little silly

von Caiti
GeschichteRomanze / P16
05.05.2008
24.11.2009
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Dieses Kapitel
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The good-looking businessman

Ich streckte mich und rollte meinen Stuhl ein Stückchen weg vom Schreibtisch. Mit einem Blick auf die Uhr stellte ich fest, dass es bereits nach eins war. Ein weiterer Blick und mir wurde klar, dass ich heute schon wieder Überstunden machen musste, wenn ich diesen Berg auf dem Tisch etwas mindern wollte.

Eigentlich hatte ich vorgehabt, heute pünktlich zu gehen. Denn heute hatte ich, seit langem mal wieder, ein richtiges Date. Es war nicht zu glauben, aber nach anderthalb Jahren Singledasein tat sich endlich was in meinem Liebesleben.
Vor etwa anderthalb Jahren hatte ich mich von meinem damaligen Freund getrennt. Vier Jahre waren wir zusammen gewesen, aber dann ging es einfach nicht mehr. Wir hatten viel zu unterschiedliche Vorstellungen vom Leben.

Und jetzt war es wieder so weit. Der Sprung zurück ins Liebesleben wartete…

…vorausgesetzt ich schaffte meine Arbeit. Wonach es jetzt gerade nicht aussah.

Jemand klopfte an der Tür und schreckte mich auch meinen Gedanken. Beinahe wäre ich mit dem Stuhl zusammen nach hinten gekippt. Gerade noch so fing ich den Sturz ab und rief ein geräuspertes >Herein<.

Die Tür öffnete sich und mein Chef trat ein. Er wirkte auf den ersten Blick (und auch auf den zweiten) wirklich Respekt einflößend und mächtig. Was er ja eigentlich auch war. Immerhin war er Chef dieser riesigen Firma. Die Firma stellte Flugzeugtriebwerke her. Ein seltsames Geschäft, ich weiß. Aber anscheinend ließ sich damit Geld verdienen. Und mit der Herstellung hatte ich ja nichts zu tun. Ich war hier nur die Sekretärin des Chefs.

Ein undankbarer, anstrengender Posten.

Chris Johnson sah mich grimmig an. Die Tür hatte er hinter sich geschlossen. Ich atmete tief ein. Immer wenn er sie schloss, verlangte er Sachen, für die ich ihn verfluchte.

„Hallo Mr. Johnson.“, grüsste ich freundlich und schenkte ihm ein, wenn auch ziemlich aufgesetztes Lächeln. Er nickte bloß und kam gleich zur Sache.

„Ich habe heute Abend ein Geschäftsessen bei dem Verhandlungen über einen neuen Großauftrag geführt werden.“ Ich nickte mechanisch, weil ich wusste, dass er das wollte.
Innerlich verkrampfte sich alles in mir. Das hörte sich gar nicht gut an. Was wollte er von mir?

„Ich brauche Sie um das Protokoll führen.“ Seine Augen durchbohrten meine förmlich. Ich sank in meinem Stuhl zusammen und krallte mich an den Armstützen fest. Oh nein! Wie sollte ich Chris Johnson beibringen, dass ich heute Abend keine Zeit hatte? Und dass er nicht einfach so über mich verfügen konnte, wie es ihm beliebte.

Die Antwort war relative einfach: gar nicht! Er konnte über mich verfügen, wie er wollte, schließlich brauchte ich den Job und er hatte die Macht, ihn mir zu nehmen.

„Ähm…Mr. Johnson, heute Abend ist es für mich ganz schlecht.“, begann ich kleinlaut. In seinen Augen blitzte es.

„Miss Evans, ich dulde keine Widerrede. Um sechs hole ich Sie hier aus Ihrem Büro ab. Bis dahin kümmern Sie sich bitte um die Verträge. Ich habe Ihnen die nötigen Informationen per E-Mail gesandt.“

Er warf mir noch einen Blick der Sorte Ich-bin-der-Boss zu und verschwand dann durch die Tür, die hinter ihm leise ins Schloss fiel. Ich sank mit dem Gesicht vorne weg auf den Tisch. Meine Arme verschränkte ich hinter dem Kopf.

„Nein nein nein!“, begann ich einen monotonen Singsang. Wieso war ich auch zu feige ihm zu sagen, dass ich nun mal keine Zeit hatte? Obwohl, ich hatte es ihm gesagt. Aber gebracht hatte das leider gar nichts.


Chris Johnson war jemand, der wusste, was er wollte und der es auch bekam. Egal wie.

Ich fuhr mir durch meine langen, hellbraunen Haare und seufzte tief. Mein Blick war auf den PC-Bildschirm gerichtet. Diagramme und Tabellen leuchteten mir entgegen. Die musste ich alle noch auswerten. Oh man!

Es war ja nicht so, als würde ich meine Arbeit nicht mögen. Ich mochte sie sehr, aber mein Chef…war nun mal eine Marke für sich. Ich musste mir alles gefallen lassen, sonst war ich meinen Job schneller los als ich ihn bekommen hatte.

Immer noch seufzend griff ich nach meinem Handy und suchte im Telefonbuch nach Jim. Jim Small war mein Date heute Abend. Oder er war es vielmehr gewesen.

Es läutete.

„Ja Hallo?“, meldete sich eine Stimme. Ich konnte sie nicht eindeutig als Jims identifizieren, so gut kannte ich ihn noch nicht. Wir hatten uns in der U-Bahn kennen gelernt und nur schnell Nummern ausgetauscht. Bereits einen Tag später hatte er mich angerufen und um ein Date gebeten. Ich war so begeistert, überhaupt mal wieder gefragt worden zu sein, dass ich spontan sofort zugesagt hatte.

Und jetzt musste ich ihm wieder absagen. Das gefiel mir gar nicht.

„Hi Jim, hier ist Holly.“, sagte ich und es klang ziemlich atemlos.

„Hey Holly!“

„Ich muss unser Treffen heute leider absagen.“, sagte ich und meine Stimme klang heiser. Wieso klang ich heiser? Es gefiel mir gar nicht ihm abzusagen. „Mein Boss hat mich dazu verdonnert, heute Abend bei seinem Meeting Protokoll zu führen. Deswegen kann ich leider nicht.“

Zuerst kam gar nichts vom anderen Ende der Leitung. Ich dachte schon, Jim hätte aufgelegt.

„Oh.“, sagte er dann schließlich. „Das ist aber schade.“ Ich nickte, bis mir bewusst wurde, dass er mich ja gar nicht sehen konnte.

„Ja, das ist es.“, stimmte ich ihm zu. „Es tut mir wirklich leid.“

„In Ordnung. Dann eben ein anderes Mal.“ Er klang wirklich niedergeschlagen. Ich wollte schon so was sagen, wie >ich ruf dich an< aber da hatte er sich schon verabschiedet und aufgelegt.

Irritiert betrachtete ich mein Handy. Irgendwie hatte ich das Gefühl, er hatte mich total falsch verstanden. Er dachte jetzt anscheinend, ich wollte nicht mit ihm ausgehen. Dabei war das gar nicht so. Er sah schließlich wirklich super aus und er war nett. Solch einen Glücksgriff würde ich doch wohl kaum von mir aus versetzen.

Niedergeschlagen legte ich mein Handy zur Seite und machte mich wieder an die Arbeit. Bis um sechs musste ich fertig werden, dafür musste ich aber wissen, was ich zu tun hatte.
Mein Herz rutschte mir in die Hose, als ich seine E-Mail öffnete.

Ich sollte die Verträge abtippen. Es waren vier an der Zahl und alle um die hundertachtzig Seiten lang. Na hallelujah!

Genervt von meinem Chef machte ich mich an die Arbeit. Es dauerte Stunden, natürlich. Und ich wusste nicht, ob ich es bis sechs schaffen würde. Schließlich musste ich die Verträge am Ende noch ausdrucken und in unsere Vertragsordner heften, damit sie einen guten Eindruck vor unserem Kunden machten. Anschließend musste ich mir seine Notizen zu dem Fall ausdrucken (die hatte er mir selbstverständlich auch gleich geschickt) und diese mitnehmen.

Um kurz vor sechs kam das letzte Blatt des Bürgschaftsvertrages aus dem Drucker. Ich war so erleichtert. Schnell heftete ich es zu dem Rest des Vertrages und legte den Ordner auf den Stapel. Puh, endlich fertig.

Und gleich ging es weiter. Oh man, hatte denn dieser Tag nie ein Ende?

Ich griff nach Chris Johnsons Aufzeichnungen, nach meinem Notizblock und einem Stift, als es auch schon an der Tür klopfte.

„Miss Evans, sind sie fertig?“, fragte mein Chef sofort, kaum hatte er mein Büro betreten. Am liebsten würde ich ihn wütend anfahren, was er sich denn eigentlich erlaubte, aber da ich an meinem Job hing, nickte ich nur mit zusammengebissenen Zähnen.

„Dann können wir ja los.“

Immer noch genervt trottete ich ihm hinterher in die Tiefgarage wo sein Auto stand. Ein Porsche. Wie könnte es auch anders sein? Bei so einem Proleten wie ihm hätte ich auch nichts anderes erwartet.

„Worauf warten Sie, steigen Sie ein.“ Innerlich schlug ich ihm meine Faust mitten ins Gesicht. Nach außen hin lächelte ich freundlich und stieg in seinen Wagen.

Ich wusste nicht, wohin wir fuhren aber es interessierte mich auch nicht. Wahrscheinlich in irgendein Fünfsternerestaurante in den Innenstadt. Mr.Ich-bin-so-toll verkehrte nur in solch noblen Etablissements. Innerlich rümpfte ich die Nase. Meine Hände krallten sich in den Berg Papier, den ich auf dem Schoß hatte. Da waren unter anderem die Vier Verträge, seine Aufzeichnungen und mein Notizbuch. Der Stift klemmte am Notizbuch. Ich hoffte inständig, dass er nicht runterfallen würde. Denn ich wüsste beim besten Willen nicht, wie ich ihn in dieser Position vom Boden wieder aufheben sollte.

Chris Johnson starrte stumm auf die Straße. Seine Miene war wie immer grimmig und kalt. Ich war mir sicher, der machte sich keine Gedanken darum, dass ich heute Abend eventuell was anderes vorgehabt haben könnte. Immerhin gehörte ich ja ihm! Arght! Wie ich ihn manchmal hasste!

„Ich erwarte, dass Sie sich heute Abend zurückhalten und das Protokoll führen. Sie sprechen bitte nicht mit dem Kunden und setzen sich auch sonst nicht mit ihm in Verbindung.“

Was sollte das denn bitte schön heißen? Wie sollte ich mich denn sonst mit ihm in Verbindung setzen?

„Außerdem erwarte ich, dass sie mich nicht ansprechen, während ich die Verhandlungen führe.“ Wut stieg in mir auf. Am liebsten hätte ich ihm an den Kopf geworfen, dass er sich sein dämliches Geschäftsessen sonst wohin stecken kann. Stattdessen lächelte ich mal wieder selig und nickte brav. Wie tief konnte ein Mensch eigentlich noch sinken?

„Gut.“, sagte er nur und lenkte das Auto auf einen großen Parkplatz. Als ich ausstieg, wären mir fast alle Papiere runter gefallen. Gott sei Dank konnte ich sie gerade noch so retten. Chris Johnson machte nicht einmal die Anstalt, mir zu helfen. Wieso auch. Ich war ja nicht klein und schmächtig und völlig überfordert mit dem riesigen Papierberg!

Am Rande eines Nervenzusammenbruchs folgte ich ihm in das Restaurante hinein. Eine gut gekleidete und freundlich lächelnde Dame begrüßte Mr. Johnson und übersah mich völlig. Sie führte ihn, und zwangsläufig wohl auch mich, zu einem großen Tisch etwas abseits.

Ich trottete wie ein Dackel hinterher, ständig leicht schwankend und kurz vorm umfallen. Keiner der vielen Gäste schien sich darum zu scheren. Na da hatte Chris Johnson ja das richtige Restaurante ausgewählt. Die waren hier alle genau so eingebildet wie er.

Noch so in Mordgedanken über meinen Boss versunken stolperte ich und fiel vorne weg mitten auf den Gang. All die Papiere fielen weit zerstreut auf den teueren auf Hochglanz gebrachten Teppich. Erschrocken schnappte ich nach Luft und begann sofort peinlich berührt, die vielen Zettel einzusammeln.

Mein lieber Boss hatte sich bloß kurz umgedreht, das Schlammassel in Augenschein genommen und war stehen geblieben. Er wartete wohl drauf, dass ich alle Papiere einsammelte und ihm wieder folgte. Nicht dass er mir mal helfen würde, nein! Wieso auch,. Ich war ja bloß ein nichts!


„Alles in Ordnung?“, hörte ich plötzlich eine Stimme hinter mir. Ich sah zwei Beine, die an mir vorbei gingen und sich dann vor mich hockten. Sie gehörten einem jungen Mann. Er begann sofort, mir beim Aufsammeln zu helfen, dabei sah er auf und lächelte mir aufmunternd zu.


Ich stockte kurz in meiner Bewegung. Was für ein Lächeln. Umwerfend. Wahnsinn! Wer war denn dieser nette Mann inmitten von reichen Schnöseln? Auch ein Assistent, der unglücklich sein Dasein fristete?

Heimlich musterte ich ihn, während ich die letzten Zettel aufsammelte. Er war in etwa zwischen fünfundzwanzig und dreißig Jahren, hatte dunkelbraunes, fast schwarzes Haar und wunderschöne, braune Augen. Fast wie ein kleines Reh!

Mensch Holly, was denkst du denn da?

Ich klemmte mir die von mir aufgesammelten Blätter vor die Brust und erhob mich. Auch der unbekannte Mann erhob sich und reichte mir die von ihm aufgesammelten Zettel. Schüchtern strich ich mir mit einer Hand eine Strähne meiner Haare hinter das Ohr und nahm dann den vom ihm entgegengereichten Stapel.

„Danke schön.“, meinte ich beschämt. Es war mir peinlich, denn jetzt, wo er stand, erkannte ich, dass er unmöglich ein Assistent sein konnte.

Er war groß, bestimmt eins neunzig, und hatte breite Schultern, sowie ein markantes, aber sehr hübsches Gesicht. Sein Blick war freundlich, aber irgendwie hatte ich das Gefühl, er könnte in mich hineinsehen, so durchdringend musterte er mich.

„Gern geschehen.“, erwiderte er freundlich. Gerade wollte ich irgendetwas nettes erwidern, als mein Boss auf uns zukam und sich an den Fremden Mann wandte.

„Mr. Stevens Guten Abend. Es wäre doch nicht nötig gewesen, meiner Assistentin zu helfen.“ Beinahe wäre mir der Unterkiefer heruntergeklappt. DAS war Chris Johnsons Kunde?!?! Dieser nette, hilfsbereite Mann sollte in dieselben Kreise gehören wie mein Chef?

„Guten Abend Mr. Johnson.“, grüßte der große gut aussehende zurück. „Ich habe ihr gerne geholfen. Ich verabscheue Menschen, die dem Unglück anderer nur zusehen und nichts unternehmen.“

Volltreffer! Das saß. Mein Boss wirkte, als hätte er in eine besonders saure Zitrone gebissen. Sagen tat er jedoch nichts. Stattdessen führte er Mr. Stevens an unseren Tisch, mich wieder einmal gekonnt ignorierend.
Dieser jedoch drehte sich noch einmal zu mir um und lächelte.

„Kommen Sie, Miss… .“

„Evans. Holly Evans.“, wisperte ich schüchtern. An seinem Lächeln änderte sich nicht.

Ich war wie gefesselt von diesem netten, hilfsbereiten und zudem auch noch gut aussehenden Mann. Wie konnte solch ein Mensch nur in solch eine Welt reinkommen? Ich hatte immer gedacht, nur Menschen wie Chris Johnson schafften es weit in dieser Welt. Immerhin musste man da hart und kalt sein. Und zu allem bereit. Dieses Geschäft war ein raues Pflaster, das wusste ich mittlerweile. Was also machte dieser Mann dort? Und ganz unbekannt konnte er auch nicht sein, immerhin ging es hier um Millionen (ich habe schließlich den Kaufvertrag abgetippt).

„Entschuldigen Sie die Unannehmlichkeit von eben, Mr. Stevens.“, entschuldigte sich mein Boss für mich und warf mir heimlich einen tödlichen Blick zu. Ich schluckte schwer und ahnte vage, was nachher auf der Heimfahrt auf mich zukam. Falls er mich überhaupt heimfuhr. Wenn ich Pech hatte, durfte ich den Bus nehmen.

„Schon in Ordnung.“, erwiderte Stevens kalt. Wow, wie kalt er mit meinem Boss sprach. Faszinierend, dass es solche Menschen gab. Ich hätte nie gedacht, dass es irgendjemand auf der Welt fertig brachte, mit Chris Johnson so kalt und abfällig zu sprechen.

„Wollen wir gleich mit den Verhandlungen beginnen, meine Zeit ist begrenzt.“ Und wie beherrscht er klang, unglaublich. Völlig hin und weg starrte ich von einem zum anderen und ich hatte zunehmend das Gefühl, dass die beiden sich nicht wirklich mochten.

„Selbstverständlich.“ Wie er zu Kreuze kroch…innerlich musste ich lachen ohne Ende. Meinen Chef mal so zu erleben – unbezahlbar!

Die beiden begannen, über irgendwelche Triebwerke zu reden. Ein neues Modell, wenn ich es richtig verstand. Ziemlich gelangweilt hörte ich zu, bis mein Boss sich zu mir wandte und mich anblaffte: „Würden Sie wohl die Güte haben, mit dem Protokoll zu beginnen, Miss Evans?!“ Das war keine Frage, das war ein Befehl, den ich ziemlich eingeschüchtert sofort ausführte.

Johnsons Adleraugen beobachteten mich dabei, wie ich die ersten Sätze schrieb. Mein Herz schlug mir bis zum Hals. Mittlerweile war ich mir fast sicher, dass ich den Bus nehmen würde.

„Sie haben ja noch gar nichts zu trinken, Miss Evans.“, stellte Stevens mit sanfter Stimme fest. Ich zuckte zusammen, obwohl Johnson nichts gesagt hatte. Sein Blick sprach Bände.

„Eigentlich möchte ich gar nichts trinken, vielen Danke.“, erwiderte ich eingeschüchtert durch meinen Boss. Stevens wirkte enttäuscht, hakte aber nicht weiter nach.

Die nächsten anderthalb Stunden verbrachte ich damit, das Gespräch der beiden zu Papier zu bringen. Dabei dachte ich die ganze Zeit an Jim und daran wie schön unser Date heute hätte werden können.

Ohne es zu merken seufzte ich laut.

„Evans!“, donnerte mein Chef. Ich schluckte schwer und sah ihn an. Wütend funkelte er mich an. „Benehmen Sie sich!“ Wie nett er ein >kannst du dich nicht mal zusammenreißen, du dumme Nuss< formuliert hatte. Oh man! Ich nickte schwach und beugte mich wieder über mein Notizbuch.

Als die Verhandlungen oder was auch immer, gegen halb elf Uhr Abends endlich abgeschlossen waren und wir uns erhoben, jauchzte ich innerlich vor Freude. Endlich vorbei.

„Auf Wiedersehen, Miss Evans.“, verabschiedete sich Stevens von mir.

„Auf Wiedersehen.“, entgegnete ich freundlich und folgte meinem Chef der schon auf dem Weg nach draußen war. Kaum waren wir außer Hörweite seines Kunden, blaffte er mich an.

„Was hatte ich Ihnen gesagt? Keinen Kontakt zum Kunden! Und was haben Sie gemacht?! Verdammt Evans, hören Sie denn nie richtig zu?!“ Erschrocken durch seine Lautstärke hätte ich die ganzen Zettel fast wieder fallen lassen. Betreten blickte ich zu Boden.

Warum war ihm das so wichtig gewesen? Mr. Stevens war doch so nett?

„Und jetzt steigen Sie ein oder wollen Sie laufen?“ Heimlich atmete ich erleichtert aus. Er ließ mich nicht Bus fahren.