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Eine gefährliche(?) Jagd

von Arawn
GeschichteParodie / P12 / Gen
Edward Hyde Henry Jekyll
25.05.2008
02.05.2009
18
15.983
 
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Dieses Kapitel
1 Review
 
 
25.05.2008 1.227
 
Titel: Eine gefährliche(?) Jagd
Autor(en): Suspoli & Phantoms Mask
Alter: P 12
Disclaimer: Die Charaktere gehören Robert Louis Stevenson und Roman Polanski. Wir verdienen mit dieser FF keinerlei Geld (leider XD).

Diese FF entstand aus einer Phase der völligen Übermüdung und wurde sogleich aufgegriffen, um euch daran teilhaben zu lassen. Obwohl das erst Kapitel noch ein wnig ernt für eine Parodi ist, wird es besser. Versprochen!

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Henry Jekyll

Ein stechender Schmerz in seiner linken Schläfe riss mich aus meiner Bewusstlosigkeit. Erschrocken riss ich die Augen auf und kniff sie sofort als Reaktion auf den hellen Lichtschein der Lampe wieder zusammen.
Was war passiert?
Edward Hyde war passiert.
Doch ich konnte mich nicht mehr erinnern. Ich wusste noch, wie ich das Haus verlassen hatte, bevor meine dunkle Seite erneut von meinem Körper Besitz ergriffen hatte. Dann war nichts außer Schwärze. Bis ich schließlich hier, in meinem Ledersessel, der in meinem Büro stand, wieder zu mir kam.
Nun öffnete ich die Augen doch. Was hatte der dunkle Teil meiner Seele wieder für Unglück über mich gebracht? Ich wollte es nicht wissen. Ich hatte keine Kontrolle über Hyde und wer konnte wissen, was dieser teuflische Bastard in seinen abartigen Neigungen verbrochen hat?
Die Antwort fand ich auf meiner rechten Hand. Denn diese war von dunklem Blut gefärbt, das selbst meinen Ärmel bis hoch zum Ellenbogen getränkt hatte. Ein Entsetzensschrei entrang sich meiner Kehle und schockiert starrte ich auf das Blut. Lange Zeit konnte ich keinen klaren Gedanken fassen, sondern nur auf meinen roten Arm starren.
Wessen Blut auch immer an meiner Hand klebte, so war ich, Henry Jekyll - der Wissenschaftler, dem es gelungen war, seine Seele in gut und böse zu spalten -, der Schuldige. Hätte ich doch nie dieses Experiment an mir durchgeführt!
Doch was, wenn...
Wenn das Blut nicht irgend jemandem gehörte. Hyde würde nichts amüsanter finden, als mich, seinen Schöpfer, leiden zu sehen. Denn Hyde kannte mich mit all meinen Stärken und Schwächen. Und meine größte Schwäche war Lisa. Meine Verlobte war die einzige Person in meinem erbärmlichen Leben, die mir Mut zum Leben gab, wenn ich mich schon längst aufgegeben hatte. Doch wenn Hyde sie -
Nein, so etwas durfte ich nicht denken.
Das durfte einfach nicht sein!
Ohne weiter nachzudenken riss ich meinen Mantel vom Haken und stürmte aus der Tür. Ich rannte, so schnell mich meine Beine trugen, durch London zum Haus meiner Geliebten und verdrängte dabei alle Schreckensszenarien, die mein entsetzter Verstand produzierte.
Endlich sah ich die Lichter ihres Hauses aufleuchten und schon von Weitem rief ich ihren Namen durch die Straße, während ich immer schneller lief.
“LISA! LISA! LISA!”
Als ich an ihrer Tür ankam, hatte ich noch keine Antwort auf mein Rufen erhalten. Und was noch schlimmer war: Die Tür stand einen Spalt weit offen. Hyde war doch nicht wirklich -
“LISA!”
Keine Reaktion. Oder vielleicht doch. War da nicht ein leises Rascheln zu hören? Ich trat ein und lauschte. Da war es wieder, das Rascheln. Ich rannte die Treppe nach oben, immer dem Geräusch entgegen und kam an ihre Tür.
“Lisa?”, fragte ich nun beinahe ängstlich. Auch jetzt bekam ich keine Antwort.
Vorsichtig öffnete ich eine Tür und erstarrte.
Ich hatte mit dem schlimmsten gerechnet und es gleichzeitig unendlich gefürchtet. Doch was ich tatsächlich sah, hätte ich nicht einmal in meinen Träumen für möglich gehalten.
Lisa war hier. Doch sie war bewusstlos und hing schlaff in den Armen einer vermummten Gestalt, deren Gesicht ihrem Hals zugewandt war. Als ich das sah, blickte die Gestalt ruckartig auf und schaute mir mit bohrendem Blick entgegen. Aus seinen Augen sprach reinste Mordlust, während sein Mund sich zu einem höhnischen Grinsen verbreitete und zwei unnatürlich spitze Zähne entblößte. Im nächsten Moment war die Gestalt verschwunden und Lisa fiel zu Boden.   Ich stürmte zu ihr, doch sie atmete nicht mehr und ihr Herz hatte aufgehört zu schlagen.
“NEEEEEEIIIIIIN!”, brüllte ich, als ich dies erkannte. Verzweifelt hielt ich sie fest in meinen Armen und hoffte wider besseren Wissens, sie würde sich regen, meinen Namen sagen, irgendein Lebenszeichen von sich geben! Nichts dergleichen geschah. Meine Lisa war für immer verloren und kein Flehen würde sie mir zurückbringen.
Ein Schluchzen entrang sich meiner Kehle, als ich mich endlich von Lisas Leiche abwandte.
In diesem Moment keimte ein ungeahnter Hass in meinem Herzen auf, Hass auf den Mörder meiner geliebten Lisa. Wer war es? Obwohl ich wusste, was der Mörder war, konnte ich es mir doch nicht eingestehen. Das war wider aller Wissenschaften. Und doch - ich hatte es mit eigenen Augen gesehen.
Lange spitze Zähne.
Über den Hals meiner Geliebten gebeugt.
Von einem Moment auf den anderen verschwunden.
“Ein Vampir?”, flüsterte ich leise.
Ich drehte mich zu Lisa um, auch wenn mich ihr Anblick von neuem bis auf die tiefsten Winkel meiner Seele erschütterte. Doch ich musste es wissen. Hatte sie Bissspuren am Hals?
Die Suche blieb mir erspart. Denn kaum hatte ich mich umgedreht, sah ich Lisa hinter mir stehen. Doch ihre blauen engelsgleichen Augen waren nun blutrot und tödlich spitze Zähne waren in ihrem leicht geöffnetem Mund zu erkennen. Mordlustig blitze es in ihren Augen auf, als sie einen Schritt auf mich zuging. “Lisa?”, fragte ich entsetzt.
Unsicherheit legte sich auf ihr Gesicht und verdrängte kurz die Mordgier. Eine Weile stand sie unsicher in ihrem Zimmer, dann war sie fort. Ebenso schnell und rätselhaft verschwunden wie ihr Mörder.
Ich blieb allein zurück in ihrem Zimmer, fassungslos auf díe flatternden Vorhänge vor dem geöffneten Fenster starrend, und versuchte zu begreifen, was soeben geschehen war.    
     
***

Es war nun beinahe ein Jahr her, dass meine Verlobte zu einem dieser nächtlichen Ungeheuer gemacht wurde. Ich hatte sie seitdem nicht mehr wieder gesehen, obgleich ich seit der Nacht, als sich das Unglück ereignete, ununterbrochen nach ihr gesucht hatte. Doch hatte ich in jener schicksalhaften Nacht nicht nur einen Entschluss gefasst, sondern zwei.
Zum einen würde ich Lisa finden. Und war dies geschehen, würde ich sie wieder zu einem Menschen machen. Ich wusste nicht wie, doch war ich nicht umsonst Wissenschaftler. Ich hatte es geschafft, meine Seele zu spalten. Warum konnte ich dann nicht einen Vampir zurück in einen Menschen verwandeln?
Mein zweiter Entschluss war Rache. Rache an dem Vampir, der Lisa zu einem solch unwürdigen Leben verdammt hatte. Doch auch ihn hatte ich noch nicht gefunden. Obgleich ich in dem vergangenem Jahr viele Vampire gejagt und getötet hatte, war eben jener, den ich suchte, nie darunter, dessen war ich sich sicher. Denn sein Gesicht würde ich niemals vergessen können.
Überraschender Weise hatte ich in meinem neuen “Beruf” als Vampirjäger meinen eigenen Seelenfrieden gefunden. Denn man glaube es oder nicht - seit ich zum Jäger der Untoten geworden war, lebe mich mit Hyde in einer Art Waffenstillstand. Genaugenommen handelt es sich dabei sogar um einen gegenseitiges Geben und Nehmen.
Ich, Henry Jekyll, bin mit meinem Wissenschaftlerverstand in der Lage, Beobachtungen durchzuführen, die Verhaltensweisen von Vampiren zu erforschen und so ihre verstecke ausfindig zu machen. Ich besorge die Jagdausrüstung und spüre die Ungeheuer auf.
Dann kommt meine dunkle Seite zum Zuge: Hyde übernimmt meinen Körper und geht auf Jagd. Mit seiner Hilfe konnte ich schon unzählige Vampire unschädlich machen und Hyde hat keine unschuldigen Menschen mehr ermordet, sondern erweist ihnen sogar einen lebensrettenden Dienst.
Seufzend erhob ich mich von meinem Sessel. Die Nacht brach herein und ich hatte den nächsten Vampir bereits ausfindig gemacht. Nun war Hyde an der Reihe.
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