Wege des Schicksals

von SmyAngel
GeschichteDrama / P16 Slash
Die deutsche Nationalmannschaft FC Bayern München Hannover 96 Hertha BSC Berlin
09.05.2008
04.11.2019
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09.05.2008 2.054
 
Juhu.
Danke für die drei lieben Reviews, das hat mich sehr gefreut.
Dann will ich nicht lange reden, sondern gleich weiter machen.

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1.Kapitel – Auf zwei Kontinenten



In Berlin war es schrecklich langweilig. Das Wetter war auch nicht gerade der Jahreszeit entsprechend. Die meiste Zeit regnete es, da es für Schnee nicht kalt genug war.
Arne stand am Fenster und schaute auf das triste Wetter. Er hauchte die Scheibe an und malte ein Herz mit seinem Finger hinein. Als die Umrisse anfingen sich aufzulösen seufzte er tief und ging wieder aufs Sofa. Marcell war jetzt seit drei Tagen weg und er vermisse ihn schrecklich. Um sich abzulenken, hatte Arne schon so ziemlich alles versucht. Seine Wohnung war so sauber, da selbst ein Allergiker hätte darin wohnen können. Schmutzige Wäsche war keine mehr da, die Fenster strahlten und seinen Eltern hatte er auch schon einen Besuch abgestattet. Den heutigen Tag hatte er zum Großteil mit schlafen und fern sehen verbracht. Und trotzdem war es gerade mal fünf Uhr Abends.
Gerade, als der Berliner sich überlegt hatte, trotz des schlechten Wetters etwas spazieren zu gehen, klingelte das Telefon. Glücklich über die „Abwechslung“ ging er ran.

„Ja, Friedrich.“ Meldete er sich.
„Hey Arne. Hier ist Philipp.“ Kam es vom anderen Ende der Leitung.
„Hey. Na was gibt´s denn?“
„Nichts besonderes. Wollte nur mal hören wie es dir so geht?“
„Naja, ist etwas öde ohne Marcell und ohne Training. Dafür ist meine Wohnung s sauber wie selten.“ Dieser Bemerkung folgte ein leichtes Lachen des Bayern Spielers.
„Konnte ich mir fast denken. Sag mal, hast du Lust jetzt schon nach München zu kommen? Nicola ist die restliche Woche bei ihren Eltern und mir ist dann bestimmt genauso langweilig wie dir.“
„Ähm, ja sehr gerne. Aber nur wenn ich dir nicht auf die Nerven falle.“
„Nein, machst du nicht. Außerdem hätte ich dann ja wohl nicht angerufen.“
„Ja, stimmt auch wieder. Na dann bin ich morgen so gegen 14 Uhr bei dir. Ist das in Ordnung?“
„Ja, prima. Ich freu mich. Wäre ja gelacht wenn wir die Zeit nicht rum bekommen würden.“
„Genau. Bis morgen dann.“ Mit diesen Worten legte er auf. Schnell lief Arne ins Wohnzimmer und packte seine Tasche. Jetzt war die restliche Woche ja gerettet.


************


Währenddessen in Tunesien


Entspannt lag er am Strand und sonnte sich. Vom Meer wehte eine leichte salzige Brise und streifte seinen gebräunten Körper. Es war herrlich, einfach mal nichts zu tun. Zawr hatte er schon die ein oder andere Sehenswürdigkeit besichtigt, aber die meiste Zeit verbrachte er in der Sonne. Leider hatte diese Beschäftigung den (positiven wie negativen) Nebeneffekt, viel seinen Gedanke nachzuhängen. Und die schweiften immer wieder ins verregnete Berlin ab. Ständig dachte er daran was Arne wohl gerade machte und ob der Berliner an ihn dachte. Sicherlich genos der neu-Bayer seinen Urlaub, doch war er mittlerweile ganz froh nicht noch eine zweite Woche hinten dran gehängt zu haben.
Gerade als er sich darüber freute, dass es nur noch 4 Tage waren, bis er wieder bei seinem Freund war, schob sich ein Schatten zwischen ihn und die Sonne. Leicht genervt öffnete er die Augen. Vor ihm stand seine  Mutter und stemmte die Hände in die Seiten.

„Junger Mann. Ich hab dich schon überall gesucht. Der Bus fährt in einer halben Stunden. Jetzt komm aber mal in die Puschen!“ Marcell setzte sich auf und und blickte seine Mutter fragend an.
„Was denn für ein Bus? Hab ich da was verpasste?“
„Ja, offensichtlich schon. Wir wollten heute in die Oase fahren.“
„Ach ja, da war ja so was. Hab ich total vergessen. Kann ich nicht da bleiben. Ich hab wirklich keine Lust auf so viel Sand.“ Tadelnd hob Frau Jansen den Finger.
„Nichts da. Wir haben für drei Personen bezahlt, also fahren wir auch zu dritt. Rum träumen kannst du später noch. Los jetzt.“

Resignierend erhob sich Marcell und klopfte sich den Sand von der Badehose. Er folgte seiner Mutter ins Hotel und eilte auf sein Zimmer um sich umzuziehen. Als er schon wieder auf dem Sprung war nach unten, fiel sein Blick noch einmal auf den Tisch. Die Karte für Arne lag darauf. Schnell schnappte er sich die Ansichtskarte mit Wüstenmotiv und gab sie an der Rezeption ab. Die junge Frau versicherte ihm sie noch am heutigen Tag los zu schicken. Marcell bedankte sich und stürmte nach draußen,k wo schon seine Eltern warteten. Seine Mutter hatte sich wieder in ihr Safari-Outfit geschmissen und strahlte bis über beide Ohren. Sein Vater hingegen wirkte unnormal missgestimmt. Als Marcell näher kam, ahnte er den Grund schon.

„Ah mein Junge da bist du ja. Na dann können wir ja einsteigen.“ Wurde er von seiner Mutter empfangen.
„Ich steige nicht in diese Schrottkarre ein. Niemals.“ Protestierte Herr Jansen und deutete auf den Bus. Naja, Bus war vielleicht nicht ganz treffend. Was an dem Gefährt nicht gerade rostig war, triefte vor Dreck. Die Windschutzscheibe war überall mit Matsch verkrustet, außer die Stellen die vom Scheibenwischer frei gehalten wurden. Die Reifen waren allem Anschein nach nicht mehr die Neusten und dem einen fehlte etwas viel Luft. Marcell musste schmunzeln. Er hatte auch keine sonderlich große Lust in dieses Ding einzusteigen. Ruhig wand e4r sich an seine Mutter.
„Hör mal Mama. Ich weiß wie gerne du zu dieser Oase fahren möchtest. Aber mal ehrlich. Wie wahrscheinlich ist es, dass dieser Bus es bis dahin schafft?“
„Aha, so ist das also. Jetzt fällst du mir auch noch in den Rücken. Sehr schön! Und was sollen wir eurer Meinung nach jetzt machen? Wir haben diesen Ausflug schließlich bezahlt.“
„Glaub mir Mama. Wenn wir dem Reisebüro ein Foto von diesem Teil zeigen, geben sie und das Geld zurück. Das ist ja lebensgefährlich dort einzusteigen.“
„Aber ich möchte doch zu dieser Oase. Denkt ihr nicht das wir es riskieren sollten?“
Marcell holte tief Luft und sah dann seinen Vater an. Der blickte seinen Sohn an, dann den Bus und zum Schluss seine Frau. Sein Ergebnis war ein nichts sagendes Schulterzucken.


**********


In München



Der Himmel war trist und wurde schon langsam dunkel. Arne stand genervt vor der Tür von Philipp Lahm und betätigte die Klingel. Kurze Zeit später öffnete ihm der Münchner Verteidiger und ließ ihn eintreten. Arne stellte seine Tasche erst mal im Flur ab und entledigte sich seiner Jacke.

„Na, das mit 14 Uhr war wohl nix.“ Stellte Philipp schmunzelnd fest, bevor Arne kurz in die Arme schloss.
„Ach hör bloß auf. Ich habe echt ein Talent dafür ständig im Stau zu stehen.“ Erwiderte der Berliner und folgte dm Münchner ins Wohnzimmer. Dort stand schon eine Kanne Kaffee und eine Dose mit Keksen auf dem Tisch. Die Beiden ließen sich auf dem Sofa nieder und unterhielten sich erst einmal ausgiebig. Schließlich hatten sie sich nicht mehr gesehen seit dem letzten aufeinander Treffen ihrer Vereine. Es wurde viel gelacht und in WM Erinnerungen geschwelgt. So bekamen sie gar nicht mit wie die Zeit verflog.

„Oh, es ist ja schon 9. Komm, du bist sicher müde. Ich zeig dir mal dein Zimmer.“

So folgte Arne dem kleinen Verteidiger die Treppe nach oben. Das Zimmer, in das er geführt wurde war sehr schlicht eingerichtet. Ein Schrank mit Kommode, auf der ein kleiner Fernseher stand. Ein Bett das einen sehr gemütlichen Eindruck machte mit ...

„Rosa Bettwäsche mit Herzchen?“ Fragte Arne skeptisch. „Das soll jetzt aber keine Anspielung sein, oder?“ Philipp lief leicht rot an.
„Nein, natürlich nicht. Aber das ist die einzigste warme Bettwäsche die habe. Und da ich ja weiß was du für eine Frostbeule bist dachte ich.“ Arne klopfte ihm lachen auf die Schulter.
„Schon in Ordnung. War ja nur ein Scherz. Es ist wirklich sehr fürsorglich von dir.“ Die Beiden grinsten sich noch mal an, bevor Philipp sich umwand.
„Das Bad ist gleich gegenüber. Und wenn du Hunger hast, kannst du dich gerne in der Küche bedienen.“
„Danke, aber ich glaube das ich mich gleich hinlegen werde. Die Fahrt hierher schlaucht jedes mal ganz schön.“
„Und ich dachte, dass bist du mittlerweile gewöhnt.“ Mit diesen Worten schloss Philipp die Tür hinter sich. Arne ließ sich auf das kuschelige Federbett fallen und schloss die Augen. Die Woche schien ihm plötzlich gar nicht mehr so lange zu sein.


**************



Tunesien


In der Zwischenzeit saß Familie Jansen beim Abendessen. Der Speisesaal war jedoch fast leer, was ziemlich ungewöhnlich war. Als einer von den Hotelangestellten am Tisch vorbei kam fragte Marcell ihn höflich, wo den die anderen Gäste wären. Der junge Mann erklärte in gebrochenem Englisch was vorgefallen war und ging dann wieder seinen Pflichten nach. Marcell wandte sich indes zu seiner Mutter, die ihn fragend musterte.
„Und, was ist denn los?“ Fragte sie drängend.
„Die Gäste stecken fest. Der Bus hatte wohl eine Panne, die nicht so leicht zu beheben ist. Wie es aussieht werden sie wohl die Nacht in der Wüste verbringen müssen.“ Marcells Vater klappte der Mund leicht auf, während seine Mutter einen beleidigten Eindruck machte.
„Ja, ja. Ihr hattet Recht und ich jetzt meine Ruhe.“ Meinte Frau Jansen und stach derber als nötig eine Kartoffel an. Marcell musste bei diesem Anblick schmunzeln.
„Tja Liebste, du solltest öfters auf unsere männliche Intuition vertrauen.“ Musste Herr Jansen doch noch sticheln.
„Männliche Intuition? Also bei diesem Bus brauchtest du die sicherlich nicht.“
„Aha. Also gibst du zu das dieser Bus nicht den erforderlichen Standards entsprach!?“ Frau Jansen wollte gerade zum Konter ansetzten, als Marcell sich einmischte.
„Wollen wir uns jetzt wirklich darüber streiten? Seit doch froh das wir hier sind und unser Essen genießen können.“
„Naja, von genießen kann hier nicht die Rede sein. Das diese Zwei sich auch nicht etwas benehmen können in der Öffentlichkeit.“ Bei diesen Worten deutete Herr Jansen zu einem der umstehenden Tische. Dort saßen zwei offensichtlich schwer verliebte junge Männer und warfen sich feurige Blicke zu. Marcell durchfuhr dabei ein leichter Stich. Einerseits weil er wieder an Arne denken musste und wegen den Worten seines Vaters. Marcell hatte ihn bisher nichts von seiner sexuellen Orientierung erzählt. Er wusste wie der Ältere darauf reagieren würde. Auf alle Fälle nicht sehr tolerante. Seine Mutter hatte Marcell deshalb schon oft ins Gewissen geredet. Doch bisher war es dem Münchner nie möglich gewesen seinem Vater die Wahrheit zu sagen. Diesen Urlaub wollte er eigentlich als Anlass nehmen, doch bis jetzt konnte Marcell es nicht.
Mit einer Ausrede wegen Kopfschmerzen erhob sich Marcell vom Tisch und ging auf sein Zimmer. Mit einem Seufzen ließ er sich auf sein Bett sinken streckte sich lang. Wieder wanderten seine Gedanken zu seinem Freund nach Deutschland. Es war einer dieser Momente in denen Marcell sich wünschte Arne an seiner Seite zu haben. Der Berliner schaffte es immer ihn auf andere Gedanken zu bringen und ihm Mut zuzusprechen.
Das plötzliche klingeln seines Handy riss ihn aus seinen Tagträumen. Träge erhob er sich und schaute auf sein Display. ´Arne´ wurde ihm darauf verkündet. Der Berliner hatte wirklich die seltene Gabe immer im richtigen Moment da zu sein. Als ob er Marcells stumme Bitte gehört hätte. Mit einem glücklichen Lächeln nahm der Blonde den Anruf an.

„Hey du. Das ist doch viel zu teuer hier anzurufen.“
„Nicht wenn es um dich geht.“ Erwiderte der Berliner voller liebe in der Stimme.
„Ich vermisse dich ganz schrecklich.“ Sagte Marcell leise in den Apparat.
„Ich dich auch. Ist alles in Ordnung bei dir?“ Fragte Arne besorgt.
„Naja, wie man es nimmt.“ Erwiderte Marcell wahrheitsgemäß. Dann erzählte er Arne in ein paar kurzen Sätzen seinen Tag. Zum Schluss erläuterte er noch die Sache mit seinem Vater und dessen Einstellung.
„Du hast also immer noch nicht mit ihm geredet!?“
„Wie denn? Wenn er mir jeden Tag aufs neue unter die Nase reibt wie schlimm er Schwule findet. Da macht er bei mir sicherlich keine Ausnahme.“
„Tut mir leid. So hab ich das auch gar nicht gemeint. Dachte nur das wäre auch für dich einfacher, wenn endlich reiner Tisch gemacht würde. Ich wünschte ich könnte dir dabei helfen.“
„Nee, da muss ich alleine durch.“ Stellte der Blonde resignierend fest.
„Du schaffst das schon. Ich liebe dich!“
„Ich dich auch. Freue mich schon wenn ich wieder zu Hause bin.“
„Na und ich erst. Dann sehen wir uns in drei Tagen.“
„Ja, bis dann.“

Mit diesen Worten legte Marcell auf. Jetzt war seine Laune schon wesentlich besser. Er nahm sich fest vor am nächsten Tag mit seinem Vater zu sprechen. Arne hatte recht, so konnte das nicht weitergehen.

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