Schätze unter Tränen

GeschichteAllgemein / P12 Slash
26.05.2008
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Schätze unter Tränen

Meine Augen hielten es nicht mehr aus, Tränen rannten mir unentwegt die Wangen runter. Wenn sie dann auf meine Lippe niederflossen, leckte sich ein Salziger Film auf diese. Meine Hände hörten nicht auf zu zittern, dennoch hatte ich kein Gefühl in ihnen. Kälte legte sich auf meinen ganzen Körper, meine Beine fühlten sich schon fast taub an, kaum Gefühl. Um mich herum lief die Welt wie ein kleines bisschen langsamer, zum verzweifeln langsam. Der Tag schien sich in die Unendlichkeit zu ziehen. Doch für ewig dieser stechende Schmerz in meinem Herzen, das durfte nicht sein, doch ich habe keine Kraft mich dagegen zu wehren. Der Regen kühlte mich noch mehr ab und machte es mich noch schwerer mich wieder auf andere Gedanken zu bringen. Auch wenn ich hier im Bett lag, zitterte ich am ganzen Leib. Mein Kopf schmerzte obwohl er auf einem Weichen Kissen lag. Heute Morgen hatte sich meine ganze Welt auf den Kopf gestellt, wie ein Pfeil glitt die Botschaft von meiner Mutter durch mein Herz. Ich hatte sie sofort weggeschickt. Allein, ich wollte allein sein, ich konnte die Anwesenheit von anderen nicht ertragen. Ihr Mitleid, das sie mir geben. Sie konnten mich nicht verstehen, sie würden nie verstehen wie ich mich fühle. Unter Tränen versuchte ich mich zu erinnern, war es meine Schuld? Hätte ich es verhindern können? Was war passiert, der Ball, Ashley, Schüsse aus der Ferne. Ich sah nur noch in Bruchteilen, wie Ashley sich schützend vor mich schmiss. Meine Augen waren weit geöffnet, als Ashley fast regungslos in meine Arme sang. Ich spürte einen stechenden Schmerz in meiner Seite, war ich auch getroffen worden? Ich schloss meine Augen um mich besser zu konzentrieren. „Ashley…“ ich schrie, doch es war schon zu spät. Wir lagen beide am Boden, immer noch hielt ich Ashley in meinen Armen. „Ashley, Ashley…!“ ich merkte wie meine Kräfte schwanden. Der Schmerz in meiner Seite wurde stärker, es war so als würde jemand immer wieder mit einem Messer in meine Seite stechen. Tränen rannen mir die Wange runter, ich wimmerte leicht. Ashley lag immer noch Bewegungslos in meinen Armen. Da jemand rannte auf uns zu. „Glen…“… ich hatte nur drauf gewartet, dass jemand kam und Ashley und mich rettet. „Wir brauchen einen Krankenwagen, sofort!“ plötzlich wurden meine Augen so schwer wie Blei. Meine Tränen rannen immer noch nur wusste ich nicht warum. Aus Angst um Ashley, aus Hass auf Aiden, aus dank das Glen nun an ihrer Seite war und Ashley und sie rette. Mir wurde schwarz vor Augen, meine Lieder ließen nach, sie schlossen sich. Jemand hob Ashley von meiner Brust. Mehr nahm ich nicht mehr wahr.
Im Bett öffnete ich meine Augen, draußen regnete es immer noch. Es war kalt obwohl es mitten im Sommer war, und doch, sie lag nicht neben ihr. Sie war nicht da, meine Augenschmerzten weil ich seit Stunden am weinen war. Ich wollte aber auch nicht aufhören. Zu sehr schmerzte der Gedanke, dass ich nie wieder diese schöne Brünette wiedersehe, nie wieder ihren Armen an meinem Nacken spüre und nie wieder ihre weichen Lippen spüren kann. Ich sah zur Decke empor, sah ihr lächeln und ihre Augen die mich ansahen fast mitleid bemitleiden. „Warum bist du gegangen…“ schluchzte ich in den Raum an das Gesicht an der Decke. Das Gesicht sah traurig aus, es weinte, ich sah wie eine Träne hinunter lief. Es drehte sich weg und war darauf verschwunden. Mein Hals tat weh, ich konnte kaum Atmen, mein Herz schlug langsam, fast schon zu langsam. Mein Atem ruhig aber flach. An meinem Bett stand ein Nebentisch, darauf stand ein Foto von ihr und Ashley. Ich drehte meinen Kopf zum Foto, nicht viel aber es reichte. Wir haben es an dem Abend gemacht an dem wir allein waren, nur wir beide allein in Chelseys Wohnung. Meine Gedanken hingen an dem Abend. Essen, vom China man, Kerzenlicht und Musik. Wir tanzten und legten uns dann auf ein Bett aus Kissen. Ashley nahm meine Hand und küsste meinen Handrücken. „Ich hab dir ja gesagt, nur wir beide, ganz allein!“ „ Ja…“ ich lehnte mich zu ihr vor und wir küssten uns. Danach nahm Ashley die Cam und sagte: „Schenk mir dein schönstes lächeln…“ sie drückte ab. Ein Bild für den einen Moment, festgehalten für die Ewigkeit! Als Ashley sich das Foto ansah lächelte sie sanft. „An was hast du gedacht?“ fragte sie mich. Ich überlegte nicht lange. „An dich!“ wieder beugte ich mich vor, legte meine Hand auf ihre Wange und zog sie näher an mich. Ein Kuss auf diese Weichen Lippen, war die Folge. Ashley legte ihre Hand auf meine Taille. Lange dauerte es an, bis ich mich Glücklich näher an Ashley schmiegte. Mein Ohr lag direkt an Ashley‘s Herz. Ich hörte ihren Herzschlag, langsam und bedeutend. „Hörst du mein Herz.“ Sie sah mich an und ich sah ihr entgegen. Ich sah genau in diese zwei funkelnden blauen Augen. Sie nahm meine Hand in ihre und drückte sie leicht. „Es schlägt um bei dir sein. Und nur für dich alleine. Ich lasse dich nie allein, hörst nie!!“ Ihr Gesicht näherte sich meinem, wieder versunken wir in einen Kuss. Als der Kuss endete gab ich ihr mein Herz „Ich liebe dich Ashley, für immer und Ewig!“ Ihre letzten Worte hauchte ich in ihr Ohr.
Ich schüttelte den Kopf, hätte ich weiter in meinen Erinnerungen geschwelgt wäre ich wieder in ein Tiefes Loch gefallen, tiefer als ich jetzt schon hinein gefallen war. Ich schaute benommen auf meiner Uhr, 19 Uhr Abends. Eine halbe Ewigkeit hatte ich im meiner Welt gelebt, für einen Moment schien die Welt sich wieder zu drehen, doch nun stand sie abermals wieder still. Die Sonne hatte Mühe unterzugehen, sie schien in einem Blutroten Schimmer und färbte den Himmel Kilometer weit.
Ich merkte wie jemand die Tür aufmachte, wie lange war ich eigentlich schon hier. Meine Mutter kam auf mein Bett zu und setzte sich auf die Bettkante, mit der einen Hand strich sie mir über die Stirn und die andere legte sie auf meine Hand. „Wie geht es dir? Fragte sie mich, ich sah erbost an. Wie konnte sie mich das Fragen, sie wusste wie es mir ging. Ich hab die Liebe meines Lebens verloren und nun steh ich wieder allein da. „Spencer…“ nein auf ein Gespräch hatte ich jetzt keinen Nerv für „Bitte geh…“ „Aber…“ „Mum, geh, ich will allein sein.“ Sie sah mich traurig an aber verstand es. Sie stand auf und ging zur Tür, ich hatte mich schon von ihr abgewandt, letztlich griff nach der Türklinke, drückte sie runter und machte die Tür auf. Im letzten Moment wollte sie noch etwas sagen, doch sie blieb stumm, auch wenn sie dennoch etwas gesagt hätte, hätte ich ihr nicht zugehört. Zurück blieb ich in einem Zimmer das ich nicht kannte, ich fühlte mich leer, traurig und ängstlich, nichts hatte mir mehr bedeutet als die gemeinsamen Momente mit Ashley. Jetzt musste ich alleine weitergehen, ohne sie und ohne ihr Lächeln das ich bereits vermisste. Ich fühlte wider wie meine Lieder schwerer wurden und mir Tränen in die Augen flossen. Ich legte meinen Kopf in eine angenehme Position und schlief schließlich ein.
In dieser Nacht begann es zu stürmen, Regen peitschte gegen mein Fenster, ein Donner löste sich und direkt danach ein Blitz. Ich schreckte auf, schweiß lag auf meiner Stirn. Ich erhob mich leicht um mich in den Schneidersitz zu setzten, verbarg mein Gesicht in meinen Händen und fing an zu weinen. Meine Tränen rannten nur so runter ich lies sie fallen,  doch als ich meine Hände von meinem Gesicht nahm, traute ich ihnen nicht! „Ashley…? “, saß sie wirklich vor mir, ein Blitz erhellte den Raum erneut. Sie saß wirklich auf dem Suhl der vor meinem Bett stand. Ungläubig starrte ich sie an wie einen Geist, in irgendeiner Weise war sie das ja auch. Sie stand auf und setzte sich neben mich aufs Bett. Ich hörte nicht auf sie anzustarren, ich wollte vermeiden zu weinen, doch gelang es mir nicht. Sie legte mir ihre Hand auf die Wange und wischte ein paar Tränen weg. „Spencer weine nicht bitte.“ Ohne nachzudenken umarmte ich sie, war wie war das möglich, durch Geister geht man doch durch. Doch für diesen Moment wollte ich mir nicht den Kopf zerbrechen. Ich wollte einfach nur spüren. Nach ein paar Minuten in der Umarmung löste sich Ashley von mir. „Spencer, sie h mich an…“ ich schaute ihr in ins Gesicht. Sie legte ihre beiden Hände an auf meine Wangen „Wieso hast du das getan? Wieso Ash. Warum lässt du mich hier allein.“ Schluchzte ich.
Sie lächelte mich zufrieden an „Das tu ich nicht Spenc, ich bin doch hier.“ „Das ist doch nur ein Traum du bist nicht wirklich hier!“ schlussfolgerte ich.
„Spencer das ist kein Traum ich bin wirklich hier!“ „Wie ist das möglich?“ immer noch benommen von meinen eigenen Gefühlen sah ich sie an. Sie hatte dieses Lächeln im Gesicht, sie liebte es. „Ich hab dir geschworen, dass ich dich nie alleine lasse und ich halte meinen Schwur.“ „Aber wie ist es möglich, dass wir uns spüren können?“ „Niemand außer dir kann mich sehen. Und das ich dich anfassen kann, reine Mentale Stärke.“ Plötzlich wurde sie vom Anschein blasser, meine Hände die auf ihrer Taille hatten keinen Halt mehr und lagen in der Luft. „ Gott hat mir eine Art zweite Chance gegeben. Entweder dies oder das ewige Paradies!“ sie lachte, doch als sie in mein ernstes Gesicht sah verstummte sie wieder. „Entschuldige…“ „Warum hast du dich in Kugel geworfen?“ Sie sah mich an „Weil ich dich Liebe Spencer, ich wollte nicht das die Welt einen so wunderbaren Menschen wie dich verliert. Sieh mich an, ich habe dir wehgetan weil ich mich nicht entscheiden konnte, aber nun…“ „Was?“ fragte ich sie neugierig. „Es war eine Art Reflex, es war sozusagen mein Schicksal, für dich mein Leben zu geben.“ „Ich hätte das gleiche für dich getan!“ sie sah mich mit einem Lächeln an, in dem so viel steckte. „Es war mein Schicksal dich zu retten, das war meine Möglichkeit, für immer an deiner Seite zu sein, weil es in der Zukunft nicht geschafft habe dich an mich zu binden. Nicht mit Herz und Seele!“ „Ich hätte dich nie verlassen!“ „Doch das hättest du! Früher oder später hättest du mich verlassen.“ Ihre Augen waren so klar, dass ich mich genau sehen konnte. „Woher weist du das?“ „Jeder Mensch hat nach seinem Tod die Möglichkeit einen Blick in die Zukunft zu werfen, wie sein Leben hätte ausgesehen wen er nicht gestorben wäre.“ „Erzähl mir was du gesehen hast!“ „Ich darf es dir nicht sagen, das würde mehr verändern als du denkst.“ Draußen hatte es aufgehört zu regnen, es viel mir aber erst viel später auf. Als Ashley mir nicht erzählen wollte was sie gesehen hatte. „Du must dich ausruhen, ich hätte vielleicht doch noch einen Tag warten sollten, naja jetzt ist es zu spät. Sie stand auf und ging zur Wand hinüber. „Bist du sicher, dass es nicht doch Traum war?“ „Wenn du morgen früh aufwachst werde ich da sein.“ Sie schaute mich an und gab mir einen Luft Kuss, drehte sich um und war verschwunden. Ich schaute noch lange an die Stelle wo Ashley vor 2 Minuten noch gestanden hatte. Ich konnte es immer noch nicht glauben, hatte ich wirklich nicht geträumt. Das Einzige was ich nun tun konnte war abzuwarten und Morgen schauen ob es wirklich kein Traum war. Ich legte mich hin und schloss die Augen. Ashley stand wieder an Spencers Bett, mit verschränkten Armen vor ihrer Brust. Sie war nun nur noch ein Begleiter für den Rest von Spencers Leben. Nur eine Erscheinung, nicht mehr aber auch nicht weniger. Sie schaute sie mitleidig an, sie wusste das Spencer etwas Besseres als sie verdient hatte. Ihr Zukunftsvision hatte sie dazu gebracht zu ihr zurückzukehren. Sie hatten sie vor die Wahl gestellt. „Du kannst für Ewig auf der Erde wandeln und ihr zur Seite stehen, dass heißt für die nächsten 80 Jahre!“ „Was sind schon 80 Jahre, ich bin doch schon bereits Tod. Wenn sie Tod ist wird mein Aufenthalt auf der Erde auch zu Ende sein!“ „So sei es!“Sie musste nicht lange darüber nachdenken, es war ihr egal wie lange es dauerte bis sie schließlich wieder zusammen sein. Mit einem zufriedenen Lächeln drehte sie sich zur Wand um, ging durch sie und verschwand.

Der nächste Morgen:
Als ich die Augen aufmachte versuchte ich mich an letzte Nacht zu erinnern, es fiel mir gar nicht schwer den es war so real wie nie zu vor. Ich glaubte immer noch es sei ein Traum gewesen. „Gut geschlafen mein Engel?“ Ashley kam aus der Wand hervor und begrüßte mich. „Ich hab dir gesagt, dass das alles kein Traum ist. Wie lange bist du noch auf der Station?“ sie fragte mit einem Gewissen Schüchternheit. „Ich weiß es nicht, Mum sagte noch so 3-4 Tage.“ Ich sah wie sie schuldbewusst zu Boden. Ich hab doch nicht das schlimmste von dir ferngehalten.“ „Ashley…“ „Du hättest auch tot sein können. Aber daran will ich nicht denken!“ „Ashley ich bin dir dankbar dafür, aber…“ sie sah mich verwundert an. „Ich hab dich in meinen Armen gespürt, deinen Herzschlag und dann setzte er aus. Ich konnte es fühlen war aber unfähig mich zu bewegen. Dann wurde mir schwarz vor Augen.“
„Ich weiß wie das ist! Das letzte was ich fühlen und hören durfte war deine Haut und dein Herzschlag, bevor mir schwarz vor Augen wurde habe ich noch gedacht bitte lass sie nicht getroffen sein!“ Wir sahen uns an, eine Stille entstand, keine die einem unangenehm war, sie fühlte sich richtig an. Ich hatte das Gefühl das sie mir noch etwas sagen wollte. „Ashley was ist los, du schaust so niedergeschlagen aus!“ „Ich habe mir nur gerade vorgestellt wie du mich angesehen hättest wenn ich Aiden genommen hätte! Ich hab nichts mehr für ihn empfunden, dass must du mir glauben!“ „Ich weiß, nur die Vorstellung allein, das er dich in seinen Armen hält, ich konnte es nicht ertragen.“ Die Tür ging auf und eine Schwester kam rein und brachte mir mein Frühstück.
„Morgen Spencer, hier dein Frühstück lass es dir schmecken!“ „Ja werd ich!“ ich nickte ihr noch zu bevor sie den Raum wieder verlies. „Süß!“ sagte Ashley und schaute immer noch Richtung Tür. „Ist jetzt nicht Keuschheit angesagt?“ „Ja kann man so sagen, Sex ist ne Sünde, die schlimmste von allen, aber ich bin nicht in der Hölle gelandet!“ sie lachte ausgelassen. Ich hob den Deckel von meinem Essen und schaute mir die Mahlzeit an. „Was steht den heute auf dem Plan. Mhh, lecker Trockenes Brot mit Kruste und geschrumpelten Käse. Lass es dir schmecken!!“ Sie lachte fies. „Du bist gemein!“ sie lächelte weiter. „Mach dir nichts daraus!“
Der Tag verlief schön wen Ashley da war, mittags legte ich mich hin. Immer wieder habe ich nachgeschaut ob sie noch an meiner Seite war. Ihre Augen ließen mich nicht aus Sinn.
Es vergingen die letzten Tage im Krankenhaus, ich versöhnte mich wieder mit meiner Mutter, doch immer wenn sie auf Ashley zu sprechen kam wurden Ashley Ohren ganz groß, das sie auch gar nichts verpasst.
Doch dann kam der Tag den ich am liebsten aus meinem Gedächtnis gestrichen hätte. Ashleys Beerdigung. Sie war schon die ganze Woche gespannt gewesen wer wohl alles kommen würde. Aber auf der anderen Seite sah sie auch wie endgültig es für mich war. „Du musst keine Angst haben Spencer, ich bleibe an deiner Seite!“ hatte sie vorher noch gesagt. Doch nun stand, in einer Menge von Leute, allein da, sie war nicht da, stand mir nicht zur Seite. Vielleicht durfte sie nicht hier sein, ich wusste es nicht. Der Pfarrer nahm die Schaufel in die Hand „Erde zu Erde, Staub zu Staub“ er beendete sein Tun mit der Segnung von Ashleys Grab. Viele Leute waren da die ich noch nie gesehen hatte, ich kannte sie nicht, vielleicht wusste selbst Ashley nicht wer diese Leute waren. Mum stand die ganze Zeit an meiner Seite, nahm meine Hand und ging mit mir zu ihrem Grab. Ich wusste nicht was ich sagen sollte, schließlich würde ich sie ja bald wiedersehen. Oder etwa nicht, ich hatte sie seit gestern Nacht nicht mehr gesehen. Waren das alles nur Wahnvorstellungen? Eine Einbildung, ich hatte mir in letzter Zeit oft Gewünscht das sie wieder Leben würde. War es jetzt vielleicht die letzte Chance auf Wiedersehen zu sagen. Ich Weinte, obwohl ich nicht ganz verstand. Einerseits schmerzte es, die Vorstellung, dass sie da unten im Kalten Sarg lag, sie trug die Jacke die sie damals von ihrem Dad bekommen hatte. ES war ihr sehr wichtig gewesen. Nun stand ich hier zu ihrem Grab, meine Hände schwitzten. Mein Geist teils bei mir und teils bei Ashley im Sarg.  Noch nie zuvor hatte ich vor so einer endgültigen Entscheidung Angst.
Ich schloss meine Augen „Ashley wo immer du auch bist, ich werde immer bei dir sein. Uns kann selbst der Tod niemals Scheiden. Doch nun muss ich alleine weiter meinen Weg gehen!“ Als ich jedoch meine Augen wieder öffnete stand sie wieder neben mir. „Es tut mir leid, dass ich dich alleine gelassen habe! Verzeih mir!“ Sie sah mich von der Seite an, traurige Augen und ein verständnisvoller Blick.
Es dauerte nicht mehr allzu lange bis ich wieder zuhause war. Meine Mutter verstand, dass ich jetzt allein sein wollte. Die Tür meines Zimmers fiel zu und ich fühlte schon ihre Anwesenheit. „Ashley…“ „Ja…“ „Du bist noch da…“ „Wie ich dir versprochen habe!“ ich stand immer noch mit dem Rücken zu Ashley „Warum…“ sie kam näher und legte ihr Hände auf meine Hüfte. „Mir wurde es nicht gestattet! Deshalb konnte ich nicht bei dir sein. Du musstest einen Strich ziehen, du hättest es nie getan wen ich da gewesen wäre.“ Ihr Kopf senkte sich auf meine Schulter. Ich konnte ihren Atem an meinem Nacken und an meinen Ohren spüren, ich konnte meine Gänsehaut nicht vor ihr verbergen. Mein Blick immer noch stur gerade aus. „Ich will keinen Strich ziehen!“
„Du hast es bereits getan, mein Schatz.“ Meine Augen waren feucht, Tränen rannten mir die Wange runter und landeten auf dem Boden. „Ich kann dich nicht loslassen! Wie soll ich das machen.“ Mein weinen verstärkte sich. Ich spürte wie ihre Hände von meinen Hüften aus zu meinem Oberkörper und schloss sich davor. Sie hielt mich ganz Fest, Tränen tropften auf ihre Arme. „Ashley…Ashley…“ ich schloss meine Augen wieder. Ein Gefühl von Nähe und Geborgenheit erfüllte mich, als wenn ich endlich Zuhause angekommen wäre.
„Spencer wach auf, Süße…“ Ashley‘s Stimme. Aufwachen wovon den. Ich war doch die ganze Zeit wach. „Spencer es war nur ein Traum, es war nur ein Traum.“ Ich machte abermals die Augen auf und sah Sie wieder. Die Frau die mich im Traum auch niemals alleine lässt. Sie beherrscht meine Träume und meine Gedanken. Sie lag da, ihre weiche Haut schmiegte sich an meinen Körper, wie konnte das sein. Meine Gedanken waren nicht klar, sie spürte meine Verwirrtheit. „Spencer, alles in Ordnung?“ Sie strich mir sanft über die Arme und über meine Empfindlichen Stellen, Gänsehaut überfiel mich. „Ashley bist du auch wirklich hier…“ ich sah sie verzweifelt an. Mein Blick wanderte über ihren Makellosen Körper, als ich die Narbe wiedererkannt. Vorsichtig strich ich darüber, es fühlte sich rau an. Außen rum diese wunderbare glatte und weiche Haut. Ashleys Hand glitt unter mein Kinn und zog mich hinauf, unsere Lippen trennten jetzt nur noch ein paar Zentimeter. „Ich bin hier, fühlst du es.“ Sie senkte ihre Lippen auf meine, ein Kuss der mir die Angst nehmen sollte, ich erwiderte ihn. Ich legte eine Hand auf ihre Narbe ganz nah neben ihrem Herzen. Als der Kuss endete war ich erleichtert, dass sie immer noch da war. Sie schloss mich in ihre Arme, meine Hand glitt auf ihre Hüfte, während mein Kopf an ihrer Brust lag sprach sie ganz sanft zu mir. „Es ist vorbei, dass alles ist vorbei, du musst keine Angst haben!“ sie lies mich nicht los. „Ashley erzähl mir was passiert ist…bitte…“ Ohne mich zu verurteilen fing sie an mir alles zu erzählen. „Die Schießerei begann, ich hab mich vor dich geworfen, um dich zu schützen um dich nicht zu verlieren. Mein letzter Gedanke war, dass ich dir vielleicht nie wieder sagen könnte wie sehr ich dich liebe. Und es hat wehgetan, dein Lächeln nie wieder zu sehen. Ich habe dir versprochen das ich bei dir bleibe.“ Sie erzählte weiter und meine Aufregung schlich davon, nicht ganz, ein kleines bisschen blieb. Ich blieb ganz ruhig liegen, fühlte ihre Nähe. Alles an ihr, brachte mich zum Schmelzen, ihr Herz schlug langsam, meins hingegen schlug schnell und ruckartig. „Spencer du bist hier, bei mir und nirgendswo anders. Ich halte dich, ich bleibe bei dir!“
Für einen Moment kann ich ihr nicht glauben. „Sie mich an…“ flüstert sie mir ins Ohr. „Sieh mich an Spencer!“ Ihre Augen funkeln wie zwei Sterne am Wolkenlosen Himmel. Vertrauen, Geborgenheit, Schutz. Sie legte wieder einen Finger unter mein Kinn, hob es an sodass meine Lippen an ihre Grenzten.
„Ich liebe dich!“ sie hauchte es nur, doch laut genug das ich es noch hören konnte, sie streifte dabei meine Lippen.“ Ich fasste einen klaren Gedanken, „Ich liebe dich Ash!“ meine Stimme war zittrig. Mein ganzes Denken schaltete sich aus, ich fühlte mich wieder völlig frei. Sie senke ihre Lippen auf meine und es entflammt eine Leidenschaft die ich noch nie zuvor gespürt hatte.
4 Hände, 2 Herzen und eine Liebe.