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A Farewell To A Friendship

GeschichteLiebesgeschichte / P6 / Gen
Dr.Cooper Freedman Dr.Violet Turner
21.04.2008
21.04.2008
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21.04.2008 2.044
 
„Gibst du mir bitte mal das Popcorn rüber?“
„Nein“
„Du klammerst dich wie eine Ertrinkende an die Schüssel.“
„Hmmh..“
Den ganzen Film über saß Violet nun schon so da, die Schüssel mit dem Popcorn an ihren Körper gepresst, umgeben von unzähligen Taschentüchern und ihre verheulten Augen starr auf den Fernseher gerichtet.
Cooper saß nur seufzend daneben und beobachtete, wie das Popcorn, das er mitgebracht hatte, immer weniger wurde, während die Taschentücher um Violet herum immer mehr wurden.
„Hör auf zu weinen…“
Ein lautes Schneuzen zu seiner Rechten war alles, was er als Antwort hörte, dann landete noch ein zerknülltes Taschentuch bei seinen Artgenossen.
Cooper spürte, wie die Wut über Allan erneut in ihm hochstieg. Natürlich, es war dessen gutes Recht, mit seiner Frau in Kind zu bekommen, aber es dann seiner Exfreundin strahlend unter die Nase zu reiben, das ging zu weit.
Cooper hätte ihm dafür zu gern eine verpasst.
„Er ist es nicht wert, dass du ihm nachweinst, Violet.“
„Ich weiß…“
„Dann hör auf zu weinen.“
„Ich kann nicht…“
„Dann gib mir wenigstens das Popcorn.“
„Nein..“
Ohne ein weiteres Wort stand Cooper auf, verließ das Wohnzimmer und ging in die Küche. Er brauchte jetzt unbedingt was zu trinken.
Ungeduldig öffnete er den Kühlschrank und zog eine Flasche Bier heraus.
Nein, eigentlich war er gar nicht so unglücklich darüber, dass Allan Violet erzählt hatte, dass Cami schwanger war. Es klang vielleicht gemein oder egoistisch, aber im Grunde waren es die Momente, in denen sie traurig war, in denen Violet Cooper näher an sich heranließ als sonst.
Es waren diese Momente, in denen sie am Boden zerstört war, in denen Violet ihn einfach brauchte.
Und Cooper war es, der das Gefühl brauchte, dass sie ihn brauchte. Das war das Einzige, was ihn davon abhielt, morgens einfach nicht mehr aufzustehen oder sonst irgendeine Dummheit zu machen. Die Zeit verging, während Cooper einfach so am Boden in Violets Küche saß, Bier trank und über ihre Freundschaft nachdachte.
„Was machst du denn hier die ganze Zeit?“ Violet war soeben in die Küche gekommen.
„Ist der Film aus?“
„Ja. Wieviel Bier hast du bitte getrunken?“ Ihr waren die drei leeren Flaschen neben Cooper aufgefallen, eine weitere in seiner Hand war im Begriff, sich bald zu ihnen zu gesellen.
„Hm? Ach ein bisschen…“
„Wer hat dir erlaubt, dich in meiner Küche zu betrinken??“
„Ich bin nicht betrunken.“
„Nein… du hast schöne Augen.“ Cooper grinste etwas.
„Du bist betrunken.“
„Aber wenn du nicht weinst, sind sie noch schöner.“
„Hey, ich rede mit dir.“
„Ich doch auch mit dir.“, meinte Cooper gutgelaunt, leerte die 4. Flasche und wollte nach einer 5. Greifen.
„Cooper, du hattest genug Bier.“
„Seh ich nicht so.“ Stur griff er nach einer weiteren Flasche, doch seine Hand wurde von Violets festgehalten.
Sein Herz machte einen freudigen Hüpfer aufgrund dieser unerwarteten Berührung, auch wenn sie nur dazu diente, ihn vom Alkohol fernzuhalten.
„Wenn, dann sollte ich diejenige sein, die sich betrinkt…“
„Na dann mach doch mit.“
„Nein.“
„Wieso nicht?“
„So halt.“
„Aha.“
Eine kurze Stille folgte. Cooper gab den Kampf um eine 5. Bierflasche auf.
„So kannst du nicht mehr nach Hause fahren.“
„Doch, kann ich schon noch.“
„Nein, du schläfst hier.“
Cooper nickte brav. Als ob er nicht haargenau darauf aus gewesen wäre, mit der Biertrinkerei.
Was er sich davon erhoffte, wusste er selbst nicht so genau. Einfach nur bei Violet bleiben, das war schon genug.
Als ein unbeabsichtigtes Grinsen über seine Lippen kam, merkte er, dass das Bier ihn mehr angeheitert hatte als geplant. Aber jetzt war es zu spät.
Kurz spielte er sogar mit dem Gedanken, wieder nach einer Bierflasche zu greifen, nur um wieder von Violet zurückgehalten zu werden, nur um ihre Hand wieder auf seiner zu spüren.
„Ach, was solls?“ Violet nahm sich nun doch eine Flasche Bier und setzte sie an ihre Lippen. Cooper musste grinsen.
„Ich werde mich nicht betrinken. Ich nehme nur einen Schluck.“
„Ach so. Ja klar.“
„Ja.“
„Wir werden ja sehen, wo das endet.“
„Was meinst du denn damit?“
„Du bist betrunken.“
„Diese Aussage hab ich vorhin schon verneint.“
„Und ich hab dir das schon vorhin nicht abgekauft.“ Violet lächelte.
„Geht’s dir nun besser?“
„Cooper…“
„Was denn?“
„Musstest du mich gerade daran erinnern?“
„Oh tut mir Leid.“
„Schon gut.“
Die erwarteten Tränen blieben aus. Vielleicht hatte sie an diesem Abend schon genug geweint.
Es war gut, wenn sie nicht weinte, doch dann hatte er auch keinen Grund, sie in den Arm zu nehmen. Das war weniger gut.
Langsam ging auch der Inhalt von Violets Bierflasche dem Ende zu.
„Noch eine?“, fragte Cooper amüsiert, nur um zu sehen, ob sie sich an ihre Aussage, sich nicht zu betrinken, hielt.
„Nein.“
„Schade.“
„Wieso schade?“
„Hab ich nur so gesagt.“
„Gibs zu, du wolltest mich abfüllen, um dann über mich herfallen zu können.“, meinte Violet lachend.
Das Bier hatte auch definitiv bei ihr schon eine erheiternde Wirkung.
Und das zweite, das Cooper feststellen musste, war, dass sie immer noch vollkommen ahnungslos war. Dass sie nicht den Hauch einer Ahnung davon hatte, wie es um seine Gefühle ihr gegenüber bestellt war. Sonst hätte sie nie so eine Bemerkung gemacht.
„Wieso schaust du denn so?“
„Wie schau ich denn?“
„Weiß nicht. Komisch eben.“
„Wie charmant von dir, Vi.“
Sie erwiderte nicht und stellte einfach nur ihre leere Bierflasche weg.
„Wieso vergisst du Allan nicht einfach?“
„Denkst du, das versuche ich nicht?“
„Doch, aber… du musst eben… nachdrücklicher sein.“
Violet verzog das Gesicht.
„Jemand, der nur im Internet Kontakt mit Frauen hat, versteht sowas nicht. Du weißt nicht, wie es ist, wenn du so richtig in jemanden verliebt bist, aber diese Person deine Gefühle nicht erwidert.“
Autsch. Das hatte gesessen.
„Nein, das weiß ich wohl nicht…“
Und wie er es wusste… er wusste es nur zu gut… er wünschte, er würde es nicht wissen.
„Cooper, ich will mich ja nicht in deine Beziehungen einmischen.. aber du solltest vielleicht mal versuchen, jemanden außerhalb des Internets zu finden, der dir auch echt was bedeutet.“
„Violet, siehst du es wirklich nicht oder willst du es nur nicht sehen????“
Das Bier hatte ihn dazu veranlasst, das zu sagen. Hatte seine Zunge gelockert. Verfluchtes Bier.
„Sehen…was?“, fragte sie verwirrt.
„Das… ist nicht so wichtig.“ Er machte wieder einen Rückzieher. Konnte es ihr nicht sagen. Aber Violet war neugierig geworden.
„Sag es mir doch.“
„Nein.“
„Coop, komm schon.“
„Es ist nichts.“
„Glaub ich dir nicht.“
„Dann trink noch ein Bier.“
„Was hat das damit zu tun?“
„Nichts.“
„Das macht keinen Sinn.“, meinte Violet.
„Das ganze Leben macht keinen Sinn.“
„Es ist zwei Uhr morgens und du fängst an zu philosophieren?“ Sie lachte.
„So bin ich eben.“
„Okay… hier“
Violet nahm noch ein Bier aus dem Kühlschrank und reichte es Cooper.
Er wunderte sich, dass sie anscheinend ihre Meinung geändert hatte, nahm die Flasche dann aber dankend entgegen und trank. Er war von den vorherigen Er war von den vorherigen  Flaschen schon zu angeheitert, um zu bemerken, welches Ziel Violet damit verfolgte. Nämlich seine Zunge mit dem Alkohol noch weiter zu lockern, damit er ihr sagte, was er mit seiner Aussage vorhin gemeint hatte.
Und so trank Cooper die nächste Flasche leer, nichts ahnend, dass Violet gerade im Begriff war, ihn abzufüllen.
„Also… sagst du mir jetzt, was ich nicht sehe?“
Cooper verdrehte die Augen und seufzte. „Vi, ich hab dir doch gesagt, denk nicht mehr darüber nach.“
„Ich will es jetzt aber wissen… ist es wichtig für mich?“
Cooper zögerte etwas.
„Es ist.. wichtig für mich.“
„Wenn es für dich wichtig ist, ist es das auch für mich.“, meinte Violet gutgelaunt.
„Ach was.“
„Doch, wir sind schließlich Freunde.“
„Das ist es ja.“
„Was?“
„Wenn wir keine Freunde wären, wäre die Chance, dass ich es dir sagen würde, vielleicht größer.“
„Das ergibt irgendwie wieder keinen Sinn.“
„Weil du nicht weißt, worum es geht.“
Cooper stand auf, wobei er merkte, dass der Raum irgendwie im Begriff war, sich zu drehen. Entweder vollführte Violets Haus gerade eine Pirouette oder er hatte wirklich ein oder zwei Bier zuviel gehabt.
„Dann sag mir doch, worum es geht.“
„Du bist zu neugierig.“
„Und du tust zu geheimnisvoll. Es ist sicher irgendwas ganz Banales und du freust dich, mich vor Neugierde sterben zu sehen.“
„Genauso ist es.“
Cooper öffnete die Tür und ging auf die Veranda. Etwas frische Luft würde ihm jetzt guttun. Violet stand ebenfalls auf und folgte ihm.
„Denk nicht, du kannst jetzt einfach abhauen, Coop.“
„Ach nicht? Ich wollte mich gerade durch die Büsche schlagen und dann nach Hause rollen.“
„Sehr witzig. Hat es etwas… mit meinen Fähigkeiten als Psychiaterin zu tun? Bin ich etwa schlecht?“
Cooper drehte sich zu ihr um und seufzte.
„Violet… du bist die beste Psychiaterin, die ich kenne.“
„Was ist es dann?“
„Du willst es wirklich wissen?“
„Ja, sag ich doch die ganze Zeit.“
„Sag nachher nicht, ich hätte dich nicht gewarnt.“
„Was? Um was geht e….“
Cooper wusste nicht, was er tat, bevor er mitten drin war, es zu tun. Das Bier hatte eine verhängnisvolle Macht über ihn und das wurde ihm jetzt so richtig bewusst, als seine Lippen auf Violets Lippen lagen und sie mitten im Satz verstummen ließen.
Violet war, wie es schien, zu überrascht um ihn entweder wegzustoßen oder zu erwidern und so war es nur Cooper, der sie küsste, mit all seiner Leidenschaft, all seinen verborgenen Gefühlen ihr gegenüber.
Der Kuss war nicht gerade einer der längsten, denn trotz des Einflusses des Alkohols war ihm doch noch eine Restvernunft geblieben, die ihm nun sagte, er solle gefälligst die Lippen von seiner völlig verdatterten besten Freundin nehmen und retten, was zu retten war.
Und so standen sie sich gegenüber, Knie an Knie, die Gesichter nur centimeter voneinander entfernt.
„Was… was war das?“
„Ähm..“ Cooper fixierte den Boden, der sich für ihn leicht drehte. „ Ein Kuss..?“
„Das hab ich auch gemerkt.. aber ich meine.. was für einer?“
Cooper starrte sie an. Was meinte sie denn damit? Momentan war er mit der Situation, in die er sich gebracht hatte, einfach überfordert.
„Nur ein.. unbedeutender, alkoholgesteuerter… Kuss..“
„Ohh.. fühlte sich… nach mehr an.“
„War es auch.“
„Was?“
„Es war mehr.“, gab Cooper zu.
„Nicht bedeutungslos?“
„Niemals.“
Cooper wusste nicht, wohin ihn dieses Gespräch führte, aber es konnte da nichts Gutes rauskommen.
„Lass uns schlafen gehen.“, meinte Violet daraufhin nur.
Wortlos nickte Cooper und ging ihr nach. Er kam sich vor wie ein Idiot.  Als er sich aufs Sofa neben Violets Bett legte, wo er immer schlief, war seine einzige Hoffnung, dass sein Suff so stark war, dass er sich am Morgen an nichts mehr erinnerte.
„Du kannst auch im Bett schlafen… wenn du willst.“
Cooper richtete sich auf und starrte Violet an.  Hatte sie das eben wirklich gesagt, oder bildete er sich das nur ein?
„Wir sind .. erwachsene Menschen.“, meinte sie erklärend.
„Du hattest nur ein Bier und bist betrunken???“
„Ich bin nicht betrunken.“
„Aber du willst mit mir in einem Bett schlafen?“
„Wenn du nicht willst, kannst du auch am Sofa bleiben.“
„Nein.“
Cooper machte schleunigst, dass er ins Bett kam, bevor sie es sich vielleicht doch anders  überlegte.
Eine Weile lang sprach keiner der beiden etwas. Dann sagte Violet leise: „ Das mit Allan war gelogen. Cami ist gar nicht schwanger… zumindest nicht, dass ich wüsste.“
„WAS? Aber wieso..?“
„Ich wollte nicht, dass du fragst, wieso ich wirklich weine. Ich brauchte eine Ausrede.“
„Mhm. Dir ist aber schon klar, dass ich dich jetzt nach dem wahren Grund fragen werde, wieso du geweint hast?“
„Ja.“
„Also.. wieso hast du geweint?“
„Weil ich das mit Charlotte King gehört hab.“
Cooper schwieg.
„Dass du mit ihr geschlafen hast.“
Cooper drehte sich schlagartig zu ihr um. Es war dunkel, also konnte er ihr Gesicht nicht sehen, aber was sie sagte, klang ehrlich.
Doch es ergab keinen Sinn.
„Du warst traurig, weil ich mit Charlotte geschlafen hab???“
„Ja…“
Jetzt war Cooper komplett überfordert.
„Heißt das… was heißt das??“
Das nächste, das Cooper fühlte, war Violets Fuß, der sich an seinen schmiegte.
„Vi?“
„Dass, was ich nicht gesehen habe.. ist das…?“
„Ja…“
„Wieso hast du es nicht einfach gesagt?“
„Konnte nicht.“
„Weil wir seit Jahren befreundet sind?“
„Ja…“
„Und weil ich immer wegen Allan geweint hab?“
„Ja…“
„Heut hab ich wegen dir geweint.“
„Ja…“
„Kannst du auch noch was anderes sagen als ja?“
„Ich liebe dich.“

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