Eine Frage

von Kitten
GeschichteRomanze / P12 Slash
London Tipton Maddie Fitzpatrick
23.04.2008
12.12.2008
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Diese Story ist eine autorisierte Übersetzung von "One Question" von Stessa.
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"MADDIE!?"

Maddie erstarrte hinter der Theke, als London's schrille Stimme durch die ganze Diele bis an ihr Ohr drang. Nicht, dass sie nicht mit der hübschen Erbin sprechen wollte, eigentlich liebte sie es, mit ihr zu quatschen aber manchmal wenn London mit ihr redete (besonders nach dem shoppen), war sie einfach nervig und viel zu ich-bezogen.

Als sie bemerkte, was sie gerade dachte, musste Maddie lachen. London war praktisch immer ich-bezogen, ausser ein paar erlesene Mal, also war das keine Entschuldigung. Aber es war auch das, was sie an London mochte. Sie war so witzig, und so trottelig. Maddie musste sie dafür einfach lieben. Es war immer lustig in ihrer Nähe zu sein, auch wenn sie mal wieder Mist baute.

London blieb vor der Theke stehen und legte ihre glitzernde Tasche mit einen großen Lächeln darauf, "Maddie, ich muss mit dir reden."

"Ach wirklich?" antwortete Maddie sarkastisch, als wenn sie sich das nicht schon gedacht hätte. London hatte einen kleinen Hinweis darauf gegeben als sie ihren Namen durch die ganze Diele gebrüllt hatte.

"Ja, sehr überraschend, nicht?" sagte London und seufzte schwer.

Maddie legte ihr Kinn in ihre linke Hand und schloss die Augen für einen Moment bevor sie ihre beste Freundin ansah, "Was wolltest du denn? Ich bin grad bei der Arbeit, also beeil dich."

London sprang in die Luft als wäre ihr gerade erst eingefallen, dass sie ja ein Anliegen hatte, und hielt ihre Handtasche fest, "Ja, stimmt. Weisst du, meine Freundin Portia Tannenbaum sollte eigentlich vorbeikommen, zum Mädelsabend, aber sie ist auf einmal beschäftigt", sie machte Anführungszeichen in die Luft, nachdem sie mittlerweile endlich gelernt hatte (nach seeeehr langen üben mit Maddie und Cody) wie man die benutzte, "...und ich bin ganz alleine. Willst du nicht bei mir übernachten?"

"Ich muss bis um elf arbeiten." antwortete Maddie mit den Schultern zuckend. "Und ich kann meine Schicht nicht so kurzfristig verlegen, London."

"Och Maddie", sagte London und sah sie bettelnd an, "Mir gehört dieses Hotel, ich kann dafür sorgen, dass du vorher gehen darfst. Ausserdem hab ich schon den ganzen Kram gekauft, Nagellack, Gesichtsmasken und andere schönige Sachen."

Maddie ignorierte, dass sie das nicht existente Wort schönig benutzt hatte und lächelte sie an. Irgendwie wollte sie hingehen. Sie wollte Zeit mit London verbringen - nur sie beide, "Sicher, wenn du das für mich regeln kannst."

"Kein Problem, Chica." London lächelte und griff nach ihrer Handtasche um sich in ihr Zimmer zurückzuziehen, "Komm einfach so gegen sieben vorbei, ok?"

"Kein Problem, Chicha!" antwortete Maddie und winkte ihr zu.

London grinste und sprang fröhlich in den Aufzug, der sie zu ihrem Loft brachte. Sie war wirklich aufgeregt, denn sie würde heute Abend viel Zeit mit Maddie verbringen. Obwohl sie es sich vorgenommen hatte, wusste sie nicht genau, wie sie Maddie erzählen sollte, was sie fühlte. Sie wusste es ja selbst nicht einmal genau, aber sie musste es versuchen. Mit einem guten Plan konnte das ziemlich einfach werden. Und sie war nicht umsonst London Tipton - sie konnte einen Plan schmieden. Und wenn sie Maddie herlocken wollte, dann würde sie es tun.

Als sie in ihr Zimmer kam, suchte sie alles zusammen, von dem sie dachte, dass sie es gebrauchen könnten. Sie legte sogar etwas zum anziehen für Maddie heraus, wenn sie kam, denn es würde nicht gemütlich sein in ihren Arbeitsklamotten. Einen Pyjama; einen, in dem Maddie gut aussehen würde... sie grinste über das Bild vor ihrem geistigen Auge und sah auf die Uhr. Bis Sieben dauerte es noch. Sie konnte es kaum erwarten.

*~*~*~*

Maddie schaute auf ihre Armbanduhr, bevor sie an die Tür von London's Zimmer klopfte. Sie war genau rechtzeitig und dann hörte sie ein leises 'komm rein' durch die Tür und öffnete sie, schaute hinein. Sie fand London auf dem Sofa, schon in ihr Nachtzeug gekleidet.

"Hey London." Maddie lächelte und setzte sich auf den Stuhl, auf dem sie immer saß, "Moseby war nicht glücklich darüber, dass ich meine Schicht nicht mache. Ich muss dass morgen wieder bei ihm gutmachen."

"Tut mir Leid", antwortete Londen, obwohl es das nicht tat. Sie hatte einen Plan und sie brauchte Maddie, wenn er funktionieren sollte, "Ich hab dir ein paar Klamotten rausgelegt, falls du dich umziehen möchtest."

Maddie griff nach den Sachen auf dem Tisch und verschwand ins Badezimmer. Es fühlte sich gut an, aus dem Rock und dem Shirt rauszukommen, die sie bei der Arbeit immer trug. Und ehrlichgesagt glaubte sie nicht, dass blau ihre Farbe war. Sie bürstete noch schnell ihr Haar mit einer von London's goldenen Büsten und machte sich einen losen Zopf bevor sie zurück in das andere Zimmer hüpfte, wo London gerade dabei war, all ihre Nagellacke auszupacken.

Sie sah auf, als sie hörte, wie Maddie sich wieder hinsetzte, "Ich dachte, wir könnten das machen während wir ein bisschen quatschen. Es ist schon so lange her seit wir das letzten Mal zusammen rumgehangen haben."

"Klar", Maddie lächelte und zog die Beine an sich heran, "Soll ich deine Zehennägel lackieren und du danach meine? Das ist lustiger und es sieht besser aus."

"Ja, cool!" London lächelte auch; sie fand die Idee wirklich gut. Das Maddie ihre Füße berührte. Es würde ohne Zweifel einen Sturm von Gefühlen in ihrem Körper losbrechen lassen, aber sie wollte diese Nähe, "Kannst du sie pink machen?"

Maddie grinse und griff nach dem pinken Nagellack, "Klar, London... Gib mir einfach deine Füße und du wirst in Null-Komma-Nichts echt heiß aussehen."

London legte ihre Füße in Maddie's Schoß und entspannte auf der Couch. Sie schloss die Augen als sie Maddie's Finger sanft über ihre Zehen streichen fühlte, bevor sie den Nagellack aufmachte und damit begann, ihn aufzutragen. London öffnete ihre Augen wieder halb und beobachtete Maddie, wie sie vollkommen in ihrer Arbeit versank. Ein paar Strähnen von ihrem blonden Haar, die nicht von ihrem Zopf zurückgehalten wurden, fielen ihr ins Gesicht, verbagen es vor London, wie ein Vorhang.

"Du bist echt hübsch..." murmelte London, einfach so, weil sie nicht anders konnte. Es sah ihr nicht sehr ähnlich, Maddie Komplimente wie dieses zu machen, und sie wusste das. Aber seit ihr aufgefallen war, dass sie sich in ihre beste Freundin verguckt hatte, hatte sie sich einfach total verändert. Einige ihrer anderen Freunde sagten ihr auch, wie anders sie ihnen vorkam, aber sie fühlte sich gar nicht so anders. Es waren nur ein paar kleine Sachen, weil sie sich nicht ändern wollte. Maddie sagte immer, sie mochte sie wegen der Person, die sie im Inneren war, und nicht wegen den ganzen Sachen, die sie besaß. War es also nicht richtig, immer noch London zu sein - nur eben eine etwas verbesserte London?

Sie wusste nicht, ob es möglich war, dass Maddie dasselbe fühlte. Aber sie war London Tipton, und sie war daran gewöhnt, alles zu kriegen, was sie wollte. Jetzt wollte sie Maddie und sie würde alles tun, was in ihrer Macht stand, um sie zu bekommen. Sie brauchte Maddie; der blonde Feger war ihr Ein und Alles. Sie war ihr sogar noch wichtiger, als neue Kleidung oder teure Handtaschen. So schlimm war es.

Maddie sah auf und errötete, als sich ihre Blicke trafen, "Danke London... Weisst du, ...", sagte sie mit diesem typischen Maddie-Lächeln, das London jedes mal zum Schmelzen brachte, "... Eigentlich hatte überhaupt keine Lust herzukommen, aber du bist garnicht so schlimm. Du hast dich verändert."

"Zum Guten?" wollte London wissen.

"Ja" sie sah hinunter um weiter an den Nägeln zu arbeiten, "Auf jeden Fall."

London beobachtete sie eine Weile still, bis sie sich dazu entschied, ihren Plan in die Tat umzusetzen; "Willst du ein Spiel spielen?" fragte sie, "Sowas wie ein Einander-ein-bisschen-besser-kennenlernen-Spiel?"

Maddie hob eine Augenbraue, "An was denkst du dabei? Bestimmt nicht an Wahrheit oder Pflicht, oder?"

"Nee", sagte London und wischte ihre Idee (die natürlich Warheit oder Pflicht gewesen war) mit einer Handbewegung fort, "Ich dachte mehr daran... dass wir einander Fragen stellen, und wir sie wahr beantworten müssen."

"Aber dann brauchen wir eine bestimmt Anzahl von Fragen, nicht? Ansonsten könnten wir ja die ganze Nacht weitermachen!" Maddie lächelte. Die Idee, London besser kennen zu lernen, gefiel ihr. Sie wollte wissen, was hinter ihrer flachen Fassade steckte. Von Zeit zu Zeit war sie ihr näher gekommen und hatte sie besser kennen gelernt, aber es war niemals genug. Es schien ihr nicht genug. Sie wollte alles über sie wissen, bis ins innerste ihres Herzens, und ihre tiefsten, dunkelsten Geheimnisse erfahren.

"Wie wär's mit zehn?" fragte London, "Zehn für jeden von uns?"

Maddie nickte mit einem Lächeln, "Ja", sagte sie "Ja. Willst du anfangen mich zu fragen?"

London nickte und kramte in ihrem Kopf nach einer guten Frage. Sie hatte sich schon einige überlegt, aber sie musste einfacher anfangen. Sie konnte nicht gleich zum Punkt kommen; es würde verdächtig und gehetzt scheinen. Und falls sie Schiss davor haben sollte, Maddie alles zu beichten, war es besser, zuerst ein paar andere Fragen zu stellen. Allerdings hoffte sie, dass sie keinen Schiss haben würde, weil diese Gefühle raus mussten. Sie aßen sie von innen auf; "Oh", sie schnippte mit den Fingern, "Ich hab eine!"

"Schieß los", sagte Maddie und stupste London's linken Fuß an, weil sie mit ihm fertig war. London verlagerte ihr Gewicht und legte anstelle des linken nun ihren rechten Fuß in Maddie's Schoß.

"Was ist die schlechteste Note die du jemals bekommen hast?" frage London. Sie wusste es wirklich nicht, was sie überraschte. Maddie machte sich soviele Gedanken über die Schule und eine beste Freundin sollte das wissen, wenn sie doch auch soviele andere Sachen wusste, oder?

Maddie errötete ein bissen und biss sich auf die Lippe, "...eine Zwei Minus, in einer Abschlussprüfung. Ich hab noch schlechtere von den Nonnen bekommen, aber davon erzähl ich dir nicht." offenbarte sie. Es war ziemlich tough von ihr, denn sie musste wirklich gute Noten schreiben um zu Hause ein wenig Ansehen zu erlangen. Ihre ältere Schwester war so beliebt und hübsch. Sie war verheiratet und ihre Eltern erwarteten auch schon Enkelkinder. Und was war Maddie? Sie war ein Nichts. Wenn sie gute Noten bekam konnte sie ein kleines Etwas sein.

"Ohh", antwortete London. "Denk nicht soviel drüber nach, Maddie, es ist okay. Du bist so pfiffig. Fühl dich nicht mies deswegen."

"Danke, London", sagte Maddie und dann wollte sie ihr eine Frage stellen. Es war etwas, dass sie immer schon wissen wollte. Sie hatte es zuvor ein paar Mal gefragt, aber keine richtige Antwort bekommen. "Fehlt dir dein Vater nicht? Ich meine, er ist nicht oft hier, vermisst du ihn denn garnicht?"

"Doch, ich vermisse ihn..." antwortete London schnell und ohne Zweifel, was Maddie überraschte; sie hatte niemals eine Antwort von ihr bekommen, aber scheinbar war London heute entschlossen, ihre Geheimnisse mit ihr zu teilen. "Ich vermisse ihn sehr." bestätigte sie mit einem Nicken, aber ging dann schnell zu anderen Dingen, der nächsten Frage, über. Und weil sie unbedingt irgendetwas belangloses fragen wollte, blieb ihr Blick an einem Apfel in ihrer Obstschale hängen und wurde dann zu: "Magst du Äpfel?"

Maddie schien von der Frage nicht sehr überrascht. Sie lächelte nur und sah London in die Augen, "Ja. Ja, ich meine, ich mag die sauren, die süßen nicht so gerne."

"Ich mag sie süß." antwortete London.

Maddie nickte und dachte über die nächste Frage nach. Nachdem sie einen Moment überlegt hatte, dabei nervig mit ihrer Zunge schnalzend, kam ihr eine Idee, "Kannst du deine Zunge rollen?"

"Hä?"

"Ungefähr so?" fragte Maddie und rollte schnell ihre Zunge bevor sie weitersprach, "So, dass du die beiden Seiten von deiner Zunge nach innen machst, in eine U-Form?"

"Oh..." sagte London und hob verwirrt eine Augenbraue, "Ich weiß nicht..." murmelte sie, bevor sie ungeschickt versuchte, ihre Zunge zu rollen, was ihr nicht gelang. Sie versuchte es noch ein paar Mal, aber sie hatte kein Glück, "Und um deine Frage zu beantworten: nein!" sie kicherte.

"Ich kaa-aanns!" ärgerte Maddie sie und machte es nochmal.

London streckte ihr die Zunge raus und drückte ihr ihre Ferse in den Bauch, "Sehr lustig, Madeline." erwiderte sie mit einem Seuftzen. "Hier ist meine nächste Frage; Mit wem war dein erster Kuss?"

Maddie hielt mitten im Lachen inne und fixierte London mit ihren Augen. So eine Frage hatte sie nicht erwartet, da sie ja nur herumgealbert hatten, bis jetzt. Aber wenn London spielen konnte, dann konnte sie das auch. Sie musste nur zuerst antworten, und das war ziemlich einfach... "Ein Junge, er hieß Dave, in der siebten Klasse. Wir haben einander geküsst und sind dann weggerannt und haben nie wieder mit einander gesprochen."

"Och, wie süß!" rief London und klatschte entzückt in die Hände.

"Mit wem war denn dein erster Kuss?" fragte Maddie schnell, denn es war Heimzahl-Zeit, wenn es überhaupt etwas heimzuzahlen gab. Und überhaupt; wen interessierte das nicht? Sie waren beste Freunde, sie sollte sowas wissen.

"Kyle Lawford, erinnerst du dich an ihn?" begann London, "Wir waren schon immer Freunde, seit wir Kinder waren, und wir sind kurz miteinander gegangen, und haben uns geküsst... Wir waren immer mal wieder zusammen und wieder getrennt seit dem."

"Klar, Jason's Freund..." erinnerte sich Maddie und ein verträumter Blick schlich sich auf ihr Gesicht. Sie mochte Jason wirklich, es war eine Schande, dass sie nicht miteinander gehen konnten. Es wäre wirklich kompliziert gewesen, auch wenn er sie so akzeptieren würde, wie sie war. Arm, und all das.

"Jetzt bin ich dran", sagte London und grinste Maddie breit an. Es war an der Zeit, mit dem eigentlichen Spiel zu beginnen, und es würde einfach sein, es würde natürlich sein, "Wo wir schon bei dem Thema küssen sind... hast du schon mal ein Mädchen geküsst?" wollte London wissen. Das war eine Sache, die sie wissen musste. Falls Maddie vorher schon mal ein Mädchen geküsst hatte, konnte sie mehr Glück haben, als sie dachte. Wenn Maddie die Frage empörte, musste sie ihre Gefühle für sich behalten. Heimlich betete sie.

Maddie dachte über die Frage nach und grinste innerlich, "Nein", antwortete sie, kopfschüttelnd, "Nein, hab' ich nicht. Hast du?"

London schüttelte schnell den Kopf. Aber sie hatte es gewollt, schon viele Male. Sie konnte sie nicht zählen. All die Augenblicke, in denen sie ihre Lippen auf Maddie's pressen und sie nie mehr gehen lassen wollte. "Nein, habe ich nicht."

Maddie lächelte London an, bekämpfte den Wunsch, das Thema zu vertiefen. Sie stupste nur London's Fuß an und schob ihn von ihrem Schoß. "Du bist fertig. Jetzt musst du meine machen."

"Zu meinem Vergnügen, Candy-Girl," sagte London und klopfte sich auf die Oberschenkel, "Schwing sie hier rauf!"

Maddie kicherte und legte ihre Füße auf London's Oberschenkel, "Du kannst sie grün mit Glitzer machen, oder? Ich möchte mal was anderes ausprobieren."

"Für dich mach ich alles." London lächelte und streckte sich nach dem richtigen Nagellack aus. Sie nahm ihn und drehte den Deckel ab, "Maddie...?" überlegte sie laut, als sie mit der Arbeit begann, "Wer ist deine beste Freundin?", es war nicht wirklich eine Frage von ihrer Liste, aber sie wollte es wissen, genau jetzt, denn sie hatte sich niemals so wohl und so nah bei jemandem gefühlt, als wie jetzt bei Maddie, genau jetzt.

Maddie musste einfach Grinsen, "Du natürlich. Wie kannst du die Frage überhaupt stellen?"

London sah auf und lächelte sie schwach an, "Wollte nur sicher gehen..." flüsterte sie, bevor sie mit dem Nagellack weitermachte.

Maddie lehnte sich in ihrem Stuhl zurück, und genoss es, endlich mal entspannen zu können. Sie war immer so gestresst, mit der Arbeit und der Schule und der Familie. Jetzt, nur mit ihr und London, konnte sie all den Stress ihres restlichen Lebens loswerden. Sie hatte sich immer ein Leben gewünscht, wie London es hatte; ein so leichtes Leben, und von jedem bewundert zu werden. Sie musste breit grinsen als ihr einfiel, wie sehr einige Leute London bewunderten. Zum Beispiel Schwester Dominick, und... "London?" fragte sie schnell und brach die Stille, "Hast du bemerkt das Corrie irgendwie, naja, in dich verknallt ist?"

London hielt inne und sah von Maddies linkem Fuß auf, sah ihr tief in die Augen, "Ist sie?" fragte sie verwirrt. War Corrie in sie verliebt? Ein Mädchen? Hmm. Das war seltsam. Obwohl sie dass ja nicht wirklich sagen konnte... Sie selbst war immerhin in die Blonde, die vor ihr saß, verliebt. Aber für Corrie hatte sie gar nichts übrig. Vielleicht war sie nur Maddie-sexuell, und nicht lesbisch? Hmm, jetzt hatte sie sich nur noch mehr verwirrt.

"Uh-huh! sagte Maddie nickend und musste kichern. "Sie bewundert dich so sehr. Ist irgendwie ziemlich beängstigend."

"Ja..." flüsterte London, bevor sie sich wieder an die Arbeit und den Nagellack zuende machte, "Was auch immer, ich bin an der Reihe... Hmm, ja genau; Maddie, das hört sich ja so an, als wenn es was schlimmes wäre... schaust du nicht auch manchmal anderen Mädchen nach?"

Maddie biss sich auf die Lippe. Sie wusste nicht, wie sie diese Frage beantworten solle. Nicht, dass sie Mädchen nachschaute, aber... Es gab Momente, in denen es ihr vorkam, als wenn ihr Blick länger auf jemandem verweilte, als er sollte. Und das letzte mal, als sie 'Honey' gesehen hatte, hatte sie sich nach Jessica Alba praktisch die Finger geleckt, "Nee..." sagte sie, weil sie es nicht wirklich verleugnen konnte, "Nicht wirklich..."

London schien mit der Antwort zufrieden zu sein; sie pustete gerade auf Maddie's Zehen und nahm dann ihren Fuß von ihrem Schoß, "Anderen Fuß, Candy-Girl."

Maddie lächelte und legte ihren anderen Fuß in London's Schoß, wärend sie die Arbeit an dem ersten bewunderte, "Ohh, das sieht klasse aus. Danke London."

"Hab' ich gern gemacht", erwiderte London und sah sie schnell an, "Du musst eine Frage stellen, ich glaube das ist jetzt Nummer... ähm, fünf?"

"Magst du denn andere Mädchen?" hörte Maddie sich selbst fragen, bevor sie sich stoppen konnte. Sie wusste nicht, woher dieser Mut kam, und warum sie auf einmal bei dem Thema waren, von zwei Mädchen, die mit einander ausgingen, und sich küssten. Es war komisch, aber das Thema schien interessant zu sein, und es war etwas, dass sie von London wissen wollte.

London sah auf, und hatte auf einmal einen sehr ernsten Ausdruck auf ihrem Gesicht, der Maddie ein wenig beängstigte. Lodon war fast nie ernst. Sie biss sich leicht auf die Lippe, bevor sie flüsterte, "Das ist es eben..." sie schluckte, "Ich weiß es nicht."

Maddie war von der Offenbarung verdutzt. Sie hatte geglaubt, dass London 'iihh' sagen würde, und sie es einfach vergessen würden, aber das war wirklich seltsam. Das war überhaupt nicht London...

London wartete nicht darauf, das Maddie etwas antwortete, sondern ging gleich zur nächsten Frage über - einer der Fragen auf ihrer Liste. "Möchtest du rausfinden ob du auf Mädchen stehst? Irgendwann, vielleicht?"

Maddie wusste keine Antwort auf diese Frage. Sie schloss die Augen und dachte darüber nach. Sie wusste nicht, was sie sagen sollte. Wollte sie? Wollte sie herumexperimentieren und herausfinden ob sie auf Mädchen stand, oder nicht? Oder war sie sich nicht sicher...? Sie war schon mit vielen Jungs ausgegangen; hatte auch mit einigen von ihnen die große Liebe erlebt. Aber das half ihr nicht. Vielleicht wollte sie es ausprobieren. Sie konnte die Frage nicht mit einem 'nein' abtun und so zuckte sie einfach mit den Schultern, "Ich weiß nicht. Vielleicht, irgendwann."

London nickte und musste mit sich kämpfen um das breite Grinsen zu verbergen. Sie konzentrierte sich ganz auf Maddie's niedliche Zehen (bis auf den kleinen Zeh, der ein wenig komisch aussah), damit Maddie nicht sah, wie sehr sie diese Antwort erfreute. Sie durfte sie es nicht wissen lassen.

Maddie fühlte sich, als wenn die letzten paar Fragen einfach ein bisschen zu persönlich geworden waren, also entschied sie sich, etwas einfaches zu fragen. Etwas, das leicht zu beantworten war, und etwas, das keine Gefühle über Beziehungen und eventuelle Sexualität preisgab. Sie schluckte und murmelte; "Tust du überhaupt jemals etwas für andere Leute? Naja, ausser für mich?"

London schaute hoch und ihr Ausdruck war wirklich anbetungswürdig. Sie sah so verwirrt aus. Maddie konnte das kichern fast nicht unterdrücken, "So wie ich deine Zehennägel jetzt lackiere? Aber nicht für dich - für andere Leute?"

Maddie nickte nur.

"Nein." antwortete London schnell, bevor sie sich auf den komischen, kleinen Zeh konzentrierte.

"Wow..." grübelte Maddie und konnte ihr Lächeln nicht verstecken, "Dann muss ich ja was besonderes sein."

"Ja, das bist du", antwortete London und schob ihren Fuß von ihrem Schoß, "Du bist fertig, Missy. Aber wir haben noch ein paar Fragen übrig, also schauen wir den Film später." Sie klopfte neben sich auf das Sofa, "Möchtest du hier bei mir sitzen?"

Maddie wechselte schnell den Platz, so dass sie nah neben London saß, "Ja, wir schauen den FIlm später..."

"Ich bin dran," meinte London und lehnte sich in der Couch zurück, drehte ihren Kopf zur Seite, do dass sie Maddie intensiv beobachten konnte, "Hast du Trevor geliebt?"

Maddie dachte eine Sekunde darüber nach, bevor sie ihren Kopf schüttelte, "Nee... Nicht wirklich, nein."

"Achso..." London seufzte mit einem glücklichen Gefühl in ihrem Inneren. Sie war froh darüber, dass Maddie Trevor nicht geliebt hatte. Er wäre ein harter Konkurrent gewesen, den sie aus dem Weg hätte räumen müssen, um das Herz der Prinzessin zu erobern.

Maddie war jetzt wirklich neugierig. Sie hatte das Gefühl, das London all die tollen Fragen gestellt hatte, und sie hatte das Gleiche nur zurückgefragt. Sie fühlte sich wirklich blöd. Sie sollte doch die smarte sein, oder? Sie sollte sich ein paar gute Fragen überlegen. Und sie hatte eine gute. Bisher hatte sie gedacht, dass sie zu persönlich wäre, aber nach all den Fragen von London, sollte sie vielleicht auch einfach fragen..., "Bist du noch Jungfrau?" fragte sie und hasste die Tatsache, dass ihre Wangen sich entschieden genau jetzt und hier knallrot zu werden.

"Jaaa", antwortete London und griff nach Maddies Hand, umschloss sie fest, "Ja, ich warte noch auf den richtigen. Bist du Jungfrau?"

Maddie wurde noch röter und starrte in ihren Schoß. Das war so peinlich. Sie hatte gedacht, das London auch keine Jungfrau mehr wäre, sodass sie nicht allein sein würde. Jetzt saß sie nur da und London hatte mittlerweile wohl zwei und zwei zusammengezählt. Sie sah auf, zu ihrer Freundin, und schluckte schwer. "Nein."

"Ohh", London machte ein enttäuschtes Gesicht, aber sie riss sich schnell wieder zusammen und imitierte ein mädchenhaftes Kichern, "Wer, Maddie? Sag mir wer! Ist er heiß!?"

"Trevor..." flüsterte Maddie nur, bevor sie London's Hand losließ. Sie mochte diese Nähe nicht.

"Hey, Kopf hoch!" sagte London, denn sie fand es nicht gut, das Maddie auf einmal traurig wurde. Es war bisher eine so tolle und lustige Nacht gewesen. Maddie durfte sich jetzt nicht davon unterkriegen lassen - es gab noch soviel, worüber sie reden mussten (wenn ihr Plan funktionierte)!

Maddie sah auf und lächelte sie sanft an, "Tut mir Leid", sagte sie schnell und tippte sich mit einem Finger gegen die Stirn, "Tut mir Leid... Hier ist meine Frage;" sie grübelt für ein paar Sekunden, bevor ihr eine einfiel, "...vorhin, da hast du gesagt, du würdest auf den richtigen warten. Wer ist der richtige? Denkst du an jemand bestimmtes?"

"Ja", sagte London schnell und sah Maddie tief in die Augen. Sie wollte es jetzt tun. Sie konnte fühlen, wie ihr Herz schneller und schneller schlug, weil sie nervös wurde. Sie war so daran gewöhnt, das zu bekommen, was sie wollte, doch jetzt war sie sich nicht so sicher ob sie Erfolg haben würde. Aber sie musste es versuchen. Sie würde es niemals erfahren, wenn sie es nicht versuchte, "Ehrlich gesagt, ja... was mich zu meiner letzten Frage bringt..." sie schluckte und leckte ihre Lipgloss-glänzenden Lippen, "...darf ich dich Küssen, Maddie?"

Sie wartete nicht darauf, das Maddie antwortete; sie hatte zuviel Angst. Sie ging gleich auf's Ziel los, legte einen Kuss auf Maddie's verlockende, rote Lippen. Sie hatte keine Ahnung ob Maddie sie wegschubsen und nie mehr wiedersehen wollen würde. Sie konnte nicht klar denken, nicht in dem Moment, in dem ihre Lippen Maddie's berührten. Aber zum Glück spürte sie keinen harten Schubs, sie spürte sanfte Hände an ihren Wangen, die ihre Gesichter näher zueinander zu brachte.

Ihr Bauch füllte sich mit Schmetterlingen und sie fühlte sich, als wenn sie aufsteigen und schweben würde. Sie fühlte Maddie's Zunge an ihren Lippen vorbei in ihren Mund dringen und ließ sie glücklich gewähren, bevor sie sich von einander trennten. Beide atmeten schwer als sie sich in die Augen schauetn und ein Lächeln kam auf London's Gesicht.

"Wow..." flüsterte sie, ihre Hand nach Maddie ausstreckend um ihr über die Wange zu streicheln, "Das war wow..."

In Maddie's Augen war soviel Gefühl als sich auch auf ihren Lippen ein kleines Lächeln formte, "Ich weiß..." sagte sie, bevor sie in ihren Schoß schaute, und dann wieder in London's Augen. "Hmmm..." begann sie, "Ich glaube ich darf noch eine Frage stellen, oder!?"

"Das stimmt..." sagte London, als sie zurückwich, leicht verwirrt. Das konnte nicht gut sein, oder? Es schien ihr, als wenn Maddie den Kuss genossen hatte, aber nun wollte sie eine Frage stellen?

"...Kann ich deine Freundin sein?" fragte Maddie frech.

Sie brauchte wirklich nicht antworten, lehnte sich nur wieder nach vorn und heftete ihre Lippen an Maddie's, die den Kuss sofort erwiderte.
Wie man sah bekam London Tiptop wirklich alles, was sie wollte. Vielleicht war diese eine, letzte Frage doch gar nicht so schlimm gewesen...