Wege des Schicksals

von SmyAngel
GeschichteDrama / P16 Slash
Die deutsche Nationalmannschaft FC Bayern München Hannover 96 Hertha BSC Berlin
09.05.2008
04.11.2019
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09.05.2008 1.560
 
So ihr lieben. Habe es leider wegen der Arbeit nicht eher geschafft. Hoffe ihr freut euch.
Danke für eure lieben Reviews. Und jetzt weiter im Text.

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2. Kapitel – Die Wahrheit tut manchmal weh



Der nächste Tag begann wie immer sonnig und warm. Nach ihrem skurrilen Bus-Erlebnis hatten sich die Jansens für einen kleinen Stadtbummel zu Fuß entschieden. Als es auf die Mittagsstunden zuging wurde es zunehmend schwüler und die drei suchten sich ein schattiges Plätzchen in einem Park. Sie gönnten sich ein Eis und genossen die Ruhe im Grünen. Marcell überlegte wie er mit seinem Vater das entscheidende Gespräch anfangen konnte, seine Eltern diskutierten leise neben ihm. Und während er so grübelte bemerkte er gar nicht, wie sich ganz in der Nähe ebenfalls zwei junge Mädchen setzten. Immer wieder warfen sie ihm verzückte Blicke zu und tuschelten miteinander. Herr Jansen stieß seinen Sohn leicht an und lenkte dessen Aufmerksamkeit auf die zwei Damen. Marcell zuckte nur mit den Schultern.
„Und was ist mit denen?“ Fragte er leicht irritiert.
„Na die Beiden sind doch hübsch. Willst du nicht mal ´Hallo` sagen gehen?“ Gab sein Vater zurück.
„Nein, eigentlich nicht.“
„Es wird langsam mal Zeit das du dir ein Mädel suchst junger Mann. Oder findest du nicht?“
Marcell zuckte wieder nur mit den Schultern. Das war dann wohl der Moment. Er warf seiner Mutter, die schon länger eingeweiht war, einen kurzen Seitenblick zu. Aufmunternd nickte sie ihrem Sohn zu.
„Weißt du Vater, was ich dich schon immer mal fragen wollte.“ Erwartungsvoll richtete Herr Jansen seine Augen zu seinem Sohn.
„Was hast du eigentlich gegen Schwule?“ Etwas ungläubig sah der Ältere ihn an.
„Was ich gegen solche Leute habe? Ganz einfach. Es ist unnormal. Wenn der Herr gewollt hätte das sich Männer lieben, dann hätte er keine Frauen erschaffen.“ Zugegebener Maßen musste sich Marcell bei dieser Antwort ein Lachen verkneifen. Das schien auch seine Mutter zu merken und warf ihm einen alarmierenden Blick zu.
„Wie kommst du jetzt eigentlich darauf Junge?“ Hackte Herr Jansen nach kurzer Pause nach.
„Die beiden jungen Männer bei uns im Hotel. Es ist mir aufgefallen wie sehr es dir missfallen hat sie zusammen zu sehen.“
„Die Beien sind heute früh ja abgereist. Das heißt ab jetzt haben wir einen erholsamen Urlaub.“ Und wieder versetzten die Worte Marcell einen Stich. Ob der Urlaub wirklich so erholsam wurde, würde sich gleich zeigen.
„Und was wäre wenn ich einer der Beiden gewesen wäre?“ Fragte Marcell mit fester Stimme.
„Hä, wie meinst du das jetzt?“ Herr Jansen wirkte höchst irritiert.
„Wenn ich schwul wäre? Was wäre dann? Würdest du mich auch so abschätzig behandeln?“
„Bitte? Das ist ja wohl ein sehr schlechter Witz, mein Sohn. Du bist Fussballprofi, die sind nicht schwul!“ Trotz seiner gespielten Überzeugung, beunruhigte Marcells Frage seinen Vater. Der Blonde konnte es am Tonfall hören.
„So, sind wir das also nicht? Das sieht mein Freund aber ganz anders.“ Kurz musterte Herr Jansen seinen Sohn aufgrund dieser Aussage. Entschied sich dann jedoch dazu die harmlosere Variante von `Freund` zu kommentieren.
„Was deine ganzen Kollegen vom Fussball dazu sagen, ist mir herzlich egal. Und jetzt will ich nicht weiter über dieses Thema sprechen.“ Langsam konnte man den Zorn in der Stimme von Marcells Vater nicht mehr überhören.
„Du willst mich aber aber auch unbedingt falsch verstehen, oder!? Mit Freund meinte ich nicht irgendeinen x-beliebigen. Sondern meinen Freund, meinen festen Freund.“ Das konnte nun auch Herr Jansen nicht mehr anders auslegen. Er sah seinen Sohn mit zornesrotem Gesicht. Marcell hatte dafür nur ein müdes Lächeln übrig.
„Ja, ganz recht, ich bin schwul. Und was willst du jetzt dagegen unternehmen? Dich bei Gott beschweren?“ Herausfordernd funkelte er seinen Vater an.
„Was ist nur in dich gefahren. So habe ich dich nicht erzogen.“ Polterte Herr Jansen plötzlich los.
„Ich denke das du alt genug nist, um solche Experimente zu unterlassen. Wer auch immer dieser Kerl ist, du wirst ihm erklären das es vorbei ist. Du hast dich geirrt und mehr brauchst du ihm nicht zu sagen.“ Marcell glaubte seinen Ohren nicht zu trauen.
„Was soll ich machen? Das meinst du nicht wirklich. Für mich ist das kein Experiment! Ich liebe Arne und daran wirst du mit deinen mittelalterlichen Vorstellungen auch nichts ändern.“ Marcell hatte sich fest vorgenommen ruhig zu bleiben, aber das ging ihm dann doch zu weit. Arne war für ihn kein Experiment, sondern die Liebe seines Lebens.
„Arne? Etwa dieser Friedrich, der bei der WM so schlecht gespielt hat? Na es wird ja immer besser.“ Nun reichte es dem Münchner aber wirklich. Wutschnaubend stand er auf.
„Wage es ja nicht schlecht über ihn zu reden. Sonst vergesse ich mich!“
„So, tust du das? Eins sage ich dir. Solange du nicht wieder zur Vernunft gekommen bist, brauchst du nicht mehr zu Hause aufzutauchen. Melde dich wenn du wieder normal geworden bist!“ Mit diesen Worten erhob sich Herr Jansen und stürmte zurück zum Hotel. Marcell ließ seine Wut am nächsten Baum aus und trat einmal kräftig dagegen. Seine Mutter, die das Ganze schweigend verfolgt hatte, trat nun an seine Seite.
„Er ist doch nicht ganz normal! Ich soll mich von Arne trennen, der hat se ja  nicht mehr alle.“
„Du musst ihm Zeit geben. Das kam alles sehr überraschend für ihn.“ Versuchte sie ihren Sohn zu besänftigen.
„Oh ja. In einer Woche hat er es sich bestimmt anders überlegt.“ Erwiderte Marcell nur trocken. Frau Jansen umarmte ihren Sohn noch mal kurz, bevor sie ihrem Mann folgte um noch einmal mit ihm zu sprechen und vielleicht noch etwas zu retten. Marcell drehte noch eine Runde im Park um etwas runter zu kommen, bevor auch er den Weg zum Hotel einschlug.


*****************


Am nächsten Tag war die Stimmung zwischen Vater und Sohn sehr eisig. Herr Jansen vermied jeglichen längeren Kontakt mit Marcell und machte so seine Verachtung nur all zu deutlich. Marcell verletzte das schon sehr, doch auch er hatte einen Dickkopf.  Am schlimmsten hatte es jedoch Frau Jansen, die zwischen den Stühlen saß. Ihren Urlaub hatte sie sich wahrlich anders vorgestellt. Doch da Marcell den nächsten Tag abreiste, spielte sie die tapfere und hoffte ihr Mann würde sich dann endlich etwas beruhigen.
Bis zum Zeitpunkt der Abreise sprachen Vater und Sohn kein Wort mehr miteinander. Marcell wartete im Forye  des Hotels auf seine Mutter um sich zu verabschieden. Da seine Eltern noch eine zweite Woche in Tunesien bleiben würden. Zu seiner großen Überraschung erschien auch sein Vater zum Abschied. Doch wie Marcell schnell merkte, war er nicht deswegen gekommen. Sondern nur um ihm noch einmal eindringlich ins Gewissen zu reden.
„Mach´s gut Sohn. Ich hoffe doch wenn wir uns das nächste mal sehen bist du zur Vernunft gekommen.“ Mit diesen Worten streckte Herr Jansen Marcell die Hand hin. Doch der Blonde dachte nicht im Traum daran sie zu ergreifen.
„Ist das alles was du mir zu sagen hast?“ Fragte Marcell betont gelassen. Als sein Vater nicht reagierte wand er sich seiner Mutter zu und schloss sie in die Arme. Sie wünschte ihm einen guten Flug und drückte ihm noch einen Kuss auf die Wange. Marcell packte seine Tasche und strebte dem Ausgang zu. Kurz vorher drehte er sich noch einmal um und sah seinem Vater in die Augen.
„Du hast keine Ahnung wie sehr mich deine Ablehnung verletzt. Aber egal was du sagst oder tust, Arne würde ich für keinen Preis der Welt aufgeben.“ Damit wand er sich ab und verließ das Hotel. Innerlich wusste er das es ein Abschied für immer von seinem Vater war. Den dieser würde niemals akzeptieren das sein Sohn schwul war. Da musste schon ein Wunder oder Ähnliches geschehen.

Das Wetter war das erste mal richtig schlecht. Wie meine Stimmung dachte Marcell sarkastisch. Dunkle Wolken türmten sich am Himmel und versprachen einen kräftigen Regenguss. Auch der Wind hatte deutlich zugenommen und wehte teilweise böig über die Straßen.
Marcell schlug den Kragen seines Polo-Shirts hoch und zog den Kopf etwas ein. Schnell lief er auf den Parkplatz, wo ein Mietwagen wartete mit dem er zum Flughafen fuhr. Die Fahrt dauerte eine halbe Stunde, da der Flughafen etwas außerhalb der Stadt lag. Zu seinem Bedauern stellte Marcell fest, dass er dem Unwetter das sich dort zusammen braute genau entgegen fuhr. Er befürchtete das der Flug nach München verschoben werden musste. Bei dem Wetter wäre es leichtsinnig eine Maschine starten zu lassen. Je näher er dem Fluggelände kam, um so schlechter wurde das Wetter. Resignierend atmete Marcell aus. Er war so froh endlich wieder nach Hause zu können und das ganze Familienchaos erst einmal hinter sich zu lassen. Und jetzt machte ihm das Wetter einen Strich durch die Rechnung. Doch vielleicht würde sich das Gewitter ja genauso schnell verziehen, wie es entstanden war. Und bis zum offiziellen Abflug waren es auch noch 1 ½ Stunden. Passend zu diesen Gedanken setzte der Regen prasselnd ein. Die Scheibenwischer des Mietwagens hatten zu tun die plötzlichen Wassermassen abzuhalten und eine frei Sicht zu gewährleisten. Marcell stöhnte, na das war ja prima. Er verlangsamte sein Tempo, da er sich auf der Strecke nicht auskannte und keinen Unfall riskieren wollte.
Doch in diesem Moment sah er endlich durch den Regenschleicher die Lichter des Flugtowers und atmete erleichtert auf. Ein Blitz schoss aus den Wolken und ließ Marcell zusammenzucken. Nur schemenhaft nahm er eine Bewegung am Straßenrand war, als der Blitz geräuschvoll in einen nahe gelegenen Wald einschlug. Nur schnell weg hier, dachte er sich bloß.
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