Dragon Hunters: Nicht ohne mein Schwein

GeschichteHumor / P6
20.03.2008
20.03.2008
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20.03.2008 770
 
Titel: Leopolds Abenteuer oder Nicht ohne mein Schwein!
Autor: Lady Charena
Fandom: Dragon Hunters
Paarung: Jeanneline, ZaZa, Gwizdo, Lian Chu, Hector & Drachini Hausschweini Leopoldiis - kurz Leopold genannt
Rating: gen, Humor
Beta: T'Len
Archiv: ja

Summe/Hintergrund: Das Hausschwein Leopold soll verkauft werden. Doch ZaZa will ihren liebsten Spielkameraden nicht hergeben und brennt einfach mit ihm durch. Jeanneline bittet Gwizdo und Lian Chu sich auf die Suche nach ihrer Tochter zu machen.

Disclaimer: Die Rechte der in dieser Fan-Story verwendeten geschützten Namen und Figuren liegen bei den jeweiligen Inhabern. Eine Kennzeichnung unterbleibt nicht in der Absicht, damit Geld zu verdienen oder diese Inhaberrechte zu verletzen.


Schon den ganzen Abend brütete Jeanneline in der Gaststube der Schenke "Zum schnarchenden Drachen" über einem dicken Bündel Rechnungen und der Kasse, in der sich nur ein paar Goldonen und Klimperlinge befanden. Ab und zu murmelte sie düster etwas vor sich hin - und das brachte den einen oder anderen Anwesenden dazu, den Kopf zu heben und sie anzusehen. Schließlich schob Jeanneline mit einem lauten Seufzen die Rechnungen von sich und stemmte sich hoch. "Ich bin ruiniert!", verkündete sie.

Gwizdo sah von seinem neuen Mustervertrag auf, an dessen spitzfindigen und zweideutigen Formulierungen - die ihm ein Vermögen einbringen sollten, ohne dass der Kunde wusste, wie ihm geschah - er schon seit Tagen arbeitete. "Ruiniert?"

Auch Lian Chu, der mit einen komplizierten Muster eines neuen Pullovers für Hector beschäftigt war, hob den Kopf. "Ruiniert?"

"Gibt es hier drinnen ein Echo?", fragte Jeanneline gereizt. "Ja, ich bin pleite, bankrott, am Ende."

"Das ist nicht sehr schön", meinte Lian Chu. "Wenn wir dir irgendwie helfen können..."

"Ihr beide seid mit Schuld daran. Seit sechs Monaten habe ich weder Miete noch Kostgeld gesehen."

"Wir können nichts für die Flaute auf dem Drachenjäger-Markt, liebste Jeanneline", beeilte sich Gwizdo die Wogen zu glätten. Er legte keinen Wert darauf, sich ein neues Quartier suchen zu müssen. "Aber ich bin sicher, die Lage wird sich jeden Augenblick bessern. Und mit diesem neuen Vertrag verdienen wir mehr als je zuvor."

"Mehr als Nichts kann ja nicht so schwer zu verdienen sein!", entgegnete die Wirtin spitz. "Aber es gibt nur noch eine Möglichkeit - ich muss Leopold verkaufen."

"Leopold verkaufen?", tönte es entsetzt von der Treppe, wo ZaZa auftauchte, obwohl sie eigentlich um diese Zeit schon längst im Bett liegen sollte. "Aber Mami, das kannst du doch nicht machen. Leopold ist mein bester Freund!"

Jeanneline seufzte. "Ich weiß, mein Kind. Aber daran ist nun mal leider nichts zu ändern. Morgen bringen wir Leopold zum großen Schweinemarkt auf der Insel Quemlinpur und lassen seinen Wert schätzen. Und jetzt ab mit dir ins Bett, ZaZa. In fünf Minuten komme ich Nachsehen."

"Das ist so gemein." ZaZa rannte die Treppe hoch und warf sich in ihrer Kammer weinend aufs Bett.

"Gibt es nicht doch eine andere Lösung?" Lian Chu legte das Strickzeug beiseite. "ZaZa hängt wirklich sehr an Leopold. Er ist doch ihr einziger Spielkamerad, seit Zoria weggegangen ist. Und wenn Gwizdo, Hector und ich unterwegs sind und du dich um die Gäste kümmern musst, mit wem außer Leopold soll sie da schon spielen?"

Jeanneline seufzte erneut und schloss die Geldkassette ab, obwohl es sich der paar Kröten wegen kaum lohnte. "Ich wünschte, ich wüsste einen anderen Ausweg. Aber wenn nicht ein Wunder geschieht, dann bleibt mir nichts anderes übrig, als das Schwein zu verkaufen."

In betrübter und nachdenklicher Stimmung gingen die Bewohner der Schenke bald darauf zu Bett.

Stunden später schlich eine kleine Gestalt so leise wie möglich die breite Treppe hinab und verließ das Haus durch die Küchentür, die leise quietschte. Sie huschte um die Ecke des Gebäudes und öffnete das Gatter des Schweinekobens. Im Licht der Sterne konnte man deutlich das riesige Hausschwein erkennen, das in seiner Schlammkuhle schlief. Die Gestalt packte es an einem Ohr und hielt ihm mit der anderen Hand die Schnauze zu. Leopold schreckte aus dem Schlaf hoch und quiekte erschreckt. ZaZa rief leise seinen Namen und das Schwein beruhigte sich, als es sie erkannte. Er begann dem Mädchen die Hand abzulecken und sie gab seine Schnauze frei. Leopold stand ganz still, als ZaZa sich mit dem Sattelzeug abmühte und die Riemen fest anzog. Dann schwang sie sich auf Leopolds Rücken und auf ZaZas ermunternden, leisen Zuruf hin setzte sich das Hausschwein schwerfällig in Bewegung. Sie lenkte ihn zu der schmalen, schwankenden Hängebrücke, die ihre Insel mit der nächsten verband.
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