Not while I'm around

GeschichteAbenteuer / P18
Jack Bauer
04.05.2008
05.05.2008
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04.05.2008 2.769
 
* * *4:25am* * *

Schweißgebadet saß Tony Almeida um 4:25 am aufrecht in seinem Bett. Adrenalin durchströmte seinen Körper, sein Puls raste, er war bereit zu kämpfen, sein Blick erfasste in Sekundenbruchteilen die Lage. Wenige Sekunden später sank er erleichtert in sein Kissen zurück. Er war zu Hause, in seinem Bett, es gab keine Gefahr. Während sein Puls sich wieder beruhigte versuchte er zu rekonstruieren, was ihn geweckt hatte. Ein Traum, er erinnerte sich erst nur undeutlich daran, er hatte mit Michelle zu tun gehabt. Ein Bild stieg vor seinem inneren Auge auf. Das schmerzverzehrte Gesicht seiner geliebten Michelle. Er sah neben sich und dort lag sie. Friedlich hob und senkte sich ihr Rücken, ihre Locken ergossen sich wie ein brauner Wirbelsturm darüber. Für diesen Anblick stand Tony jeden Morgen etwas früher auf als nötig gewesen wäre. Er konnte es noch immer kaum glauben, dass sie seine Freundin war, vielmehr als eine Freundin war. Tony konnte sich nicht erinnern je zuvor so glücklich gewesen zu sein wie in den vergangenen fünf Monaten. Sie war alles für ihn, die Liebe seines Lebens und sein Sinn. Erst sie hatte ihm wieder gezeigt wofür er kämpfte, wofür er tagtäglich seinen Kopf riskierte. Sie hatte ihm gezeigt, dass es das alles wert war. Um nichts in der Welt würde er sie aufgeben, der bloße Gedanke ohne sie leben zu müssen machte ihn krank. Nachdem er eine halbe Stunde so neben ihr gelegen und nachgedacht hatte, stand er nun leise auf, er spürte, dass er heute Nacht keinen Schlaf mehr finden würde, da konnte er genauso gut sein morgendliches Fitnessprogramm etwas vorverlegen. Er zog sich an und verließ die Wohnung. Ein kühler Wind wehte, ungewöhnlich für LA, aber nicht ungewohnt für Tony, der aus dem kälteren Chicago stammte. Er begann sein Training wie üblich mit einer Joggingtour.

* * * 5:00am * * *

Als Tony Almeida gerade seine Laufschuhe angezogen hatte, klingelte in der CTU Los Angeles ein Telefon. „CTU, Kaufman“ meldete sich Adam. Er war übermüdet von seiner Nachtschicht und freute sich eigentlich nur auf sein Bett. In einer Stunde würde er nach Hause gehen. Am anderen Ende der Leitung meldete sich eine verzerrte Männerstimme: „Eine Bombe wird hochgehen, in Los Angeles um 13:00pm, wenn sie dies verhindern wollen, klingeln sie Agent Jack Bauer aus dem Bett und holen ihn ans Telefon!“ Adam war verwirrt. Er arbeitete noch nicht lange bei der CTU und eine solche Situation hatte er noch nie selbst erlebt. Unschlüssig wanderte sein Blick hoch zu Jacks Büro. Er wusste dass der Special Agent noch dort war, aber wusste auch, dass Jack auf Fehlalarm in der Regel gereizt reagierte. „Was ist jetzt?“ tönte es drohend aus dem Telefon. „Brauchen sie erst eine Kostprobe unserer Möglichkeiten bevor sie mir endlich Jack Bauer ans Telefon holen?“ „Warten sie einen Moment! Ich verbinde sie.“ Adam wählte die Durchwahl zu Jack, der schon nach dem ersten Klingeln abnahm. Er hatte also nicht geschlafen, wie Adam vermutet hatte. „Was gibt’s Adam?“ Jack klang etwas missmutig, aber das war mehr oder weniger ein Dauerzustand. „Ich hab hier jemanden in der Leitung, der droht heute Mittag eine Bombe hochgehen zu lassen, und der unbedingt mit dir persönlich reden möchte. Soll ich ihn durchstellen?“ Jack war sofort hellwach und jede Faser seines Körpers spannte sich an. „Ja Adam. Gib ihn mir! Versuch aber gleichzeitig den Anruf zurück zu verfolgen, hörst du?“

* * * 5:15am* * *

Das Klingeln seines Handys riss Tony jäh aus seinem Laufrythmus. Wer würde ihn um diese Uhrzeit anrufen?  „Almeida?“ „Tony, sind sie das?“ Die Stimme am anderen Ende der Leitung klang verzerrt, Tony erkannte trotzdem einen spanischen Akzent und schätzte das Alter des Anrufers auf Mitte bis Ende Fünfzig. „Wer zum Teufel sind sie? Und woher haben sie diese Nummer?“ „Ich habe noch ganz andere Dinge von dir.“ Die Stimme klang eindeutig boshaft. Tonys Körper war zum zerbersten gespannt. „Was wollen sie damit sagen?“ Eine schreckliche Vorahnung kroch in ihm hinauf bis in seinen Hals und machte ihn würgen. Das durfte nicht geschehen sein! „Deine kleine Freundin hier, ist ja ein wahres Prachtexemplar.“ Höhnte der unbekannte Anrufer. Es war als hätte ihm jemand den Boden unter den Füßen weggezogen, alles um ihn drehte sich, seine Welt drohte aus den Fugen zu geraten. „Sind sie noch dran?“ die scharfe Stimme des Anrufers holte ihn in die Welt zurück. „Was wollen sie von ihr?“ „Von ihr? Gar nichts. Es geht hier um sie. Oder genauer gesagt, um etwas, das sie für mich tun könnten.“ „Was wäre das?“ Während er sprach lief Tony so schnell er konnte zurück zu seiner Wohnung. „Ich will, dass sie eine Bombe legen.“ Tony war sprachlos. „Was?!“ „Sie haben schon verstanden. Fahren sie in die CTU, benehmen sie sich ganz normal, wenn sie irgendjemanden einweihen, werde ich es erfahren, und dann können sie sich nicht einmal mehr von ihrer Süßen verabschieden. Ich rufe sie an wenn ich sie brauche.“ „Hören sie…“ Die Leitung war tot.

* * * 5:20am* * *

Jack Bauer ging wutschnaubend in seinem Büro auf und ab. Adam hatte ihm gerade berichtet, dass der Anruf nicht zurückverfolgbar war. Sie hatten nichts, außer der Drohung, dass in wenigen Stunden eine Bombe in L.A. hochgehen würde, wenn nicht er, Jack Bauer, es verhindern würde. Und das würde er, bei Gott, es würde keinem Terroristen gelingen seine Stadt in Angst und Schrecken zu versetzen.

* * * 5:21am* * *

Tony kniete vor seinem Bett, oder dem was davon übrig war. Die halbe Einrichtung seiner Wohnung lag in Trümmern auf dem Boden, die Eingangstür war aus den Angeln gerissen und das Schloss zersplittert, von Michelle keine Spur. Es konnte nicht sein, es durfte nicht sein, er durfte sie nicht verlieren. Was sollte er tun? Was konnte er tun? Er beschloss erst einmal zur Arbeit zu fahren. Vielleicht würde ihm ja dort etwas einfallen.  Er musste sein Team einweihen um Michelle zu retten. Aber etwas hielt ihn zurück. Der Unbekannte hatte gesagt er würde es erfahren, wenn Tony sich Hilfe holte. Jack hatte schon vor Wochen gesagt er vermute einen Maulwurf irgendwo im Team. Leider passiert das immer wieder, ein Terrorist zahlte gut, oder setzte jemanden unter Druck, irgendwie schafften sie es immer wieder die CTU und andere Behörden zu unterwandern. Wenn es einen Maulwurf in der CTU oder an höherer Stelle gab, dann wäre Michelle tot, bevor er die Situation fertig geschildert hätte. Trotzdem, er musste zur Arbeit. Wenn er zu spät oder gar nicht käme, würde er Aufsehen erregen. Als er sich hinters Steuer seines SUV’s setzte, zitterten seine Hände. „Verdammt! Reiß dich zusammen!“ Herrschte er sich selbst an, und fuhr los.

* * * 5:30am* * *

Adam stürzte die Treppe hoch, die zu Jacks Büro führte. Ohne zu Klopfen platzte er in den Raum, in dem Jack gerade Telefonierte und ihn nun fragend und leicht verärgert ansah. „Wir haben das Ziel!“ Adam rang nach Luft bevor er weiter sprach.  Jacks Interesse war geweckt. „Ryan, ich schalte sie auf den Lautsprecher. Wir haben neue Informationen.“ Ryan Chapelle war Jacks Boss, District Director der CTU. Er war bestimmt nicht erfreut gewesen so früh und ausgerechnet von Jack geweckt zu werden, überlegte Adam und schmunzelte innerlich. Chapelle war ein Bürohengst. Anders als Jack oder Tony war er nie im Militär gewesen und hatte auch keine nennenswerten  Erfahrungen im Außendienst. Er und Jack waren sich nicht besonders warm. Jetzt lauschte er gespannt am anderen Ende der Leitung. „Es ist uns gelungen, das wahrscheinlichste Ziel ausfindig zu machen. Die Kinder des Präsidenten sind heute in der Stadt.“ Diese Nachricht traf Jack wie ein Schlag vor den Kopf. Präsident Palmer war der fähigste Mann den er in diesem Amt je gesehen hatte, Jack hatte schon zweimal mehr als nur sein Leben aufs Spiel gesetzt um das Leben dieses Mannes zu schützen. „Wir brauchen die Pläne Adam! Secret Service, FBI, CIA, jede verdammte Behörde die sich heute um die Sicherheit dieser Kinder kümmert.“ „Das ist das Problem Jack, sie sind inkognito hier. Das wir es erfahren haben ist nur ein Zufall. Es existieren keine Pläne, die beiden haben ihre Bodyguards abgehängt.“ „WAS?“ Chapelle klang ehrlich entsetzt. „Woher haben wir dann unsere Informationen?“ „Ein Telefonat. Keith hat einen Freund hier in LA angerufen, der zufällig auf einer unserer Listen steht.“ Das wurde ja immer schlimmer, Jack fühlte wie sich leichte Panik in ihm breit machte, kämpfte sie aber erfolgreich zurück in sein Unterbewusstsein.

* * * 5:35am* * *

Als Tony in der CTU ankam hielt er sich nicht mit Smalltalk auf, sondern eilte sofort hoch in Jacks Büro, wo er ihn in einer Besprechung mit Ryan Chapelle und Adam Kaufman. Adam und Jack sahen ihn überrascht an. „Jack ich muss mit dir reden! Es ist folgendes passiert…“ „Ja, wir wissen schon Bescheid Tony. Das vermutliche Ziel sind die Kinder des Präsidenten, Keith und Nicole Palmer.“ Tony sah ihn verwirrt an, entschloss sich dann aber, seine Informationen noch zurück zu halten. Es war ohnehin dumm gewesen vor Adam und Ryan davon anzufangen. Innerlich ohrfeigte er sich ging aber äußerlich ganz ruhig zum Schreibtisch und fragte nach dem Stand der Ermittlungen. Nach einem kurzen Briefing, ging Tony die Treppe herunter und setzte sich an seinen Computer. Er hatte gehofft, noch allein mit Jack reden zu können, aber es hatte sich nicht ergeben. Er kam vor Sorge fast um und konnte sich kaum konzentrieren. Das Klingeln seines Telefons riss ihn jäh aus seinen Gedanken. „CTU, Almeida.“ „Hallo Tony!“ „Wer ist da?“ Tony fragte nur um Zeit zu gewinnen. Natürlich wusste er mit wem er sprach. „Komm schon Tony, so dumm bist du nicht. Andererseits, wer weiß. Der Hellste warst du auch nie.“ Der Unbekannte lachte. Tonys Hirn arbeitete auf Hochtouren. Er kannte diesen Typen, oder zumindest kannte er ihn. Wenn er nur wüsste woher. „Tony! Reiß dich zusammen! Lass mich nicht warten! Sie kann auch nicht lange warten.“ Verdammt! Er saß in der Zwickmühle. „Was willst du?“ „Nicht viel. Nur ein bisschen Hilfe. Du weißt bestimmt schon, dass die Palmerkinder heute in der Stadt sind. Ich will die beiden tot sehen. Sorg dafür, dass sie den heutigen Tag nicht überleben.“ „Und die Bombe?“ „Lass das meine Sorge sein.“ Sein Anrufer brach in schallendes Gelächter aus. Langsam wurde es Tony zu bunt. „Jetzt hören sie mal zu! Ich will meine Freundin zurück! Und zwar sofort. Seien sie vernünftig, noch ist es für sie nicht zu spät. Wenn sie ihr auch nur ein Haar krümmen, wäre ich sie finden. Ich werde sie finden und töten.“ „Soll das eine Drohung sein?“ „Nein, das ist ein Versprechen. Sagen sie mir, wo Michelle ist!“ Der Anrufer antwortete nicht. Stattdessen hängte er unter schallendem Gelächter den Hörer auf. Er kannte diese Lache, das wusste Tony genau. Doch bevor er weiter darüber nachdenken konnte, spürte er auf einmal eine Hand auf seiner Schulter. „Ich glaube wir müssen reden, Tony.“ Jack stand direkt hinter ihm, wahrscheinlich hatte er alles mitgehört. Tony stand auf und folgte ihm in einen der Verhörräume. Als sie beide drinnen waren, schloss Jack die Tür hinter ihnen. „Jack, ich kann es erklären. Ich wollte es dir sagen…“ „Schon gut Tony! Es ist besser, dass du es nicht getan hast. Es gibt einen Maulwurf in der CTU, da bin ich mir inzwischen ganz sicher. Es sind in letzter Zeit einfach zu viele Sachen schief gelaufen. Hier sind wir ungestört. Erzähl mir was passiert ist.“


* * * 5:59am* * *

Als Michelle zu sich kam, wusste sie erst nicht wo sie war. Sie lag auf dem Boden, vielleicht in einer Zelle, das einzige in ihrem Blickfeld war eine kahle Wand. Ihr Kopf pulsierte, ihr war übel und irgendetwas vernebelte ihre Sinne. Vielleicht Morphium, Chloroform, irgendeine andere Droge. Sie konnte kaum klar denken. Sie schloss die Augen wieder. Jetzt fiel ihr wieder ein, was am Morgen passiert war. Lärm hatte sie geweckt, sie lag in Tonys Bett, konnte ihn aber nirgendwo sehen. Sie war noch nicht ganz wach, als ein halbes Dutzend vermummte Männer in das Zimmer stürzten. Sie hatte sich gewehrt, hatte gekämpft, aber um 5:00am war sie einfach noch nicht in der Lage gewesen sich gegen die Übermacht zu wehren. Ihre Waffe lag wenige Meter entfernt auf einem Haufen Klamotten. Aber so nah sie auch war, die Waffe war für sie unerreichbar. Der Kampf war kurz aber heftig gewesen. Nach wenigen Minuten hatte einer der Männer ihr ein Tuch auf den Mund gedrückt, danach konnte sie sich an nichts erinnern. Ihr Körper schmerzte, aber sie nahm es kaum war. Eine andere Sorge hatte von ihr Besitz ergriffen. Wo war Tony? Sie hatte ihn nicht in der Wohnung oder im Schlafzimmer gesehen, aber das musste nichts heißen. Vielleicht war er gefangen, vielleicht war er entkommen, vielleicht war er…den letzten Gedanken ließ sie nicht zu. Es konnte nicht sein! Es durfte nicht sein! Er war doch ihr ein und alles, der Grund warum sie lebte, nie zuvor hatte sie das empfunden, was sie für ihn empfand. Ein Teil von ihr mahnte sie sich zusammenzureißen. Sie durfte jetzt nicht die Beherrschung verlieren. Langsam drehte sie sich um, in der Hoffnung ihre Lage besser einschätzen zu können. Sie lag in einem dunklen, unmöblierten Raum, nur ein Fenster spendete etwas Licht, doch es war zu hoch um hinauszuschauen. Michelle stand auf und musste sich zunächst gegen die Wand lehnen um einen Anflug von Schwindel zu überwinden. Dann ging sie zur Tür, die sie zu ihrer Überraschung unverschlossen fand. Vorsichtig öffnete sie die Tür einen Spalt breit. Dahinter lag ein Zimmer, in dem mehrere Latinos saßen die an einem Tisch Karten spielten. Sie waren bewaffnet, einer von ihnen  hatte eine Schrotflinte, die anderen halbautomatische Handfeuerwaffen. Michelle schloss die Tür wieder lautlos. Vorerst gab es keine Möglichkeit zu entkommen.

* * * 6:07am* * *

Jack ging zielstrebig in Richtung der Parkplätze. Er und Tony hatten beschlossen, dass es das Beste wäre, vorerst ganz normal zu verfahren und sich nichts anmerken zu lassen. Adam hatte die Adresse von Keith Kontakt in LA herausgefunden, und dorthin war Jack jetzt unterwegs. Der Junge hieß Mika Costados. Er war den Behörden in letzter Zeit durch häufige Aktivitäten im Drogenmilieu und seine Kontakte zu gewissen islamistischen Kreisen aufgefallen. Obwohl er Amerikaner spanischer Abstammung war, hatte man ihn im Auge behalten und war so auf Keith Spur gekommen. Jack startete seinen SUV und fuhr die noch einigermaßen leeren Straßen LA’ s entlang zu Mika Costados Haus. Tonys Situation machte ihn nervös. Er selbst war vor nicht ganz zwei Jahren in einer ähnlichen Situation gewesen. Wenn Tony auf dieselbe Art reagieren würde wie er selbst es getan hatte, dann würde es ein verdammt langer Tag werden.

* * * 6:13am* * *

Wieder klingelte Tonys Telefon. Sofort stieg sein Puls und pumpte flüssiges Adrenalin durch seine Adern. „Ja!“ „Hola Tony!“ Woher kannte er ihn? „Es wird Zeit aktiv zu werden!“ „Was willst du?“ Der Unbekannte lachte, Tony spürte wie er vor Zorn rot anlief. Was bildete dieser Idiot sich ein? „Ich will, dass du die Palmers findest. Finde sie, und töte sie für mich. Das bist du mir zwar ohnehin schuldig, aber falls du dich daran nicht erinnerst: Erinnerst du dich bestimmt an das hier.“ Einen Moment herrschte Stille, dann hörte Tony einen spitzen Schrei. „Du verdammtes Schwein!“ Tony hatte die Beherrschung verloren und war nur froh, dass niemand in Hörweite war. „Na na na, Tony, was sind denn das für Töne? Hör zu, ich weiß, dass ihr nah dran seid. Fahr deinem Agentenfreund hinterher, schalt ihn aus und kümmer dich selbst um den Job. Verstanden?“ Tony musste sich zwingen ruhig zu sprechen, es gelang ihm nicht ganz und so zitterte seine Stimme als er antwortete. „Verstanden. Was ist mit der Bombe?“ „Vergiss die Bombe! Denk nur an deine Freundin!“ Ein weiterer Schrei ertönte. Tony rang schwer um seine Beherrschung. Aber er hatte dem anderen etwas voraus. Er wusste jetzt, wo er war. Der Laptop der vor ihm stand zeigte ihm die genauen Koordinaten an. Anscheinend hatte der Erpresser nicht gut aufgepasst. Das würde er bereuen.

* * * 6:15am* * *

Lächelnd legte er auf. Er war sicher, dass Tony den Köder geschluckt hatte. Nun konnte er sich wieder dem Schauspiel widmen, das sich im Nebenraum ereignete. Lust regte sich in seinen Lenden, als er sah, wie seine Jungs die wenig bekleidete, wohlgeformte Frau bändigten. Er hatte ihnen aufgetragen ihr Fragen zu stellen. Das wäre zwar nicht nötig, da er ohnehin alles wusste, was er wissen wollte, aber es faszinierte ihn zuzusehen, wenn ein Mensch zerbrach. Diese Frau zu brechen würde nicht weiter schwer, aber sicher sehr unterhaltsam werden.

* * * 6:16am* * *

Michelle lag gekrümmt am Boden. Vor wenigen Minuten hatten zwei der Männer sie aus ihrem Raum geholt und begonnen ihr Fragen zu stellen. Doch sie würde ihnen nicht die Genugtuung bereiten zusammenzubrechen. Von ihr würden sie gar nichts erfahren.
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