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The Olde Man

GeschichteAllgemein / P6 / Gen
12.05.2008
12.05.2008
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Mutter Erde war dunkel. Viele Jahre lang hat es geschneit. Die Welt hat ihr Aussehen verändert und die Natur ist zerstört. Warum? Warum das alles?
Die Menschheit! Ja, die ist Schuld!!
Sie und ihre Dickköpfigkeit, ihre Vernarrtheit in sich selbst. Und vor allem ihr Glauben, das sie die höchste Form des Lebens sind. Sie sind Schuld an allem!!!
Viele Jahre nach dem Krieg der Rassen.
Ein älterer Mann lief schwer beladen auf ein kleines abgelegenes Dorf zu. Schon von weitem hörte er Kinder die aufgeregt zu ihren Eltern rannten und Erwachsene die sich fragten wer er wohl sei und woher er komme. Das ganze Dorf versammelte sich um den alten reisenden, um mehr von ihm zu erfahren. Der Rat des Dorfes fragte ihn sehr genau aus, darauf erzählte er, dass er Erzähler sei und von Dorf zu Dorf reise, um Geschichten und Legenden, für eine Mahlzeit, zu erzählen. Das Dorf empfing ihn mit großer Begeisterung.
Der alte Mann suchte sich deshalb am Abend einen Platz unter einer riesigen Eiche und fing an zu erzählen. Er erzählte jedermann, den es interessierte seine Geschichten und Märchen.
Am vierten Abend jedoch kam ein kleines Mädchen auf ihn zu und fragte, ob er nicht eine Geschichte von vor dem Krieg erzählen könne.
Der alte Mann sah sie eine Weile verwirrt an und, fragt dann jedoch das ob sie eine solche gewalttätige und brutale Geschichte hören wollte. Das Mädchen nickte stumm und als sich auch noch andere Dorfmitglieder zu Wort meldeten, fing er an zu erzählen.
Viele Jahre vor dem großen Krieg, als die Verfolgung und Hinrichtung „Der Anderen“ ihren Höhepunkt erreichte, gab einen von den Anderen, der durch die Kontrollen des Militärs fiel. Er bestand jede Prüfung auf Mutationen und das obwohl er bis dahin der stärkste von ihnen war.
Immer wenn ein Mutant gestorben ist, dann sei das unter Folter oder öffentlicher Hinrichtung geschehen. Immer wenn ein Mutant Angst, Wut oder andere Gefühle hatte, bekam er das mit. Er sog alle Gedanken in sich auf. Dadurch wurde er immer labiler, weil er all den Hass, die Wut und die Angst wie ein Schwamm aufsaugte und nach außen nicht preisgab. So ging das viele Jahre lang.
Eines Tages schlug die Prüfung bei seiner kleinen Schwester zu. Sie wurde augenblicklich verhaftet und in eine kleine schimmelnde Zelle gesteckt.
Die Hinrichtung sollte zusammen  mit 6 weiteren am Sonntag stattfinden. Sie wurde das reinste Medienspektakel, das es ja das die jüngste Mutation seit Anbeginn der Prüfung ist. Viele Staatschefs und Industrielle, sowie die Oberhäupter fast aller Religionen waren vertreten.
Auf dem Marsch zum Galgen bewarfen die Umstehenden sie mit allem was sie fanden. Selbst die Eltern des kleinen Mädchens  verabscheuten sie. Als nach und nach alle hingerichtet waren und die Meute auf dem Platz immer aufdringlicher wurde, wurde als letztes das keine Mädchen zum Galgen geführt. Mittlerweile war es in Panik, weinte und schrie die ganze Zeit hindurch nach ihrem Bruder. Dieser musste sich sehr beherrschen.
Als die Fallklappe des Galgens geöffnet wurde, das Mädchen hinunterfiel und das Seil sich spannte, schloss er die Augen. Plötzlich begann die Menge zu schreien und zu fluchen. Das Mädchen hatte sich an dem todbringenden Seil festgehalten und lebte noch. Der Richter sprach mit lauter Stimme, dass sie dort hängen solle bis sie zu Asche zerfiel. Daraufhin rastete der Bruder aus und rannte zu dem Schafott. Doch als er dort ankam war sie schon tot. Der Bruder außer sich vor Wut brüllte:
„Was haben wir euch getan, dass ihr solchen Hass auf uns habt? Nichts, noch nichts! Ich werde dafür sorgen, dass sich euer Hass in Angst und Verzweiflung umwandelt. Ich werde dafür sorgen das jeder einzelne Mutant gerächt wird!!“
Die Laute auf dem Platz waren schlagartig ruhig und in machen Augen las er die Panik.
Er bückte sich, hob seine tote Schwester auf und verschwand.
Der alte Mann  unterbrach die Geschichte und sah in den klaren Sternenhimmel. Die ersten Dorfbewohner begannen zu fragen warum er aufhörte. Er sagte, dass eine gute Geschichte immer eine gute Pause benötigte. Außerdem war es schon sehr spät. Die Erzählstunde wurde unterbrochen, der alte Mann in seine Kammer gebracht und das ganze Dorf begab sich nach und nach zu Bett. Als die ersten Bewohner zum Sonnenaufgang ihren Arbeiten nachgingen, erblickten sie den alten Mann, wie zuvor, unter der Eiche.
Die ihren Arbeiten nachgingen wurden von ihm gefragt ob er irgendwo helfen könne und das Angebot wurde auch gerne angenommen. Doch eher redete er mit den Dorfbewohnern, denen er half und vergaß die Arbeit. Doch die Leute waren ihm nicht böse, sondern bewunderten, dass er trotz  seines Alters noch neugierig und verantwortungsbewusst war. Als der Tag langsam zur Neige ging fingen die Bewohner an sich auf die Geschichte zu freuen.
Am Abend entzündete man ein Lagerfeuer und mehrere Fackeln. Die Versammlung wurde zu einem riesigen Fest. Es wurde Fleisch und Gemüse herumgereicht und es herrschte eine ausgelassene Stimmung. Überall sah man tanzende und lachende Menschen. Der Mann sah alle dem lächelnd zu.
Zum ende des Festes setzten sich alle um den alten herum und dieser fing an zu erzählen.
Wir waren stehen geblieben, als der Bruder seine tote Schwester wegtrug.
Nachdem Ereignis begrub er sie und pflanzte einen jungen Baum auf ihr Grab, auf das es immer mehr von Gräbern und so auch Bäumen werden sollten.
Zwei Jahre nach dem Mord an seiner Schwester hatten sich bereits mehrere Widerstandskämpfer versammelt. Sie attackierten immer Gefängnisse oder sabotierten Hinrichtungen von Mutanten.
Nach vielen Jahren und zahlreichen Schlachten hatte sich bereits ein riesiger Wald um das Grab seiner Schwester gebildet. Die Widerstandsgruppe wurde immer größer und die Schlachten und Gefechte immer brutaler. Der Bruder wollte eigentlich eine friedliche Koexistenz mit der Menschheit. Doch der Widerstand begann immer mehr Zivilisten zu töten und ganze Städte zu entvölkern. Landstriche waren bereits durch Schlachten und die verschiedenen Kräfte der Mutanten ausgelöscht. Es klafften riesige Schluchten und es wuchsen  noch größere Berge. Sümpfe bildeten sich an manchen Stellen und ein paar Gegenden versanken ganz im Meer.
Nach vielen Jahren Kampf haben sich die Fronten verhärtet. 90% der Bevölkerung lebten in den jeweilige Hauptstädten, die bei der finalen Schlacht vollständig zerstört wurden. Die überlebenden der Schlachten, die Krankheiten wie Hungersnot überlebten, bildeten die heutige Erdbevölkerung.
Schloss der alte Mann seine Geschichte.
Am nächsten Morgen machte sich der alte Mann wieder reisebereit. Die Leute des Dorfes fragten wo er hin wolle.
Er sah sie traurig an und antwortete.
„Ich will den Baum meiner Schwester gießen und mich zu ihr legen, für immer!“
 
 
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