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Your life in our hands...

Kurzbeschreibung
GeschichteAllgemein / P18 / MaleSlash
Blaise Zabini Draco Malfoy Harry Potter Severus Snape Sirius "Tatze" Black
31.05.2008
03.01.2009
34
127.195
78
Alle Kapitel
897 Reviews
Dieses Kapitel
24 Reviews
 
31.05.2008 3.788
 
Hallo liebe Leute!

Schon ist die erste Woche rum und wir hoffen mal, ihr habt noch ein wenig Geduld übrig und seit noch nicht vor lauter Warterei irre geworden! *g*
Aber um das abzuwenden, haben wir euch ein neues Kapitel mitgebracht und natürlich, wie immer, haben wir uns sehr über eure Kommis gefreut!!!

Ganz dicke Knutschas gehen an:
LinaSolay, Pat Black, Mamodo, bambi71, Hime Chidori, Nanaki, Aschra, jazzalyn, Xera, paracelsus, ina-chan, Die Schwarze Lady, Haroldine, Redeagle und Rayanne!!!

Es ist immer wieder Wahnsinn, die vielen bekannten Namen zu lesen und zu wissen, dass ihr unseren Geschichten so treu seid! Danke dafür! Natürlich auch ein riesen Dankeschön, an die sage und schreibe 102 Leser, die diese Story jetzt schon auf ihre Favo-Liste gesetzt haben!!! Das ist völlig irre nach nur einem Kapitel und es würde uns freuen, wenn sich ein paar von euch melden würden, da wir gerne wissen wollen, was ihr davon haltet!!!

Wir wünschen euch viel Vergnügen beim lesen!!!

Rosenjules & Silvereyes

So, genug gelabert, ab zum Chap!!!



Schwere Anfänge

Lucas riss die Augen auf, stieß eine gezischtes 'Verdammte Scheiße!' aus und folgte Draco. Blaise zuckte nur mit den Schultern und tat es ihm gleich. Als Lucas vor, nun seinem, Haus irgendwo in Sussex ankam, hörte er durchdringende Schreie und wirbelte schnell herum. Harry versuchte sich aus Dracos Klammergriff zu befreien, schrie wie am Spieß und schlug unkoordiniert auf den Blonden ein, der ihn zu beruhigen versuchte.

"Verdammt, Dray! LASS IHN LOS!", brüllte Lucas sofort und lief auf die Beiden zu. "Er hat panische Angst, kapierst du das denn nicht? Und du bist gerade überhaupt keine Hilfe!" Hinter ihm ploppte es noch mal als Blaise auftauchte und Harry wimmerte ängstlich auf, versuchte sich in Dracos Armen so klein wie möglich zu machen und sank zu Boden.  

"Ich wollte...", setzte Draco an.
"Ja, schon gut. Entschuldige. Ich bin nur ziemlich fertig, so wie wir alle." Lucas schaute zu Harry, der auf der Wiese im Garten hockte und wieder leise summte, sich somit komplett ausgeklinkt hatte.
"Hört mal, geht rein, Zimmer gibt es genug, geht duschen und umziehen, ich behalte Harry solange im Auge."
Blaise zögerte, nickte dann aber und folgte Draco ins Haus, der offensichtlich von Harrys Verhalten ziemlich irritiert war.

Lucas ließ die Terrassentür offen und setzte sich auf einen der Stühle am Esstisch. Seufzend ließ er den Kopf auf die Platte sinken.
"War das ein beschissener Tag und eine noch beschissenere Nacht. Er drehte den Kopf und musterte den einst so stolzen und mutigen Gryffindor, der wie ein Häufchen Elend am Eingang hockte und ins Leere starrte. Im Moment überlegte er sich ernsthaft ob Harrys Situation nicht sogar besser für ihn war.

Er konnte nicht genau sagen, was der Gryffindor im Kampf alles gesehen hatte, doch das es nicht angenehm gewesen war, konnte er sich denken. Vielleicht war es ganz gut, dass er sich im Moment nicht daran erinnerte, den ganzen Horror verdrängt hatte. Er selbst hatte wenigstens noch Draco und Blaise, seine beiden besten Freunde bei sich, doch Harry war, so wie es in Hogwarts ausgesehen hatte, nun ganz allein.

Die Gryffindor-Triade, wie sie Potter, Weasley und Granger immer scherzhaft genannt hatten, war für immer zerbrochen. Er hatte nicht gesehen, was mit Weasley passiert war, doch allein Grangers Tod bedeutete wohl, dass nichts mehr so sein würde, wie es einmal war. Nach so einem Krieg konnte es das wohl auch nicht mehr.

Sie alle, die ganze Zaubererwelt, standen nun am Ende einer Ära und mussten sich erst wieder ein neues Leben aufbauen, was schwierig genug werden würde. Lucas konnte noch nicht abschätzen, wie viel Chaos diese letzte Schlacht zurücklassen würde, doch allein das zerstörte Hogwarts, schien ein Sinnbild für die weitere Zukunft zu sein. Er wusste nicht, was passieren würde, doch im Moment machte er sich auch mehr Gedanken um den Gryffindor, der da saß und nichts mehr wusste.

Draco stand unter der Dusche und ließ den harten, heißen Wasserstrahl in seinen Nacken prasseln. Hölle, er wurde die Bilder von schreienden und sterbenden Menschen nicht los. Riesen, die alles niedertrampelten, Spinnen, die aus dem Wald kamen und hilflose Opfer mit sich zerrten... es war der Horror schlechthin gewesen.
Er wusste, dass seine Eltern tot waren, genauso, wie die Mutter von Blaise und die Eltern von Lucas. Nun hatten sie mit Potter etwas gemeinsam. Sie alle waren Waisen.

Waisen... als wäre er das nicht genau genommen schon immer gewesen. Seine Familie hatte sich immer einen Dreck um ihn gekümmert, es sei denn er stand mitten drin im alle-lieben-Voldemort-Kreis. Potter, der immer dagegen angekämpft hatte, war gefallen.

Zurück geblieben war eine leere Hülle, die verängstigt und zitternd niemanden an sich heran ließ.
Tief in Gedanken stellte er das Wasser ab, trocknete sich ab und entnahm, so wie Blaise es auch getan hatte, Lucas` Schrank Hose, Unterwäsche und ein Shirt.

Barfuß ging er die Treppe hinunter, wo er auf Blaise traf, der aus der Küche ein Tablett mit Tassen ins Wohnzimmer brachte.
"Luc, geh erstmal duschen. Wir rühren ihn nicht an, versprochen", sagte Draco.

Unentschlossen sah Lucas zwischen Draco und Harry hin und her und seufzte.
"Na gut ... lasst ... lasst ihn einfach da sitzen, ok? Ich beeil mich", sagte er schließlich und wandte sich mit einem letzten Blick auf Harry zum Haus um und ging hinein. Blaise stellte das Tablett auf den Tisch und reichte Draco eine Tasse mit dampfendem Tee. "Danke, das kann ich jetzt brauchen", murmelte Draco und ließ sich in einen der Stühle fallen.

Blaise nahm zögernd eine der Tassen in die Hand und ging damit zu Harry hinüber. Langsam ließ er sich vor ihm auf die Knie sinken und hielt ihm die Tasse vor die Nase.
"Hier, Harry", begann er leise. "Du solltest was trinken. Pass auf, der ist heiß."

Harrys Blick klarte ein wenig auf, als ihm der beruhigende Geruch in die Nase stieg und griff langsam nach der Tasse, um die er beide Hände schloss, als wolle er sich damit wärmen. Seufzend stand Blaise wieder auf und ging zu Draco an den Tisch zurück.
"Ich glaube, Luc hat Recht. Das da ist nicht gespielt. Das könnte er nicht", sagte der Slytherin resigniert und griff nun nach seiner eigenen Tasse, von der er einen vorsichtigen Schluck nahm um sich nicht den Mund zu verbrennen.

Draco beobachtete Harry einen Moment, bis er aufstand.
"Dray, lass ihn in Ruhe!", sagte Blaise gleich.
"Ich fass ihn auch gar nicht an. Ich will nur schauen, ob er Verletzungen hat. Oder soll er vielleicht verbluten?"
"Nein... ich..." Blaise seufzte. "Okay, aber rühr ihn nicht an."
"Nein, keine Panik." Draco knurrte leise. Was dachten die sich alle? Auch er besaß etwas Feingefühl. Zögernd näherte er sich dem Gryffindor, der sich sofort verspannte und leicht zurück wich.

Mit zitternden Händen stellte Harry die Tasse ins Gras, hob allerdings nicht den Blick, zeigte aber deutlich, wie nervös ihn Dracos Annäherung machte.
"Sieht nicht so aus, als sei er verletzt." Draco sank gut zwei Meter entfernt ins Gras und legte Harrys Zauberstab vor seine Füße.
"Po... Harry... hörst du mich?", fragte er leise.
Blaise trat neben Draco und setzte sich ebenfalls, stellte Dracos Tasse ins Gras und wartete gespannt auf eine Reaktion des Schwarzhaarigen.

Harrys Blick huschte nervös von einem zum anderen, betrachtete stirnrunzelnd den Holzstab und nickte dann leicht.
"Hör zu ... ich wollte dir vorhin keine Angst machen ... tut ... tut mir Leid, ja?", presste Draco hervor. Bei Merlin! Er entschuldigte sich tatsächlich bei POTTER! "Hier ... den hab ich vorhin gefunden. Den willst du bestimmt wieder haben." Draco streckte ihm den Zauberstab entgegen und sah, wie sich heillose Verwirrung auf Harrys Gesicht breitmachte.

"Was ... was soll ich mit einem Stock?", kam es leise von dem Schwarzhaarigen. Draco und Blaise stöhnten beide auf und der Blonde vergrub sein Gesicht in den Händen.
"Das ist doch nicht wahr ... Salazar noch eins ... er weiß wirklich gar nichts mehr!", nuschelte er entsetzt, bevor er den Kopf wieder hob und eindringlich Harry ansah.
"Das ist dein Zauberstab, Potter ... du bist ein Zauberer!" Die Verwirrung in Harrys Augen nahm nur noch zu und ein leichter Hauch von Panik mischte sich in sie. Er verstand nicht, was diese beiden von ihm wollten.

"Jungs, was..." Lucas erschien in der Terrassentür; die Haare feucht, ein breiter Kratzer zog sich über seine Wange und er trug nur Jeans. "Will er ihn nicht haben?", fragte er und deutete auf den Zauberstab.
"’Nicht haben’ ist gut. Er weiß nicht, was das ist. Er weiß gar nichts mehr. Er ist ein Zauberer und hat keinen Schimmer davon."
Lucas seufzte resigniert.
"Okay... also... lasst ihn uns nicht überfordern. Vielleicht sollten wir erstmal alle etwas essen."

Blaise stand auf und streckte sich.
"Ist hier in der Nähe immer noch die Pizzeria?"
Dracos Augen leuchteten auf. Im Normalfall stand er nicht auf Muggelessen, doch bei Pizza machte er liebend gern eine Ausnahme, denn die aus der Zaubererwelt war einfach Mist.
"Pizza wäre klasse!"
"Okay, ich hol welche. Luc, sieh zu, dass er ins Haus kommt. Er kann ja nicht die ganze Nacht da hocken bleiben."

Lucas nickte nur, während Blaise sich auf den Weg machte und trat dann zu Harry.
"Hey ... willst du nicht mit reinkommen, Harry? Du kannst nicht hier sitzen bleiben und ich denke, eine Dusche oder ein Bad würden dir ganz gut tun."
Harry sah mit trüben, hilflosen Augen zu Lucas hoch und dieser Anblick gab ihm ein Stich ins Herz. Er wusste nicht genau, warum er dem Goldjungen unbedingt helfen wollte, aber er wusste, dass er diese Augen wieder irgendwann strahlen sehen wollte. Langsam rappelte Harry sich hoch, beachtete seinen Zauberstab überhaupt nicht und wartete einfach ab. "Okay ... komm, ich zeig dir wo das Bad ist und such ein paar Klamotten für dich raus", sagte der Dunkelblonde und besah sich Harrys zerfetzten Umhang. "Ich denke, den können wir gleich wegschmeißen."

"Ich ... ähm ... ich such ihm was zum anziehen", murmelte Draco und verschwand schnell im Haus. Dieser hilflose Potter machte ihn ganz konfus und er wusste einfach nicht, wie er auf ihn reagieren sollte. Seitdem sie in Hogwarts waren, hatten sie beide gestritten und er hatte echte Probleme damit, mit dieser neuen Situation umzugehen.

Draco stieg die Treppe hinauf und Lucas blieb an der Tür zum Garten stehen.
"Harry? Na komm...", bat er ihn sanft.
Harry stand unschlüssig in der Tür, die Hände an die Brust gepresst und zu Boden blickend.
"Was haben sie nur mit dir gemacht, Löwe?", flüsterte Lucas betrübt.
Harry legte den Kopf schief.
"Löwe?", fragte er leise.
"Ja.... du bist ein Gryffindor."
"Ich dachte, ich heiße Harry."

Lucas konnte nicht anders, als auflachen. Harry wirkte so kindlich naiv.
"Ja, du heißt Harry und in der Schule warst du im Haus Gryffindor. Das erklären wir dir alles später. Ich denke, vorerst wäre eine Dusche nicht schlecht. Du kannst auch Baden gehen, wenn du willst."
"Ich weiß nicht...", murmelte Harry.
"Komm erstmal rein", sagte Lucas und streckte ihm die Hand entgegen, vor der Harry zurück wich. "Ich fass dich nicht an, wenn du nicht willst. Lauf mir einfach hinterher, okay?"

Harry nickte langsam und machte einen Schritt ins Wohnzimmer. Langsam ging er dem Dunkelblonden hinterher und schluckte. Er spürte die innere Panik so sehr, dass es ihn schon schüttelte.Lucas merkte es und drehte sich immer wieder zu ihm um.
"Harry, du hast das Schlimmste überstanden. Es kann dir nichts mehr passieren. versprochen."

Traurig sah der Slytherin Harry an und seufzte lautlos. Er konnte sich nicht einmal ansatzweise vorstellen, wie es war, wenn man plötzlich gar nichts mehr wusste. Es musste furchtbar sein, was anderes war gar nicht möglich.
Langsam gingen sie die Treppen hoch, Lucas voran und Harry folgte ihm zitternd. Als sie eines der Badezimmer erreichten öffnete Lucas die Tür und bat Harry mit einer Handbewegung hinein.

"Schau ... hier hast du alles was du braucht. Dusche, Badewanne, Toilette, Waschbecken, Duschzeug und Shampoo. Handtücher sind da im Schrank ... bedien dich, okay? Ich werd dir gleich noch was zum anziehen bringen", sagte er zu Harry, der mitten in dem grauweiß gefliesten Bad stand und sich keinen Millimeter mehr rührte. "Ich komm gleich wieder."

Leise schloss er die Tür hinter sich, als er wieder auf den Flur trat und sich auf den kurzen Weg zu seinem Zimmer machte, in dem Draco in seinem Schrank wühlte.
"Hier, ich hab ein paar von deinen alten Klamotten gefunden. Ich denke die könnten ihm passen. In deinen neuen Sachen würde er wohl ertrinken", schnarrte Draco, als Lucas hereinkam. Er wusste sich nicht anders zu helfen, um seine Unsicherheit in Bezug auf Harry zu überspielen.

"Danke ... ich seh gleich noch mal nach ihm. Ich will nicht unbedingt reinplatzen, wenn er sich gerade auszieht. Wer weiß schon, wie er darauf reagieren würde", sagte er und setzte sich auf sein Bett, wo er die Hände auf sein Gesicht legte. "Scheiße ... das ist ... Dray, ich weiß nicht warum, aber es tut weh, ihn so zu sehen!"
"Auch wenn du es mir nicht glaubst, Luc, aber mir gehts nicht anders. Ich will meinen Potter wieder haben. Der, der mir auch mal Paroli bieten konnte. Ich vermisse ihn richtig."

Lucas schaute seinen Freund an und nickte langsam.
"Ja, ich weiß, was du meinst. Ich schau mal nach ihm." Langsam stand er auf und nahm die Klamotten in die Hand. Vor der Badtür blieb er stehen und klopfte an. "Harry, ich komm jetzt rein!", rief er laut, doch als er die Tür geöffnet hatte, stutzte er.

Harry hatte sich nicht einen Zentimeter bewegt. Noch immer stand er mit den Händen an die Brust gepresst mitten im Bad, seine Kleidung hing noch immer in Fetzen an ihm und sein Blick war starr zu Boden gerichtet.
"Hey... also... du solltest wirklich duschen gehen. Brauchst... brauchst du vielleicht Hilfe?"
"Ich weiß nicht...", murmelte Harry.
Lucas überlegte, zögerte und streckte die Hände aus, um Harry von dem Umhang zu befreien, doch Harry wich rasch zurück.

Lauter als zuvor summte er wieder diese Melodie.
"Harry... Harry!", rief Lucas so lange bis der Gryffindor ihn anschaute. "Ich verspreche dir, dass ich dir nichts tue, okay? Ich möchte dir nur helfen. Und ich sollte nachsehen, ob du irgendwelche Verletzungen hast." Kurz schauten sich beide in die Augen. "Bitte, lass mich dir helfen. ich fass dich nicht weiter an, als nötig, okay?"
Harry schluckte und trat zum Einverständnis auf Lucas einen Schritt zu.
"Okay, also... wir ziehen am besten erstmal den Umhang aus, ja?"

Langsam und vorsichtig begann Lucas den Gryffindor auszuziehen. Voldemorts Angriff war so überraschend gekommen, dass sämtliche Schüler im Unterricht gesessen hatten und so war es kein Wunder, dass Harry in kompletter Gryffindorrobe vor ihm stand. Der Slytherin schon ihm den Umhang über die Schultern und ließ ihn einfach auf dem Bonden liegen.

"Weißt du, wenn du erst einmal sauber bist, wird es dir gleich ein Stück besser gehen. Im Moment kann man nämlich nicht allzu viel von dir erkennen unter dem ganzen Schmutz", plapperte Lucas vor sich her und entkleidete Harry Stück für Stück, während er ihn versuchte mit seinem sinnlosen Gerede abzulenken. Er versuchte Harry so wenig wie möglich zu berühren und jedes Mal, wenn es doch passierte, zuckte der Schwarzhaarige zusammen. Zitternd stand er stocksteif da und hatte die Augen zusammengekniffen, bis er endlich nackt war.

Soweit es Lucas beurteilen konnte, hatte Harry nicht viel mehr als ein paar Kratzer abbekommen, was schon fast wieder an ein Wunder grenzte, wenn man bedachte, gegen wen er gekämpft hatte. Doch zuerst einmal musste er sauber werden, bevor er ihn heilen konnte.
"Ich lass dir Badewasser ein, ok? Da kannst du dich schön drin entspannen, ist das in Ordnung, Harry?"
Hilflos zog dieser seine Schultern hoch, seine Hände waren immer noch an seine Brust gepresst und er sah wie sein Kinn zitterte und sich eine Träne aus dem Augenwinkel löste.

"Harry ... ist schon gut ... ich lass dir das Wasser ein."
Lucas drehte sich um, fuhr sich kurz durch die Haare und hantierte an den Wasserhähnen, aus denen sofort gut temperiertes Wasser und Badezusatz schoss. Er sah aus dem Augenwinkel, wie Harry bei dem plötzlichen Rauschen zusammenfuhr und dankte Merlin, dass sie nicht eines dieser riesigen Becken hier hatten, sondern eine relativ normale Badewanne, die schnell gefüllt war. Aufatmend drehte er das Wasser ab und wandte sich wieder zu Harry um.

"Komm, Harry, du kannst jetzt ins Wasser", sagte Lucas leise und beruhigend, als er ihm die Hand erneut entgegenstreckte, nicht sicher, ob Harry sie diesmal nehmen würde. Zitternd machte er ein paar kleine Schritte auf Lucas zu und hob zögernd seine Hand um Lucas` zu ergreifen. Dieser drückte sie kurz lächelnd und half ihm in die Badewanne, wo der Gryffindor teilnahmslos sitzen blieb.Lucas wandte sich ab, suchte in einem Regalfach einen Badeschwamm und legte ihn auf den Wannenrand.

"Okay, ich lass... lass dich mal allein. Wenn etwas ist... also..." Lucas spürte, wie Harrys Hand aus dem Wasser auftauchte und nach seiner griff. "Soll ich bleiben?"
"Ja...", flüsterte Harry.
"Okay... warte einen Moment." Er schaute aus dem Badezimmer. "Dray?"
"Ja?"
"Kannst du mal bitte im Gästezimmer - dem, das neben meinem liegt - mal nachsehen, ob da alles okay ist?"
"Ja, mach ich."
Lucas schloss die Badtür und drehte sich um. Harry bewegte sich nicht. Der Badeschwamm lag noch immer auf dem Rand der Wanne.
"Harry, du solltest dich waschen", lächelte er.

Langsam nickte der Gryffindor und nahm den Schwamm in die Hand. Doch er benutzte ihn nicht; er hielt ihn einfach nur in der Hand.
"Harry, warum redest du nicht?"
Der Schwarzhaarige hob den Kopf.
"Was soll ich denn sagen?"
"Naja, wie es dir geht... das wäre doch ein netter Gesprächsanfang."
Harry antwortete nicht gleich und Lucas setzte sich auf den einzigen Rattansessel der im Bad stand.
"Es ist alles so... dunkel", murmelte Harry.
"Wie meinst du das?"
"Nichts ist da... gar nichts. Alles ist weg..."
" Alles?"

"Ja ... so, als ob ich nie existiert hätte. Ich weiß nicht, was ich getan habe, wer meine Eltern oder meine Freunde sind, ich weiß nicht, wie ich an diesen See gekommen bin. Das Erste, an das ich mich erinnere ist, wie ich das Glitzern auf dem See bemerkt habe", nuschelte Harry schnell und leise vor sich her, als wolle er es loswerden und Lucas schauderte.

Er konnte sich wirklich nicht vorstellen, wie das sein musste.
"Wir werden dir helfen, Harry ... irgendwann wirst du dich schon daran erinnern", versicherte Lucas ihm leise, auch wenn er nicht wusste, ob es für Harry nicht besser war, wenn er sich nie wieder erinnern würde. Vorsichtig nahm er ihm den Schwamm aus der Wand und tauchte ihn ins Wasser. Sanft ließ er ihn schließlich über Harrys Rücken gleiten, der kurz zusammenzuckte, dann jedoch die Augen schloss.

Stille kehrte im Badezimmer ein und Lucas wusch Harry, wie ein kleines Kind, das es noch nicht selbst konnte. Beinahe trieb es ihm die Tränen in die Augen, den Gryffindor so hilflos zu erleben. Er war sich sicher, dass Harry sich noch vor ein paar Stunden gegen so eine Behandlung mit Händen und Füßen gewehrt hätte.

Nun war guter Rat teuer. Lucas glitt mit dem Schwamm über Harrys Schultern, seinen Hals und stockte dann.
„Also… du… du solltest allein weiter machen. Nimm ihn einfach in die Hand und… ja, wasch dich. Ich geh nicht weg, okay? Aber, das ist… naja… doch ziemlich intim.“ Er hielt Harry den Badeschwamm entgegen, der ihn zögerlich nahm und ins Wasser tauchte.

„Wie war dein Name?“, fragte Harry leise.
„Lucas. Lucas Keegan.“ Er legte den Kopf schief und musterte den anderen. „Kannst du dich noch an die anderen beiden Namen erinnern?“
Der Gryffindor schüttelte den Kopf.
„Der Blonde heißt Draco oder Dray… und der Dunkelhaarige ist Blaise.“
Langsam nickte Harry.
„Waren wir Freunde?“

Freunde…. Lucas ließ sich das Wort kurz durch den Kopf gehen.
„Nicht wirklich. Eher das Gegenteil.“
Harrys Kopf schoss hoch und misstrauisch starrte er Lucas an, wich in der Wanne soweit wie möglich vor ihm zurück.
„Keine Panik. Wir tun dir nichts. Wir sind keine bösen Menschen, Harry. Wir waren nur in einem anderen Haus und wie die Tradition in Hogwarts es wollte haben Gryffindors, so wie du und Slytherins, so wie wir, sich eben gehasst.“
„W-warum? Warum haben wir uns gehasst?“

Lucas zuckte mit den Schultern.
„Gute Frage. Ich kann es dir nicht sagen. Es war einfach so. Ich war allerdings immer der Meinung, dass es überholter Schwachsinn ist.“ Er lächelte ein wenig.
„Habe ich denn Freunde?“, fragte Harry wieder.
„Ja… du… also… hattest welche“, antwortete Lucas leise.
„Hattest… hatte… warum hatte?“
Der Slytherin wandte sich ab, wollte nicht, dass Harry sah, wie sehr ihn das Gespräch belastete. Und die Tatsache, dass Tränen in seinen Augen brannten, wegen gefallenen Gryffindors… also, das war einfach zu viel. Der ganze Tag war zu viel.
„Ähm… du solltest langsam da rauskommen, sonst weichst du noch völlig auf. Schaffst du es allein?“

Harry zuckte unschlüssig die Schultern und stand langsam auf.
Etwas, was Lucas mehr als alles andere verwirrte, war Harrys komplett fehlendes Schamgefühl ihm gegenüber. Er konnte sich nicht vorstellen, dass Harry sich vor zwei Tagen ihm so nackt präsentiert hätte, ohne wenigstens rote Wangen zu bekommen. Er reichte ihm ein Handtuch und begann die Klamotten zu sortieren, während Harry sich abtrocknete.

„Okay, also… beug mal deinen Kopf über die Wanne, dann wasch ich dir noch schnell die Haare, das haben wir jetzt vergessen.“
Harry zog erst Shorts und die Hose an, dann tat er, was Lucas wollte. Fertig angezogen, mit nassen Haaren verließen sie das Bad, als ihnen Draco entgegen kam.
„Die Pizza ist da. Harry… du bist gar nicht wieder zu erkennen. So sauber.“
Er ging an den beiden vorbei, wobei Harry sich an die Wand drückte und erneut seine Arme vor die Brust presste......


So, das war es auch schon wieder für heute. Was haltet ihr von unseren drei Slytherins? Eure Meinung würde uns sehr interessieren.

Bis nächsten Samstag!
Jules & Silver
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