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Das Alchemistendasein, mal etwas anders

von Alfadas
GeschichteDrama / P12 / Gen
19.05.2008
20.05.2008
3
4.242
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19.05.2008 1.313
 
Einst in einem weit, weit entfernten Land, namens Aventurien, lebte eine kleine Familie in
der größten aller Städte, in Gareth. Der Name der Familie war Uferan. Obwohl die Uferans‘
nicht gerade als die Reichen angesehen wurden, so achtete man trotzdem deren Wort. Sie
lebten in einem kleinen Haus mit Garten im Äußeren Teil von der Hauptstadt.
Die Familie bestand aus 3 Personen.

Der Vater, Cassim Uferan, war ein Mann, kleinen Wuchses. Schwarzes, kurzes Haar zierte
seinen Kopf, er war eher schmächtig und er trug immer schwarz. Täglich besuchte der
gläubige Mann den Boron Schrein, trotz der harten Arbeit als Bauarbeiter, die in Gareth
immer etwas zu tun hatten. Er war ein weiser Mann, doch leider hatte keine Mittel sich
weiterzubilden, um einen besseren Beruf zu erlernen.

Die Mutter, Doride Uferan, war eine mittelgroße hübsche Frau. Sie trug ihr blondes Haar
immer offen, ihre Gestalt war zierlich und sie trug immer ein Lächeln im Gesicht. Auch sie
war streng gläubig und besuchte ebenso oft wie ihr Mann den Tempel des Boron, trotzdem
sie fast noch weniger Zeit hatte als ihr Gemahl. Neben der Hausarbeit, die auf sie wartete,
musste die junge Frau sich auch noch einen Nebenjob suchen um das nötige Geld für ihr
kleines Haus zusammenzukratzen. Jeden Morgen ging sie zum großen Markt um dort Äpfel
aus ihrem kleinen Garten dort zu verkaufen.

Das letzte Mitglied war der Sohn. Sein Name war Radulf. Wie sein Vater hatte er schwarzes
Haar und seine Augen waren grün und glichen denen seiner Mutter. Schon von früh auf
musste er lernen alleine zurechtzukommen, denn es war meist keine Seele zu Hause. Seine
Eltern hatten zu viel mit ihrem Glauben und der Arbeit zu tun. Anfangs langweilte er sich
noch daheim. Dann entdeckte er das Malen und wurde nach einiger Zeit zu einem recht
talentiertem Zeichner.

Doch eines Tages waren seine Farben wieder einmal aufgebraucht, mitten in einem
wunderhübschen Bild, das einen Magier darstellte. Er zeichnete und träumte immer von
Magiern. Er wollte einer von ihnen sein…
So marschierte er los zum großen Markt hin, um dort seine Farben für sein neuestes Werk zu
kaufen.
Die langen Straßen Gareths führten mitten ins Innere der Stadt. Er hatte noch nicht einmal
zur zweiten Kurve angesetzt, da kam eine Gruppe von jungen Männern, etwa in seinem
Alter, auf ihn zu. Es waren etwa 5 13-Jährige. Es waren wenige Menschen auf der Straße also
versuchten sie es.
Langsam drängten sie ihn in eine kleine Gasse. Er wusste nicht, wie er sich in so einer
Situation verhalten sollte und wich langsam zurück.
Schließlich begann einer der 5 zu sprechen: „Her mit deinem Geld!“ Seine Stimme klang für
Radulf sehr bedrohlich und er erschrak, als er sie hörte. „Hörst du nicht? Entweder das Geld
oder wir verprügeln dich… und das wird schmerzhaft.“
Er wich noch immer zurück, als er hinter sich plötzlich eine Wand spürte. Eine Sackgasse!

Seine Mutter würde nicht sehr erfreut sein, wenn er das Geld anderen überlies. Wo sie doch
so wenig davon hatten. Also versuchte er verzweifelt einen Weg aus der Sackgasse zu finden.
Das einzige, was er fand war ein Stock. Es war zwar kein geeigneter, denn er war gekrümmt
und das Holz war auch nicht gerade das Beste, doch wenigstens fühlte er sich mit dem Holz
in der Hand sicherer. Sein Griff wurde fester und er sagte unsicher: „Geht … weg. Ihr
bekommt mein Geld nicht.“
Doch die Gruppe lies sich nicht einschüchtern und ging noch immer auf ihn zu.
Er wusste, dass er jetzt gleich eine Tracht Prügel erhalten würde, wenn er nicht schnell etwas
unternahm.

Also rannte er los, stürmte auf den mittleren Jungen zu und drosch mit seinem „Schwert“
auf ihn ein.
Er traf ihn hart und der junge Mann fiel zu Boden. Die anderen starrten fassungslos auf
Radulf.
Er holte wieder zum Schlag aus und schlug weiter auf den am Boden liegenden ein.
Doch schon bei diesem 2ten Schlag barst das Holz und der Stock brach entzwei.
Nun fassten sich die anderen und gingen auf ihn los.
Ihre Fäuste trafen seinen Körper und als er schließlich das Gleichgewicht verlor trafen ihn
auch die Beine hart. Schließlich verlor er das Bewusstsein.

Er erwachte wieder mit einem brummenden Schädel und schmerzenden Gliedern.
Doch in einem Mal erinnerte er sich an alles, was vorgefallen war und griff nach seinem
Geldbeuten. Er war weg! Langsam richtete er sich auf und sah, dass er sich noch immer in der
Gasse befand. Es war inzwischen Nachmittag geworden und er wusste, dass seine Mutter
bald wieder nach Hause kommen würde. Also richtete er sich auf. Es fiel ihm schwer, denn
alles schmerzte und sein Kopf schwamm förmlich. Langsam schleppte er sich nach Hause
und hoffte niemals wieder in eine solche Situation zu geraten.
Daheim angekommen wartete schon seine Mutter auf ihn. Als sie ihn sah stürmte sie auf ihn
zu und nahm ihn in den Arm während sie frage: „Was ist denn mit dir Geschehen? Du siehst
furchtbar aus.“
Als er das hörte erzählte er ihr die ganze Wahrheit und nicht die Ausrede, die er sich
während des Heimweges ausgedacht hatte.
Seine Mutter sah ihn grimmig an und seufzte. „Das schöne Geld. Hmm… wir müssen etwas
gegen deine Wehrlosigkeit tun, sonst werden solche Vorfälle noch häufiger passieren.“ Mit
diesen Worten verließ sie das Haus und kam erst einige Stunden später wieder zurück.
Radulf schlief zu dieser Zeit schon, denn er musste sich von dem ganzen Schmerz in einem
weichen Bett erholen.

Am nächsten Tag zur Mittagszeit, kam seine Mutter wieder von der Arbeit und berichtete
ihm, dass er von nun an einen Lehrer hatte, der ihm dabei helfen sollte sich im Notfall zu
verteidigen.
Radulf war ganz aufgeregt und freute sich schon auf die Lehrstunden.
Von diesem Tag an besuchte der Junge jeden Tag einen alten Mann namens Filidan Negrad.
Dieser Mann lehrte ihm den Umgang mit dem Wurfmesser und sich mit bloßen Händen zu
verteidigen.
Radulf war nicht sehr begabt darin, doch es machte ihm Spaß mit dem alten Mann zu
trainieren.
Jeden Tag trainierte er eine halbe Stunde mit Filidan und nach der kurzen Trainingszeit ging
er meistens mit ihm noch in seine kleine Taverne am Rande Gareths.
Der Junge hörte dort gerne den Wanderern und Anreisenden zu. So erfuhr er viel über
allerlei in der Welt. Auch über seine geliebten Magier und die Akademien in denen Magier
ausgebildet wurden.
Jedes Mal, wenn jemand etwas über Magie erzählte wurden Radulfs Augen riesig und er
stellte sich vor auch einem Magier zu sein.
Einige Jahre später, er war nun 16 Jahre alt, frage er seine Mutter das erste Mal ob er einer
Magier-Akademie beitreten durfte. Ihre Antwort war ein striktes „NEIN“. Sie hatten zu wenig
Geld um sich etwas so teures leisten zu können. Es waren tausende von Dukaten notwendig
um eine solche Ausbildung zu ermöglichen. Die Familie war froh, wenn sie gerade einmal in
guten Zeiten 10 Dukaten zusammensparen konnten, nein, so etwas ging nicht.
Der Junge war enttäuscht, verstand aber die Lage seiner Eltern.
Immer wieder erstellte er Pläne um zu einer Ausbildung zu kommen. Aber spätestens nach
einem Tag verwarf er seine Pläne wieder.
Schließlich, als er 18 Jahre alt war, kam ihm eine Idee, die durchführbar war:
Er wollte weg von Zuhause, weg von alledem, weg von dem ganzen Leben voller Routine,
Armut und Schwachsinn.

Er hatte in den Jahren viel über Akademien gehört und wusste wie es dort zuging,
wenigstens von den Erzählungen aus. Er wusste, dass die meisten Akademien, um genau zu
sein fast alle, tausende von Dukaten für ihre Dienste verlangten.
Alle bis auf die ‚Kaiserlich Garethische Lehranstalt der Magie wider Geister und transsphärische
Wesenheiten zu Perricum‘. Diese Akademie behandelt geistig kranke Magier und
bildet Menschen aus, die ihnen Beitreten wollen um den Magiern zu helfen.
Also hatte er sich vorgenommen auf einen Wagen zu springen, der nach Perricum fuhr und
sich dort zu verstecken, bis der Wagen halt machte…
 
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