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Freundschaft

GeschichteLiebesgeschichte / P12 / MaleSlash
Jonathan Palmer Richard Rokeby
19.04.2008
19.04.2008
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Freundschaft



„ Na seht euch mal, das Mädchen dort an “, lachte hämisch ein Junge. Nils war sein Name und er hätte Wheatly alle Ehre gemacht.

Zusammen mit seinen Kumpanen, die ebenfalls duschten, beobachteten sie amüsiert, wie ein zierliche Gestalt eintrat. Kurzes braunes Haar, was perfekt anlag. Schüchterne himmelsblaue Augen, die keinen Blickkontakt herstellten. Wusste er doch, was dann passieren würde. Zumal er nicht ihre gehässigen Gesichter sehen wollte.

„ Was denn los Palmer? So ganz allein, ohne deinen Liebhaber? “ Ein dreckiges Grinsen huschte in sein Gesicht, als er näher auf den kleineren Jungen zuging. „ Sollen wir dir Gesellschaft leisten? “

Jonathan, der sich weit ab von den anderen unter eine Dusche gestellt hatte, drückte sich bei Nils näher kommen, dichter an die Wand hinter sich. Nur in seiner Boxershorts vor dem Älteren zu stehen, wurde ihm immer mulmiger zu mute. Hatte er dessen Blicke oft genug auf sich gespürt, um zu wissen, was er von ihm wollte. Doch hatte es Jonathan versucht zu ignorieren und stattdessen sich auf Richard konzentriert.

Ein kleines Lächeln erschien in seinem Gesicht, als er an seinen Freund dachte und wie sehr er dessen Nähe mochte, sich an ihn gewöhnt hatte und sich bei ihm lebendig fühlte. Ganz anders bei Nils. Jedes mal kroch ihm eine Gänsehaut hoch und Panik ergriff ihn.

„ Ahhh “, erschrocken quietschte Jonathan auf, als er eine kräftige Hand an seiner Brustwarze fühlte, die sie massierte und eine feuchte Zunge auf seiner Wange spürte, die dort entlang fuhr.

„ Wie ich sehe freust du dich auch, mich auch wieder zu sehen, was Palmer? “ raunte ihm Nils zu und ließ es sich nicht nehmen, weiter über dessen Ohr zu lecken.

Das er das vor den anderen Jungs tat, störte ihn dabei wenig. Wollte er den Kleineren ärgern, was auch sichtlich gut ankam, da aufkommendes Kichern unterdrückt wurde und zufriedenes Tuscheln ausgetauscht wurde. Schließlich kursierten Gerüchte um diesen Rokeby Jungen und Palmer, die weit mehr als Freundschaft hegen sollten.

Nils war es eigentlich egal, worüber gerne getratscht wurde und was Palmer mit seinem Zimmergenossen zu tun hatte. Es war einfach nur so, das er ihn gerne ärgerte und... irgendwie seine Nähe suchte. Immer wenn er diesen Jungen sah, wollte er ihn am liebsten berühren und seine sündhaften Lippen in Besitz nehmen. Schmal und feingeschwungen waren sie und lockten einen gerade zu sie einzunehmen.

Vielleicht verwirrte ihn Palmer auch deshalb, weil der schlanke Junge feminine Gesichtszüge hatte. Dadurch könnte man ihn glatt für ein Mädchen halten und Nils hatte sich schon einpaar mal dabei erwischt, wie er Palmer in einem schwarzen Spitzenkleid vorgestellt hatte.

„ Nicht, bitte hör auf “, stammelte Jonathan verunsichert und wollte sein Gegenüber zum aufhören bringen. Presste sogar seine dünnen Ärmchen gegen die muskulöse Brust des Älteren und versuchte ihn auf abstand zu bringen, was nur veranlasste, dass dieser sich unbeeindruckt näher an ihn heranschob.

„ Was denn Palmer? Das gefällt dir doch oder? “ fragte ihn Nils leise, so das sie niemand hören konnte. „ Ich wette so berührt er dich auch immer, hab ich Recht? “

„ Nein “, wimmerte Jonathan, als ihm seine linke, bereits geschundener Nippel zu schmerzen begann. „ Wir... wir machen so etwas nicht. “

„ Ach wirklich? Oder bin ich nur am falschen Ort? “

Damit befreite er Jonathans Knospe aus seinen Fängen und strich weiter über die schmale Brust des anderen. Fühlte die dünne und samtigweiche Haut unter sich, bis er zum Hosenbund angelangte. Triumphierend erblickte Nils in zwei erschrockene Augen, als sich seine Finger quälend langsam am Bund entlang glitten.

„ Sehr richtig “, mischte sich plötzlich eine scharfe Stimme ein.

Kurz darauf spürte Nils, wie jemand grob sein Handgelenk packte und ihn fort von Jonathan riss. Als er sich umblickte, erkannte er Rokeby. Dieser war einen Kopf kleiner als er, aber sein Griff war hart und schmerzvoll. Kraft hatte dieser und seine Augen erst. Nils wunderte sich nicht zum ersten Mal, wie es solche dunklen Augen geben konnte, wie Rokeby sie hatte. Sie sprühten vor Zorn und... Mordlust!?!

„ Wenn dir dein Leben lieb ist, dann halte dich in Zukunft fern von ihm, ist das klar? “ fügte Richard gelassen hinzu. Dabei schwang eine Kälte mit, die, die Ernsthaftigkeit seiner Worte noch einmal unterstrich.

„ Wieso, teilst du etwa nicht gerne? “ erwiderte Nils keck. Auch wenn ihm der andere Junge Angst machte, so wollte er sich nicht eingestehen, das er schwächer war, als dieser Pimpf vor ihm. „ Und außerdem du machst mir keine Angst, du halbe Portion. “

„ Wir werden sehen. “ Kurz verstärkte Richard seinen Griff um Nils Handgelenk, so das man etwas knacken hören konnte, ehe er es angewidert losließ. Als er hätte er sich mit etwas Dreckigem befleckt. „ Und jetzt lass uns in Ruhe. “

„ ... “ Nils biss seine Zähne zusammen, trotz des Schmerzes, welcher durch sein Handgelenk jagte. Nein, er würde diesem Rokeby keine Genugtuung geben und hier zu heulen oder gar zu schreien anfangen. Erst mal in Ruhe zu Ende duschen und dann könnte er sich kurz mal zur Krankenstation zurückziehen, um sich versorgen zu lassen.

„ Gut, mir ist der Spaß eh vergangen. Zumindestens vorerst. “ Ein breites Grinsen zierte wieder sein Gesicht, als er zu Jonathan blickte, der immer noch an der Wand stand und sich schützend die Arme um seine Brust geschlungen hatte. Und auch wenn er hilflos aussah, so reizte er Nils dadurch wieder von neuem, das er mit diesem Jungen noch lange nicht fertig war.

Richard blickte ihn mit blitzenden Augen gefährlich an. Was zu viel war, war zu viel. Und Nils war eindeutig zu weit gegangen. Mit geballter Faust, streckte er den älteren Jungen nieder. Ein blauanlaufendes Feilchen zierte jetzt sein linkes Auge und Verblüffung war in dessen Irden zu sehen.

Nun, Richard war nicht so schwach, wie man es seiner Statur angesehen hätte. Und wenn es um seinen Freund ging, brachte er Kräfte auf, die schon fast unheimlich waren. Schließlich wollte er immer für den anderen Jungen da sein, ihn beschützen und vor solchen Situationen wie eben bewahren.

„ Ich hoffe das war dir eine Lehre “, meinte Richard kühl, mit einem gewissen Triumph in seinen Augen.

Dann wandte er sich Jonathan zu und griff nach seiner schmalen Hand. Ohne ein weiteres Wort zu verschwenden, zog er den überrumpelten Jungen aus dem Duschraum und ging mit ihm auf ihr gemeinsames Zimmer, wo er hinter sich noch abschloss.

Als sie endlich allein waren, ließ Richard seine Maske fallen. Liebevolle und zugleich besorgte Augen blickte zu Jonathan. Erkundeten schnell seinen Körper und nahm jedes Detail davon wahr. Auch die gerötete Brustwarze, welche nun sehr empfindlich war. Mit einem Schmunzeln berührte Richard sie und konnte spüren, wie ein Schauer durch den zierlich Körper vor sich ging.

„ Ahh “, stöhnte Jonathan unbewusst, wodurch er knallrot anlief. „ Richard nicht. “

„ Keine Angst Jon, ich hab dich lieb und würde dir niemals wehtun, das weit du doch, hm? “ fragte ihn Richard leise und zog den Jüngeren in eine Umarmung. Wärmte den kalten Körper in seinen Armen und streichelte beruhigend über dessen Rücken.

„ Das weiß ich. Aber... du hättest das nicht sagen sollen “, erwiderte Jonathan zögerlich.

„ Wieso nicht? Er hat dir wehgetan. “ Und ist zu weit gegangen, fügte Richard noch gedanklich an. Dafür hätte er ihn am liebsten umgebracht, aber nicht vor den süßen Augen seines Freundes.

„ Trotzdem, er wird sich an dir rächen. “

„ Soll er doch, vor ihm habe ich keine Angst. “

„ Hm, ich weiß. Ähm Richard... “, scheu blickte Jonathan zu ihm auf. „ Danke. “

„ Gern geschehen. Aber jetzt zieh dir erst mal was an. Dann wird dir gleich viel wärmer. “

„ Mhm “, stimmte ihm Jonathan zu und löste sich aus Richards Griff. Dann ging er rüber zu seiner Liege, wo seine Klamotten lagen, die er sich nun wieder überzog. Kaum hatte er den letzten Knopf seines Hemdes geschlossen, als sich auch schon zwei Arme um ihn schlangen.

„ Jon “, hauchte ihm der größere Junge zu und setzte sich dann aufs Bett. Zog seinen Freund mit zu sich herunter und lehnte sich dicht an der Wand. „ Wieso bist du ohne mich gegangen? Du weißt doch, ich lasse dich nicht gerne alleine durchs Haus streifen. Du hast ja gesehen wie das endet. “

„ I... ich weiß “, gab Jonathan beschämt zurück. „ Eigentlich wollte ich mich bloß schnell fertig machen, bevor wir schlafen gehen. Wollte schließlich den Schweiß vom Tag abwischen und etwas besser riechen. “

„ Mein kleines Dummchen “, schnaubte Richard liebevoll und streichelte Jonathan durch die Haare. „ Egal wie du aussieht, du bist immer bezaubernd. Und dein Duft ist immer betörend, egal wie intensiv deine Duftnote ist. Zumal du deinen eigenen Geruch hast denn ich sehr gerne an dir rieche. Also bleib bitte so und lass uns einfach hier liegen bleiben, bis wir einschlafen, okay? “

„ Bin ich dir auch nicht zu schwer? “ wollte Jonathan zaghaft wissen.

„ War das jetzt eine Fanfrage, Jon? Natürlich nicht, schließlich rollst du dich beinahe jede Nacht auf meine Brust, also werde ich es auch diesmal überleben. Zumal ich dich jetzt eh nicht mehr gehen lassen würde. Also bleib bei mir, ja? “

Damit legte er sich richtig auf das Bett hin und zog den Jüngeren nah an sich. Fest und Besitzergreifend. Zu tief war seine Freundschaft die er mit dem anderen Jungen hatte. War er ihm wichtiger geworden, als sonst irgendetwas in seinem Leben. Und Richard konnte nicht von sich behaupten, das er leicht jemanden fand, an den er sich band und über den er wachte. Jonathan bildete einfach eine Ausnahme, da er etwas Besonderes war. Zumindestens in Richards Augen.

Dabei erinnerte er sich noch gut an den Satz, den ihm seine Mutter immer gesagt hatte: Wenn du etwas hast, was dir sehr wichtig ist, dann musst du es festhalten und mit allen Mitteln beschützen.

Und genau diesen Rat würde er befolgen und sich von niemanden die Freundschaft zu Jonathan ausreden lassen. Die hatten doch alle keine Ahnung, diese dummen und einfältigen Kreaturen. Sie waren in Richards Augen einfach unwürdig, als das er sie anderes bezeichnet hätte. Außer sein dunkler Engel, Jonathan, ihn könnte und würde er nie so sehen. Nie diesen Hass auf ihn verspüren und lieber seine Nähe genießen. So wie jetzt.

„ Schlaf gut mein Engel “, flüsterte ihm Richard noch dunkel zu, ehe er zufrieden die Augen schloss.


Owari
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