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Devil in a Midnight Mass

GeschichteMystery / P18 / Gen
06.04.2008
06.05.2008
9
15.867
1
Alle Kapitel
13 Reviews
Dieses Kapitel
4 Reviews
 
 
06.04.2008 945
 
Keine der hier erwähnten Figuren existiert wirklich, Ähnlichkeiten mit realen Personen sind rein zufällig und nicht beabsichtigt. Ich habe zudem auch keinerlei Recht an „The Crow“.



@Lady of Sorrows: ja, extra für dich. Warm und sonnig, das ist es noch immer, hier auch. Und ich kann mich fast darüber freuen, so leise mit Nine Inch Nails im Hintergrund^^.
Also Vorhang auf, hier kommt das, was daraufhin entstanden ist..


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Ein paar Jahre später...


Eigentlich war es nur ein relativ unscheinbarer Grabstein. Mehr nicht...
Dennoch...irgendwie hatte der Ort hier dem Jungen immer Unbehagen eingeflößt, er wusste selbst nicht, wieso.
“Du brauchst keine Angst vor Friedhöfen zu haben; alle die dort sind, sind schon tot und können dir nichts mehr tun”, hatte ein guter Freund ihm einmal erklärt, als er ihm diese Angst gestanden hatte. Dennoch, es fiel ihm mittlerweile schwer, das zu glauben, jedenfalls nach allem, was passiert war.
Er hatte die Mischung aus Kummer und doch auch heimliche Erleichterung auf den Gesichtern von Patchs Eltern gesehen, als sie erfahren hatten, was ihrem Sohn wirklich zugestoßen war. Dass er nicht einfach ohne ein Wort verschwunden war...
Auch er selbst hatte ähnlich gefühlt, dennoch, es tat noch immer weh, an ihn zu denken. Er hatte sich noch nicht einmal von ihm verabschieden können...
Er hatte sich nie bei Patch für alles bedanken können...
Aber das wollte er jetzt nachholen.

Er hatte sich immer gefürchtet, an diesen Ort zu kommen.
Aber jetzt war alles anders. Er war nicht alleine gekommen...

Der Junge drehte sich zu dem asiatisch aussehenden jungen Mann um, der ihm gefolgt, jedoch einige Schritte zurückgeblieben war.
“Wir sind da...”, sagte er leise, reichte seinem Begleiter die Hand; dieser erwiderte den Händedruck, lächelte den Jungen aufmunternd an. Dennoch, sein Lächeln wirkte seltsam verloren, so als sei er nur halb in dieser Welt, halb in einer anderen. Und diese andere Welt konnte nur er sehen, diese jedoch nicht; die milchige Farbe seiner Augen war das einzige, was verriet, dass er blind war.
“Ja”, erwiderte er, drückte die Hand des Jüngeren. “Sicher, dass du das kannst?” Er wusste von der Angst seines Freundes, die zu einem gewissen Teil auch seine war. Dennoch, seine Albträume, die ihn noch oft genug heimsuchten, waren andere als die des Jüngeren...
Aber die Ursache war die gleiche.
Doch, auch wenn es schon mehrere Jahre her war, so wachten beide noch fast jede Nacht schweißgebadet aus Albträumen auf. Im Laufe der Zeit verblassten die Erinnerungen zwar, aber sie würden wohl nie ganz verschwinden...

Oft genug dachte der Junge an das, was passiert war. Ihm, seinem Freund, Patch, so vielen anderen...
“Jamie?”, das Gesicht des asiatischen Jungen drückte Besorgnis aus, dennoch, er war nicht in der Lage, in Worte zu fassen, was er dachte...weil es einfach keine Worte dafür gab.
“Ja”, der Jüngere drehte seinen Kopf zu ihm, auch wenn sein Freund ihn nicht sehen konnte. “Mach dir keine Sorgen... ich bin ok”, versicherte er, hob die Hand des anderen an die Lippen, küsste sie, hielt sie dann jedoch weiter fest. Er führte den jungen Mann die wenigen Schritte nach vorne bis direkt vor den Grabstein; er wusste, dass sein Freund auch ohne seine Führung zurecht kam, dennoch, es gab ihm selbst Beruhigung, dessen Hand zu halten und zu wissen, dass er bei ihm war. Er hatte selbst lange genug gebraucht, seine eigene Vergangenheit und das, was passiert war, zu akzeptieren; er wusste, dass es bei seinem Freund nicht anders war. Sie beide waren in gewisser Form verloren...und doch hatten sie sich gefunden.

Dem asiatischen jungen  Mann schien es ebenfalls Kraft zu geben, Jamies Hand zu halten, obwohl sie noch immer zitterte.
“Du musst nie mehr Angst haben, alles ist gut”, versicherte er mit einem weichen Akzent, streichelte die Hand seines Freundes. “Und deswegen sind wir ja hier...” Er behielt Jamies Hand in seiner, sie berührten beide den Grabstein. “Danke...”, sagte er leise, während der Jüngere schwieg, da er nicht wusste, wie er ausdrücken sollte, was er empfand; es war nicht nur das glückliche Gefühl er Dankbarkeit, sondern gleichzeitig auch die Trauer um einen verlorenen Freund. Er wollte Patch so gerne sagen, was er fühlte, aber...
“Ich kann einfach nicht”, wisperte er; sein Begleiter erkannte an Jamies Stimme, dass dieser weinte.
“Doch...”, vorsichtig streichelte der blinde Mann über die Wange des jüngeren, wischte über dessen Tränen. “Du hast es doch schon...” Er legte seine Hand über Jamies, die noch immer auf dem Stein ruhte. “Er weiß auch so, was du ihm sagen willst...er weiß es schon dadurch, dass du hier bist...”
Jamie lächelte; er war froh, nicht alleine her gekommen zu sein.

Es war ein trauriger Moment, ein endgültiger Abschied, auch von einem Teil seiner Vergangenheit, dennoch, es machte Jamie auf seltsame Art doch wieder glücklich.
“Danke”, wisperte er leise, dann hob er den Kopf, richtete sich auf. “Komm...”, sagte er zu seinem Freund, nahm wieder dessen Hand und gemeinsam verließen sie den Friedhof.


ENDE


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man vergeben mir den mangelnden Realismus in diesem Epilog^^. Aber mir war auch nach zumindest etwas, das einem Happy End für die “Kinder” aussieht. Ich weiß nicht, wie ich hierauf kam, aber irgendwie gefiel mir der Gedanke, es so enden zu lassen, damit, dass zumindest zwei davon in gewisser Form teilweise verarbeitet haben, was damals passiert ist, wenn natürlich auch nicht völlig...das wäre dann schon wieder die Grenze des Realismus...

Ich lasse das jetzt einfach mal so in der Gegend stehen und bedanke mich ganz herzlich für alle Reviews, die wie immer für mich die schönste Motivation sind. Weil, was sollte schon sonst so einen Anreiz bringen, weiter zu schreiben, wie wenn man weiß, dass es jemanden gibt, der sich darauf freut, weiterzulesen?
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