Tag des Sturms

von Angeli
GeschichteAllgemein / P16
Ares Gabrielle Hercules Xena
23.05.2008
03.09.2009
25
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Kapitel zwei- Vertrauen

Ares runzelte die Stirn. Wollte sie ihn nicht bemerken oder konnte sie es nicht? Normalerweise fühlte Xena seine Anwesenheit in ihrer Umgebung und zeigte dies meistens mit dem lauten Rufen seines Namens, einen auf ihn bezogenen Fluch oder das ziehen ihres Schwertes. Aber dieses mal kam nicht die geringste Reaktion von ihr, obwohl er sie schon eine ganze Weile beobachtete. An der Balustrade des Balkons gelehnt auf dem sie gerade stand, ihr Blick nachdenklich schweifend in die ferne gerichtet und dennoch schien es als würde ihr Blick nichts wahrnehmen. Tief in Gedanken versunken bot die Kriegerprinzessin ein selten Anblick. Sie, die sonst immer wachsam war, ihre Umgebung bis ins kleinste Detail wahrnehmen konnte bemerkte ihn einfach nicht. Die Sonne neigte sich langsam der Erde zu, bald würde es Nacht werden. Es war bereits merklich kälter geworden und dennoch verharrte die Kriegerprinzessin in dieser Stellung, mit diesem merkwürdigen Blick. Ares beschloss das er genug gewartet hatte und rief ihren Namen. Keine Reaktion. Langsam näherte er sich ihr und rief sie erneut an. Nicht die leiseste Veränderung in ihrem Gesicht oder in ihrem Blick der zeigte das sie immer noch im Reich ihrer Gedanken weilte. Was hätte er dafür gegeben einmal einen Blick auf ihre Gedanken werfen zu können. Sie die ihm zwar vertraut, doch immer ein Rätsel bleiben würde. Er streckte die Hand aus um sie leicht an der Schulter zu berühren „Xena?“ Sie zuckte zurück als hätte er ihr einen Schlag verpasst. Mit einer geschmeidigen Bewegung zog sie ihre Waffe und richtete sie auf Ares Kehle ihr Blick fest auf seine Augen gerichtet. Ihr Blick... für eine Sekunde schien es Ares als hätte er in ihrem Blick eine Überraschung wahr genommen die fast schon Angst glich. Aber dieser Moment war so schnell vorbei das er schon im nächsten nicht mehr sicher wahr was er gesehen hatte. Xena hatte Angst? Ausgerechnet vor ihm? Dieser Gedanke war ihm mehr als Fremd. Normalerweise würde er sich darüber amüsieren aber in der momentanen Situation war er leicht beunruhigt. Er kannte sie gut genug um zu wissen das etwas nicht in Ordnung war und er musterte sie genauer. Sie schien müde zu sein, fast könnte man sagen erschöpft. Und dann dieser Blick. Er war sich nicht mal sicher was er da gesehen hatte, aber eins war sicher...Irgendetwas stimmte hier nicht.

Ihr Kopf schmerzte und ihr Hals war ganz ausgedörrt. Wieder richtete sie den Blick in die ferne, fixiert auf einen Punkt der nicht existierte. Was war nur los mit ihr? Alles schien normal, und dennoch... manchmal kamen diese Momente in denen sie sich selber fremd war. Letzte Nacht war es wieder so weit gewesen. Als schiebe sich etwas vor ihren Blick und trübe ihn und dennoch konnte sie dann mehr wahrnehmen als sonst. Sie konnte nicht mehr das Feuer sehen an dem sie sich mit Gabriele wärmte, aber ihr schien als könnte sie dahinter sehen. Eine verborgene Welt tat sich vor ihren Augen auf und sie sah.. sie sah... ja was eigentlich? Das was mit ihr geschah war ihr so völlig fremd das sie dieses Gefühl nicht einordnen konnte. In diesen Momenten fühlte sie sich außerordentlich stark, mehr noch unbesiegbar. Doch wenn dieser Moment vorbei war, ihr blick sich wieder klärte und sie die Umgebung wieder wahr nehmen konnte fühlte sie sich schwach. So als wäre ein Teil von ihr verschwunden und hätte sie unvollständig zurückgelassen. Was war nur los mit ihr? Gabriellas Gesicht schaute immer häufiger sorgenvoll zu ihrer Freundin, natürlich hatte sie Xenas Anspannung in den letztenTagen bemerkt. Immer wieder hob sie ihren Blick zu dem der Kriegerprinzessen, doch diese schüttelte nur leicht den Kopf... es war nichts.. alles in Ordnung. Obwohl sie wusste das sie Gabriele damit nicht beruhigen konnte hielt sie doch irgend etwas davon ab ihr zu sagen was mit ihr los war. Was war es denn eigentlich? Sie wusste es selbst nicht. Sie, die sich normalerweise auf ihren vom Kampf gestählten Körper verlassen konnte traute sich selbst nicht mehr. Wenn sie sich wenigsten hinlegen und schlafen könnte. Aber sie schlief schon eine ganze Weile kaum noch. Ihre Träume waren erfüllt von Schatten, die ihr unbekannt und doch auf bizarre weise seltsam vertraut waren. Dennoch konnte sie sie nicht einordnen. Wenn sie doch nur mit Gabriele darüber reden könnte. Schmerzlich wurde ihr bewusst das sie in der letzten Zeit wie Fremde nebeneinander her gingen. Gabriele machte sich Sorgen um sie, das wusste Xena und doch fühlte sie sich in der letzten Zeit unbehaglich in der Gesellschaft ihrer Freundin, Gabriele fühlte sich durch ihr verhalten und das Fehlende Vertrauen gekränkt. Das wusste Xena und so hatten sie heute zum ersten mal nach langer Zeit ihrer gemeinsamen Reise auf getrennte Zimmer bestanden. Dennoch fühlte sich Xena durch diese Tatsache mehr erleichtert als schuldbewusst. „Xena?“ Die Stimme und die Berührung ihrer Schulter holten sie jäh in die Realität zurück. Erschreckend wurde ihr bewusst das sie wohl zulange im Gedanken versunken gewesen war und das sie in dieser zeit leichte Beute gewesen wäre für jeden Angreifer. Blitzschnell zog sie ihre Waffe bereit sie auf den Feind zu richten, schon fast rechnete sie damit einen der Schatten aus ihren Träumen vor sich zu sehen, aber es wahr nur Ares. Nur... Xena verkniff sich einen Seufzter und dankte im Stillen dafür das nur er war. Kein Schatten der sie insgeheim mit Angst erfüllte obwohl das die stolze Kriegerin niemals zugeben würde. Dennoch fühlte sie sich ertappt das sie sich vor Ares so eine Blöße gegeben hatte. Auch wenn sie es niemals zugeben würde, er kannte sie besser als die meisten anderen ihrer Feinde. Und das ausgerechnet Ares bemerkte das er sich aus ihren Gedanken aufgeschreckt hatte missfiel ihr. Unwirsch fuhr sie in an. „Was willst du?“ lächelnd betrachtete er sie. Er wusste wohl das ihr ihre kleine Unachtsamkeit peinlich sein dürfte, dennoch hatte sie sich bemerkenswert schnell gefangen. „Wie wäre es mit einem Hallo, Xena?“ leise knurrend fixierte sie seine Augen, nicht ohne das Schwert noch etwas näher an Ares Kehle zu drücken. „Nun meine Liebe... etwas gereizt heute?“ unschuldig lächelnd schob er das Schwert von seinem Hals und trat einen kleinen Schritt auf sie zu. „du weißt ich liebe deine Aggressive Art, aber ausgerechnet mir gegenüber?“ Xena wandte sich ab und warf ihr Schwert unachtsam auf das breite Bett im inneren des Zimmers. Sorgsam darauf Bedacht Ares blick zu meiden, er hatte sie wirklich eiskalt ertappt. „was willst du Ares?“ ihre stimme nahm einen leicht resignierenden Tonfall an, ihr war bewusst das sie Ares, wie so oft, nicht mehr so schnell loswerden konnte. Aber ausgerechnet heute fehlte ihr die Kraft für ihre gewöhnlichen Auseinandersetzungen, sie fühlte sich wie erschlagen von der bleiernen Müdigkeit die auf ihr lastete. Ares bemerkte ihren Tonfall und zog fragend eine Braue nach oben, er hatte recht gehabt, etwas stimmte nicht. „Bist du in Ordnung?“ Entgegen seinen Sonstigen Gewohnheiten hatte er beschlossen Xena direkt danach zu fragen, eine leise Sorge um die Kriegerprinzessin hatte ihn bemächtigt. „Was soll das?“ barsch wandte sie sich um und ihre blitzenden Augen zeigten Ares das er, wie sooft, das falsche gesagt hatte. „Seit wann interessiert es dich wie es mir geht?“ sie lachte kurz auf. „du bist ein Heuchler, Ares einer der Schlimmsten Sorte und es gibt wirklich nichts was mich an dir oder deinem Besuch interessieren könnte. Also erspar dir die weiteren Peinlichkeiten und verschwinde, bevor du mal wieder mit dem Gesicht nach unten im Dreck landest“ Ihre stimme barst fast vor Zorn, fast schien es ihm als schlage ihm eine Welle des Hasses entgegen. Das war so gar nicht typisch Xena. Für gewöhnlich machte sie zwar keinen Hehl daraus das er sie nicht interessierte, aber so heftig zu Reagieren war ganz und gar nicht ihre Art. Kurz bemerkte er wieder das Aufflackern von Nervosität in ihrem Blick, dann hatte sie sich wieder unter Kontrolle und wandte sich erneut ab. „verschwinde einfach, Ares“ ihre Stimme klang leise und seltsam verloren in der kalten Abendluft. „Es ist etwas wichtiges, Xena.“ müde winkte sie ab. Sie hatte kein Interesse. „Dein Leben ist in Gefahr“ leise lächelnd schaute sie in erneut an. „aber mein Leben ist immer in Gefahr. Das ist nichts neues für mich Ares... ich komm schon klar.“ fragend versenkte er seinen Blick in den der Kriegerprinzessin. Jetzt war es Gewissheit das etwas mit ihr nicht stimmte. Xena der wohl bewusst welche frage in seinem Blick verbarg schüttelte nur leicht den Kopf. Es ist nichts... alles in Ordnung... „Du solltest gehen Ares“ „Xena...“ „Jetzt!“ ihre Stimme nahm bereits wieder diesen Drohenden Tonfall an und er wusste das sie ihm sowieso nicht zuhören würde. Er würde gehen, aber er würde sie ganz sicher nicht aus den Augen lassen. Er trat einen Schritt zurück und verschwand in der jetzt stockdunklen Nacht. Kaum das er weg war sank Xena erschöpft zu Boden. Die Unterhaltung hatte sie angestrengt. Fröstelnd zog sie eine Decke um ihre Schultern, auf ihrer Stirn perlte kalter Schweiß. Sie schloss die Augen und versuchte zu schlafen, das war es was sie nötig hatte. Einfach einmal wieder richtig schlafen, dann würde es ihr besser gehen, dann wäre alles vorbei, alles wieder normal.
Ares warf noch einen letzten beunruhigenden Blick auf sie, Xena hatte  nicht bemerkt das er zwar unsichtbar, aber noch längst nicht verschwunden war und verschwand. Er machte sich auf den weg zu Athene um ihr Bericht zu erstatten und vielleicht auf diese weise ein noch ein paar Informationen über das verhalten der Krieger kurz vor ihrem verschwinden zu sammeln. Nein, es war keineswegs alles in Ordnung.
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