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Special Unit 2: Vergeben und Vergessen?

GeschichteAbenteuer / P12 / Gen
06.04.2008
06.04.2008
4
3.250
1
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Dieses Kapitel
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06.04.2008 1.073
 
Titel: Vergeben und vergessen?
Autor: Lady Charena
Fandom: Special Unit 2
Paarung: Kate Benson, Nick O’Malley, Carl, Richard
Rating: Gen, Crime/Action, Humor
Beta: T'Len
Archiv: ja

Summe/Hintergrund: Fortsetzung zu Ep. 5 „Das mordende Fettmonster“ à Ep-Kurzfassung am Ende der Story. O’Malleys früherer Partner Richard versucht seine angeknackste Freundschaft mit Nick zu kitten. Währenddessen hat Kate beunruhigende Neuigkeiten. Offenbar ist das Monster nicht so tot wie das Team dachte.

Disclaimer: Die Rechte der in dieser Fan-Story verwendeten geschützten Namen und Figuren liegen bei den jeweiligen Inhabern. Eine Kennzeichnung unterbleibt nicht in der Absicht, damit Geld zu verdienen oder diese Inhaberrechte zu verletzen.


Kates Blick folgte ihrem Partner, der sich ohne ein Wort auf dem Absatz herumdrehte und aus Captain Pages Büro marschierte. Nick hatte die Gardinenpredigt des Captains schweigend hingenommen, ohne auch nur eine sarkastische Bemerkung oder den Versuch einer Verteidigung. Sogar Kate fand, dass Page ein wenig zu sehr auf dem Thema „Weitergabe einer strenggeheimen Handynummer“ herumritt. Immerhin hatte Nick seine Nummer unter dem Siegel der Verschwiegenheit einem alten Freund und Polizisten gegeben, damit der ihn erreichen konnte, sollte er in Schwierigkeiten stecken – und sie nicht an die Wand der öffentlichen Toilette neben dem Zentralen Busbahnhof geschrieben. Sie vermutete, dass Pages Frustration von dem Mangel an glaubwürdigen Erklärungen für das gute Dutzend Blechschäden bei unschuldigen Verkehrsteilnehmern herrührte, zu denen es im Laufe ihrer Verfolgungsjagd mit dem Monster gekommen war.

Kate wandte sich wieder ihrem Vorgesetzten zu. „Sir, denken Sie nicht...“

„Ich kann mich nicht erinnern, Sie um Ihre Meinung gebeten zu haben, Benson“, unterbrach sie Captain Page. Er griff nach einem Aktenordner zum Zeichen, dass sie entlassen war und Kate wandte sich zum Gehen. „Kate – behalten Sie Nick im Auge.“ Überrascht blickte sie zum Schreibtisch zurück, doch Page schien völlig in das Studium seiner Unterlagen vertieft.

„Sir?“

„Das ist alles, Benson.“

Mal wieder völlig im Unklaren darüber, was sie eigentlich von ihrem Vorgesetzten halten sollte, kehrte Kate an ihren Schreibtisch zurück. Nicks Arbeitsplatz war leer, sein Mantel nicht mehr da. Sie warf einen Blick auf die Uhr und seufzte. Kein Wunder, dass er weg war, sie hatten eigentlich bereits Feierabend und da sie beide heute Nacht Rufbereitschaft haben würden, wäre es eigentlich keine so schlechte Idee nach Hause zu gehen; zu duschen, sich umzuziehen und einen Happen zu essen. Schließlich konnte man in ihrem Job nie so genau sagen, was die Nachtschicht alles an Überraschungen bereit hielt. Andererseits konnte sie sich aber auch in der Dusche der Bereitschaft frisch machen; sich etwas vom Mi Terra - dem mexikanischen Restaurant nebenan - holen und den angesammelten Schreibkram erledigen. Dann blieb ihr zumindest der unerledigte Wäscheberg im Bad, der leere Kühlschrank und der vorwurfsvoll blinkende Anrufbeantworter, auf dem ein Anruf ihrer Mutter wartete, erspart. Ganz zu schweigen vom abendlichen Fernsehprogramm. Seufzend griff sie nach einer Akte. Warum blieb das eigentlich immer an ihr hängen? Irgendwie schien ihr Partner stets anderweitig in Anspruch genommen, wenn es darum ging, Unterlagen zusammen zu stellen oder zu überprüfen und Berichte zu verfassen.

Am Ende bestand ihr Abendessen dann doch nur aus Sandwiches aus dem Automaten und einem Becher Kaffee, der sogar noch leidlich frisch war.

Kate griff nach einem Stift und stieß dabei versehentlich ihren fast leeren Kaffeebecher über die Schreibtischkante. Mit einem sehr undamenhaften Fluch machte sie sich daran, die Schweinerei mit ein paar Papierhandtüchern aufzuwischen. Unter dem Schreibtisch fand sie dabei ein zusammengeknülltes, rosafarbenes Formular, das der Kaffeelache gerade noch so entkommen war. Als sie sich wieder hinsetzte, zog sie das Papier auseinander und glättete es. Es war Nicks Durchschlag über die Zuweisung einer neuen Nummer für sein Diensthandy. Ganz offensichtlich hatte er die Neuigkeit nicht so gut aufgenommen.

„Er muss das ganze noch schwerer nehmen, als ich dachte“, überlegte Kate laut.

„Hat er schon wieder Geld beim Wetten verloren? Das kommt davon, dass er sich nie an meine Tipps hält.“

Überrascht sah sich Kate um, als diese Stimme quasi aus dem Nichts erklang. Carl tauchte hinter einem Stuhl auf.

„Nein. Ich rede von seinem Freund Richard.“

Der Gnom lehnte sich lässig an Kates Schreibtisch. „O’Malley nimmt nichts schwer. Außerdem kann *ich* an ihm keine Veränderung feststellen. Er hat gedroht, mich in den Luftschacht zu stopfen, wenn ich ihm nicht seine Uhr zurückgebe.“

Kate sah ihn nur an.

Carl zuckte mit den Schultern und verschränkte nonchalant die Arme vor der Brust, um die drei Armbanduhren an seinem rechten Arm zu verdecken. „Nur ein kleiner Reaktionstest. Ihr Cops solltet doch merken, wenn man euch beklaut, oder?“

Kate schüttelte den Kopf. „Irgendwie kommt mir Nick bedrückt vor.“

„Wieso?“, fragte Carl ironisch. „Hat er auf dem Weg zur Arbeit niemand erschossen?“

„Carl!“

„Hat er während der Arbeit niemand erschossen?“, fragte der Gnom mit unschuldigem Augenaufschlag weiter.

„Ich sollte meine Zeit wirklich nicht damit vergeuden, mit dir zu sprechen.“ Kate wandte sich ihrem Computer zu.

„Ich habe mich mit Sean unterhalten. Interessante Ansichten hat der Mann.“ Carl zupfte an seinem Kinnbärtchen. „Er ist wohl nicht dafür, gleich alle Links abzuknallen, wie gewisse andere Personen, deren Namen ich nicht in den Mund nehmen möchte.“

„Carl. Nachdem du Sean bei diesem Online-Monsterjagd-Videospiel aus der letzten Runde geworfen hast, hat er vorgeschlagen, dich in Kunstharz zu tauchen und nach dem Trocknen als „abstrakte Statue eines Gartenzwerges“ dem Museum für moderne Kunst zu stiften.“

„Menschen sind doch alle gleich ignorant! Ich bin ein Gnom, kein Zwerg“, gab Carl arrogant zurück. „Und das ist ein Unterschied, Benson.“ Fast im gleichen Moment fuhr er zusammen und sah nach unten, als ihn ein Tentakel am Hosenbein zupfte. „Verschwinde“, sagte er und schüttelte den Tentakel ab. „Ich warne dich, ich schmecke ganz scheußlich. Und ich habe heute morgen nicht geduscht.“

Kate griff nach dem Rest ihres halbaufgegessenen Sandwich, das ohnehin nicht besonders geschmeckt hatte und warf es in Richtung des Schachts, in dem das Monster seinen Hauptwohnsitz aufgeschlagen hatte. Blitzschnell ließ der Tentakel von Carl ab, schnappte sich das Appetithäppchen und zog es hinter das Gitter, wo Greifarm und Sandwich in der Dunkelheit verschwanden.

„Tja, es war nett mit dir zu plaudern, aber ich muss jetzt gehen“, meinte Carl. „Ich habe noch einen Einbr... ähem... ein paar Einkäufe zu erledigen.“

„Nick und ich haben heute Nacht Rufbereitschaft“, warnte Kate, ohne aufzusehen. „Überleg’ dir also besser, wo du... einkaufen... gehst.“

„Unterstellungen“, empörte sich Carl auf seinem Weg zum Ausgang. „Immer diese haltlosen Verdächtigungen...“

Kate grinste und vertiefte sich wieder in den Bericht des Teams, das im Hotel sauber gemacht hatte.
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