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Everybody needs somebody...

von Romanoff
GeschichteLiebesgeschichte / P16 / MaleSlash
20.04.2008
20.04.2008
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3.719
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Es war schwer für David mit Millie zusammen zu leben. Manchmal musste er einfach flüchten und sie alleine lassen. Nur damit die Paladine sie nicht zusammen fanden. Es war ein stetiges auseinander gehen, das ihnen beiden nicht gut tat.
Wenn David sich dann Nachts unwohl fühlte, sich im Bett wälzte, während Mille ruhig schlief, stand er manchmal auf und verschwand einfach. Nach New York auf ein hohes Gebäude. Auf die Pyramiden oder den Himalaja. Irgendwo hin, wo es ruhig war und er einen klaren Kopf bekommen konnte.

Und jedes Mal, wenn er dort saß, wurde ihm immer mehr bewusst, dass er frei sein wollte. Mit frei sein meinte er nicht die Abstinenz jeglicher Gesellschaft. Aber die Verantwortung zu einem Ort zurückkehren zu MÜSSEN, die gefiel ihm einfach nicht. Oft fragte er sich dann auch, ob es noch andere Jumper gab außer ihn und Griffin. Natürlich. Aber auch weibliche?

Griffin…

Er wusste nicht mal ob dieser noch lebte. Er hatte ihn in einem Starkstrommast zurückgelassen und seit dem auch nichts mehr von ihm gehört.
Aber Griffin und tot? Er war ein Überlebenskünstler. David glaubte nicht, dass Griffin tot war. Das hätte er gespürt, irgendwie.

Seufzend stand er auf und tätschelte den kühlen Stein eines Bergs. Genug nachgedacht.
Doch gerade, als er zurück in seine und Millies Wohnung jumpen wollte, hörte er ein Geräusch. Ein sehr bekanntes. Es war dieser typische Klang, wenn sich jemand teleportierte.

Ein anderer Jumper

Es war nicht das erste mal, dass er es hörte. In letzter Zeit besonders oft. Doch immer, wenn er die Narbe in der Luft entdeckt hatte, um dem Jumper zu folgen, verflog diese. Zu spät.
Aber irgendwann würde er ihn erwischen… Oder sie?

Von einer Sekunde auf die andere befand er sich dann wieder in der vertrauten Wohnung und zog den Mantel aus.
„David?“
Millie stand in der Tür und sah ihn schief an. „Wo warst du?“
„Frische Luft schnappen.“, meinte er lächelnd.
„Das tust du in letzter Zeit oft…“
David zog sie sanft zu sich und küsste sie kurz. „Ich denke nur nach, keine Sorge.“
Aber er sah ihr an, dass sie sich sorgte.
Was war denn nur mit ihm los?

Den halben Tag lang unternahmen sie nichts und lagen nur zusammen auf dem Sofa. Mit der Zeit bekam er immer ein Jucken im ganzen Körper. Ungeduldig streichelte er Millie über den Arm. „Wollen wir nicht irgendwo zusammen hingehen?“
Sie sah ihn an und blinzelte. „Hm? Ich dachte wir machen uns zusammen einen gemütlichen Abend.“
„Ja, ich weiß, aber… Hast du nicht Lust?“
Er sah sofort, dass ihr das überhaupt nicht gefiel. Der Verdacht erhärtete sich, als sie aufstand und zum Fenster ging.
„Immer willst du weg…“
Er lag da und rieb sich die Stirn. „Millie…“
„Was? Es stimmt doch.“
„Ich bin ein Jumper, Millie… Auf einem Fleck zu bleiben ist nicht leicht für mich. Es ist-“
„nicht deine Natur?“

David schwieg. Er wollte sich nicht mit ihr streiten. Und er verstand, dass sie all das sie störte. Sie waren eben… sehr verschieden. Und diese Erkenntnis ließ ihn schwer schlucken.
„Manchmal, wenn ich Nachts aufwache, David. Dann bist du nicht da… Und das sind keine Jumps die du tust, weil du verfolgt wirst… Ich hab das Gefühl wir beide wollen nicht mehr das Gleiche.“
Er sah ihr trauriges Gesicht in der Spiegelung der Scheibe und es tat weh sie so zu sehen. Er wollte ihr sie nicht enttäuschen.
„Ich wollte nie was anderes als dich.“, meinte er leise und stand nun auch auf. Er legte seine Hände auf ihre Schultern und merkte, sie sie sich versteifte.
„Ist schon okay, David. Geh raus in die Welt. Ich weiß, dass du es brauchst.“

Es fiel ihm schwer sie jetzt zurückzulassen. Aber das Kribbeln und Jucken in ihm wurde stärker.
„Bis später“, flüsterte er und küsste noch einmal ihren Nacken, bevor er verschwand. Nach London auf den Trafalgar Square. Er atmete tief die kühle Luft ein und schloss die Augen.
Das hier roch nach Freiheit…
Manchmal vermisste er die Zeit, bevor er verfolgt und gejagt wurde. Als er tun und lassen konnte, was er wollte.
Oder als er mit Griffin unterwegs war.

Griffin…

Warum dachte David in letzter Zeit so unsäglich oft an ihn? Er könnte ja einfach zu dem Strommast zurückkehren. Nachsehen, ob sein kurzzeitiger Verbündeter noch immer dort hing oder bereits tot war.
Aber irgendwie hatte er Hemmungen davor ihn wieder zusehen. Er wusste nicht warum.
David war doch gern mit ihm zusammen gewesen. Die Vorstellung von einem Team hatte ihn gereizt.

Warum konnte er dann nicht auch einfach mit Millie zusammen sein? Verdammt, er sollte aufhören zu denken. Das bereitete ihm nur noch mehr Kopfschmerzen.
Also ging er ein wenig durch Londons Straßen spazieren und versuchte einen klaren Kopf zu bekommen. Über seine Beziehung konnte er später noch nachdenken.
Das Wetter war für London eigentlich recht gut und er brauchte keinen Regenschirm. Als am Abend dann die Lichter an den Gebäuden angingen, saß er oben, auf dem Big Ben und betrachtete dieses Meer von Lichtern mit einem Lächeln. Es waren solche Anblicke, die ihn beruhigten.

Bis er plötzlich ein Knacken hörte. Eilig drehte er sich um und sah eine Gestalt nach unten verschwinden.
Da war er wieder!
Und diesmal sah er ihn gerade eben davonjumpen. David grinste. Diesmal würde der Typ ihm nicht entkommen. Er sah die Narbe noch in der Luft schweben, diese verschwommenen Fäden, die ihm zeigten, dass dort jemand verschwunden war. Und er folgte ihm.
Aber an dem Ort, wo er ankam, war der Typ nirgends mehr zu sehen.

Nur ein Zimmer, das voll gestopft war mit Kisten, einem Fernseher und Bildern an der Wand.
Sie zeigten ihn. David Rice.
Und zwar an den unmöglichsten Orten. Er riss eines davon ab und betrachtete es genauer. Da war er in Ägypten. Dann nahm er ein weiteres. Paris.
Er betrachtete die anderen und ihm stockte der Atem.
Tokio, Berlin, Amsterdam, Rio.
Und eines, das ihn unter der Dusche zeigte.
„Was zum…“ Wieder sah er sich um. Der Jumper musste noch hier sein. Er hatte keine andere Narbe gesehen.
Mit den Bildern in der Hand ging er weiter und runzelte die Stirn. Dieses Zimmer hatte keine Tür. Völlig dicht!

„Und? Hast du gefunden, was du suchst?“

David ließ die Fotos fallen und drehte sich um. Erneut war er nicht fähig zu atmen oder sonst irgendeine Regung zu tun. Er starrte ihn nur an und sein Mundwinkel zuckte. Der Typ grinste und zog sich die Kapuze vom Kopf, sodass David ihn nun ganz sehen konnte.

„Griffin…“

Dieser breitete die Arme aus und präsentierte sich. „Wie er leibt und lebt… Naja fast.“ Er fuhr mit den Fingern über eine dünne, aber lange Narbe, die sich seinen Hals entlang zog und sogar einen Teil seines Gesichts entstellte. Wobei entstellte das falsche Wort war. Griffin stand sie.
„Hab die mitgenommen, als ich mich befreit habe. Das war wirklich nicht nett, David…“
„Nein, war es nicht… Und jetzt hast du mich die ganze Zeit verfolgt?“
Griffin zuckte mit den Schultern und lies sich auf sein Sofa fallen. „Sieht wohl so aus, oder? Immerhin muss ich mich ja irgendwie an dir rächen… Wobei ich nicht erwartet habe, dass du mir folgst.“

Nun war David es, der grinsen musste und die Hände in seinen Mantel schob. „Den Dummen kannst du schlecht spielen. Du wolltest, dass ich dich finde. Ich hätte dir jederzeit folgen können und ich glaube nicht, dass es diesmal ein Versehen war.“
Griffin erwiderte das Grinsen und ließ sich in einen Sessel fallen, legte gemütlich ein Bein über die Sofalehne, während er David weiter ansah. „Vielleicht, ja.“
Dann klopfte er neben sich und wartete, bis David sich setzte. „Und? Wie läuft es mit deinem Herzblatt? Bei euch im Bett scheint es ja gut zu laufen.“

David stieg augenblicklich die Hitze in die Wangen. Hatte Griffin ihn wirklich die ganze Zeit beobachtet? ÜBERALL?
„Hör zu. Wenn du Rache willst, dann können wir uns gerne noch mal um die halbe Welt prügeln. Aber verkauf mich nicht für dumm. Und…“ er stand auf und hob eins der Bilder hoch. Das, wo er unter der Dusche stand. „was soll das?“
Griffin zuckte nur mit den Schultern, erhob sich dann ebenfalls. „Ich dachte irgendwelche Männermagazine würden sich für Voyeurfotos interessieren. Damit hätte man ja Geld machen können. Aber ich hatte keinen Erfolg, die breite Masse steht eben nicht auf dich. Sorry.“
Dann schnappte er ihm das Foto weg und pinnte es wieder an die Wand.
„Außerdem ist es nicht so leicht, dich zu verfolgen, wie du denkst. Hast ja schließlich auch dazu gelernt, wie man seine Spuren erwischt.“
„Und? Du hättest mich trotzdem, jederzeit von hinten erschlagen können. Stattdessen bist du immer wieder abgehauen.“

Langsam wurde Griffin doch nervös. Er sah David an und lehnte sich dabei gegen die Wand. „Sei nicht so arrogant. So wichtig bist du nun auch wieder nicht… Außerdem wollte ich gerne einen offenen Kampf. So Mortal Combat mäßig, weißt du? Gleiche Chancen und so, wer ist der beste. Alles klar?“
Griffin hatte wohl immer noch nur seine Computerspiele im Kopf.
„Hm. Wo sind wir hier eigentlich?“
„Ich bin Engländer, was glaubst du denn? Wir sind in England.“
„Naja, letztes Mal hast du in einer Wüste gehaust.“
„Ja… Deshalb hab ich auch die Nase voll von Türen.“

Einen kurzen Moment schwiegen sie, indem beide ihren Gedanken nachhingen. David wusste jetzt, dass Griffin einen Kampf wollte. Aber dieser rührte sich kein Stück. Gab es noch einen anderen Grund?
David schob sich den Mantel von den Schultern. Die Ärmel seines Hemdes krempelte er langsam hoch und nickte Griffin zu. „Also, was ist? Du wolltest kämpfen.“
Aber Griffin bewegte sich kein Stück. „Kämpfen? Kannst du das denn? Ich glaub das ist das einzige, bei dem du nichts dazu gelernt hast. In zehn Sekunden hab ich dich platt.“
„Ja? Probier es aus.“

Grinsend rieb Griffin sich die Hände. David sah ihn abwartend an und von einer Sekunde auf die andere spürte er einen starken Schmerz in der Linken Gesichtshälfte und taumelte nach hinten.
„Mistkerl“, knurrte er, weil das viel zu überraschend kam und stürzte sich augenblicklich auf Griffin.
Dieser verschwand sofort und David jumpte hinter ihm her, merkte nur, dass sie auf einmal im Schnee standen und holte aus, um Griffin zu treffen.
Aber er traf nur eine harte Pyramidenwand, spürte, wie man ihm in den Rücken trat und er nach Luft schnappen musste.
„Wow, noch nicht mal zehn Sekunden.“
„Noch bin ich nicht am Boden.“, keuchte David und holte aus. Diesmal traf er Griffin am Kinn, schubste ihn damit nach Hawaii und drückte ihn in den warmen Sand.

„Und jetzt glaubst du, du hast gewonnen?“
Im nächsten Augenblick riss ein ziemlich heftiger Windstoß David von Griffin runter und er fand sich auf irgendeiner Ölplantage auf dem Meer wieder.
Griffin packte ihn am Arm und zog ihn hoch. „Du bist noch längst nicht so weit!“ Er schlug David mitten ins Gesicht, zog ihn wieder her und verpasste ihm noch eine. David spuckte ein Wenig Blut auf den Boden und drückte Griffn leicht benommen in die dunkle Gasse von New York.
Aber der andere war wieder schneller, presste ihn gegen die kühle Wand und sah ihm in die Augen. Das leichte Flackern der Straßenlaterne zeigte David, dass Griffin einen Blick hatte, den er nicht beschreiben konnte.
Sie atmeten schwer, David schmeckte noch das Blut von seiner aufgesprungenen Lippe und konnte sich nicht rühren.

Er wusste nicht, ob gleich etwas passieren würde. Ob Griffin ihn endgültig erledigen oder noch ein bisschen leiden lassen würde. David dachte darüber gerade nicht so sehr nach. Er sah Griffin einfach nur in die Augen. Dieser war ein Stück kleiner und trotzdem stärker.
Und er hielt David eisern fest, erwiderte diesen eigenartigen Blick einfach nur.
Keiner brachte irgendein Wort raus. David fühlte nur, wie sich Griffins Griff ein wenig lockerte, mit den Händen höher fuhr und die Haut an seinem Hals hoch streichelte.
David glaubte noch nie so gezittert zu haben und spürte mit einem komischen Gefühl im Bauch, die Lippen von Griffin, die seine Wange entlang streiften. Ganz langsam nach vorne.
Er küsste David. Nur kurz, dann sahen sie sich an.

Es dauerte wahrscheinlich nur eine Millisekunde, bevor sie sich wieder küssten, die Lippen fest aufeinander drückten. Völlig Hemmungslos krallten sie sich aneinander fest, wussten wahrscheinlich selbst nicht, was sie so plötzlich überkam.
Sie stolperten in das Leerstehende Gefängnis von Alcatraz, David drückte ihn gegen die Gitterstäbe und biss leicht in seine Unterlippe. Ein leises Knurren war von diesem zu hören, bevor er sie beide in den warmen Sand von Italien zog und David auf den Boden drückte.
Zum ersten Mal lösten sie den heftigen Kuss, Davids Lippen fühlten sich wund an und seine Lippe blutete immer noch leicht. Er leckte sich darüber und schob Griffin fluchend von sich runter, als ihm bewusst wurde, was hier eben passiert war.

Griffin blieb im Sand liegen und schaute zu David hoch, während dieser ihn nur anstarrte und sich den Mund mit dem Handrücken abwischte.
„Tu das… nie wieder.“
„Und wenn doch?“
„Ich warne dich, Griffin…“
Griffin grinste nur und stand langsam auf. Dann klopfte er sich den Sand ab und schob die Hände in die Hosentaschen. „Warn mich doch. Dir hat es gefallen…“
David hatte das Gefühl, dass er glühte und wandte sich ab. „Bleib mir vom Leib“, war das letzte, was er sagte, bevor er sich zurück in seine und Millies Wohnung Teleportierte.

Es war stockdunkel und keiner da. Selbst als er ins Schlafzimmer blickte, war das Bett noch gemacht. War Millie gegangen? Ganz? Er hoffte, dass nicht.

Millie…

Erst jetzt kam ihm wieder alles in den Sinn. Der Streit, die Verzweiflung. Dann kam Griffin.
Ihm wurde schlecht, kotzübel.
Er hielt sich an der Anrichte fest und schloss die Augen. Er ließ noch mal alles durch seinen Kopf gehen. Ein absolutes Chaos, was sich darin abspielte.
Mit schrecken stellte er dann auch noch fest, dass er immer noch Griffin auf den Lippen schmecken konnte.
Dieses komische Gefühl in seinem Bauch kehrte zurück und er schloss sich fast schon panisch im Badezimmer ein. Er zog sich sämtliche Klamotten aus, der Sand kratzte auf seiner Haut, und stieg in die Dusche.

Das warme Wasser sollte einfach alles wegspülen, jeden ziehenden Schmerz im Körper, den Geschmack auf seinen Lippen und die brennenden Berührungen am Hals.
Scheiße. Wie konnte das nur passieren?
Warum küsste Griffin ihn? Einen Mann?
Wenn Griffin schwul war, dann… Ja, was dann?
Er wusste es nicht. Nur, dass es was mit ihm gemacht hatte. Etwas, das er schon vorher ein wenig gespürt hatte, als sie zum ersten Mal aufeinander trafen.
Ihm war es durch die Sorge um Millie nur nicht gleich aufgefallen.

Aber, als sie zusammen im Auto saßen und sich nur angesehen hatten…

David versuchte die Bilder aus seinem Kopf zu löschen.
Das durfte nicht sein… Zumindest nicht für ihn.

Nach dem Duschen zog er sich schnell was Bequemes über und kochte sich einen Kaffee. Mittlerweile wollte er nur noch, dass Millie zurückkam und ihn festhielt.
Er wollte gerade dringend bei ihr sein… War das nicht ein gutes Zeichen?
Aber er hatte das Gefühl es nur zu wollen, damit er Griffins Grinsen aus dem Kopf bekam.
Warum zur Hölle hatte Griffin ihn geküsst?

„David…“
Er drehte sich um, sah Millie wie sie ihre Jacke ablegte. Wahrscheinlich war sie überrascht ihn zu sehen. Hatte wohl geglaubt er würde länger wegbleiben…
„Millie…“
Nach drei großen Schritten war er bei ihr, zog sie in seine Arme. Millie erwiderte die Geste, küsste ihn einfach und David wehrte sich nicht.
Er wollte mit ihr schlafen. Jetzt.

Sanft schob er sie zu ihrem Bett, streifte ihr die Bluse vom Körper und küsste ihre nackte Schulter.
Sie fuhr mit den Händen unter sein Shirt und streichelte die warme Haut.
David schaltete seinen Kopf in den nächsten Stunden komplett aus. Er war ruppig zu ihr, wusste nicht, ob er ihr sogar wehtat, aber sie beschwerte sich nicht.
Mit einem heiseren Stöhnen kam er in ihr, ihre Finger krallten sich in seinen Rücken. Er glaubte Griffin am Fenster gesehen zu haben, doch er hoffte, dass er sich nur täuschte…
„David… Ich liebe dich.“, murmelte Millie, als sie sich an ihn kuschelte, schon beinahe eingeschlafen war.

Er antwortete ihr nicht. Er konnte nicht…
Stundenlang danach lag er noch wach, sah zu, wie der Regen erbarmungslos gegen die Fensterscheiben schlug und konnte sich nicht entspannen…

Ganz vorsichtig deckte er Millie zu und stand auf. An Schlaf war einfach nicht zu denken. Und ehrlich gesagt fühlte er sich jetzt auch nicht unbedingt besser.
Er schlüpfte in seine Jeans und zog sich ein frisches Hemd über. Er musste raus, an die frische Luft. Wie immer.
Aber als er seinen Mantel suchte, fiel ihm ein, dass er diesen bei Griffin zurückgelassen hatte.
Verdammt…

Ihm wurde wieder heiß am ganzen Körper. Er musste sich jetzt entscheiden.
Wenn David jetzt zu ihm gehen würde, dann hätte er den inneren Kampf verloren. Ließ er sich jetzt darauf ein oder nicht?
Bevor er im Kopf überhaupt darüber nachdenken konnte, verschwamm die Wohnung vor seinen Augen und Griffins Türloser Unterschlupf umgab ihn augenblicklich.
Er sah sich um. Griffin war nicht da. Umso besser, dann konnte er in Ruhe seinen Mantel suchen.
Wo hatte er ihn denn hingeworfen? Er wusste es nicht mehr. Also kramte er einfach unter einem Wäschehaufen, in den Ecken und sah immer wieder kurz auf die Pinnwand mit den Fotos von ihm…

Das war doch nicht pures Rachegefühl von Griffin gewesen. Dass konnte er nicht glauben.
Oder wollte es nicht glauben?
Mittlerweile war David völlig verwirrt. Er wusste nicht mehr, was er fühlte, was er denken sollte. Griffin hatte ihn komplett aus der Bahn geworfen.

„Suchst du was Bestimmtes oder hast du mich vermisst?“
Der kalte Schauer lief erneut Davids Rücken hinunter, als er sich zu Griffin umdrehte, versuchte cool zu sein.
„Ich suche meinen Mantel…“
„Ah… Den. Tja, den hab ich weggeworfen.“
„Was?!“
„Hey, hey. War nur ein Scherz.“ Griffin holte eine Plastiktüte aus irgendeiner Ecke und zog den Mantel hervor. „Hier, unbeschädigt, also heul nicht rum.“ Er warf ihn David zu und setzte sich dann an seine Playstation. „Sonst noch was?“

Eigentlich konnte David ja jetzt wieder gehen, er hatte, was er wollte…
Aber er ging nicht. Wieder einmal.
„Was war das vorhin?“
„Was genau meinst du?“ Griffin schaute nur auf den Bildschirm und drückte die Tasten seines Controllers.
„Das weißt du genau… Du hast mich geküsst, verdammt.“
„Oh, das… Und?“ Griffin drückte den Pause-knopf und sah David an. „War ich so schlecht?“
Dieser fühlte sich wieder unbehaglich und wandte sich ab.

„Oh man, dir ist das echt peinlich was? Wahrscheinlich hast du schon drüber nachgedacht, ob du jetzt schwul bist, weil es dir gefallen hat.“
„Wer sagt, dass es mir gefallen hat?“
„Dein Gesicht hat Bände gesprochen, David… Aber mach dir keine Sorgen, wenn du noch mit deiner Freundin schlafen kannst, dann bist du bi.“
David runzelte die Stirn. Hatte er sich also doch nicht geirrt. Griffin hatte ihn beim Sex mit Millie beobachtet!
„Du… verdammter Dreckskerl.“
„Hey, locker bleiben, ja? Ist doch nichts dabei.“
„Nichts dabei?!“

David ging auf Griffin zu und packte ihn am Kragen, zog ihn zu sich hoch. „Halt dich verdammt noch mal aus meinem Leben raus, klar?!“
„Wir sind beide Jumper… Denkst du nicht wir sollten zusammenhalten? Ohne mich hast du doch null Chancen.“
„Ich bin auch ohne dich bisher gut klar gekommen…“
„Ja, sicher… Weil ich die Paladine von dir ferngehalten habe.“
Leicht säuerlich schob Griffin ihn weg und leckte sich die Lippen. „Aber wenn du lieber ein Hausmütterchen-Leben führen willst, bitte. Dein Problem.“

David wusste nichts mehr zu sagen, er stand einfach nur da und starrte ihn an. Griffin schüttelte den Kopf und ging auf ihn zu, blieb vor ihm stehen.
„Du wirst nicht gehen. Und du wirst heute Nacht bei mir bleiben, stimmt’s?“
David antwortete noch immer nicht, aber er ließ zu, dass Griffin ihn berührte, ihn anfasste und küsste.
Er genoss es richtig, das wurde ihm jetzt klar.
David ließ sich von ihm zu einem Bett schieben, sich darauf drücken und langsam ausziehen.
Er hatte schon viele Frauen gehabt und er war mit Millie glücklich gewesen. Aber das hier war so gänzlich anders und er musste fast schon sagen schöner.

Er zitterte am ganzen Körper, während Griffin ihn küsste, ihn streichelte und immer wieder ansah.
Wehren konnte und wollte David sich nicht. Griffin nahm ihn einfach in den Arm, Haut berührte Haut und ihre Körper rieben sich aneinander.
Einfach alles daran erregte David und zwar ohne, dass er sich noch irgendwas im Kopf vorstellen musste, sich einfach völlig darauf einlassen konnte.

Und als es vorbei war, hielten sie sich einfach aneinander fest, zitterten bei der kühlen Luft. Gedankenverloren küsste David immer wieder Griffins Lippen, die viel rauer waren, als die der Frauen.
Und er hatte noch viel mehr Narben an dessen Körper entdeckt. Auch die, die er ihm beschert hatte.
Langsam fuhr er mit dem Finger darüber und fühlte Griffins Blick auf sich ruhen.
Plötzlich war so viel Zärtlichkeit da, zwischen ihnen, es machte ihm fast schon Angst…
Griffin zuckte zusammen, als David die Narbe an seiner Wange berührte und hielt seine Hand fest. „Tut noch weh…“
„Tut mir leid…“, murmelte David und sah ihn noch immer an. Er würde tatsächlich heute Nacht hier bleiben.
Er wusste nicht mal, ob er überhaupt zu Millie zurückkehren sollte.

Sein Kopf sagte er sollte, aber sein Herz… Wollte gerade lieber bei Griffin bleiben. Denn das hier fühlte sich überhaupt nicht nach Zwang an.
„Und? Was hältst du nun von meinem Vorschlag? Wir beide als Team?“
David grinste leicht und spürte Griffins Finger, die Halt suchten.
„Ich mein, wir könnten jederzeit überall sein. Zusammen.“
„Ich dachte du bist ein Einzelgänger?“
„Naja… Jeder ändert mal seine Meinung, nicht?“

Es gäbe keinen Ort, an dem sie zurückkehren mussten. Er brauchte nicht auf Griffin aufpassen und umgekehrt auch nicht. Und zusammen hätten sie eine viel größere Chance.
Außerdem fühlte er sich gerade wohl…
Millie würde es verstehen, da war er sich sicher.

„Okay.“ Sagte David und schaute Griffin an.
„Ja?“
„Ja…“
„Gut.“ Griffin grinste, legte sich halb auf David drauf und musste leicht lachen. „Oh mann.“
„Was denn?“
„Naja…“ Griffin blickte ihm in die Augen. „Jetzt können wir um die halbe Welt vögeln.“
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Da ich keine Jumper Fanfiction gefunden habe, dachte ich, ich schreib einfach mal selbst eine.
*verneig* Hoffe es gefällt^^

LG Eiskalter Engel
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