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Special Unit 2: Nick La Cucharacha

GeschichteAllgemein / P6 / Gen
28.03.2008
28.03.2008
1
1.277
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3 Reviews
Dieses Kapitel
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28.03.2008 1.277
 
Titel: Nick La Cucharacha
Autor: Lady Charena
Fandom: Special Unit 2
Paarung: Kate Benson, Nick O’Malley, Carl
Rating: gen, Humor
Beta: T'Len
Archiv: ja

Antwort auf die Feb/März-„Ich war jung und brauchte das Geld“-Challenge

Summe/Hintergrund: Die Story spielt im Anschluss zu Ep 1. Kate hat das unbestimmte Gefühl, Nick schon einmal gesehen zu haben, bevor sie zu Special Unit 2 versetzt wurde. Aber sie kann sich einfach nicht erinnern, wo das gewesen sein könnte.

Disclaimer: Die Rechte der in dieser Fan-Story verwendeten geschützten Namen und Figuren liegen bei den jeweiligen Inhabern. Eine Kennzeichnung unterbleibt nicht in der Absicht, damit Geld zu verdienen oder diese Inhaberrechte zu verletzen.


„Polizeiwillkür“, fauchte Carl und betastete seinen kurzen, stämmigen Hals, als es Kate endlich gelungen war, Nick davon abzuhalten, den Gnom auf dem Rücksitz zu erdrosseln. „Ich sage nur: Polizeiwillkür, O’Malley. Ich werde mich bei Captain Page beschweren! Auch Gnome haben Rechte!“

„Elende, kriechende, kleine Spitzel haben keine Rechte. Dann erzähle ich ihm, dass wir dich bei einem Überfall erwischt haben.“ Nick rückte seinen Sicherheitsgurt zurecht und behielt dabei Carl im Rückspiegel im Auge. „Bist du nicht noch auf Bewährung wegen des letzten Supermarktüberfalles?“ Er fuhr los.

„Phsaw.“ Carl schnaubte geringschätzig. „Dazu müsstest du mir erst einmal beweisen, dass ich es war. Und wenn ich dich erinnern darf...“, setzte er spitz hinzu.“ ...DU hast die Überwachungskamera zu Schrott geschossen, O’Malley.“

Nick trat auf die Bremse. „Benson, sagen Sie Carl...“, begann er. Wütendes Hupen anderer Autofahrer erinnerte ihn daran, dass sie sich nicht alleine auf einer Hauptverkehrsstraße befanden und er fuhr weiter.

Doch an diesem Punkt mischte sich Kate ein. Sie holte tief Luft. „RUHE!!!“

Ihr Partner und der Link sahen sie gleichermaßen verblüfft an.

„Kate, Schätzchen, du solltest dich beruhigen.“ Carl tätschelte ihr beschwichtigend die Schulter.

Kate sah ihn eisig an und Nick grinste – bis auch ihn ein kalter Blick traf. „Ihr benehmt euch wie im Kindergarten!“

„Er hat angefangen!“, ertönte es vom Fahrersitz.

„Nein, er hat angefangen!“, ertönte es vom Rücksitz.

Kate zerrte an ihrem Sitzgurt. „Ich will auf der Stelle aussteigen“, sagte sie. „Das hält doch kein Mensch aus. Ich sitze mit einem mehr als zweihundert Jahre alten Gnom und einem.... einem schießwütigen Psychopaten in einem Wagen.“

„Nun mal halblang, Benson.“ Nick schien keineswegs beleidigt. „Wir halten bei der nächsten Mülltonne und ich mache mich nur eines mittelschweren Vergehens gegen die Umwelt schuldig, indem ich Carl hineinstopfe.“

„Und das von einem, der sich von einer uralten Steinmumie kidnappen lässt“, kam es hämisch von Carl. „Fast wärst du als Gargoyle-Futter geendet, O’Malley.“

Und prompt trat Nick wieder auf die Bremse. Glücklicherweise waren sie inzwischen auf eine weniger belebte Nebenstraße eingebogen und im Moment befand sich kein Wagen hinter ihnen. Er griff nach hinten und erwischte Carl an der Nase. Der Gnom gab einen wütenden Schrei von sich und verpasste Nick, der in die Reichweite seiner kurzen Arme geraten war, einen Fausthieb ans Kinn.

Das leise Geräusch, das Kates Waffe von sich gab, als sie sie entsicherte, ließ die beiden Kampfhähne aufschrecken. „Die letzten Tage waren ein wenig viel für meine Nerven“, erklärte sie trocken.

Widerwillig ließ Nick Carl los und setzte sich wieder ordentlich hin. „Sie können ja ne richtige Zicke sein, Benson“, bemerkte er sarkastisch. „Lernt man das auf der Polizeiakademie?“

„Nein“, erwiderte Kate gelassen. „Aber zielen.“ Letzteres sagte sie mit einem Seitenblick auf Carl, der schon den Mund geöffnet hatte, um eine bissige Bemerkung loszulassen.

Carl schloss den Mund wieder und rieb sich nachdenklich das Kinn.

* * *

Nachdem Nick den leicht zerfleddert aussehenden Gnom an einer Straßenecke aus dem Wagen geworfen hatte, musterte Kate ihren neuen Partner von der Seite. „Wissen Sie, ich glaube, ich habe Sie schon einmal irgendwo gesehen, O’Malley.“

Nick warf einen Blick in den Außenspiegel und fädelte sich wieder in den Verkehr ein. „Es ist mein Hobby, Streifenpolizistinnen vor Gargoyles zu retten.“

„Nein“, beharrte Kate. „Das meinte ich nicht. Vorher. Es muss etwas mit dem Dienst zu tun haben. Sind wir uns auf irgendeinem Lehrgang begegnet? Oder auf einem Empfang?“

Nick fischte eine Sonnenbrille aus der Tasche seines schwarzen Mantels und setzte sie auf. „Ich gehe nie auf Lehrgänge.“

Unzufrieden wandte Kate sich ab, um die Menschen zu beobachten, die sich auf dem Bürgersteig drängten. Sie waren inzwischen wieder auf eine Hauptverkehrsstraße eingebogen und es ging nur noch im Schritttempo voran. So hatte sie alle Muse, über die Ereignisse der letzten Tage nachzudenken, während Nick ungeduldig mit den Fingern auf das Lenkrad trommelte und die anderen Fahrer verfluchte.

Seltsam, dachte Kate, keiner von den Leuten da weiß, wie gefährlich die Straßen Chicagos wirklich sind. Sie sagen den Menschen zwar, was sie tun sollen, wenn ihnen einer die Brieftasche klaut, aber nicht, was sie tun müssen, wenn ein fliegendes Monstrum auftaucht. Sie dachte an den Gargoyle, den Nick zuvor mit dieser unglaublichen Waffe auf Miniaturformat geschrumpft und dann wie eine Kakerlake zerbröselt hatte. Moment mal! „Kakerlake!“, wiederholte sie laut.

„Was?“ Nick sah sie fragend an. „Hören Sie, man hat mir ja schon einiges an den Kopf geworfen, aber nachdem Sie Ihre Hände schon an meinem Hintern hatten, dachte ich, ich könnte Sie zum Essen einladen.“

Kate sah ihn wütend an. Sie hatte die Szene auf dem Parkplatz noch nicht vergessen. Nick grinste. „Mir ist nur wieder eingefallen, wo ich Sie schon einmal gesehen habe, O’Malley“, erwiderte Kate aufreizend gelassen. „In einem Werbespot der Kammerjäger-Innung. Sie steckten in diesem lächerlichen Kakerlaken-Kostüm.“

Für einen Moment schien O’Malley sprachlos und wenn auch Kate seine Augen hinter der Sonnenbrille nicht sehen konnte, war sie sicher, dass sie sich nicht getäuscht hatte.

„Das war ich nicht“, widersprach Nick – nicht sonderlich überzeugend.

„Oh, ich bin ab-so-lut sicher.“ Kate verschränkte die Arme vor der Brust. Wirkte Nick tatsächlich verlegen? Oh ja, er war verlegen. Genau wie zuvor, als ihr klar wurde, dass der zynische junge Mann an ihrer Seite für die Kinder seiner im Dienst getöteten Partnerin sorgte. Zum zweiten Mal war es ihr gelungen, hinter die Fassade zu blicken. „Nun geben Sie’s schon zu, O’Malley. Oder soll ich Sie besser: Nick La Cucharacha nennen?“

Nick warf ihr über den Rand der Sonnenbrille einen Blick zu. „Wenn Sie irgendjemand auch nur ein Wort verraten, verfüttere ich Sie an das Monster im Schacht“, drohte er.

Kate zuckte mit den Schultern und versuchte, ein gleichmütiges Gesicht aufrecht zu erhalten. Dann platzte das Lachen aus ihr heraus. „Warum haben Sie das gemacht?“, fragte sie schließlich.

Nicks Aufmerksamkeit schien völlig auf den Verkehr konzentriert zu sein. „Ich war jung, und ich brauchte das Geld.“

„Aber Sie müssen...“ Kate überlegte. „Sie müssen damals noch Kadett gewesen sein.“

„Es war ein halbes Jahr, bevor ich in die Polizeiakademie eintrat, okay?“ Nick rieb über eine schmerzende Stelle an seiner Schulter, mit der er während des Kampfes mit dem Gargoyle gegen einen Eisenträger geprallt war. „Irgendjemand hatte mir gesagt, ich hätte Talent zum Schauspieler, und außerdem sollte der Spot niemals im Fernsehen gezeigt werden, sondern nur auf irgendeiner Kammerjäger-Tagung. Sie zahlten gut und ich dachte, es würde nie jemand zu sehen bekommen.“

Kate schmunzelte. „Ich sehe eben Dinge, die sonst niemand sieht.“

Vor ihnen löste sich der Stau plötzlich auf und Nick gab Gas. Er warf einen Blick zu Benson, doch Kates Miene verriet nichts. Nick seufzte innerlich. Kein vielversprechender Anfang für eine Partnerschaft. Nicht nur, dass sie ihm schon bei ihrem ersten Einsatz das Leben rettete, sie hatte auch schon das erste seiner Geheimnisse gelüftet. Nick La Cucharacha. Sie schien unter dieser kühlen Fassade Humor zu besitzen. Den würde sie auch noch brauchen. Nick grinste. Vielleicht war es doch ganz gut, wieder mit einem Partner zu arbeiten.


Ende
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