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Unerwartete Konkurrenz

von ayrenni
GeschichteLiebesgeschichte / P16 / MaleSlash
Demir Azlan Freddy Sedlack Konny von Brendorp
24.03.2008
26.05.2008
12
26.783
 
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71 Reviews
Dieses Kapitel
3 Reviews
 
24.03.2008 1.951
 
Anmerkung der Autorin: Und endlich geht’s weiter! Vielen Dank für die vielen aufmunternden Reviews, euch allen viel Spaß beim Lesen!

Disclaimer: Mir gehört keiner der Charaktere und ich verdiene hier auch kein Geld.

Kurzbeschreibung: Konny verschwindet heimlich, still und leise während Demir im Lagezentrum eine neue Bekanntschaft macht.




One-Night-Stand und Fehleinschätzung





Das Plätschern von Wasser ließ Konny aus seinem komaähnlichen Schlaf erwachen. Das Erste, was er bemerkte, als er sich umsah, war, dass er sich nicht in seinem eigenen Schlafzimmer befand. Verwirrt sah er sich um.

Der Raum, das Bett, der Schrank und die Umzugskisten die noch etwas wild im Raum verteilt lagen, kamen ihm kein bisschen bekannt vor.

Als Zweites wurde Konny klar, dass er einen Kater hatte. Sein Kopf schmerzte, als wäre ein Lastwagen zweimal darüber gerast und jeder einzelne seiner Knochen schien ihm wehzutun. Das Licht, das durch die Vorhänge in den Raum fiel, ließ Konnys empfindliche Augen heftig blinzeln. Das grelle Licht war ihm unangenehm.

Und schließlich fiel Konny als Drittes auf, dass er nackt in einem fremden Bett lag und nicht einmal wusste, wessen Bett das war. Na toll.

Also versuchte Konny sich an gestern Nacht zurück zu erinnern.

Die Szene in der Umkleide fiel ihm wieder ein, der impulsive Kuss von Demir…deswegen war er doch dann schließlich auch in diese vermaledeite Bar gegangen, fiel ihm langsam wieder ein.

Dann hatte er diesen Kater also Demir zu verdanken, stellte Konny fest. Da hatte er also gleich einen weiteren Grund um den anderen zu hassen.

Ja und dann gestern in der Bar hatte er getrunken. Eigentlich hatten es ja nur ein, zwei Bier werden sollen – na ja, war wohl doch etwas mehr geworden. Daraufhin hatte ihm jemand einen Drink ausgegeben.

Plötzlich hörte Konny eine Stimme aus dem Badezimmer – er nahm zumindest an, dass es das Badezimmer war, da daher auch die Duschgeräusche kamen – die über das Plätschern des Wassers hinweg einen Radiosong mitsang.

Doch das, was Konny vor Schreck erstarren ließ, war nicht die grausige Interpretation von „Hotel California“, sondern die Tatsache, dass es eine männliche Stimme, die da so enthusiastisch sang.

Und plötzlich fiel Konny alles wieder ein. Freddy. So war der Name des Mannes, in dessen Wohnung, in dessen Bett er gerade war. Er hatte ihm einen Drink bezahlt und dann waren sie zusammen zu Freddys Wohnung getorkelt – na ja, zumindest Konny war eindeutig getorkelt.

Er konnte sich nicht erinnern, ob der andere ebenso betrunken wie er gewesen war, oder nicht. War ja auch egal.

Da Einzige was jetzt wichtig war, war so schnell wie möglich diese Wohnung zu verlassen und dann die gestrige Nacht zu vergessen.
Nicht, dass Konny sich dafür schämte, dass er mit einem Mann geschlafen hatte – Konny hatte schon vorher gewusst, dass er eindeutig nicht nur auf Frauen stand und in der wilderen Zeit seiner Vergangenheit hatte er auch die einen oder anderen Erfahrungen in diese Richtung gesammelt.

Doch das, was ihn im Moment wirklich fertig machte, war die Tatsache, dass er mit jemandem geschlafen hatte, dessen Nachnamen er nicht einmal kannte. Konny war einfach nicht der Typ für bedeutungslose One-Night-Stands.

Aber was passiert war, konnte er jetzt auch nicht mehr ändern, beschloss Konny. Er sollte das Ganze vergessen und abhaken. Wahrscheinlich – hoffentlich - würde er den anderen sowieso nie wieder sehen – Berlin war groß. Bei über einer Million Einwohner müsste es ihm doch wohl gelingen, wenigstens einen von ihnen zu vermeiden.

Schließlich fiel Konnys Blick auf den Wecker der neben dem Bett stand. Erschrocken starrte er darauf. Verdammt, es war schon so spät!

Und er musste noch zu sich nach Hause, duschen, sich umziehen, unbedingt ein paar Aspirin schlucken und dann wieder zurück ins Lagezentrum!

Schnell sprang Konny auf, ignorierte die Übelkeit, die drohte, in ihm hoch zu steigen und suchte seine Kleidung, die wild im Raum verteilt lag, zusammen. Während dessen stiegen vor seinem geistigen Auge immer wieder Bilder der letzten Nacht auf.

Er sah Freddy, der ihm ganz langsam das Hemd aufknöpfte, fühlte Hände, die an seinen Seiten entlang strichen, die sich rauer und so anders anfühlten als die Hände seiner Frau, an die er gewohnt war. Ihre Härte stand so sehr im Gegensatz zu den weichen Lippen, die sich auf seine legten, ihn verwöhnten und liebkosten.

Während diese Erinnerungen in wildem Durcheinander durch seinen Kopf spukten, begann Konny es sogar ein bisschen zu bedauern, dass er gestern so betrunken gewesen war, dass er sich jetzt nicht mehr an alles genau erinnern konnte – andererseits wäre er wohl nie auf Freddies Angebot eingegangen, wenn er nicht schon etwas zu viel Alkohol intus gehabt hätte.

So ganz in seine Gedanken versunken achtete Konny nicht mehr darauf, wo er hintrat. Schließlich stolperte er über eine der vielen Umzugskisten, die auf dem Boden des Schlafzimmers gestapelt standen. Polternd fiel der Kistenstapel um. Glücklicherweise konnte Konny wenigstens keine Bruchgeräusche hören – also hatte er zumindest nichts kaputt gemacht.

Doch anscheinend hatte auch Freddie im Bad etwas gehört. Denn das Singen im Badezimmer hörte plötzlich auf, auch das Wasser wurde abgestellt.

„Hey, Süßer, bist du endlich wach?“, hörte Konny den anderen rufen, „Wenn du Lust hast, komm doch her und leiste mir noch ein bisschen Gesellschaft…“

Er antwortete nicht – wollte nicht zugeben, dass er sich feig aus dem Staub machen wollte, wie jemand, der sich wegen dem, was er getan hatte, schämte. Also verhielt er sich einfach ruhig. Nach kurzer Zeit konnte Konny beruhigt feststellen, dass das Wasser der Dusche wieder angestellt wurde.

Gerade noch einmal Glück gehabt, atmete er auf.

Endlich hatte er sich auch fertig angezogen. Konnys Blick fiel noch einmal auf den Wecker. Verdammt, er hatte keine Zeit mehr, er musste hier raus oder Geb und Anhoff würden sich wirklich aufregen. Dass er jetzt noch rechtzeitig kommen würde, konnte er vergessen.

Ohne einen Blick zurück, verließ Konny schließlich leise und unauffällig Freddies Wohnung. Völlig überzeugt davon, dass er den anderen zum letzten Mal gesehen hatte.





******





Aufmerksam beobachtete Demir die Tür. Wieder ging sie auf – doch Demirs Erwartungen wurden ein weiteres Mal enttäuscht als, als lediglich Frank den Raum, den sie als Aufenthaltsraum und Büro benutzten, betrat.

Wo blieb Konny nur? Normalerweise war der Adlige immer vor Demir da, meistens - wenn  Demir ihr kleines Büro betrat - schon damit beschäftigt, einen seiner akribischen Berichte zu verfassen oder mit Anhoff und Geb den nächsten Einsatz zu besprechen.

Doch ausgerechnet heute schien Konny beschlossen zu haben, sich etwas mehr wie Demir zu benehmen – und einfach mal zu spät zur Arbeit aufzutauchen. Gerade heute, da Demir sich entschlossen hatte, endlich ehrlich mit dem anderen zu reden, sich bei ihm – das erste Mal überhaupt seit sie sich kannten - zu entschuldigen, für den blöden, ungeplanten Kuss gestern.

Und dann tauchte der andere natürlich nicht auf. War ja mal wieder typisch, dass der Blonde ihn reizte, wo er auch nur konnte – und das sogar, ohne es zu wissen.
Demirs Blick fiel auf seine Armbanduhr. Ja, jetzt war es offiziell. Konny würde heute zum ersten Mal in seiner Dienstzeit zu spät ins Lagezentrum kommen.

Langsam fing Demir allerdings auch wirklich an, sich Sorgen um den anderen zu machen. Warum hatte er Konny gestern auch einfach so stehen lassen? Was, wenn er genau so verwirrt wie Demir das Lagezentrum verlassen hatte – und dann mit seinem tollen Sportwagen auf dem Weg in seine Villa eine Ampel übersehen und genau in einen Lastzug gerast war?

Okay, jetzt ging seine Fantasie eindeutig mit ihm durch, ermahnte Demir sich selbst. Die wenigen Stunden Schlaf, die er – wieder wegen dem Adligen nur – bekommen hatten, machten sich anscheinend doch bemerkbar.

Ein weiteres Mal ging die Tür auf. Anhoff betrat gefolgt von einem Mann, den Demir noch nie zuvor gesehen hatte, den Raum.

„Guten Tag, meine Herren!“, begrüßte Anhoff die Männer des SET 50.

Demir, Geb und Frank grüßten zurück und betrachteten den Fremden mit neugierigen Blicken. Er hatte halblange, braune Haare und durchdringende, blaue Augen.
„Ich möchte Ihnen Frederick Sedlack vorstellen“, ergriff Anhoff daraufhin wieder das Wort, „Er ist vom SEK in Hamburg zu uns gekommen und wird ab heute als Ersatz von Caspar Reindl bei Ihnen im SET 50 einsteigen. Wie sie ja alle wissen, ist Caspar aus der Einheit ausgeschieden“

Demir und die anderen nickten. Sie waren ja natürlich alle bei der Abschiedsfeier dabei gewesen. Demir mochte Caspar sehr gerne, er war ein guter Mann – immer ruhig und besonnen, auch in den schlimmsten Extremsituationen. Demir wusste auch, warum der andere sich für die Stelle als Leiter des Bombenentschärfungskommandos beworben hatte.

Seine Frau erwartete ein Kind – sie wollten beide zusammen eine Familie gründen. Und seine Frau hatte darauf bestanden, dass er einen weniger gefährlichen Job übernahm. Jetzt würde er also das Leben als Neuner, der aktiv im Einsatz kämpfte, gegen das als Einsatzleiter bei der Sprengstoffeinheit austauschen.

Und Demir war sich sicher, dass er dieser Verantwortung mehr als gewachsen war. Er hatte nämlich Nerven wie Drahtseile.

„Ich würde Sie bitten, Herrn Sedlack ein bisschen im Lagezentrum herumzuführen und ihm dabei zu helfen, sich hier bei uns ein zu leben“, redete Anhoff dann weiter, als er die Zustimmung in den Blicken seiner Männer erkannte.

Erst jetzt fiel ihm auf, dass das SET 50 nicht komplett war.

„Wo ist eigentlich von Brendorp?“, fragte er erstaunt nach. Auch Anhoff schien so ein Verhalten von Konny nicht gewohnt zu sein.

Als Geb, Demir und Frank nur die Schultern zucken konnten, ließ Anhoff das Thema auf sich beruhen. Immerhin stand im Moment weder ein dringender Einsatz an – noch passierte es oft, dass ausgerechnet Konny zu spät zum Dienst auftauchte.

„Gut“, meinte Anhoff dann, „damit wünsche ich Ihnen noch einen angenehmen Vormittag und bitte sorgen sie dafür, dass Herr Sedlack es nicht bereut, dem guten Ruf der GSG 9 hierher nach Berlin gefolgt zu sein. Ach ja, und sagen sie von Brendorp, wenn er auftaucht, dass ich noch auf den Bericht vom gestrigen Einsatz warte“

Damit drehte Anhoff sich um und ließ den Neuen im Aufenthaltsraum allein mit seinen zukünftigen Teamkollegen zurück.

Geb, der es als Teamleiter natürlich als seine Aufgabe ansah, den anderen zu begrüßen, stellte sich sofort vor und streckte dem anderen die Hand hin, die dieser dann auch schüttelte.

„Mein Name ist Gebhard Schurlau, kannst mich aber Geb nennen. Ich bin der SET-Leiter. Willkommen im SET 50“, stellte Geb sich vor. Der Neue nickte und lächelte leicht.

„Und das sind Demir Azlan und Frank Wernitz, alias 5.3 und 5.5“, redete Geb weiter und deutete dabei erst auf Demir, dann auf Frank.

Der Neue schüttelte erst Frank die Hand, da dieser näher bei ihm stand. Schließlich kam er auch auf Demir zu. Nachdem sich auch sie zwei die Hand gegeben hatten, fragte Demir wie beiläufig.

„Frederick? Wasn das für ein Name?“

„Freddy“, erwiderte der andere unberührt, „Mein Name ist Freddy – und jeder, der mich anders nennt, wird das bereuen – außer er ist mein Boss“, grinste Freddy daraufhin zurück.  
„Keine Angst, Freddy“, erwiderte Geb darauf, „der Alte steht sowieso mehr auf Nachnamen. Wirst also nicht mehr viel von wegen „Frederick“ zu hören kriegen. Also erzähl, wie war das Leben in Hamburg und wie kommst du hierher zu uns?“, fragte Geb gespannt.

Kaum hatte der andere begonnen, seine Lebensgeschichte zu erzählen, ließ Demirs Interesse an dem Neuen auch schon wieder nach und sein Blick heftete sich wieder an die Tür, die zu seinem Erstaunen noch immer geschlossen war.

Ihm schwirrten gerade wichtigere Fragen durch den Kopf, als die Frage, ob der Neue in seinem früheren Team von seinen Kollegen gemobbt worden war und seine zarte Seele es deswegen nicht mehr in Hamburg ausgehalten hatte.

Wo blieb Konny nur?

Was interessierte ihn da irgend so ein Freddy?



***

Tja, er wird ihn noch mehr interessieren, als Demir jetzt auch nur ahnen kann…
Reviews wären toll, also wenn ihr ne Minute habt…^^

Lg, ayrenni
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