Lord Voldemort und das Finanzamt

von Jost
KurzgeschichteHumor / P6
17.04.2008
17.04.2008
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Dies ist die Übersetzung der englischen Geschichte „Lord Voldemort and the Internal Revenue Service“ von Citygirl1116. Ich habe ihre Parodien auf fanfiction.net gefunden und fand sie so genial, dass ich um die Erlaubnis gebeten habe, ihre FFs zu übersetzen.
Ich muss leider (oder: zum Glück?) sagen, dass ich von US-Steuerformularen absolut keine Ahnung habe, die betreffenden Stellen sind daher eher frei übersetzt.

Mein Dank gilt Avenna, dank deren unvollständiger Übersetzung ich auf Citygirl1116 stieß und der lachenden Wölfin aus Zimmer 101, die mir bei der Übersetzung eine große Hilfe war.



---------------   von Citygirl1116   ---------------



Disclaimer: Die Harry Potter Charaktere sind nicht meine, sie gehören J.K. Rowling. Das Finanzamt gehört der US-Regierung, aber ich würde es nicht wollen, selbst wenn Ihr es mir geben würdet.
Anmerkung: Enthält Schimpfwörter. Wenn ihr eure Steuererklärung ohne Schimpfwörter hinkriegt, seid ihre stärkere Personen als ich.



Lord Voldemort und das Finanzamt

Es war der 14. April, als Lord Voldemort sich mit seinem W-2-Formular, seinem Taschenrechner und einer handvoll frisch angespitzter Federn hinsetzte, um wie jeder gute, gesetzestreue böse Oberlord seine Steuererklärung zu machen. Er wusste, dass er es bis zur letzten Minute heraus geschoben hatte, aber es konnte doch nicht so schwer sein?!

Voldemort guckte sich die erste Zeile an: Name.
„Oh, oh.“ Er überlegte. „Soll ich Tom Riddle eintragen? Oder Lord Voldemort? Oder Er-dessen-Name-nicht-genannt-werden-darf?“
Er-der-zu-viele-Namen-hatte bekam eine unangenehme Vorahnung. Vielleicht würde das doch schwerer werden, als er gedacht hatte. Er hätte zu seinem Steuerberater gehen sollen.
Dennoch machte er weiter und füllte seine Adresse und Sozialversicherungsnummer ein.
Familienstand. Hm, na ja, er war ledig. Natürlich hatte er einige Dates gehabt, aber das war schwer, wenn man so beschäftigt damit war, böse zu sein, Muggel zu terrorisieren und diesem Potterjungen Albträume zu bescheren. Er wollte gerade ‚ledig‘ ankreuzen, als sein Blick die anderen Antwortmöglichkeiten traf.
„Warte mal, ich bin auch Haushaltsoberhaupt. Soll ich das ankreuzen? Und abhängige Personen … zählt Wurmschwanz als von mir abhängig? Siehe auch die Anmerkungen zu 6a, b und c … Wo zum Teufel ist das?“

Er machte entschlossen weiter. Ein böser, dunkler Zauberer zu sein war ein einträgliches Geschäft und es war ein gutes Jahr gewesen – es war so viel einfacher, ein gutes Einkommen zu verdienen, wenn man seinen Körper zurück hatte. In diesem Jahr war er mit seinem Bruttoeinkommen sehr zufrieden gewesen, deshalb suchte er nach der Zeile, wo er das eintragen sollte … aber er konnte sie nicht finden.
„Hmmm … Gehalt und steuerlich relevante Dividenden. Bei Einkommen oder Verlust durch eigene Arbeit fügen Sie Formblatt D1863 falls nötig an, sofern Kästchen 13a angekreuzt ist, aber kreuzen Sie dann Kästchen 18f nicht an.“ Der dunkle Lord starrte mit vor Schrecken geweiteten Augen auf die Blätter vor ihm. „In Formblatt F32 teilen Sie Zeile 297dd durch den größeren Wert aus Zeile 28b oder 15,98654. Addieren Sie Einkommen oder Verlust aus Grundbesitz, außer Sie beantragen eine Ausnahme nach Formblatt 128m oder Sie reichen Zusatzformulare 67x oder 56q ein … addieren Sie die Zeilen 1–968 und teilen Sie durch Zeile 124f, außer Sie machen Verluste laut Formblatt 987t geltend, in diesem Fall müssen Sie Formblatt 1906H ............ WAS ................ ZUR ............. HÖLLE?“

Zehn Minuten später betrat Lucius Malfoy den Raum und fand den dunklen Lord auf dem Boden neben seinem Schreibtisch wie ein Säugling zusammengekauert, hin und her schaukelnd, wie ein Kind heulend und murmelnd: „Bruttoeinkommen unter Beachtung ausländischer Steuerermäßigungen …“
„My Lord? Äh … Eure Boshaftigkeit?“ Er stupste den dunklen Lord mit seinem Fuß an.
„Lucius, ich bin besiegt. Ich kapituliere. Nicht vor Dumbledore, nicht vor Harry Potter, sondern vor einer viel größeren, viel beeindruckenderen Macht, einer dunklen Macht die grauenvoller ist als ich es jemals sein könnte, vor … Einkommenssteuern.“
„Aber wirklich, Eure Boshaftigkeit, es kann doch wirklich nicht so schwer sein. Lasst mich einmal sehen.“ Lucius hob die Formulare auf. „Es ist doch völlig offensichtlich, dass Ihr … äh … neun Milliarden Galleonen und fünfundachtzig Cents schuldet? Hm, nein, das kann nicht stimmen. Oh, ich habe vergessen, Ihre jährlich aufgenommenen Kredite abzuziehen und durch die Anzahl der abhängigen Personen ausgenommen der aus Formblatt 23e zu teilen. Wartet, das stimmt nicht … vielleicht sollte ich die Bruttodividenden aus staatlichen Einkommensermäßigungen nach Abschnitt 345nt5. Ich … ich … oh, Merlin stehe mir bei! Was ist diese GRAUENHAFTE DUNKLE MAGIE?“

Minuten später betrat Snape den Raum und fand den dunklen Lord wie einen Säugling zusammengekauert und wie ein Kind weinend auf dem Fußboden, während Lucius Malfoy in der Ecke kauerte, die Hände über dem Gesicht zusammengeschlagen.
„Wäre das ein schlechter Augenblick, Euch zu erinnern, dass Ihr auch noch eine Gewerbeertragssteuererklärung einreichen müsst?“
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