Devil in a Midnight Mass

GeschichteMystery / P18
06.04.2008
06.05.2008
9
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06.04.2008 1.108
 
Keine der hier erwähnten Figuren existiert wirklich, Ähnlichkeiten mit realen Personen sind rein zufällig und nicht beabsichtigt. Ich habe zudem auch keinerlei Recht an „The Crow“ oder dem Titel, der der Band Billy Talent gehört.


**** Was soll man als Einleitung sagen? Ich habe schon früher The Crow-Fanfiction geschrieben, das war es, womit alles eigentlich anfing... ich habe es schon länger nicht mehr getan, aber dann war da plötzlich diese Idee hier. Und sie wollte geschrieben werden...
Zur Erklärung am Rande vielleicht noch, dass es sich bei kursiv Geschriebenem, das im Präsenz steht,  um Flashbacks in die Vergangenheit handelt, was jedoch auch am Text ersichtlich sein sollte. Die Handlung der Geschichte und ihre Charaktere sind rein fiktiv, dennoch...das Thema ist es leider nicht. ***


THE CROW


DEVIL IN A  MIDNIGHT MASS




Dunkelheit.
Schatten.
Stimmen...
Nein, eher ein Wispern.
Und doch schienen die Stimmen geradezu zu brüllen,  in den Ohren zu hallen...

Er wusste nicht, was sie ihm sagten, sie schienen einfach sinnlos durcheinander zu brüllen. So kam es ihm jedenfalls zuerst vor.
Doch dann erkannte er, dass es kein wahlloses Kreischen war, sondern...
Eine Art Gesang.
Nur für ihn alleine.
Sie riefen ihn...

Aber was wollten sie von ihm?

Langsam öffnete er die Augen, ihre Lider schienen so schwer, als seien sie mit Blei beschwert.
Oder zugeklebt...
Zugeklebt?

Tatsächlich, es kam ihm wie Leim vor, der auf seinen Wimpern lag, als er mit seiner ganz unbeweglichen Hand über seine Augen riebt, so wie immer, wenn er erwachte...
Aber hatte er wirklich nur geschlafen?

Als er seine Augen öffnete, war alles um ihn herum noch immer dunkel.
Schwarz wie die Nacht.
Er hatte stets Angst im Dunkeln, nicht nur als kleiner Junge, doch jetzt war es anders. Die Dunkelheit, die ihn umgab, war anders.
Es mochte lachhaft klingen, aber dunkler als sonst...
Er wollte die Arme ausstrecken, doch da ist irgendetwas über ihm.
Holz...?

Nein, eher...Beton.
Seine Hände konnten nichts dagegen ausrichten, glaubte er...doch dann gab die Decke über ihm nach - es war nur gefrorene Erde, die sich härter anfühlte...

Er war eingegraben.
Lebendig begraben, wie es sonst doch nur in Gothic Stories vorkommt...
Aber warum hatte man ihn begraben?

Verzweifelt gruben seine Hände sich einen Weg durch die Erde, seine Nägel brachen dabei ab, einer riss völlig aus, doch das zählte in diesem Moment relativ wenig, wo es doch ums bloße Überleben ging.


„Na, gefällt dir das vielleicht etwa noch?“, etwas trifft ihn am Kopf. Und wieder Schmerzen, auch wenn er schon lange nichts mehr anderes gewohnt ist. Aber es tut weh...so weh, obwohl er sich wie betäubt fühlt, kaum noch etwas wahr nimmt. Mit einem letzten Anflug von Lebenswillen will er seinen Kopf schützen, doch seine Arme scheinen ihm nicht mehr zu gehorchen, sind wie gelähmt. Und er fühlt sich wieder so müde, schwach...
Wieder ein Schlag, etwas Metallisches.

Er fühlt sich so schwach...

„Verdammt, warum stirbst du verlogener kleiner Bastard nicht endlich?“, wieder dieselbe kalte, hasserfüllte Stimme. Auch wenn der Verbleib des Jungen ihrem Besitzer ziemlich egal zu sein scheint. „Ich hab nicht ewig Zeit....“
Noch ein Schlag.
Dann Dunkelheit...

Er erreichte die Oberfläche.
Und schrie.
Schrie einfach nur noch.

Weil er tot war und doch lebte.

„Warum....?“, hörte er eine Stimme. „Das ist es doch sicher, was du wissen willst, oder?“
Er sah hoch, sah aber niemanden, nur einen schwarzen Vogel, der auf einem abgesägten Baumstumpf thronte.
„Rache?“, fragte er, sah sich um. Den abgelegenen Platz am Wald, wo die Leute aus der Stadt höchstens hinkamen, um illegalen Müll zu entsorgen...und genau hier war er gelandet.
Wie pietätvoll, dachte er, wie ironisch.  

Der Vogel nickte.
„Genau...das ist es. Du wirst deine Rache nehmen...und ich werde dich begleiten.“
Das Junge nickte. „Gut....es wird mir ein Vergnügen sein.“
„Schön für dich“, war die Antwort. Dann krächzte der Vogel laut auf, gedeutete dem Jungen, ihm zu folgen...

* * *


Ein baufälliges altes Haus.
Der Putz war nicht nur von den Wänden abgeblättert, sondern es befinden sich auch schon mehr als genug Löcher in selbigen.

Zuhause...

Die ausgetretenen Stufen knarzten unter den Füßen des Jungen, während er langsam, wie ein gebrechlicher alter Mann die Treppe hinauf stieg, dabei für keine Sekunde die Hand vom Geländer nahm, um nicht zu stürzen. Er konnte die Kraft in seinen Körper zurückkommen spüren, jedoch nur äußerst langsam; im Moment fühlte er sich eher, als ob er von einer schweren Krankheit genas. Wobei die Krankheit, an der er gelitten hatte, viel schlimmer war als alles andere, was es auf dieser Erde geben mochte.
Tod.

Er schob die zerkratze, völlig verzogene Tür auf, betrat den Raum, an den er sich noch so gut erinnerte...

„Was machst du da?“, hört er eine neugierige Stimme. Er beendet rasch den Lidstrich, dann dreht er sich um.
„Sieht man das nicht?“, fragt er grinsend, lächelt dem kleinen Jungen zu, der hinter ihm im Türrahmen steht mit einem dunkel geschminkten und einem noch unberührten hellbraunen Auge an.
„Doch...“, der Kleine kommt näher, sieht ihn neugierig an. „Du siehst aus wie ein Dalmatiner“, kichert er, “Wie Patch...” Das war immer sein Spitzname für den älteren Jungen gewesen, der für ihn immer wie ein älterer Bruder gewesen war - der Ältere war sonst kein sentimentaler Mensch, aber bei ihm, der für ihn fast wie ein kleiner Bruder war, war es etwas anderes. Bei ihm war es ok.

“Warum tust du das?”, fragt der kleine Junge weiter, während der Ältere sein Make-up vollendet. “Weil es mir gefällt”, erwidert dieser unsicher; eigentlich weiß er nicht, ob es wirklich so ist. Aber so, hinter dieser Maske aus Schminke fühlt er sich...sicherer.
“Aber es ist so dunkel...”, sagt der Kleine, “Es sieht so traurig aus...”
“Ich bin nicht traurig”, versichert er, auch wenn er noch immer oft diese Leere spürt.
Manchmal ist es schwer, sich nicht selbst dafür zu hassen...


Er nahm genau den selben Kajalstift wie damals, umrandete seine Augen dunkel - dafür hätte er noch nicht einmal den Spiegel gebraucht, er hatte das schon so oft getan. Dann verlängerte er erst den unteren und dann den oberen Lidstrich, sodass es fast so wirkte, als rinne eine schwarze Träne von jedem Auge auf seine leichenblassen Wangen hinunter. Er überlegte eine Sekunde, dann umrandete er noch seine Lippen, sodass sie sich zu einem sarkastisch düsteren Grinsen verziehen.
„Perfekt“, murmelte er, steht dann wieder auf, such ein wenig in dem alten Müllsack, der das bisschen an Kleidung birgt, das er besitzt, holte ein schwarzes Kapuzenshirt heraus, zog es über. „So...können wir, Mylady?“, fragte er die Krähe, die mit einem lauten Krächzen auf seiner Schulter landete. „Die Nacht ist noch jung...und wir haben ein Date.“


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