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Der Dunkle Turm von Stephen King - Die Vergangenheit der früheren Helden

von Lunita
Kurzbeschreibung
GeschichteRomance, Fantasy / P16 / Het
OC (Own Character) Roland Deschain
05.06.2008
28.05.2023
23
62.262
 
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05.06.2008 2.708
 
Sie saßen nun am Tisch. Das Essen war aufgetragen wurden. Wenigstens ein Gutes an diesen verdammten Abend. Phoebe hatte seit Wochen nicht mehr richtig gegessen.
Roland saß zwischen Carol Thorin und Hash Renfrew, der nicht müde wurde zu erzählen und zu erzählen und zu erzählen. Roland schien interessiert. Ein wenig zumindest. Vor allem als es um die Pferdebestände ging. Da bekam er schon einige nützliche Informationen.
Bert saß bei Olive Thorin und einem weiteren Rancher.
Alain hatte ein hübsches junges Mädchen zu seiner Seite und einen jungen Burschen zur anderen. Phoebe selbst hätte wahnsinnig gern bei Bert gesessen. Nicht nur, weil sie sich hier langweilte, sondern auch, weil er das Glück hatte bei Olive Thorin zu sitzen. Die einzige im Raum, die Phoebe als Gesellschaft geschätzt hätte.
Aber, nein, sie saß in der Nähe von Roland, zwischen zwei jungen Ranchern. Sicher, es hätte sie schlimmer treffen können. Zwei harte Kerle, die viel tranken, viel mit ihr redeten und ihr nach jedem zweiten Scherz freundschaftlich auf die Schulter klopften. Aber die sie auch immer wieder von der Seite anstarrten. Ein Mädchen, ganz niedlich anzusehen und scheinbar leicht zu haben.
So bekam sie aber auch die Geschichte um Susan Delgado mit. Das war es also, was sie zu etwas „Besonderem“ machte. Eine kleine Hure war sie. Und da wagten diese Leute in diesem Raum sie unverschämt anzusehen?
Die nette Gattin des Bürgermeisters saß am anderen Ende des Tisches, während die hübsche Susan neben dem Bürgermeister Platz genommen hatte. Und sie schien sich wahrhaft zu amüsieren. Phoebe spürte Abneigung gegen dieses Mädchen in sich aufkommen. Es ging sie nichts an. Klar. Dennoch mochte sie sie nicht. Sie kränkte die einzige freundliche Frau in dieser verfluchten Stadt. Arme Olive. Phoebes Blick streifte immer wieder zu jener kleinen, freundlichen Frau am Ende des Tisches. Bert schien sie gut zu unterhalten. Sie lachte viel. Aber jetzt war es für Phoebe unverkennbar, dass sie nicht glücklich war. Ein Schatten schien über ihrem Gesicht zu liegen.
Auch in Rolands Gesicht konnte sie eine Veränderung wahrnehmen, aber er wirkte schockiert. Er wurde sogar blass. Das fand Phoebe äußerst seltsam. Er schien irgendwie die Fassung verloren zu haben und fast nicht mehr geistig anwesend. Das passte nicht zu ihm. Eigentlich hätte Phoebe schon da merken müssen, was los war. Aber sie war zu sehr vor dem Kopf gestoßen.

Das Dinner wollte und wollte kein Ende nehmen und als es endlich doch zu ende war, da wurden sie in den großen Empfangssaal geführt um zu Tanzen.
Himmel, nimmt das denn nie ein Ende, fragte sich Phoebe. Sie suchte nach ihren Freunden und fand sie. Bert war umzingelt von drei Mädchen. Alle starrten ihn bewundernd an. Da sprach sie jemand von der Seite an.
„Ihr scheint euch nicht allzu sehr zu amüsieren.“ Es war der junge Rancher, der neben ihr zu Tisch gesessen hatte.
„Oh, doch. Dass tue ich sehr wohl. Euer Blick muss euch täuschen.“, sagte sie mit wohl überlegten Worten.
„Dann tanzt mit mir.“, sagte er lächelnd und deutete auf den Kreis, der sich zu bilden begann. Das fehlte ja gerade noch, dachte Phoebe.
„Ich fürchte, ich muss ablehnen. Ich denke nicht, dass ich diesen Tanz kann.“, sagte sie freundlich.
„Er ist nicht schwer. Kommt, ziert euch nicht.“ Er grinste sie an. „Das passt nicht zu euch.“ Phoebe sah ihn überrascht an. Sollte dass ein Witz sein? Er hatte gerade mal eine Stunde neben ihr gesessen und bildete sich ein, zu wissen, was zu ihr passte? Sie war sauer. Aber sie sah ihn ruhig an, mit einem zynischen Lächeln.
„Ihr glaubt zu wissen, warum ich hier bin, nicht? Denkt, ihr wüsstet genau, was ich getan habe um zur Strafe hier zu sein.“, sagte sie kühl.
„Ich würde nie über euch urteilen.“, sagte er mit einem wissenden Lächeln. Phoebe musterte ihn. „Ihr sagt nur, dass ihr es nicht tut, doch macht ihr es trotzdem.“, stellte sie fest.
„Eine philosophische Unterhaltung?“, fragte der junge Mann.
„Nein, keine. Ich halte nichts von Philosophie.“, sagte sie stattdessen. Sie hatten einen schroffen Unterton in der Stimme. Er überging es komplett, legte ihr einen Arm um die Schulter und grinste sie an. Seine Hintergedanken standen ihm ins Gesicht geschrieben. „Ich mag eure forsche Art.“, grinste er. Phoebe würde ihn zu gern schlagen. Er sollte bloß seinen Arm von ihr nehmen. Bevor sie etwas entgegnen konnte flüsterte er in ihr Ohr: „Ich weiß, ihr mögt mich auch, also wehrt euch nicht weiter.“ Sie sah ihn an, mit eiskaltem Blick.
„Ihr müsst recht haben. Ich habe keine Ahnung mehr, wie euer Name war obwohl ich weiß, dass ihr ihn mir mehr als einmal genannt habt. So interessant finde ich euch.“ Ein falsches Lächeln lag auf ihrem Gesicht. Von weiten würde jeder denken, dass sie sich gut unterhielten. Der Anschein war gewahrt, doch sein Gesicht verlor die Fassung bei diesen Worten. Phoebe drehte sich aus seinen Arm heraus und das erste, was ihr ins Auge sprang war Bert, der sich mit einem Mädchen im Arm in den Kreis zum Tanzen gesellte. Ihr Lächeln verlor sich. Sie sah sogar irgendwie traurig aus, aber nicht überrascht. Eher wissend.
„Würdet ihr mit mir tanzen?“, fragte sie ein Junge von hinten. Sie drehte sich um. Es war nicht ihr „Freund“, aber er stand noch da und funkelte sie an. Phoebe verschaffte es Genugtuung vor seinen Augen den Arm des anderen zu ergreifen. „Warum nicht?“, antwortete sie und ging mit ihm zum Tanz. Doch was sie auch tat, ihr Blick glitt immer wieder zu Bert zurück.

Sie hatte es nicht gemerkt. Hatte nicht gesehen, wie er zu ihr rüber gesehen hatte und sie mit diesem schmierigen Kerl beobachtet hatte. Aber Bert hatte gesehen, wie er seinen Arm um sie gelegt hatte und sie hatte gelächelt. Autsch. Nun, wenn er ihr gefiel. Dann war es vielleicht gut. Ein wenig Glück konnte sie durchaus vertragen. Phoebe hatte genug durchgemacht. Aber das ungute Gefühl in seiner Magengegend verging nicht.

Der Tanz war einfach. Zwei Kreise, die ringsum tanzten und in der Mitte jeweils ein Paar. Immer wenn die Musik aussetzte, wurden neue Paare gebildet. Bert hatte zuletzt eine alte Frau im Arm, aber er schlug sich wacker mit ihr. Nun musste Phoebe doch lächeln. Es sah so albern aus.
Dann stand Roland Susan gegenüber. Irgendwie war es wieder komisch. Phoebe hörte das Flüstern nicht, hörte nicht, was sie sich an den Kopf warfen oder sich sagten. Sie sah nur Berts Blick, der etwas wie Eifersucht durchblicken ließ. Er hatte mit einer Oma tanzen müssen und Roland hatte das Glück, das hübscheste Mädchen im ganzen Saal als Tanzpartnerin zu erwischen. Phoebe seufzte. Manche Dinge änderten sich eben nie.
Dann lösten sich Roland und Susan und irgendwie sahen beide verwirrt und verärgert zugleich drein. Vielleicht wäre Phoebe es da aufgefallen, was los war, wenn nicht plötzlich Bert als Tanzpartner vor ihr gestanden hätte. Er lachte. „Darf ich bitten?“ Sie nahm seine Hände. Er führte sie in den Tanz. Und dabei vergaß sie alles andere.
„Amüsierst du dich?“, fragte er leise.
„Nicht so sehr, wie du.“, sagte sie spitz. Sie mochte es mit ihm zu tanzen. Das hatte sie schon öfter getan. Es war ihr nichts Neues. Dennoch war es heute anders. Er sah sie fragend an. Sie antwortete nicht darauf. Es war auch zu albern.  Als er sie so im Arm hielt merkte er, dass sie sich erst jetzt entspannte. Da wurde ihm klar, dass er ihr Verhalten den ganzen Abend fehl interpretiert hatte. Sie hatte sich nicht amüsiert. Sie hatte auch die Jungs nicht gemocht. Den ganzen Abend war sie angespannt gewesen. Die Jungs waren aufdringlich und ihr zuwider. Und er hatte es nicht gemerkt. Wie hatte er nur so dumm sein können? Nun lächelte er sie an.
„Du siehst hübsch aus heute Abend.“, sagte er. Phoebe sah überrascht auf, sah ihn an und wollte gerade erfreut auflächeln, als sie merkte, dass sein Blick an ihr vorbeiging. Er sah nicht sie an, nicht in diesem Moment. Sie drehte den Kopf und sah Susan Delgado. Sie nickte.
„Jedoch nicht im Vergleich zu ihr, hm?“, sagte sie leise. Aber er hörte es. Da war der Tanz zu ende. Er sah sie etwas erschrocken an. Verdammt! Hatte er gerade wirklich Susan Delgado angesehen, während er mit Phoebe getanzt hatte? Er wollte etwas sagen, da nickte sie und wand sich ab. Er konnte ihr nur hinterher sehen.

Phoebe stand in einer Ecke. Sie hatte ein Glas Punsch in der Hand, dass sie nicht einmal angerührt hatte, obwohl es alkoholfreier Punsch war. Sie sah sich die Menschen im Saal an. Wieder fühlte sie sich fehl am Platz. Eine unglaubliche Leere machte sich in ihr breit. Um ihr standen drei Jungs, sie in der Mitte. Sie redeten die ganze Zeit, aber sie hatte keinen Schimmer wovon. Selbst wenn ihr Leben davon abhängen würde, könnte sie es nicht sagen. Aber es machte auch keinen Unterschied. Denn sie sprachen nicht mit ihr. Sie redeten miteinander. Sie war nur Dekoration. Sie fühlte sich, als würde alles an ihr vorbei rauschen. Alle kannten sich, alle hatten miteinander zu tun. Sie kannte niemanden. Das war nicht richtig. Sie gehörte hier nicht hin.
Roland hatte ebenfall genug, wenn auch aus anderen Gründen. Die Geschichte um Susan ließ ihn nicht los. Er suchte mit den Augen nach seinen Freunden. Als er Phoebe erblickte, vergaß er zum ersten Mal an diesen Abend Susan Delgado. Phoebe sah kreuzunglücklich aus. Gelangweilt, ja, aber auch gequält. Mit einem Mal drehte sie den Kopf und sie sah ihn genau an, als hätte sie gemerkt, dass er sie ansah. Ihr Blick traf seinen. Fast flehend. Er nickte nur.
Es war gegen zehn Uhr. Roland und die anderen entboten ihre Empfehlungen zum Abschied.
Für Phoebe die glücklichste Stunde an diesen ganzen verdammten Abend. Seit dem Tod ihres Vaters fand sie keinen Gefallen mehr an irgendwelchen Festen, vor allem wenn sie keinen dort kannte und ihr niemand wohlgesinnt war.

Sie ritten in die duftende Sommerluft. „Lasst uns bloß abhauen. Ich will aus diesem Kleid raus. Ich hasse es!“, murrte Phoebe.
„Was? Nein, du trägst es gern.“, sagte Bert lächelnd.
„Jetzt nicht mehr. Ich hab beschlossen es zu hassen.“, sagte sie schlecht gelaunt.
„Hast du auch ne Begründung dafür?“, fragte Bert amüsiert.
„Brauch ich die? Ich kann ja wohl hassen, was ich will.“
„Du bist wütend.“, stellte er fest.
„Ich bin nicht wütend, ich bin temperamentvoll.“, sagte sie schlechtgelaunt.
„Aha.“, sagte Bert trocken.
„Du siehst doch sehr hübsch aus.“, sagte Alain versöhnlich.
„Dein Sarkasmus kann keiner gebrauchen, klar?!“, fuhr sie ihn an. Eigentlich untypisch für Phoebe. Wenn überhaupt erlaubte sie sich so was nur bei Bert. Alain fuhr sie sonst nicht so an. Roland schwieg.
„Was ist denn los mit dir?“, fragte Bert nun.
„Soll das n Witz sein? Sheriff Fettklops hat gesagt, dass wäre hier in Hambry keine so feierliche Veranstaltung. Keiner wird mit Schärpe kommen. Ich hab da drin 14 Männer mit Schärpe gezählt. Manche hatten sogar so einen alten Gehrock an. Und habt ihr die Frauen und Mädchen gesehen? Jede hatte so ein verdammtes Abendskleid an. Mich wollte er in einem alten Rock dorthin schicken.“, sagte sie ohne Luft zu holen.
„Du hattest ja keinen an.“, beschwichtigte Alain sie.
„Das Kleid war auch nicht besser. In Gilead wäre es für keine einzige feierliche Veranstaltung passend gewesen.“
„Wir sind hier aber nicht in Gilead.“, sagte Roland.
„Nein, aber sie waren verdammt nahe dran.“, stellte Phoebe fest. Es sah fast so aus, als hätte sie jetzt genug davon sich aufzuregen, da drehte sie sich zu Bert um. „Die hatten Perlen im Haar, hast du das gesehen? Und riesige Klunker um den Hals. Saphire und was weiß ich nicht. Weißt du, wann ich das letzte Mal so was getragen habe? Noch nie! So ist das nämlich. Das weiß ich genau. Das hab ich mir gemerkt.“ Bert musste grinsen. Sie redete Schwachsinn und er sah ihr an, dass sie das wusste, es nur nicht abstellen konnte. Sie mochte die Leute in Mejis nicht, nicht einen. Und sie war wütend auf diese Leute. Deshalb redete sie sich in Rasche.  
„Das würde auch nicht zu dir passen.“, sagte Roland nun ruhig und mit freundlicher Stimme. Phoebe aber sah ihn gar nicht freundlich an. „Was soll das denn heißen?“
„Na ja, du bist eben nicht so eine, wie diese Mädchen.“, erklärte er.
„Danke. Und was bin ich dann?“, fragte sie verständnislos.
„Na, äh, du bist Bridie.“, sagte er als wäre es ganz klar. Phoebe sah ihn an und wirkte nicht im Geringsten versöhnt. „Soll mich das jetzt aufbauen?“, fragte sie verständnislos. Aber eigentlich überraschte sie das nicht. Sie liebte die Jungs, sie waren ihr Leben. Mehr hatte sie nicht mehr. Und sie liebte sie auch dafür, dass sie sie so bedingungslos an ihrer Seite akzeptierten. Wie einen Jungen. Doch dabei vergaßen sie hin und wieder, so hatte sie das Gefühl, dass sie dennoch auch ein Mädchen war. Das war eben der Nachteil.
„Du bist schlecht gelaunt.“, stellte Bert wieder fest.
„Falsch! Vorhin war ich schlecht gelaunt, jetzt bin ich wütend.“ Mit diesen Worten holte sie ihren Farmerhut hervor und setzte ihn sich auf den Kopf. Sie sagte nichts mehr, sondern ritt nur still vorneweg. Auch die Jungs hielten den Mund.

Sie trennten sich. Bert wollte unbedingt noch mal in die Stadt. Phoebe hatte nicht die geringste Lust dazu, aber er würde keine Ruhe geben. Alain hatte sich schon bereit erklärt mit ihm zu gehen. Roland hatte gar keine Lust darauf. Er wollte allein sein. Das war ihm nicht schwer anzusehen. Phoebe hatte aber nun auch keine Lust allein zur Bar K zu reiten und dort dann einsam und verlassen herum zu sitzen und wie ein Hausmütterchen auf die Jungs zu warten. Roland war nicht gerade die unterhaltsamste Gesellschaft. Also blieb zum Schluss doch nur die Option, Bert und Al zu begleiten.
Es war für Phoebe keine große Überraschung als sie vor dem Traveller’s Rest, der örtlichen Stammkneipe, anhielten. Sie hatte damit gerechnet, dass dies Berts Ziel sein würde. Womit sie nicht gerechnet hatte, war das ganze folgende Geschehen. Sie dachte, sie würden dort rein gehen, nicht lange bleiben (zumal sie ja ohnehin nichts Alkoholisches anrühren durften) und erst recht würden sie keinen Ärger bekommen. Pustekuchen! Ärger gab es reichlich.
Sie waren gerade von ihren Pferden gestiegen und hatten sie festgemacht, da bekamen sie mit, wie im Rest alles still wurde. Der Junge, der dort arbeitete, hatte einem Mann, der sich selbst für sehr gefährlich und hartgesotten hielt, die Alkoholreste über die Schuhe gekippt. Da wurde es schlagartig mucksmäuschenstill im Raum. Dieser Mann stand an der Bar. Sein Name war Depape, wie sich später herausstellen sollte. Und er war ein Gefährte von Eldred Jonas. Er verlangte, dass der Junge zu seinen Füßen ihn die Stiefel putzte. Nein, putzen war nicht der richtige Ausdruck dafür. Putzen wäre okay gewesen. Jede Wette, wenn das alles gewesen wäre, hätte Phoebe das an seiner Stelle auch getan. Aber dieser arme Torf sollte die Stiefel ablecken. Mit seiner Zunge. Der Junge war den Tränen nahe.
„Muss ich? Kann ich nicht nur tut mir leid und sie richtig doll putzen?“, fragte er mit hoffnungsvollem Blick. Ein Lächeln lag auf seinen Lippen, aber es sah bereits verloren aus.
„Leck, du schwachsinniger Esel!“, sagte der Mann namens Depape.
Sheemie, das war der Name des Jungen, der vor ihm kauerte, war wirklich drauf und dran zu tun, was der Mann verlangte. Wenn er es nicht tat, würde er ihn auf der Stelle und ohne Zögern erschießen. Er gehörte zu den Großen Sargjägern, wie sie genannt wurden und wie sie sich selbst eitel nannten.
„Aufhören, aufhören, aufhören!“, ertönte da eine Stimme. Sie klang schockierend, aber nicht weil sie die Stille zerschnitt oder weil sie wütend klang. Nein, sie klang amüsiert und nur deshalb, war sie so schockierend. „Ich kann das einfach nicht zulassen. Nee, ich würde gerne, kann es aber nicht. Unhygienisch, versteht ihr? Wer weiß, welche Krankheiten auf diesem Weg übertragen werden können? Der Verstand sträubt sich, sträubt sich ab - so - lut.“
Cuthbert stand innerhalb der Schwingtür und hatte seine Schleuder gespannt. Eine im Gaslicht glitzernde Metallkugel lag in der Lasche. Phoebe hatte sich etwas weiter in den Saloon zurückgezogen, sodass sie nicht weiter auffiel. Sie beobachtete das Ganze von der Seite. Allerdings wusste sie nicht, ob sie über Bert lachen sollte, oder sich doch Sorgen machen sollte.
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