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Special Unit 2: Freunde

GeschichteAllgemein / P6 / Gen
06.04.2008
06.04.2008
1
1.180
1
Alle Kapitel
2 Reviews
Dieses Kapitel
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06.04.2008 1.180
 
Titel: Freunde
Autor: Lady Charena
Fandom: Special Unit 2
Paarung: Nick, Kate, Carl
Rating: gen, Feiertag
Archiv: ja

Summe/Hintergrund: Noch ne Muttertagsstory der anderen Sorte, wenn auch einen Tag zu spät. Nick und Kate haben eine kleine Unterhaltung. Oder so etwas ähnliches.

Disclaimer: Die Rechte der in dieser Fan-Story verwendeten geschützten Namen und Figuren liegen bei den jeweiligen Inhabern. Eine Kennzeichnung unterbleibt nicht in der Absicht, damit Geld zu verdienen oder diese Inhaberrechte zu verletzen.


…When they know they are your heart
And you know you are their armour
And you will destroy anyone who would try to harm her
What happens when you become the main source of her pain?
                                                  Eminem



“Na endlich!”, meckerte Carl auf dem Rücksitz. Kate warf ihm einen warnenden Blick zu, doch der Gnom war eingeschnappt. Völlig uncharakteristischerweise hatte Nick auf keine seiner Stichelein reagiert, obwohl sie schon den ganzen Morgen auf der Suche nach einem von Carls Spitzeln die unmöglichsten Ecken der Stadt abgrasten. Er war einen solchen Misserfolg einfach nicht gewohnt. Das verdarb ihm den Tag. „Wo hast du gesteckt?“ Er verdrehte den Hals, um sich umzusehen. „Ist das da hinten ein Friedhof? Gibt’s jetzt etwa auch strippende Zombies?“

Nick gab ein unverständliches Knurren von sich, als er sich hinters Lenkrad setzte.

Kate räusperte sich. „Carl, wie lange hast du gesagt, läuft deine Bewährung noch?“, fragte sie zuckersüß. „Weiß Captain Page eigentlich schon von diesem Einbruch in das Lagerhaus in der Summers Street?“

Fast hörbar klappte Carls Mund zu und der Gnom verbiss sich eine weitere ätzende Bemerkung. Er protestierte nicht mal, als ihn Nick an der nächsten Straßenecke aus dem Wagen warf.

Kate war sich nicht sicher, ob sie ihren Partner ansprechen sollte, oder besser schwieg. Doch ein Blick auf Nicks Gesicht ließ sie stumm bleiben. Aber sie begann sich Sorgen um ihn zu machen. Nick benahm sich schon seit ein paar Wochen merkwürdig – er reagierte kaum auf Carls Spott, ließ Jonathan ungeschoren, meckerte nicht über Überstunden und sich unendlich hinziehende Überwachungsaktionen, die erfolglos blieben. Und es beruhigte sie auch gar nicht, als Nick sich sofort nach ihrer Rückkehr ins Hauptquartier für den Rest des Nachmittags frei nahm.

* * *

Nick drehte das Glas in seiner Hand, offensichtlich vertieft in das Facettenspiel der bernsteinfarbenen Flüssigkeit, die sich darin befand. Der Nachmittag neigte sich seinem Ende zu, ein paar späte, schon orangegetönte Sonnenstrahlen fielen durch das Fenster und ließen das geschliffene Glas aufblitzen, auf dem Tisch vor Nick tanzte ein Prisma. Von der Lichterscheinung unbeeindruckt, leerte Nick das Glas auf einmal und stellte es dann beiseite. Als er sich zurücklehnte, griff er nach der Flasche. Er konnte die Wärme der durch das Fenster strömende Sonne auf seinem Hals spüren – eine Berührung, trocken und golden, wie Wüstensand unter einem wolkenlosen Himmel. Er dachte flüchtig daran, aufzustehen und die Jalousie herunter zu lassen, doch es schien ihm zu viel Mühe. Statt dessen beschäftigte er sich damit, kleine Fetzen vom Flaschenetikett abzuzupfen und sie auf den Tisch fallen zu lassen.

Das Glas diesmal gleich übergehend, setzte Nick die Flasche an die Lippen und nahm einen tiefen Schluck.

Ein leises Geräusch schreckte ihn hoch – Schritte. Er drehte den Kopf, seine Hand noch immer um den Flaschenhals gelegt und blinzelte mit schweren Lidern.

Kate trat in sein Blickfeld und verstaute unbefangen das Etui mit ihrem Einbruchswerkzeugen in der Jackentasche. Dann nahm sie Jacke ab und warf sie auf die Couch.
 
Nick schnitt eine Grimasse. Klar, mach es dir bequem, dachte er. Die Flasche festhaltend, stand er mit weichen Knien auf und schwankte in Richtung Sofa, auf das er sich mit einem Grunzen fallen ließ. Mit einer Hand seine Augen beschattend, blickte er zu seiner Partnerin auf. „Wie zum Teufel kommst du hier rein?“, knurrte er. „Ich weiß, dass ich abgeschlossen hatte.“

Kate zuckte mit den Schultern und zog ihre Jacke unter Nick hervor. „Ich habe mir den einen oder anderen Trick von Carl zeigen lassen“, meinte sie trocken.

Nick schnaubte verächtlich. „Dafür sollte ich ihn ins Loch werfen. Und zwar für die nächsten fünfhundert Jahre.“

Kate blickte mit verschränkten Armen auf ihn nieder und irgendetwas in ihrem Gesicht weckte in Nick plötzlich den fast unwiderstehlichen Reiz zu lachen. Er unterdrückte das in ihm aufblubbernde Gelächter.

Kates Augen glitten über das leere Glas auf dem Tisch, dann zu der Flasche in Nicks Hand. Er wirkte nicht, als wäre er bereits völlig betrunken, gab sich aber offenbar jede erdenkliche Mühe. Staubflocken tanzten in den einfallenden Lichtstrahlen – wie Motten in einem zeitlosen Ballett. „Ich dachte, du willst vielleicht darüber reden.“

Nick rieb sich mit der freien Hand über die Stirn. „Reden? Worüber?“ Er zeigte mit dem Finger in Kates Richtung. „Ich brauche keinen Amateurpsychologen. Alles was ich brauche... ist genau hier.“ Er nahm einen weiteren tiefen Schluck, ließ den Kopf in den Nacken sinken, als der Alkohol in seiner Kehle brannte, um sich warm in seinem Magen auszubreiten. Er hatte die Hand so fest um den Flaschenhals gekrampft, dass die Knöchel weiß hervortraten. Doch plötzlich lockerte sich sein Griff und er sackte in sich zusammen.

Kate, die ihn genau beobachtet hatte, erwischte die Flasche gerade noch, bevor sie den Rest ihres Inhaltes über den Fußboden verteilen konnte. Sie stellte sie außer Reichweite und setzte sich auf die Tischkante, direkt vor Nick.

Nick kreuzte die Arme vor der Brust, den Kopf zur Seite gedreht, um sie nicht anzusehen und auch sonst jeden Eindruck von Ablehnung erweckend.

Zögernd streckte Kate die Hand aus und berührte seinen Arm.

Nick zuckte zusammen. „Lass’ mich in Ruhe“, murrte er. „Ich glaube, mir wird übel.“

„Du könntest mir wenigstens einen Drink anbieten“, erwiderte Kate gelassen.

Nick wedelte in Richtung seiner Bar. „Bedien’ dich.“ Er schloss die Augen.

Doch Kate rührte sich nicht von der Stelle. Statt dessen imitierte sie Nicks Haltung und verschränkte die Arme vor der Brust. „Du hast das Grab deiner Mutter besucht, nicht wahr?“, fragte sie nach einer Weile.

„Was geht dich das an.“ Nick drückte die Handballen gegen seine Augen.

„Wir sind Partner... Freunde, dachte ich“, entgegnete Kate.

„Ich will nicht darüber sprechen.“ Nicks Ton machte klar, dass für ihn damit das Thema beendet war.

„Okay.“ Kate hob abwehrend die Hände. “Ich glaube, ich nehme doch einen Drink.” Sie stand auf.

„Gib’ mir meine Flasche zurück“, knurrte Nick und streckte sich danach, doch sie war gerade außer Reichweite. Mit einem Knurren sackte er zurück. So knapp war er davor gewesen, in diesen benebelten Zustand zu gleiten, in dem die Realität sich dem Hätte-sein-können beugte. Er gähnte und drehte sich auf die Seite, eins der Couchkissen an die Brust gedrückt, schloss er die Augen – und ließ sich vom Alkohol in den Schlaf lullen.

Kate kehrte mit einem Glas Wasser aus der Küche zurück und stellte es auf dem Tisch ab. Sie beugte sich über Nick und sah, dass er schlief. Sie machte es sich in Nicks nun verlassenen Sessel bequem und richtete sich auf eine längere Wartezeit ein. Hoffentlich hatte Nick Kopfschmerztabletten im Haus.

Ende
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