Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast 

Be my teddybear

GeschichteLiebesgeschichte / P12 / Gen
Dr.Cooper Freedman Dr.Violet Turner
13.05.2008
13.05.2008
1
1.412
 
Alle Kapitel
2 Reviews
Dieses Kapitel
2 Reviews
 
 
 
13.05.2008 1.412
 
„Mr. Warren, beruhigen sie sich.“
„Nein! Ich hab genug von ihrem Psychogequatsche!“
Erzürnt sprang Violets Gegenüber, ein kräftig gebauter Mann Mitte 40, von ihrem blauen Sofa auf und mit vor Wut rot angelaufenem Kopf schrie er ihr entgegen, was er von ihr hielt.
„Ich kann verstehen, dass sie aufgebracht sind, aber sie müssen aufhören, sich hinter dieser vorgetäuschten Fassade zu verstecken, beruhigen sie sich und –„
„Hören sie verdammt noch mal mit ihrer Psychoanalyse auf!!!“, brüllte Mr. Warren. Das nächste, was er tat, war, in seine Aktentasche zu greifen und eine Pistole herauszuholen.
Violet sprang nun ebenfalls erschrocken auf. Ihre vor Angst geweiteten Augen fixierten die Waffe in seinen vor Zorn bebenden Händen, die er nun langsam auf sie richtete. Das war nicht gut. Das war gar nicht gut. Das war… sie würde sterben. Er würde sie erschießen. Ihr Leben würde enden. Hier und jetzt.
Adrenalin schoss durch ihren Körper, als sie so unbeweglich vor ihm stand, die Waffe im Blick, und nicht wagte, auch nur noch einen einzigen Mucks von sich zu geben.
„Diese plötzliche Stille ist mehr als angenehm. Schon erstaunlich, was für eine unglaublich erfrischende Wirkung so eine einfache Waffe haben kann, finden sie nicht auch, Dr. Turner?“, fragte Mr. Warren nun etwas ruhiger als vorher. Doch Violet war sich sicher, den Wahnsinn in seiner  Stimme zu hören. Wieso hatte sie nicht früher bemerkt, dass er gefährlich war? Sie hatte ihn offenbar ganz falsch eingeschätzt. Ein simpler Fehler. Sie wollte nicht sterben.
„Ich hab sie was gefragt!! Es ist unhöflich, nicht zu antworten!!“, schrie der Mann sie an und fuchtelte mit der Pistole vor ihrem wie erstarrten Gesicht herum.
„Ja..sie haben Recht.“ Es war ein Wunder, dass Violet diese Worte über die Lippen gebrach hatte. Ihre ängstliche Stimme war zwar nicht viel mehr als ein leises, klägliches Wispern, aber immerhin. Sie durfte ihn auf keinen Fall noch mehr verärgern.
Keine Sekunde später wurde ihre Bürotür aufgerissen und jemand stürmte herein. Violet wagte es nicht, ihren Kopf zu drehen, um nachzusehen, wer es war. Ihre Augen ruhten immer noch wie versteinert auf der Waffe vor ihrem Gesicht.
„Violet!“
Die besorgte Stimme gehörte eindeutig Cooper. Die Psychiaterin merkte, wie ihre Gliedmaßen sich etwas entspannten, als sie die bekannte Stimme hörte.
Als Mr. Warren seinen Kopf zu Cooper drehte, wagte auch Violet es, ihren Kopf ein wenig zu drehen. Da stand Cooper, in der Tür und starrte sie beide an.
Er hatte keine Ahnung, was hier vor sich ging, aber es sah nicht gut aus.
„Legen sie ihre Waffe weg...“, redete er mit ruhiger Stimme auf den Mann ein, wobei er Violet aus den Augenwinkeln besorgt beobachtete.
Hilfesuchend, fast schon flehend, ruhte Violets Blick still auf ihrem besten Freund.  Sie hatte Angst, verdammt, sie hatte in ihrem ganzen Leben noch nie so große Angst verspürt wie jetzt.
„Verschwinden sie sofort wieder, dann passiert ihnen nichts!“, fauchte Mr. Warren den Kinderarzt an.
„Hören sie, ich kann ja verstehen, dass Violets Gerede sie auf die Palme gebracht hat, manchmal kann sie echt nervig sein, aber das ist noch lang kein Grund, so schwere Geschütze aufzufahren. Also legen sie die Waffe weg und lassen sie uns in aller Ruhe darüber reden… in Ordnung?“ Cooper versuchte, vernünftig an die Sache heranzugehen und die angespannte Situation mit einem Witz zu entschärfen. Was leider gründlich misslang.
Mr. Warren wurde wieder wütender. „Halten sie die Klappe!!“
Violet war blass und sah aus, als würde sie jeden Moment umkippen.
„Okay… es ist alles in Ordnung..alles gut…“, meinte Cooper beruhigend zu Mr. Warren und näherte sich währenddessen mit langsamen Schritten Violet.
„Weg von ihr!!“, bellte Mr. Warren, dem das ganz und gar nicht passte, im selben Moment, doch der Kinderarzt dachte gar nicht daran.
„Oh nein, ich werde hierbleiben.“, entgegnete er ruhig, auch wenn er innerlich am liebsten auch vor Angst geschrien hätte, „ Genau hier. Zwischen ihnen und meiner besten Freundin.“
„Dann haben sie es nicht anders gewollt!!“
Und bevor irgendjemand etwas hätte tun können, zerriss ein Schuss die Stille und keine Sekunde später sank Cooper blutend vor Violet auf die Knie.
„Cooper!!!“ Violet hatte ihre Sprache wiedergefunden.
„Cooper! Cooper!“
Schweißgebadet richtete sich die Psychiaterin auf. Ihre Augen blinzelten, weil sie sich erst an die vollkommene Dunkelheit gewöhnen mussten. Ihr Herz schlug ungefähr dreimal so schnell wie es normal war und ein Schauer ging durch ihren Körper.
Um sie herum war es still. Totenstill. Sie war in ihrem Zimmer. Sie hatte geträumt.  Es war ein Traum gewesen. Nur ein Traum. Aber was für einer…
Immer noch vor Angst zitternd griff sie zum Lichtschalter. Als es hell im Raum wurde, war es gleich besser. Doch ihr Herz schlug noch immer so schnell, als würde es gleich kollabieren.
Ohne lang nachzudenken griff sie nach ihrem Handy, das am Nachttisch lag und wählte mit bebenden Fingern Coopers Nummer. Sie verwählte sich zweimal, dann endlich ertönte ein leises Tuten.
Es dauerte etwas, bis Cooper abhob.
„Mm…ja?“, murmelte er äußerst verschlafen, „ Violet.. es ist 3 Uhr morgens..was ist denn?“
Violets Herz schlug bis zum Hals.
„Coo..Cooper..ich..ich..“, sie brachte keinen vernünftigen Satz zustande. Ihre freie Hand fuhr nervös durch ihre Haare, während ihre Augen immer wieder ängstlich das Zimmer nach etwas Gefährlichem durchsuchten.
„Vi? Ist bei dir alles okay..? Ist etwas passiert? Geht’s dir gut?“, Coopers Stimme klang nun ziemlich besorgt.
„Ja..ich..“ Die Bilder von Cooper, wie er in einer riesigen Blutlache am Boden lag, schossen ihr wieder in den Kopf. Der Traum war so realistisch gewesen, die Bilder schienen so echt.
Violet konnte sich nicht mehr zurückhalten und fing an zu weinen. Es war lächerlich, sie war eine erwachsene Frau und nun heulte sie wie ein Kind nach einem Alptraum. Aber sie konnte es nicht ändern.
„Violet!“ Coopers Besorgnis um seine beste Freundin erreichte nun, da sie weinte, den Höhepunkt.  Bist du zuhause?“
Zwischen den unaufhaltsamen Schluchzern konnte er ein Ja vernehmen.
„Ich komm vorbei.“ Cooper legte auf und zog sich an.

Ungefähr eine Viertelstunde später klopfte er auch schon an Violets Tür. Er musste eine Weile warten, bis sie ihm öffnete. Sie hatte sich anscheinend etwas beruhigt. Man konnte nur noch an ihren roten Augen erkennen, dass sie geheult hatte.
„War was mit Allan?“, fragte Cooper. Wenn es Violet schlecht ging, war ihr Exfreund meistens dafür verantwortlich. Doch diesmal schüttelte sie den Kopf.
„Ich hatte einen… Alptraum.“ Jetzt, im Nachhinein kam es ihr unglaublich dumm vor, dass sie ihn deswegen um drei Uhr morgens aus dem Bett gejagt hatte, nur wegen eines Traumes…
Cooper folgte ihr hinauf ins Schlafzimmer.
Violet setzte sich aufs Bett, auf dem sich ein riesiger Haufen vollgeschneuzter Taschentücher angesammelt hatte. Cooper blickte sie an. „Muss ja ein heftiger Traum gewesen sein.“
Violet nickte leicht und schlang die Arme um ihren Körper. „War es…“
Cooper blieb unschlüssig neben ihrem Bett stehen.
„Was hast du geträumt?“
„Von..dir..“
„Von mir?“ Cooper starrte sie an. „Na ja, ich würde vermutlich auch weinen, wenn ich von mir träumen würde…“
Violet musste bei dieser Aussage unwillkürlich lächeln.
„So war das nicht gemeint…“ Sie senkte ihren Blick.
„Was hab ich denn in deinem Traum gemacht?“, fragte Cooper neugierig.
„Dich erschießen lassen…“
„Ohh…“, machte Cooper, damit hatte er nicht gerechnet. Aber auch dafür fiel ihm schnell etwas ein. „Ich hoffe nur, es war nicht eine meiner Internetbekanntschaften. Es reicht wenn die meine Autos klauen, wenn sie dann mit einer Waffe kommen, geht das zu weit.“
Violet sah ihn an und musste leise lachen. Cooper konnte sie einfach immer aufheitern.
„Na komm…“ Er fegte ein paar Taschentücher auf die Seite und setzte sich dann neben sie aufs Bett. „Lass uns schlafen..“ Mit diesen Worten klopfte er ihr beruhigend auf die Schulter.
„Bleibst du bei mir..?“, fragte Violet leise. Sie fühlte sich besser, nun da Cooper hier war und mit ihr redete.
„Dachtest du ich fahr jetzt wieder nach Hause?“
„Nein, ich meine…hier.. im Bett..“
„Ohhh…“ Cooper machte große Augen. Eine leichte Nervosität ergriff ihn. Violet wollte, dass er neben ihr im Bett schlief?
„Ich brauch heute Nacht einfach jemanden zum kuscheln… und meine Teddybären hab ich alle schon vor Jahren weggeworfen…“ Sie wurde etwas rot.
„Verstehe. „, meinte Cooper lächelnd, „ dann bin ich heute Nacht dein Teddybär. „
„Danke..“, wisperte Violet leise und legte sich hin. Cooper legte die Arme um sie und zog die Decke hoch.
„Schlaf gut, Vi.“
„Du auch, Cooper…“ Sie fühlte sich geborgen in seinen Armen. Die Angst war verflogen. Die restliche Nacht würde sie gut schlafen, dessen war sie sich sicher.

Ende
Review schreiben
 
 
 Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast