihre geplanten, heimlichen Treffen an und trennten sich frohgemut, gingen ihrem neuen Leben entgegen.

Es waren wirklich ganz neue Entwicklungen. Eine neue Welt, in die alle jetzt blicken konnten. Man konnte nirgends mehr die Machenschaften Ganondorfs sehen, sein Wirken oder seine  Präsenz. Der Mann selbst war mit all seinem Sein aus der Welt getilgt worden. Link hatte ganze Arbeit geleistet, auch wenn sich daran nun keiner mehr erinnern konnte.


Ganondorf hatte es für diese Welt nie gegeben.

Und das Mädchen, das das Triforce der Weisheit trug, hatte gewusst, dass es das Richtige war, dem Feenjungen seine unbeschwerte Kindheit und Jugend wieder zu geben. Auch wenn sie, mitsamt Link und der ganzen Welt, damit ebenfalls alles Wissen über die vergangenen Ereignisse verlor.


Die wahren Helden sind die, deren Heldentum niemals bekannt wird. Es gibt viele Helden in den Welten und Zeiten, von denen wir alle nichts mehr wissen. Link und Zelda waren nur ein Beispiel dafür ...



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