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Dark Love

GeschichteLiebesgeschichte / P12 / MaleSlash
Jonathan Palmer Richard Rokeby
26.04.2008
26.04.2008
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2.330
 
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Hey, hier ist mal mein neuster One Short zu
Richard und Jonathan, welcher mir seit kurzem
nicht mehr aus dem Kopf ging ^^. Oder besser
gesagt aus der Hand, da das Schreiben
irgendwann wie von selbst ging. Mal sehen was
daraus geworden ist **grins**

Für diejenigen die das Buch nicht kennen, ist nicht weiter schlimm. Ihr verpasst trotzdem nix. Zur Story: Hier geht es darum dass Jonathan von Mrs. Rokeby erfahren hat was es mit Richards Vergangenheit auf sich hat… so und ab hier beginnt die Geschichte womit ich euch viel Spaß wünsche **smile**


Dark Love


Jonathan betrat sein Zimmer in Kirsten Abbey. Ein Raum, den er sich noch mit anderen Jungen seines Jahrgangs teilte. Dieser war leer, da die meisten draußen waren. Sei es um Sport zu treiben, in der Bibliothek zu lernen oder gar zu faulenzen.

Dem braunhaarigen Jungen war das nur Recht. So musste er keine lästigen Fragen beantworten oder sich dumme Sprüche anhören. Auch wenn es seit Wheatleys Tod ruhiger geworden war, gab es immer noch vereinzelt Schüler, die gerne Schwächere ärgerten. Da waren Tränen nicht gerade förderlich. Doch wollte sie Jonathan jetzt nicht zurückhalten. Konnte er sie auch nicht mehr zurückhalten.

Weswegen er sich schluchzend auf sein Bett setzte. Seine Beine angewinkelt, um die er seine Hände schlang, und seinen Kopf auf einem der Knie barg. Ließ stumm seine Tränen freien Lauf.

Sonst hätte er gerne abends immer geweint. Nachts wenn die Schlafräume im dunklen lagen und die nackte Panik über ihn kam und er innerlich hoffte, das man ihn in Ruhe ließe. Manchmal passierte nichts und Jonathan konnte dann innerlich aufseufzen.

Aber manchmal wenn er einige Jungen tuscheln hörte, jene Stimmen die bei ihm eine Gänsehaut verursachten, dann wünschte er sich nichts sehnlicher als fort. Weg aus dieser Schule. Weit fort von diesen anderen Jungen und ihre perversen und meist geschmacklosen Spiele, die sie mit den Jüngeren trieben.

Sollte er nicht froh sein?

Das Wheatley Tod war und seine beiden Kumpanen nicht mehr auf diesem Internat verweilten? Konnte er sich nicht endlich Ruhe gönnen und eine Nacht entspannt durch schlafen? Sich mit den anderen Jungen freuen und das Leben genießen?

Nein! Verdammt! Das konnte Jonathan nicht. Und er bezweifelte das er jemals wieder ruhig schlafen könnte. Dafür liefen ihm noch mehr Tränen über die Wangen, die er ungehindert auf seine Jeans tropfen ließ.

Schlafen? Bitter lachte Jonathan auf, ehe sich auf seinem Gesicht ein schmerzhafter Zug bildete. Nein, nicht nachdem sie das getan hatten. Sah er es genau vor sich. Einen verängstigten Jungen, der in der Dunkelheit umherirrte. Es war kalt und seine nackten Füße liefen über den zum Teil mit Kiesbedeckten Boden. Dann stoppten sie. Plötzlich und abrupt.

Panisch blickte der Junge sich um. Er konnte die Angst spüren, die den Jungen ergriffen hatte und wie dieser Verzweifelt nach etwas suchte. Woran er sich klammern konnte und was ihm Schutz bot. Doch sah er stattdessen ein Licht, was sich schnell auf ihn zu bewegte und...

„ Nein! “ schrie Jonathan panisch.

Hektisch sah er auf und blickte sich im Schlafsaal um. Hier sah er nur leere Betten, welche durch das Tageslicht angestrahlt wurden, die durch die matten Fensterscheiben fielen.

„ Gott! Was haben wir nur getan “, flüsterte Jonathan verzweifelt.

Es war kein Spiel mehr. War es nie gewesen. James Wheatley war Tod und einige Andere mussten auch leiden. Und er, Jonathan, hatte sich mitschuldig gemacht. Blind hatte er Richard vertraut und sich auf das dunkle Spiel mit ihm eingelassen. Ein Spiel, was besser im Verborgenen geblieben wäre, mit all seinen dunklen Mächten.  

Genauso wie Richard. Er wirkte stets Beherrscht und Arrogant, so als würden die anderen es nicht wert sein, sich mit ihm abzugeben. Aber das war Falsch. Denn Richard brauchte die anderen nicht. Viel eher hasste er sie und Verbarg seine wahren Gefühle unter einer Maske, die er perfekt trug. Und man sollte nicht den Fehler machen und ihn reizen, wenn man den Psychopathen ihn ihm nicht wecken wollte.

Das hatte ihm Mrs. Rokeby erzählt. Und jetzt ergab für Jonathan auch alles einen Sinn. All die Momente wo er Richard nicht verstanden hatte. Seine unglaubliche Wut und den unbändigen Hass auf die anderen Menschen. Seine dunkle Aura, die besonders beim Spielen hervortrat.

Richard war ein Psychopath!

Und noch etwas wurde Jonathan bewusst, weshalb seine vor kurzem versiegten Tränen von neuem aufstiegen. Denn selbst wenn er jetzt einsah, dass es ein Fehler war sich mit Richard einzulassen um sein Freund zu sein, so konnte er dennoch nicht zu Nicolas und den anderen zurückkehren.

Nicht weil sie ihn nicht aufnehmen würden, zumindestens mit Nicholas verband ihn etwas, was er in letzter Zeit beinahe vergessen hatte und wofür er sich insgeheim schämte. Nein, viel eher war es so, dass Richard ihn nicht gehen lassen würde. Dafür war sein Charakter zu Besitzergreifend, als das er Jonathan mit irgendjemandem teilen würde.

So versunken wie Jonathan in seinen Überlegungen war, bekam er nicht mit wie eine weitere Person den Saal betrat und hinter sich die Tür schloss. Mit kalten Augen musterte diese die zusammengekauerte Gestalt auf dem Bett. Hatte sie diesen Jungen über all gesucht. War aber die ganze Zeit über unauffindbar gewesen.

Doch nicht vor ihm. Denn er würde seinen dunklen Engel immer wieder finden. Egal wo er sich versteckte. Nachdem er Jonathan endlich wieder bei sich hatte, milderte sich sein zorniger Ausdruck und mit einem sanften Lächeln trat er an das Bett heran.

Sein kleiner Engel sah noch hilfloser und zerbrechlicher aus, als sonst, was in ihm seinen Beschützerinstinkt wieder weckte. Da Jonathan noch immer in Gedanken versunken war und dabei ins Leere blickte, konnte er sich in Ruhe hinter seinem Engel auf dem Bett hinsetzen und seine Hände um den schlanken Körper vor sich legen.

Fest und Besitzergreifend war sein Griff, während er näher an seinen Engel heranrückte. Nah beugte er sich zu Jonathans Ohr runter, wo er einmal mit seiner Zunge entlangfuhr. Nahm dabei das leichte Beben wahr, was von seinem süßen Engel ausging und wie sich der Körper unter ihm anspannte. Anscheinend hatte er nun die volle Aufmerksamkeit von Jonathan.

„ Wo bist du gewesen? “ fragte Richard leise, aber dennoch kühl in Jonathans Ohr.

Innerlich brodelte seine Wut, als er an die Suche zurückdachte. Wie seine Sorge ihn fast wahnsinnig gemacht hatte und er am liebsten seine aufgestaute Wut irgendwo hätte auslassen können. Doch wollte er keine Zeit verlieren und hatte sich deswegen zurückgehalten. Noch…

„ Draußen “, erwiderte Jonathan zögerlich. „ Ich wollte mir die Beine vertreten. “

„ Lügner. “

Hart durchbohrten ihn Richards Augen, als er zu ihm umgedreht wurde, ohne sich aus seiner Umarmung befreien zu können. Stattdessen verfestigte Richard mit einer Hand seinen Griff um den schmalen Körper und packte grob Jonathan am Haarschopf, wodurch er ihm direkt in die Augen sehen konnte.

„ Ich war draußen Richard. Glaub mir “ versuchte Jonathan ihm verzweifelt zu erklären.

Furcht stand in seinen blauen Augen. Plötzlich sah er ein Bild vor sich: Eine Frau, die versuchte ihr Kind zu ertränken. Ob Richard auch irgendwann durchdrehte und mit ihm dasselbe tat? Bei diesem Gedanken breitete sich eine Gänsehaut auf seinen Körper aus. Nackte Angst machte sich in ihm breit.

„ Lügner “, zischte ihm Richard entgegen.

„ Verdammt Richard! “ schrie Jonathan ihn an. „ Ich war draußen! Weil ich es hier drin nicht mehr aushalte! Ich kann nicht mehr Richard… “ Gegen Ende wurde Jonathan immer leiser und senkte bedrückt seine Augenlieder.

„ ... “

Stumm blickte Richard zu seinen dunklen Engel. Dabei lockerte er seinen Griff um die Haare und auch seine Wut verrauchte langsam. Das was ihn so an seinem Engel faszinierte, war gleichzeitig Jonathans größte Schwäche. Die Angst. Und je mehr Jonathan sich fürchtete, desto stärker zog ihn sein süßer Engel an.

Seit seine Mutter Tod war, hatte er keinen mehr gehabt, der Schutz brauchte. Wo er den Wunsch verspürte, immer an seiner Seite zu sein und über ihn zu wachen, wie er es damals bei ihr getan hatte. Eine geliebte Person die er unbedingt und mit allen Mittel schützen wollte. Und die er auf ewig an sich binden wollte, damit sie ihn nicht verließ, wie seine Mutter.

Erst als Jonathan sich in sein Leben mischte und sich ihm nach einigem Zögern aufgedrängt hatte, kam er von seinem kleinen Engel nicht mehr los. Und Richard würde das auch gar nicht mehr zulassen, dass ihn noch einmal ein wichtiger Mensch verließ. Nie mehr…

„ Shhhhh, ist ja gut Jon “, sprach Richard beruhigend auf den aufgelösten Jungen ein. Nahm ihn in eine sanfte Umarmung und fuhr zärtlich über dessen Rücken. Wusste genau wie er vorzugehen hatte, um seinen Engel zu trösten. „ Er hat nur bekommen, was er verdient hat. Mach dir keine Gedanken mehr um ihn. Er wird dir nie mehr wehtun. “

„ James ist tot “, flüsterte Jonathan erstickend. „ Es ist unsere Schuld, Richard. Wir… wir haben ihn dazu getrieben. “

„ Und? “ erwiderte Richard gelassen, fast gelangweilt.

Jonathan riss bestürzt die Augen auf. Wie konnte Richard diese Aussage nur kalt lassen? Egal ob ein Mensch gut oder böse war, würde es immer Leute geben, die deren Tod betrauern würden. Und selbst er hatte wegen Wheatley Tränen vergossen.

„ Was soll das Jon. Nachdem was er dir angetan hat, hätte er noch viel mehr Leiden sollen, bevor er überfahren wurde. Ich hätte ihn noch viel mehr winseln und quieken gesehen. “ Ein kaltes Lachen huschte über Richards Lippen und seine Augen glänzten teuflisch bei diesem Gedanken.

„ Gott Richard. Hast du denn gar kein Herz? “

„ Wieso? Für diesen Abschaum etwa? “

„ Wie kannst du das nur sagen. Er ist Tod. James ist tot. Durch unsern Leichtsinn als wir das Spiel benutzt hatten. Wir hätten es nicht einsetzen sollen. Nie. Es war ein Fehler das… “

„ Nein Jon “, unterbrach ihn Richard sachlich und ruhig, während er sanft über die erhitzten Wange seines Engels glitt. Trotzdem hielt er ihn weiterhin mit einem Arm fest. Fürchtete er dass der andere Junge sonst noch zusammenbrechen würde. „ Das war es nicht. Du hast es dir doch gewünscht, nicht wahr? Es sollte endlich aufhören. “

„ Aber ich wollte doch bloß, dass er nicht mehr mich und die anderen quält und terrorisiert. Ich wollte endlich Frieden haben und in Ruhe leben, aber jetzt… ich kann jetzt abends noch weniger schlafen als sonst und ständig sehe ich sein hilfloses Gesicht vor mir. Wie schrecklich einsam muss er sich kurz vorm Tod gefühlt haben? “

„ Du hast doch jetzt kein Mitleid mit ihm oder Jon? “ fragte Richard kühl, gefiel es nicht in welche Richtung das Gespräch ging. „ Mir geht es am Arsch vorbei was er mit den anderen Jungs gemacht hat. Von mir aus hätte er jeden einzelnen ausnehmen können. Aber das was er dir angetan hat war unverzeihlich. Dafür hat er den Tot mehr als verdient. “

„ Richard… “, wieder den Tränen nahe, blickte Jonathan ängstlich zu Richard.

In diesem Augenblick wünschte er sich, dass der andere Junge niemals wütend auf ihn werden würde. Dass er niemals seinen Zorn zu spüren bekäme. Denn ob er es überleben würde, wäre ungewiss. Und auch, wenn sein Leben bisher die Hölle war, so gab es einige Lichtschimmer die für ihn Grund genug waren, sich daran zu klammern.

„ Was ist los Jon? Worüber denkst du nach? “ wollte Richard schon milder gestimmt wissen. Hatte er eine Veränderung in Jonathans Augen gesehen.

„ Dein Hass. Das ist nicht normal Richard. Du musst langsam aufhören damit und versuchen die Vergangenheit ruhen zu lassen… “

„ Jon “, legte Richard warnend ein.

„ … und ich habe manchmal Angst dass du mich eines Tages auch so hassen könntest. “

Das hatte er jetzt schon. Besonders da er wusste, dass Richard ein Psychopath war. Unberechenbar. Und Kräftemäßig war er dem älteren Jungen weit unterlegen, das wusste Jonathan.

„ Nie “, flüsterte ihm Richard leise zu. „ Nie könnte ich dich hassen, Jon. Wenn du immer bei mir bleibst, werde ich dich immer schützen und jeden umbringen der es wagen sollte, sich zwischen uns zu stellen. Du brauchst niemanden mehr außer mir Jon, denn ich werde jetzt immer auf dich aufpassen. Wheatley war erst der Anfang. “

„ Was? “ Überrascht und mit einem unguten Gefühl blickte Jonathan auf.

„ Er war nicht der Einzigste, der dir wehgetan hat. Wenn ich nur daran denke, wie viele aus unserer Klasse sich über dich lustig gemacht haben und dann noch die aus den anderen Jahrgangsstufen. “ Ein boshaftes Lächeln tauchte in seinem Gesicht auf, als ihm ein paar nette Gedanken einfielen. „ Wird zwar einiges an Arbeit werden, aber glaube mir Jon. Ich werde mich an jedem Rächen weswegen du weinen musstest. “

„ Nein Richard, dass… das musst du nicht. Ehrlich. Ich gehöre jetzt zu dir und da würden sie es nicht mehr wagen, so etwas zu tun. Außerdem… “, Jonathan schluckte, doch zwang er sich zu einem scheuen Lächeln. Er musste sich beherrschen, um die nächsten Worte ehrlich klingen zu lassen: „ … bist du mein Freund. Ich bleibe immer an deiner Seite und würde dich niemals verlassen Richard. Ich bitte dich, hör für einen Augenblick auf, immer über solche grausamen Dinge zu reden und nimm mich lieber in den Arm. “

„ Jon. “

Richard war ehrlich gerührt von der Ansprache seines kleinen Engels. Aber es waren auch genau die Worte, die er hatte hören wollen. Jonathan blieb bei ihm. Für immer. Er gab es ja zu, das seine Liebe zu seinem dunklen Engel mittlerweile in Besessenheit überging. Aber nur, weil er sich zu dem schmächtigen Jungen vor sich hingezogen fühlte. Mit jeder Faser seines Körpers und vor allem mit seinem Herzen.

Wo eigentlich nur Hass und Wut war, verspürte er in Jonathans Nähe auch eine tiefe Sehnsucht und Verlangen was sonst keine andere Person in ihm wachrief, von diesen unwürdigen Kreaturen.

Aber wie sein Engel schon sagte. Genug mit den düsteren Gedanken, zumindestens vorerst. Stattdessen genoss er ihre Traute Zweisamkeit und schloss den immer noch leicht zitternden Körper näher an sich. Verbarg seinen Kopf in dessen Halsbeuge und sog friedvoll den süßlichen Geruch des Jüngeren auf.

Nie würde ihm jemand seinen Engel wegnehmen. Das Einzigste Licht was er besaß und ihn von der totalen Finsternis abhielt. Nicht zum ersten Mal wurde Richard bewusst, wie weich und samtherzig sein kleiner Engel war. Und genau das wollte er beschützen und nie wieder mit Schmutz beflecken lassen. Dafür war er ja jetzt da.


Owari
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