Tod und Liebe

von LiLaLE
GeschichteMystery / P18 Slash
Cassandra "Cassie" Hughes Thelma Bates
13.05.2008
10.12.2008
3
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Disclaimer: Weder die Charaktere noch der Grundgedanke oder die Handlung der Serie Hex gehören mir.

Betaleser: Ist in diesem Fall neben meinem Word noch Flo; danke.

AN: einfach rein lesen und vielleicht kommentieren…

Für xSunburstx

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“Sie hat doch nichts getan! Warum Thelma?” Cassies Blick war verzweifelt, doch Azazeal ließ das kalt. Er musste ein Menschenopfer darbringen, um wieder seine ganze Macht zu erlangen; selbst wenn er anders gewollt hätte MUSSTE er es tun! Erschwerend kam noch hinzu, dass Thelma aus Liebe dazu bereit war, für Cassie in den Tod zu gehen, was sie noch wertvoller, geradezu unentbehrlich, für den Nephilim machte. Er würde seine alte Macht zurückerlangen, endlich, nach so langer Zeit!
“Ich habe dir gesagt, dass es ein Opfer sein muss und welches Opfer wäre geeigneter, als ein liebendes?” Seine Augen blitzten böse auf,  während Cassies sich mit Tränen füllten. Ihr Blick glitt nochmals auf ihre beste Freundin, die in ungefähr drei Metern Entfernung an einen alten Holzstuhl gekettet war, die Augenbinde, die ihr der Nephilim kurz zuvor heruntergezogen hatte, hing schlaff um ihren Hals. Sie musste Thelma retten, sie durfte nicht wegen ihr sterben müssen, das durfte nicht geschehen!
Darum setzte Cassie alles auf eine Karte: “Nimm mich für sie!”
In Azazeals Augen trat ein überraschtes Funkeln zutage; er zog den Opferdolch von der Kehle der gefesselten Thelma zurück und ging auf die Blonde zu. “Sie bedeutet dir so viel?” Cassie blickte zu Thelma, in ihre Augen, und ein warmes Gefühl von Vertrauen breitete sich in ihr aus - sie nickte.
Azazeal reagierte nicht, schien aber auch nicht zu bemerken, wie sie mit ihren telekinetischen Kräften dabei die Fesseln ihrer besten Freundin löste, er starrte auf einen Punkt irgendwo am hinteren Ende des Raumes.
“Ja…”, bekräftigte sie ihre Geste um ihn aus seiner Starre zu reißen, und als der Nephilim ihr in die Augen blickte, sah sie starr zurück.
“Du willst wirklich dein Leben für sie geben?” - “Ja!” Cassies Stimme war fest und entschlossen, sie ließ keinen Widerspruch zu. Hätte man sie nur gehört, und nicht gesehen, hätte man vermutlich das Gefühl, dass sie keine Angst hatte, doch sie hatte sie sehr wohl - sie war nur nicht bereit, den Nephilim das merken zu lassen.
Azazeal hob die Klinge. “Dann muss das Liebe sein…” Der Opferdolch näherte sich ihrer zarten Haut auf der Höhe ihrer Kehle.

Thelma beobachtete in Schock, wie Cassie ihr Leben für das Ihre bot; das konnte doch alles nicht wahr sein! Sie wollte nicht, dass das Mädchen, dem ihr Herz gehörte nun ihretwegen starb. Mit einem letzten Klicken gaben die Fesseln an Thelmas Handgelenken aufgrund des leichten Druckes, den sie darauf ausübte, nach und erlaubten ihr, sich zu befreien; sie sprang auf. “Cassie, NICHT!”
Sie rannte die wenigen Schritte auf ihre gefährdete Freundin zu; Azazeal schien damit gerechnet, geradezu darauf gewartet, zu haben, dass sie die Blonde retten wollen würde; mit einer fließenden Bewegung drehte sich der Nephilim um und rammte Thelma das Messer mit voller Wucht in den Bauch.

Ein überraschter Schrei entrang sich ihrer Kehle und sie starrte ungläubig auf die blutrote Klinge des Dolches in Azazeals Hand. Erst als sie langsam gen Boden sank, entfaltete sich der Schmerz in ihrem Unterleib. Cassie fing sie schluchzend auf und küsste ihre Stirn. „Thelma, nicht…“
“Ich habe dir gesagt, dass ich ein freiwilliges Opfer brauche!”, flüsterte der Nephilim kalt, während die Blonde sanft über Thelmas Wangen strich. “Thelma… Verlass’ mich nicht… Ich brauche dich! Es tut mir so leid… Aber bitte verlass’ mich nicht! Ich…” Sie unterbrach sich, Tränen rollten über ihre Wangen und landeten auf Thelmas Haar und ihrem Gesicht. Die Hand der Sterbenden suchte nach Cassies und als sie sie gefunden hatte, drückte sie sie so fest sie es konnte.
“Cassie… Ich…”, setzte sie an, doch ging ihr Versuch zu sprechen in einem röchelnden Husten unter. Erschrocken stellte Cassie fest, dass sie kleine Bluttropfen mithustete.
„Halt durch!“, bettelte sie ihre beste Freundin an, doch Thelma schüttelte nur traurig den Kopf, eine Bewegung die sie unendlich viel Energie kostete, dann lächelte sie ein letztes Mal, wehmütig, ehe ihre Augen sich flatternd schlossen; ihre Hände lockerten den Griff um Cassies Handgelenke, ließen ganz los.

Die Blonde brach in Tränen zusammen, ihr Körper bebte vom Schluchzen und sie drückte die Leiche ihrer besten Freundin an sich, als hätte sie Angst, Azazeal würde sie ihr wegnehmen.
Es war zu spät, Thelma war tot! Dabei hatte sie ihr noch so vieles sagen wollen…
Weil sie es immer unterdrückt hatte, es sich niemals eingestanden hatte, wie sie fühlte; nun war es zu spät, Thelma würde es niemals hören. Trotz allem beugte sich Cassie nochmals über ihre tote Freundin und flüsterte in ihr Ohr: “Ich liebe dich!”
Weitere Tränen bahnten sich ihren Weg über ihr Gesicht, als ein Knurren vor ihr ihre Aufmerksamkeit erweckte. Azazeal!

Cassie hörte auf zu Weinen, beim Anblick des Nephilims, der anscheinend gerade seine ursprüngliche Gestalt annahm; seine “alte” Haut streifte er ab wie einen ausgewaschenen Pullover und zum Vorschein kam ein geflügeltes, gelbhäutiges Monster.

Cassie erwachte schweißgebadet in ihrem Bett, sie blickte zu Thelmas Schlafplatz, der allerdings leer war. “Keine Sorge, es war sicher nur ein Traum…”, versuchte sie, sich zu beruhigen; auch wenn das Gefühl in ihrem Bauch etwas Gegenteiliges behauptete.
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