Cat Eyes

GeschichteAbenteuer / P18 Slash
Harry Potter Lucius Malfoy Regulus Arcturus Black Severus Snape
24.05.2008
19.06.2008
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Tadaaaaaaaaaaaaaaaaaaa! Da bin ich wieder mit der neuen Geschichte, ich hoffe, euch ist die Zwischenzeit nicht zu lang geworden *g* Ich weiß, vermutlich werden VIele Sagen, dei Grundidee ist alt, aber jeder Autor macht es anders *g*

Ich hoffe, die Geschichte wird euch wieder gefallen





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„Oooch, komm schon!“

Harry lachte etwas: „Ist gut", meinte er. Und schon hatte er sich wieder überreden lassen, obwohl er nicht wollte. Er hatte keine Lust auf einen Ausflug nach Hogsmaede, aber Ron hatte ihn so lange bedrängt, bis er nachgegeben hatte.

Dabei war ihm weder nach Lachen noch nach Ausgehen. Eigentlich hatte er den Tag allein in der Kammer des Schreckens verbringen wollen. Allein mit sich und seinen ganz und gar nicht lustigen Gedanken. Aber er wollte auch Hermine und Ron, na ja, eher Ron, nicht hängen lassen. Das brünette Mädchen hatte, als er meinte, dass er lieber hier bleiben würde, nur mit den Schultern gezuckt und gemeint, er solle wirklich etwas Zeit mit Lernen zubringen, es würde seinen Noten sicher nicht schaden.

So war sie eben.

Also wurde es wieder nichts mit seiner Zeit für sich allein. Er würde sich zu einem anderen Zeitpunkt mit seinen eigenen Problemen beschäftigen müssen. Was würde er darum geben, endlich aufhören zu dürfen, ständig dumm vor sich hinzulächeln, nur weil man es erwartete! Weil es dazu gehörte!

Er lächelte erneut, als Ron ihn anstieß. Dann hob er die Feder wieder, die er achtlos über das Pergament gleiten ließ. Immer mal wieder baute er einige Fehler ein. Nicht, weil er nicht wusste, was er tat, oder weil er glaubte, was er schrieb, sondern einfach aus Gewohnheit. Schon seit der ersten Klasse musste er es tun und er hatte von Anfang an auch hier den Drang dazu gehabt, die anderen nicht wissen zu lassen, was er wirklich konnte.

Schließlich hatte er auch den Tränkeaufsatz fertig. Wortlos legte er das Dokument beiseite, wobei es ihm hier wirklich leid tat, so dumme Fehler zu machen. Aber er tat es, wie immer. Wie Snape wohl kucken würde, wenn er wüsste, was Harry wirklich konnte und wie viel Spaß ihm Tränke bereiteten? Nun – wahrscheinlich würde der Mann einfach nur umkippen.
Früher hatte ihn diese Vorstellung amüsiert, aber seit Sirius gefallen war, war ihm alles auf eine ungute Weise egal. Er hatte seinen Glauben in das Gute und sein Vertrauen in Dumbledore verloren. Auch etwas, was er nicht laut sagte. Als er vor vier Wochen nach Hogwarts zurückgekehrt war, war er dazu übergegangen, als habe es die Ereignisse zuvor nie gegeben.

In Wirklichkeit fühlte Harry sich innerlich tot, abgestorben, als Sirius gefallen war. Remus hatte versucht, sich zu Beginn um ihn zu kümmern. Aber so nett Remus war, er kannte ihn kaum, nur von der kurzen Zeit, die der Andere hier als Lehrer verbracht hatte und von zwei, drei Ordenstreffen. Das reichte bei ihm bei Weitem nicht, um Vertrauen aufzubauen. Der Werwolf hatte ihn eingeladen, zu reden, sollte er je das Bedürfnis verspüren. Aber Harry hatte nie gelernt, seine Probleme in Worte zu fassen. Nicht zu Vergessen, dass er sich dann auf einmal gar nicht mehr gerührt hatte.

Nur Sirius hatte er vertraut. Mit Sirius hatte er über seine Zweifel und Ängste geredet, manchmal stundenlang, eng an den Älteren gekuschelt. Da hatte er sich sicher gefühlt. Sie hatten über die Politik und den Krieg geredet. Ihr letztes Gespräch vor... dem Fall von seinem Patenonkel in die Geisterwelt, hatte sich um Harrys Rolle im Krieg gedreht. Darum, dass er sich nicht dazu drängen lassen sollte, etwas zu tun, was er nicht wollte.

Harry war ein Kind und kein Krieger, das hatte Sirius immer wieder wiederholt. Und er habe ein Recht auf seine Ruhe und seinen Frieden. Pah! Das hätte er mal den anderen sagen sollen! Der Presse, die ihn immer weiter drängte, zu einem Mörder zu werden. Dumbledore, der ihn unter Druck setzte, doch endlich stärker zu werden, ohne ihm in irgendeiner Form Unterricht zu geben.

Und jedes Jahr brachte er erneut seine Freunde und sich selbst in Gefahr, weil die Erwachsenen ihm nicht glaubten. Na ja, abgesehen von Snape vielleicht. Der hatte ihn immer erst böse angesehen, ihm dann verboten, der Sache nachzugehen und dann versucht, selbst etwas zu unternehmen. Nur, dass Harry doch immer schneller gewesen war.

Was wohl auch einer der Gründe war, warum der Mann ihn so wenig mochte. Snape war von Jahr zu Jahr härter zu ihm gewesen, strenger, um ihn zu bremsen und jedes Mal hatte er es dem Mann wieder schwerer gemacht, auch, weil Sirius ihm immer wieder erzählt hatte, wie sie den Mann in dessen Schulzeit verarscht hatten.

Und dann die Sache mit dem Memorandum, in dem er nichts zu suchen gehabt hatte...
Kein Wunder, dass Snape ihn bis aufs Blut hasste. Dabei war das der Mann, dem er am meisten traute. Den er kannte, den der bewunderte für seinen Mut, bei Voldemort zu spionieren und jedes Mal aufs Neue seine Haut zu riskieren.

Allerdings ging es inzwischen mit seiner Laune so weit, dass er Hedwig beneidete. Sie war ein Tier, sie hatte Flügel, von ihr erwartete niemand, einen dummen Krieg zu gewinnen oder ihren Hals für die Fehler anderer hinzuhalten. Sie konnte kommen und gehen, wann immer und wie immer sie wollte.

Aber er war gefangen. In der Schule, in seinem beschissenen Leben, bei seinen Verwandten, in seinen angeblichen Verpflichtungen...

„Harry?“

Er sah auf: „Neville, was gibt es?“

„Ach, du hast nur gerade so... ungut ausgesehen.“

Erneut zwang Harry sich sein Dauerlächeln wieder auftauchen zu lassen. „Nev, mach dir keine Sorgen.“

Neville zog seine Augen zusammen. Schon seit Beginn des Jahres hatte er das Gefühl, dass er was mit dem Anderen nicht stimmte. Kurz streifte er seinen linken Arm. Irgendwie kam er sich wie ein Verräter vor, andererseits musste er dem folgen, an das er glaubte. Er wusste, er musste einmal mit Harry reden, ohne dass seine beiden Wachhunde dabei waren.

Ron und Hermine hatten sich extrem verändert und er hatte eine Vermutung warum, aber Harry würde ohne Beweise sicher niemandem glauben. Niemandem außer seinem Paten Black und den gab es ja nicht mehr.

Wenn der Grünäugige dachte, dass niemand ihn beobachtete, dann verschwand das künstliche Grinsen und ein seltsam verlorener Ausdruck erschien, der einem einfach nur in der Seele weh tat. Warum hatte niemand außer ihm das je gemerkt? Vor allem die Lehrer zogen es offensichtlich vor, ihre Augen zu schließen.




Mit ruhigem Blick überwachte Severus seine Klasse. Die schlimmsten Stümper war er dieses Jahr los, zu denen zählten Parkinson, Weasley und Longbottom. Allerdings war ihm, entgegen seines Willens, Potter erhalten geblieben, wie auch immer der es geschafft hatte! Denn er hatte die entsprechenden Noten geschafft, trotz seiner offensichtlichen Unfähigkeit. Was ihn dazu brachte, den Unglücksraben nicht aus den Augen zu lassen.

Potter war das letzte rote Tuch, das geblieben war und er würde eine Menge geben, auch ihn loszuwerden. Er hatte wirklich Probleme damit, dass der Bengel in sein Memorandum gesehen hatte, aber ihm war auch klar, dass er etwas extrem heftig reagiert hatte.

Allerdings hatte er schon seit Wochen den Eindruck, dass etwas nicht stimmte. Mal davon abgesehen, dass der Bengel trotz aller Vorkommnisse offensichtlich beschlossen hatte, blind zu spielen was die Intentionen des Direktors anging, schien den Jungen irgendetwas wirklich zu quälen.

Eigentlich ging es ihn nichts an, es sollte ihn nicht mal interessieren, aber er wollte wissen, was da vor sich ging! Was hieß, dass er sich vermutlich ein weiteres Magengeschwür holen würde. Er fragte sich ohnehin, warum es immer damit endete, dass er den dummen Bengel vor irgendwelchem Schaden bewahrte...

„Potter!“

Erschrocken zuckte Harrys Kopf nach oben. „P...Professor?“

„Wie viele Federn?“, fragte er drohend.

„Äh... zwei?“

„Und warum haben Sie dann drei in Ihren Fingern? Haben Sie über Nacht auch noch das Zählen verlernt? Haben Sie eigentlich eine Ahnung, was diese dritte Feder anrichten würde?!“

‚Der Trank wird sich in Säure verwandeln, wenn ich dann noch das Einhornpuder dazu gebe, geht er an die Decke und eine Renovierung ist fällig,’ leierte er sich selbst herunter, bevor er den Anderen mit großen Augen ansah: „P...P...Professor?“

„Es würde zu einer Säure werden, die sich durch alles frisst Sie Dummkopf! Wie Sie es hier in diese Klasse geschafft haben, ist mir ein absolutes Rätsel!“

Harry senkte nur seinen Kopf, doch dabei entging ihm nicht das abfällig-zufriedene Funkeln in Hermines Augen, bevor die sie zu ihm beugte: „Hast du denn nicht gelesen, was da stand?“
Severus runzelte die Stirn, dann wandte er seinen Blick wieder den anderen Schülern zu. Er merkte gar nicht, dass er vergaß, dem Jungen Punkte abzuziehen oder ihm das Wochenende zu streichen. Kein Hogsmaede war sicher eigentlich die schlimmste Strafe hier für Schüler in diesem Alter.

Keine Chance, heimlich mit Weasley Nummer sieben oder Chang zu knutschen...

Nun, er bezweifelte, dass das der letzte Fehler von Potter bleiben würde. Es gab noch reichlich Schritte, die diesen Trank unbrauchbar machen könnten.

Verdammt! Harry starrte frustriert in seinen Topf, wo ein perfekter Trank vor sich hinsimmerte. Dabei hatte er versucht, so zu bewirken, dass er nicht nach Hogsmaede gehen musste. Lieber hätte er hier Kessel geschrubbt. Nun aber würde er wohl hingehen müssen. Das hier war immer noch entspannender, als das dumme Dauergrinsen.

Draco hatte diesen Zwischenfall beobachtet. Er runzelte die Stirn. Schon seit dem ersten Schuljahr beobachtete er den Jungen, der sich selbst zu seinem Rivalen gemacht hatte. Aber etwas stimmte nicht mit ihm. Würde er es nicht besser wissen, erhätte geschworen, Potter hatte gewartet, bis Sev hingesehen hatte, um die dritte Feder zu nehmen. Als habe er es auf eine Strafe angelegt.

Etwas ging vor und er wollte nicht mehr Draco Malfoy sein, wenn er es nicht herausbekommen würde! Noch heute Nacht würde er einen Rat zusammenrufen und Potter beschatten lassen!

Er wusste nicht, warum er das tat, aber Potter hatte ihn schon immer fasziniert und er wollte verdammt sein, wenn er das Geheimnis um ihn nicht lösen konnte! Wer wusste, vielleicht war es etwas, das ihm helfen konnte! Ihm und seinem Vater.

Denn Lucius war sein, wenn auch nur kurzer Aufenthalt in Azkaban nicht wirklich so gut bekommen, auch wenn sein Dad es zu verstecken versuchte, wusste Draco, dass der oft von Albträumen geweckt wurde und dafür wollte er Rache, er wollte, dass Potter genauso litt! Aber nur, wenn er es war, der dieses Leiden auslöste!

Also, wenn sich jemand an Potter vergriff, wollte er es, verdammt noch mal, wissen! Denn das musste er stoppen, nur er hatte das Vorrecht, den Anderen zu brechen und das würde er sich verdammt noch mal von niemandem nehmen lassen!

„Die Stunde ist gleich um, füllen Sie Ihre Tränke ab und bringen Sie sie nach vorn.“

Severus beobachtete, wie die Schüler die Phiolen mit ihren Namen beschrifteten und zu seinem Pult brachten. Alle hatten irgendeinen Blauton, wie es sein sollte, nur zwei hatten aber den, der den Trank brauchbar machte. Draco, von dem er es erwartete und Granger, bei der es immer so war. Potters... hatte eine reichlich kränklich blaue Farbe, was mal wieder die Frage aufwarf, was er dieses Mal versaut hatte. Dabei hatte er den Bengel die gesamte Zeit über wie ein Adler überwacht!

Er beobachtete, wie die Schüler ihren Platz verließen, nur einer nicht. „Draco? Was gibt es?“
„Onkel Sev, hast du eine Ahnung, was mit Potter abgeht? Den Fehler eben, ich schwöre dir, das war Absicht, das war die einzige Stelle, wo er etwas falsch machen konnte, ohne jeden in seiner Nähe damit umzubringen!“

Severus runzelte die Stirn. Diesen Spitznamen bekam er nur zu hören, wenn Draco aufgeregt war. „Das dachte ich mir auch schon.“

„Warum hast du ihm keine Punkte abgezogen oder ihn morgen Strafarbeiten machen lassen?“

„Weil ich denke, dass er wesentlich mehr gestraft ist, wenn er den Tag mit Weasley Nummer sechs und sieben verbringen muss.“

Dracos Augen wanderten nach oben. „Das würde voraussetzen, dass er wüsste, was um ihn herum abgeht!“

Der Tränkemeister nickte und stapelte die Hausaufgaben. Oben lag der von Potter und man konnte sich über die Fehler mal wieder nur die Haare raufen, sie waren so dämlich, dass es ihm schon Schmerzen bereitete. Nach kurzem Überlegen schob er Draco den Aufsatz zu. „Wenn er so dumm wäre, wie er tut, wie hat er es dann wieder mal in meine Klasse geschafft!?“

„Du denkst, er spielt?“

„Das denke ich.“

„Warum?“

„Das, Draco, ist die Frage und da er es mir sicher nicht einfach so erzählen wird...“

„Werde ich das rausfinden", grinste er kühl.

„Ich will Berichte.“

„Klar...“




„Komm schon! Komm schon, der Honigtopf! Ich will mir was kaufen! Kannst du mir Geld leihen?!“

Harry biss die Zähne hinter seinem Lächeln zusammen und hob seine Hand: „Sorry, ich hab nicht einen Knut dabei.“

„Was? Willst du mich verarschen?!“

„Nein", gab Harry ernst zurück. „Ehrlich, ich hab nichts dabei, weil ich nichts brauche", er hob den Beutel: „Nur das abgezählte Geld für die Federn und die Tinte.“

Ron knirschte mit den Zähnen. „Na toll!“, blaffte er. „Jetzt hab ich wieder keine Süßigkeiten! Und du bist reich!“

Hermine stand nur da und hörte zu, ohne einzugreifen.

„Ron, was soll das?“, fragte Harry ruhig. „Ich hab vielleicht Geld, aber ich komm doch noch gar nicht ran!“

„Widerwärtiger Geizkragen!“

Harry biss die Zähne aufeinander, diesmal täuschte er noch nicht mal mehr ein Lächeln vor. „Ich bin nicht dein Geldscheißer!“ Ohne ein weiteres Wort wandte er sich einfach um und rannte davon, ohne nachzudenken. Einfach weiter in die Prärie, irgendwo hin. Als er keine Leute mehr sah, setzte er sich auf einen Stein und zog die Beine an den Körper.

Er schniefte leise und sah auf, in den trüben Himmel, der bereits Regen versprach. Er konnte es nicht fassen, was hatte Ron sich dabei nur gedacht? Sah er ihn nur als Goldesel für Süßigkeiten und andere Dinge? Hatte Ron doch die gesamte Zeit davon geredet, dass Harry ihm zu Weihnachten einen Besen schenken müsse!

„.. in Ruhe!“

„...Zicke! Hure! Du hast mich betrogen...“

„Du hast doch damit angefangen!“

Kurz blickte Harry auf. Die Stimmen klangen relativ nah, doch er stand zwischen mehreren Bäumen, wenn er ruhig war, würde man ihn sicher nicht sehen.

Dann aber sah er Zauber durch die Luft fliegen. Hastig ging er in Deckung – dummerweise nur nicht schnell genug. Etwas traf ihn, aber da war kein Schmerz oder so, nur sein Körper veränderte sich.

Zu seinem Entsetzen erkannte er, was passierte. Schon vor einigen Wochen hatte er es geschafft, zum ersten Mal seine Animagusform anzunehmen und auf einmal hatte er sie wieder. Er sah herunter auf seine kleinen, schwarzen Tatzen, dann kroch er aus seinem Pullover hervor. Was?! Was sollte das? Normalerweise verlor er doch nicht seine Klamotten bei der Verwandlung!

Aber da lagen sie!

Er schloss die Augen, konzentrierte sich, doch nichts geschah. Er konnte sich nicht zurückverwandeln! Er steckte fest! Er steckte fest in der Form eines jungen Kätzchens! Das konnte... das durfte doch wohl nicht wahr sein! Das hatte ihm wirklich gerade noch gefehlt! Was sollte das?!

Hastig lief er los, in Richtung der Streitenden. Dann blinzelte er. Ginny? Aber... hatte die nicht behauptet, vollkommen in ihn verliebt zu sein?! In dem Moment zuckte ein neuer Zauber. Diesmal ging er aber rechtzeitig in Deckung und er prallte nur in den Baum. Es war dieselbe Farbe, die er gesehen hatte.

„Was war das?!“

Dean grinste böse. „Zu schade, dass es nicht getroffen hat!“

„WAS WAR DAS?!“

„Ein Zauber, der dich in deiner Animagusform binden wird!“

„Bist du wahnsinnig?!“

Der Andere grinste hämisch. „Was? Keine Lust für den Rest deines Lebens eine Kakerlake zu sein?“

„Woher..?!“

„Dein Tagebuch.“

„Du hast mein Tagebuch...?!“

„Ja.“

„DU... du Schwein! Willst du mich umbringen ?!“

„Nein, nur demütigen! Und der Zauber hält etwa vier Wochen!“

Schon schoss der nächste Strahl, aber nun schaffte Ginny es, abzuhauen, dicht gefolgt von Dean. Sie ließen eine winzige vollkommen verwirrte Katze mit stechend grünen Augen zurück.

Harry starrte auf seine Pfoten. Vier Wochen.. Vier Wochen war er in dieser Form gefangen! Vollkommen hilflos und niemand wusste von seiner Animagusform! Was sollte er tun? Er hatte keine Ahnung!

Langsam trabte er los, er merkte kaum, wie es zu regnen begann, zu tief war er in seine Gedanken versunken. Ginny. Sie hatte was mit Dean und das wohl schon seit einer Weile. Und nicht nur mit Dean. Nicht, dass er sie je geliebt hatte, aber warum diese Lüge?

Er fuhr sich mit der Pfote über die Augen, als würde er versuchen, sich die Tränen abzuwischen und vielleicht tat er das ja auch. Den Blick starr auf die Kopfsteinpflaster gerichtet, tapste er weiter. Inzwischen regnete es in Strömen und auch die Hausmauern boten ihm kaum Schutz.

Und auf einmal verlor er Kontakt zum Boden. Sofort begann er, um sich zu schlagen, doch er traf nur die Luft.

„Ruhig, Kleiner", sprach eine – nur zu vertraute – Stimme. „Ich will dir nur helfen.“

Malfoy! Draco Malfoy! Nein, nein, nein! Beschissener konnte sein Tag doch gar nicht mehr laufen! Er jaulte auf und versuchte erneut, sich zu befreien, doch es klappte nicht. Stattdessen wurde er fester gepackt.

„Du bist ja ein dürres Bürschchen und du hast kein Halsband", stellte Draco fest. Er hatte sich geärgert. Potter hatte Blaise abgehängt, nachdem er sich mit dem Wiesel gezofft hatte und er hatte hier gewartet, bis der Trottel auftauchte, doch bis jetzt keine Spur.

Stattdessen war eine junge Katze, ein kleiner Kater an ihm vorbei geschlurft, vollkommen schwarz bis auf eine blitzförmige Blässe auf der Brust. Das Tier war vollkommen durchnässt und sah einfach kläglich aus. Was ihn dazu gebracht hatte, das Tier aufzuheben, wusste er nicht, doch er beschloss spontan, es mitzunehmen.

Harry versuchte erneut, sich zu wehren, aber das hatte nur zur Folge, dass der Griff sich verstärkte – ja, und dann wurde er in eine Tasche gesteckt.

Er wimmerte leise und versuchte, sich zu befreien, aber es war aussichtslos, zwar sah er als Katze im Dunkeln, aber hier gab es keinen Ausweg. Egal, aus was der Stoff von Malfoys Umhang war, mit seinen winzigen Krallen hatte er keine Chance.

Es schien eine halbe Ewigkeit zu vergehen, bevor er endlich wieder heraus gelassen wurde, kurz sah er sich um. Das Slytherin-Gemeinschaftszimmer.

„Och wie süß! Dray, wo hast du die denn her?!“

Sofort legte Harry die Ohren an und versuchte, den Rückwärtsgang einzulegen, doch es war hoffnungslos. Sofort wurde er gepackt – diesmal am Nackenfell. So, dass er sich nicht rühren konnte.

„Mitten im Regen", gab er ruhig zurück.

„Sonst nimmst du doch auch keine Streuner mit.“

„Hast du schon vergessen? Sev hat morgen Geburtstag.“

Nein, nein, nein! Das durfte nicht wahr sein! So viel Unglück konnte er doch nicht haben! Wen zum Henker hatte er in seinem Leben so angepisst, um diese Strafe zu verdienen? Snape hasste ihn!

„Aber eine Katze? Ich meine... mag er überhaupt welche?“

„Lieber als Menschen", meinte Draco nur amüsiert. „Und der Kleine ist mindestens so ein kleiner Menschenhasser, wie Sev selbst. Die beiden werden sich gegenseitig das Leben sicher schwer machen!“

Pansy lachte amüsiert, doch dann meinte sie. „Komm, trocknen wir den Kleinen ab und geben ihm ein Schälchen Milch und etwas zu fressen. Hühnchenfleisch? Ich denke, ich könnte welches beschaffen.“

Draco grinste „Tu das, ich kümmere mich um sein Fell.“ Dann hob er den kleinen Kater hoch. „Und nicht kratzen, ich will dir nichts tun.“

Nichts tun?! Hallo? Er sollte ein Geschenk für Snape werden! Für Snape! Ausgerechnet für Snape! Doch abhauen war vielleicht auch nicht die beste Idee. Wer wusste, was dann geschehen würde? Immerhin konnte Draco gerade zaubern und er nicht! Allerdings versuchte er sich sehr, sehr klein zu machen, als das riesige Handtuch kam. Er schlug sogar danach.

„Also, du bist wirklich ’ne komische Katze!“, stellte Draco amüsiert fest. „Kein Problem damit haben, im triefenden Regen rumzulaufen, aber du magst es nicht, dich abtrocknen oder streicheln zu lassen! Ganz ehrlich, du passt zu Onkel Sev!“

Onkel Sev? ONKEL SEV? Hilfe! Hilfe! Das konnte nicht wahr sein! Ein Albtraum! Und das nur weil Ginny ganz offensichtlich wirkliche Probleme mit Treue zu haben schien!

Amüsiert über das wirklich seltsame Verhalten der Katze, die, darauf könnte er schwören, jedes Mal, wenn sie den Namen seines Paten hörte, zusammenzuzucken schien, wie Longbottom, während er sie vorsichtig abtrocknete. Sie hatte auch mehrere Verletzungen und eine kahle Stelle am Unterbauch, doch sonst war das Tier in Ordnung.

Ja, das war das perfekte Geschenk! Trankzutaten hatte Sev schon zu Ostern, Weihnachten und zum letzten Geburtstag bekommen, das hier war endlich mal was anderes! Und die Katze war schwarze, so, wie Severus’ Klamotten. Besser ging es gar nicht!

„Hier bin ich wieder!“, rief in dem Moment Pansy, was bei Harrys überreizten Sinnen fast dazu geführt hätte, dass er unangespitzt durch die Decke gehen wollte, doch Draco hielt ihn fest.

„Schrei nicht so, das Vieh hätte mich fast gekratzt vor Angst!“

„Oh, ’tschuldigung", meinte Pansy getroffen und stellte die Näpfe vor die Katze.

Harry blinzelte, ein Mal, zwei Mal, doch die schienen im Ernst zu erwarten, dass er das fraß und soff! Mit zusammengezogenen Augen starrte er auf das Mädchen.

„Kuck mal! Die schaut, wie Sev, wenn er Longbottom sieht!“

Draco lachte ebenfalls und tauchte seinen Finger in die Milch, hielt ihn vor Harrys Nase. „Hier, probier mal!“

Harry fauchte nur.

„Er hat keinen Hunger.“

„Na, dann eben nicht, kleine Kratzbürste", meinte Draco nur belustigt, packte ihn wieder am Kragen, winkte Pansy, ihm zu folgen und stieg einige Treppen nach unten in die Schlafräume von Slytherin. Nein! Da wollte er nicht hin! Aber mal wieder hatte er nicht wirklich eine Wahl...

Er sah zu seinem Schrecken, wie Draco einige Gegenstände in einen Käfig transfigurierte, dann stellte Pansy die Schälchen hinein, bevor Draco ein trockenes Handtuch rein legte und ihn darauf setzte, dann schnell den Deckel schloss. Toll – er war gefangen.

Pansy setzte sich auf das Bett und blickte auf das verschreckte Tier, dass die Stäbe des Käfigs ablief und einmal sogar versuchte, hinein zu beißen. „Wow! Das ist das klügste Tier, was ich je gesehen habe!“

Draco nickte. „Der Kleine ist cool! Was meinst du? Wie wollen wir es nennen?“

„Sollten wir das nicht deinem Onkel überlassen? Ich meine...“

„Dann bekommt er nie einen Namen.“

‚Ich habe einen Namen!’, wollte Harry rufen, doch nur ein klägliches Maunzen war zu Hören. Verdammt! Frustriert kroch er unter das Handtuch. Er wollte niemanden mehr sehen oder gesehen werden.

„Och, wie süß!!“

Draco grinste nur etwas. „Und? Namensvorschläge?“

„Avada? Wegen der Verfärbung auf der Brust?“

„Neee, das erinnert ihn viel zu sehr an Potter!“

Oh toll, dachte Harry nur verzweifelt.

„Nacht vielleicht? Er ist so dunkel, wie die Nacht. Und es ist ein einfacher Name.“

„Man kann ihn aber nur schlecht rufen.“

„Was dann?“

„Shaddow? Was sagst du?“

Pansy grinste und nickte. „Das ist gut!“

Oh, er war so was von verratzt....