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Special Unit 2: Part of the Pack

GeschichteDrama / P12 / Gen
02.04.2008
02.04.2008
1
929
1
Alle Kapitel
1 Review
Dieses Kapitel
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02.04.2008 929
 
Titel: Part of the pack
Autor: Lady Charena
Fandom: Special Unit 2
Paarung: Nick O’Malley
Rating: PG
Beta: T'Len
Archiv: ja

Summe/Hintergrund: Nick ist noch nicht ganz über sein Erlebnis als Lycantrop hinweg. Ep. „Werwölfe an der Wallstreet?“ (The Pack) - oneshot

Disclaimer: Die Rechte der in dieser Fan-Story verwendeten geschützten Namen und Figuren liegen bei den jeweiligen Inhabern. Eine Kennzeichnung unterbleibt nicht in der Absicht, damit Geld zu verdienen oder diese Inhaberrechte zu verletzen.

Homo Homini Lupus

Kate hob die Waffe und feuerte. Die Kugeln rissen rotglühenden Meteoren gleich seinen Brustkorb auf, die Wucht des Aufschlags warf ihn mehrere Meter durch die Luft und dann schlug er wie ein Stein auf dem Boden auf. Sie trat zu ihm, rollte ihn mit dem Fuß herum und setzte ihre Waffe an seine Schläfe. Ihre Augen bohrten sich hasserfüllt in seine, dann hörte er nur noch das Klicken, als sie den Abzug durchzog.

Nick schreckte hoch und schlug die Nachttischlampe herunter, bevor sein Verstand registrierte, dass er wach war – und am Leben. Seine Hände tasteten unwillkürlich über seine schweißnasse Brust, suchten nach den Wunden der Einschüsse – und streiften nur die kaum noch zu spürenden Narben der Pfeile. Die Ärzte hatten ihm versichert, dass die ungewöhnliche Regenerationsfähigkeit der Lycantropen noch so lange anhalten würde, um nicht nur die Narben verschwinden zu lassen, sondern auch die inneren Schäden der Zellen zu reparieren, die von dem Virus mutiert und vom Anti-Serum geschädigt worden waren. Sein Herz hämmerte in seiner Brust, vielleicht noch heftiger als in dem Moment, als er auf dem Dach des Hochhauses gestanden hatte, bereit fast 160 Meter in die Tiefe zu stürzen, um den beiden Lycantropen zu beweisen, dass er einer von ihnen war. Ein Teil der Meute. Er wischte sich den Schweiß mit dem Unterarm vom Gesicht. Das dünne Laken klebte an ihm und er stieß es ungeduldig von sich. Nick stand auf, tappte im Dunkeln zum Fenster und öffnete es, ohne die Jalousie aufzudrehen. Es war ihm auch so klar, dass es noch mitten in der Nacht sein musste.

Es war verdammt heiß in seiner Wohnung. Vielleicht kam es ihm auch nur so vor. Nick lehnte sich gegen die Wand neben dem Fenster und sog ihre Kälte in sich auf. Die Stille war erfüllt von Abermillionen Geräuschen und Gerüchen. Straßenverkehr, Schritte, Gelächter – ein paar Spätheimkehrer. Aber auch das metallische Reiben von Wind an einer Antenne, ein loses Abflussrohr schlug gegen eine Mauer irgendwo. Bis vor ein paar Stunden hatte er sogar noch das Surren des Stroms in den Leitungen wahrgenommen. Der Wind trieb einen Strudel an Gerüchen vor sich her. Schweiß und Blut, Alkohol und Parfüm, ein fauliger Unterton von Müll, stachen wie Blitze aus den fast betäubenden Wolken aus Abgasen und Ozon. Das Blut war am schwersten zu ertragen gewesen, denn es machte ihn hungrig. Und der Hunger war... unbeschreiblich. Er hatte einen Menschen anblicken können und hatte kein Lebewesen vor sich gesehen, sondern nur eine formlose Fleischmasse und heiß pulsierendes Blut, das ihn durchströmte.

Nick legte den Kopf in den Nacken und sog vorsichtig die Luft ein. Doch auch das hatte sich verändert. Jetzt nahm er vor allem seinen eigenen Schweißgeruch wahr. Und den abgestandenen Geruch eines TV-Dinners, das sich einer seiner Nachbarn zum Abendessen gemacht hatte. Es roch süßlich nach Fleisch. Nick schaltete seine Gedanken ab und ging unter die Dusche.

* * *

Als er aus dem Bad kam, fühlte er sich etwas besser. Er widerstand dem Impuls, seine Hände anzustarren und nach übermäßigem Haarwuchs und Krallen zu suchen. Und nur zur Sicherheit hatte er nicht in den Spiegel geblickt, obwohl er wusste, dass ihm nie wieder das erbarmungslose Gelb eines Lycantropen entgegenstarren würde.

Nick ging in die Küche und seine nackten Fußsohlen spürten jede Unregelmäßigkeit im Fußboden, eine gesprungene Fliese fühlte sich wie Glasscherben an. Die Ärzte hatten ihm gesagt, es würde noch einige Tage dauern, bis er wieder völlig „normal“ war, bis alle Nachwirkungen des Virus abgeklungen waren. Sie hatten ihn auch gewarnt, dass er möglicherweise Probleme haben würde, seine Aggressionen im Griff zu behalten, doch das war kaum ein ungewohnter Zustand für ihn. Und vielleicht kam ihm ja Carl zu Hilfe...

Er öffnete den Kühlschrank, nahm nach einem Moment des Zögerns eine Flasche Bier, öffnete sie und leerte sie halb auf den ersten Zug. Die kalte Luft aus dem Kühlschrank fühlte sich richtig gut an. Er trank das Bier aus und holte sich ein zweites, mit dem er sich an den Küchentisch setzte. Er hatte Kate belogen, als er sagte, er würde sich nur noch an Bruchteile erinnern. Seine Erinnerung an die Zeit als Lycantrop war von fast perfekter Klarheit. Sein Leugnen war fast instinktiv gekommen.

Nick drehte die Bierflasche in den Händen und starrte ins Nichts. Es hatte Spaß gemacht. Es hatte ihm verdammt zu viel Spaß gemacht...


Ende

* * *
„Werwölfe an der Wallstreet?“ Nick und Kate bekommen es mit einem gefährlichen Gegner zu tun, den kurz als „Tropes“ bezeichneten Lycantropen, im Volksmund auch als Werwölfe bekannt. Es handelt sich um Links, deren Verwandlung von einem Virus verursacht wird. Dieser Virus wird wie eine Grippe über Tröpfcheninfektion verbreitet, sollte ein Opfer am Leben bleiben, wird es also auch zu einem Lycantropen. Einmal im Monat, zur Vollmondzeit, geht die Meute auf Jagd – und ihre Beute ist Menschenfleisch. Sie sind nur schwer zu fassen, weil sie außerhalb ihrer „aktiven“ Zeit wie normale Menschen aussehen. Sie sind schneller, kräftiger und aggressiver als Menschen. Nick vertritt den Standpunkt, dass man wie eine Bestie denken muss, um sie zu schnappen, was ungeahnte Folgen hat, als er sich von einem gefangenen Lycantropen beißen lässt...
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