6.Küchendieb Glorfindel

GeschichteAllgemein / P6
25.03.2008
19.06.2008
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Mit Marúhl im Schokoladenmuseum. Man bekommt Hunger. Fabrikverkauf, wir decken uns ein. Später backe ich einen Schokoladenkuchen. Wir reden über die alten Zeiten, als es in unserem Coffeeshop noch diese Orangenschokolade gab. Aus der übriggebliebenen Kuvertüre machen wir Pralinen.
Was fehlt da noch in diesem Paradies???

Ein Fin. Am besten in Zartbitter. Also hier mein Versuch.

Es grüßt Chocolatière Black Ninja.


KÜCHENDIEB GLORFINDEL


oder:


Schokolade macht glücklich


Und immer wieder das Wetter…


Es passiert aber auch immer wieder.

Mindestens einmal im Jahr steht man plötzlich am Fenster und schimpft, weil das Wetter absolut saison-untypisch verrückt spielt.

Dieses Mal war es dieser Schneesturm gewesen, der Wochen zu spät über das Land gefegt war. Bitterkalt war es geworden und das nach einem besonders milden Winter und einem warmen Frühlingsanfang. All die Pflanzen, die vorwitzig ihre grünen Knospen ins helle Licht gestreckt hatten mit all ihren vielen Blüten: erfroren und von einer dicken Schicht Schnee bedeckt.

So sah er nun aus, der Frühling in Eriador. Weiß, wie es den ganzen Winter über nicht gewesen war.

Die Kinder freuten sich, hatten sie doch endlich nach endlosen, längst aufgegebenen Hoffen, das, was sie am meisten liebten: Schnee. Und davon nicht zu wenig. Zumindest hier in Imladris. Die Gärten des Letzen Gastlichen Hauses strahlten regelrecht in der Sonne, die nun wieder am blassblauen Himmel stand. Glitzerten die Eiszapfen an den Dächern. Malten die klirrend kalten Nächte die schönsten Blumen an die Fenster.

Ein wunderbares Bild, das gab jeder zu.

Wenn es nur ein bisschen eher gewesen wäre…

Natürlich konnte derartiges immer wieder passieren – wer könnte es besser wissen als die Elben, die nun schon lang genug in diesem Tal wohnten und den Wechsel der Jahreszeiten mit all seinen Tücken kannten wie kaum ein anderer. Aber schimpfen konnte man ja trotzdem. Gerade jetzt, wo das langersehnte Frühlingsfest* immer näherrückte. Das erste Fest im Jahr, zu dem wie immer Gäste aus allen Herren Länder erwartet wurden. Gerade jetzt musste der Schnee kommen, der sich den ganzen Winter lang rar gemacht hatte, so dass das Frühlingsfest irgendwie sinnlos schien, war es doch das Fest mit dem man traditionell den Winter verabschiedete. Welchen Winter?, hatte manch einer noch vor Tagen gefragt. Doch nun sah es so aus, als sollte man besser eine Winter-Begrüßungsfest daraus machen. Nicht, dass es einen großen Unterschied machen würde, dem ein oder anderen drängte sich eh irgendwann der Gedanke auf, dass die Erstgeborenen immer Feste feierten – ein Grund ließ sich schon finden.

Allerdings schien es so langsam, dass dieses eine Fest ins Wasser, oder bessergesagt in den Schnee, fallen würde, wenn Bruchtal weiterhin vom Rest der Welt abgeschnitten blieb. Nicht, das die Gäste ausbleiben würden (und wenn schon, man kann auch gut alleine feiern!), nein, die würden kommen. Irgendwie. Schließlich würde es hier kostenlos jede Menge guter Sachen zu essen geben. Da konnte der Schnee noch so tief sein, da konnten die Pferde stecken bleiben, die Wagenräder brechen, man würde einen Weg finden, sei es auf den Rücken von Adlern.

Das Problem würden die guten Speisen selbst werden.

Für gewöhnlich war Bruchtal Selbstversorger, nicht, dass man auch gerne mal handelte, aber wenn es hart auf hart kam, hatte man alles, was man zum Leben brauchte. Doch in diesem Fall, allein all die Speisen für das kalte Buffet zum Frühstück zusammen zu bekommen, würde die Köche vor unvorstellbare Problem stellen: denn wegen dem Wetter blieben die Handelskarawanen aus. Ob der Schnee nur ihr Reisetempo verlangsamte oder sie gar nicht erst aufgebrochen waren – wer wusste das schon. Und halfen tat es auch nicht. Das Essen würde knapp werden, wenn nicht bald die bestellten Sachen eintreffen oder ein Wunder geschehen würde.

Verständlicherweise machte also ein erleichtertes Aufatmen die Runde durch Imladris, als mit über einer Woche Verspätung der Haradrim-Händler eintraf. Mit all den exotischen Delikatessen aus Harad und noch weiter südlich, war er der am meisten Ersehnte. Wenigstens konnten nun die Bäcker die von der Lady gewünschte Torte backen, sie hatten ihre Zutaten. Und während der Koch noch immer verzweifelt überlegte, wie er den Braten bereiten solle – ohne die Gewürze aus dem Osten, machten sich die Bäcker zufrieden an ihr Werk.

Für sie war die Welt wieder in Ordnung. Wurden die Öfen geheizt. Doch hätten sie aufgehorcht, hätten sie gewusst, dass sich in einem anderem Teil des Hauses ein Elb nach der eingegangen Lieferung erkundigte. Wären sie achtsamer gewesen, hätten sie das spitzbübische Grinsen gesehen, dass über sein Gesicht huschte, als er die Antwort hörte. Doch sie wussten von nichts, und so nahm das Schicksal seinen Lauf…



* da ich nicht glaube, dass die Elben Ostern feiern, Frühlingsfest

tbc. in „Viele Wege führen… in die Küche“

Schöne Restferien (für alle die sie haben) und WEIßE Frühlingsgrüße aus dem verschneiten Erzgebirge.
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