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Devil in a Midnight Mass

GeschichteMystery / P18
06.04.2008
06.05.2008
9
15.867
1
Alle Kapitel
13 Reviews
Dieses Kapitel
1 Review
 
06.04.2008 1.271
 
Keine der hier erwähnten Figuren existiert wirklich, Ähnlichkeiten mit realen Personen sind rein zufällig und nicht beabsichtigt. Ich habe zudem auch keinerlei Recht an „The Crow“ oder dem Titel, der der Band Billy Talent gehört.


*** jemand anders mag diesen Film auch sehr, sehr gerne^^, aber auch die Graphic Novel, Fanfiction dazu...

Und genau, hier wird schon mal ein bisschen etwas über seine Vergangenheit verraten - Kursives sind wie gesagt Flashbacks, Erinnerungen***


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Er wusste nicht genau, wo er suchen musste, irrte orientierungslos durch die Nacht, während er sich zu erinnern versuchte. Die Narben der Erinnerung waren noch frisch, dennoch...

„Du bist so hübsch...“, die Hand des Mannes streichelt seine Wange. Er will sie wegstoßen, doch er fühlt sich wie gelähmt, so müde. „So hübsch...ich kann einfach nicht anders...“
„Nnnein...l..l..lassen...Sie mich in Ruhe“, lallt der Junge völlig betäubt, versucht erneut, ihn wegzustoßen, doch wieder ohne Erfolg. Er spürt kaltes Metall an seinen Handgelenken. So kalt wie die Angst, die er mittlerweile in seinem Magen spürt, obwohl die ganze Situation so surreal erscheint.
„Du brauchst keine Angst zu haben....“, will die Stimme ihm einreden. „Ich will dir doch nicht weh tun...“, eine kleine Pause. Der Junge spürt die Hand des Mannes auf seiner Schulter, leicht, doch drohend. Und seine Angst nimmt zu.
„Bitte-“, fleht er.
„Nein, werde ich nicht“, fährt er fort. „Jedenfalls nicht mehr, als ich muss...“, der Junge spürt den Atem des Mannes auf seiner Haut...

Angewidert verzog er das Gesicht. Dennoch, die lähmende Angst, die er damals gespürt hatte, sie war noch immer da. Aber sie schien sich zu verwandeln, in hemmungslose Wut.
Wut auf den Mann, der ihm das angetan hatte.
„Ach Fuck“, murmelte er, schlug sich mit der Hand vor die Stirn. Das ist es doch nicht, woran er sich erinnern will...aber dennoch, es entfacht die Wut in ihm noch weiter, den Wunsch auf Vergeltung für das, was ihm angetan wurde. Ihm und anderen...

Er weint, er schreit, er versucht es mit Argumenten, er bittet, er bettelt, er fleht.
Doch der Mann lacht ihn nur aus.
„Glaubst du, du bist der Erste?“, nein, das hat er nicht gedacht. Er hat es die ganze Zeit gefühlt, instinktiv, das hier schon so vieles passiert ist an diesem Ort, wo er gefangen gehalten wird.
„Was ist mit ihnen passiert?“, fragt er. Die Antwort glaubt er jedoch schon zu kennen...

Er ballte die Hand zu Faust, schlägt in blinder Wut die Scheibe einer Telefonzelle ein, an der er vorbeikommt.
Er betrachtete die Schnitte, die ihm die Scherben zugefügt hatten; tiefe Schnitte zweifellos, doch dann...nach einigen Sekunden begannen die Schnitte wieder zu heilen.
„Was zum-?“
Gefällt dir diese kleine Gabe?, der Vogel sahihn völlig unbewegt an.
„Ja, netter Trick“, murmelte der junge Mann, ging weiter.

„Warum, warum lässt du mich nicht gehen?“, fragt er den Mann, sieht ihn bettelnd an.
„Weil du so schön bist“, lautet die Antwort. „Weil... ich kann dich nicht gehen lassen. Ich will dich behalten...“, er streichelt ihm über den Rücken, was der Junge gar nicht mehr wahr nimmt. „Du bist so unschuldig...“
Der Junge lacht trocken, er kann nicht anders. „Unschuldig?“, es klingt eher wie ein Husten als wie ein Lachen, was aber auch daran liegen kann, dass seine Lungen von der stockigen Luft des Kellers schmerzen.

„Ja...“, der Mann streichelt ihm übers Haar, küsst ihn dann auf den Mund, etwas, das den Jungen einfach nur anwidert. „Du bist so schön... ich muss dich vor der Welt beschützen, die dich kaputt machen wird. Dich so bewahren, wie du bist...“

Der Junge lacht wieder, was ihm diesmal eine Ohrfeige einbringt.
„Du denkst, ich habe Angst vor dir?“, fragt er den Mann. „Ich weiß, dass du mich töten wirst...aber es ist mir egal...aber tu es einfach endlich, verdammt.“

Doch den Gefallen tut er ihm nicht, es geht langsam und qualvoll. Er würgt ihn, doch, als das den schon von vornherein geschwächten Jungen, der immerhin schon ein viertel Jahr in diesem Kellerloch vor sich verrottet, nicht tötet, beginnt er, auf ihn einzuschlagen.
„Stirb schon endlich, verdammt!“, flucht er, schlägt immer wieder auf sein wehrloses Opfer ein. „Warum stirbst du nicht endlich, du kleiner Bastard?“

„Weil ich vorher noch Rache an dir nehmen werde, du krankes Schwein“, murmelte er, kratzte dabei nervös über sein linkes Handgelenk, wie schon zu Lebzeiten. „Nicht nur für mich, sondern für all die anderen, denen du weh getan hast. Die, die jünger als ich waren.... und hilfloser. Aber das war dir ja egal...“

„Du siehst noch aus wie ein Kind...“, flüstert er ihm ins Ohr. „Wie alt bist du wirklich?“
„Siebzehneinhalb“, erwidert er stur, denn das ist wie Wahrheit, egal, wie kindlich er noch mit seinen großen Augen aussieht- hätte er nur einmal tiefer in seine Augen gesehen, hätte er erkannt, dass er eigentlich schon viel älter und reifer wirkte. Doch er wollte nur das Kind in ihm sehen, das er von Anfang an gesehen hatte.
„Sicher doch...”, , er küsst ihn auf die Lippen. „Fünfzehn?“, fragt er prüfend, zieht ihn an sich, „Oder eher dreizehn?“, er streichelt den Bauch des Jungen. „Ich will es nicht wissen... du bist anbetungswürdig, so wie du bist...“
„Ach ja?, entgegnet der Junge. So kommt er sich mittlerweile ganz sicher nicht vor. Eher wie geschundenes Vieh...nein, sogar weniger.
„Ja....du bist so schön...“, er streichelt ihm über die nackte Kopfhaut an der linken Seite seines Kopfes,  dort, wo sein Haar völlig ausrasiert ist. „Sag mir, dass du mich liebst.“
„Nein“, entgegnet der Junge entschieden.
„Du willst nicht?“, fragt der Mann, verpasst ihm eine Ohrfeige. „Immer noch nicht?“
„Nein“, sagt der Junge leise, aber bestimmt. „Liebe ist etwas anderes... etwas völlig anderes...“
Der Mann sieht ihn wütend an, schlägt auf ihn ein, bis der Junge leise hervorbringt. „Ich liebe... dich...“
„Das ist doch schon besser“, sagt der Mann zufrieden, streichelt dem Jungen mit der blutenden Unterlippe über die Stirn. „Guter Junge... dafür gibt Daddy dir eine Belohnung-“

Er verzog das Gesicht vor Ekel.
„Und du wirst auch dafür eine Belohnung erhalten, dass Leben von Kindern zu zerstören“, murmelte der Junge, fährt sich unbewusst die Konturen der gezeichneten Tränen nach. Er war vermutlich der Älteste, hatte Pech wegen seines jüngeres Aussehens, doch...die anderen. Sie waren wirklich noch Kinder gewesen. Er hatte sie nicht gesehen, doch..er hatte die Geister der anderen unbewusst gespürt, als er in diesem Keller gefangen gewesen war. Das Schlimmste war es gewesen, ihre Hilfeschreie zu hören, ohne ihnen helfen zu können...

„Bitte nicht... ich will euch doch helfen... ich weiß nur nicht wie“, schreit der Junge, bringt den Mann zum ersten Mal auf den Gedanken, dass er wirklich den Gedanken verloren haben könnte. Mit wem redet er da...und wieso?


„Ich konnte alle ihre Hilferufe hören...ihr Flehen um Erbarmen“, keuchte der Junge atemlos. Er musste es einfach los werden, egal, ob der Vogel ihm zuhörte oder nicht. „Verstehst du? Sie haben mich um Hilfe gebeten.... was soll ich sonst tun?“

„Bitte, tu mir nicht wieder weh“, fleht er, doch der Mann schüttelt nur den Kopf.
„Lügner. Gib es doch zu, das gefällt dir“, keucht er atemlos. „Du magst es doch so, du kleine Schlampe..“
Der Junge stöhnt, jedoch vor Schmerz. „Nein...“, wispert er leise, doch er weiß, dass er ihn nicht anhören wird. Ganz wie immer...

Der Junge schüttelte den Kopf. „Er wird dafür büßen...aber ganz egal, was ich tue, es wir niemanden mehr lebendig machen...“, er verschmierte die gemalten Tränen weiter, zog sich dann die Kapuze seines Shirts über den Kopf, da es langsam anfing, zu regnen.
„Findest du Regen nicht auch immer so beruhigend?“, fragte er die Krähe, die nicht antwortete. „Also ich schon...“

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