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Gotten Alone

von Fulgjon
Kurzbeschreibung
GeschichteLiebesgeschichte / P18 / MaleSlash
17.03.2008
23.04.2009
57
46.703
1
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17.03.2008 780
 
„Hey, Puppenkopf! Wir gehen in die Kantine, kommst du mit?”
„Ich hab dir doch gesagt, dass ich diesen Spitznamen verabscheue, Koji! Von mir aus...“ verstimmt rannte Frego hinter den anderen, darunter sein bester Freund Koji, her und versuchte, dabei nicht über seine offenen Schnürsenkel zu fallen.
„Wartet doch mal...! Mein Schuh ist auf! Wa... AH!“, schrie er noch, bevor er Hals über Kopf  über selbige stolperte und der Länge nach auf dem Boden aufschlug, und ein greller Schmerz explodierte in seinem Kopf. Er spürte, dass seine Nase zu bluten begann.
So ein Mist.
Heute war nicht sein Tag.
„Kann ich dir helfen?“ Eine Hand streckte sich in sein Blickfeld, sie war ungewöhnlich blass, aber sie war sehr warm, als Frego sie dankbar murmelnd ergriff. Kaum stand er wieder auf seinen eigenen zwei Beinen, hielt ihm eine zweite Hand ein Taschentuch hin.
Er sah auf, und sah direkt auf das Namensschild auf der Brust seines Gegenüber. Mann, was ein Riese!, schoss es Frego durch den Kopf, und er sah höher.
„Geht es wieder?“, lächelte ihm der Goldäugige entgegen, und Frego musste schlucken.
So ein schöner Mann!
Seine Augen... waren wie goldgelbe Seen im Morgenrot, er versank darin, trank aus ihnen heiße Leidenschaft...

Solch unsittliche Gedanken solltest du dir für deine allabendliche Selbstbefriedigung lassen, kleiner Tollpatsch...!

Verwirrt schüttelte der Jüngere den Kopf.
Hatte der Senpai etwa gerade in seinem Kopf herumgestöbert und ihn im Gewissen angesprochen? Unmöglich!
Dann wäre er ja... Hastig bedankte er sich, versprach, ihm das Taschentuch gewaschen zurückzubringen und rannte schnell den Gang weiter herunter. Seine Gedanken kreisten um den seltsamen Schüler. Wer war das? Welcher Jahrgang? Und vor allem... was waren das für seltsame Augen?
„Hey, pennst du oder was, Frego?! Wir haben dich nicht mehr gefunden!“
„Bin ja jetzt da. Ich hab mich auf die Nase gelegt und ein Senpai hat mir geholfen...“
Koji war sofort neugierig.
„Was, doch nicht dieser Neue, der so wunderschön sein soll? Man sagt, er sei eigentlich ein total exzentrischer Gruftie. In seiner Freizeit soll er nur in schwarz und mit langem Mantel herumlaufen, sogar im höchsten Sommer!“
„Hm. Könnte er gewesen sein.“ Frego war in Gedanken eigentlich ganz woanders, deshalb hörte er auch nicht, was Koji ihm da so erzählte.
Ihre Begegnung ging ihm einfach nicht mehr aus dem Kopf...
„Hey! Hast du gerade zugehört?“
Zerstreut sah Frego auf und direkt in Koji fragend dreinblickendes Gesicht.
„Äh.... nicht wirklich...“, stammelte er zerstreut und lächelte entschuldigend.
„Ich bin noch etwas groggy vom Unterricht.“ Koji sah skeptisch drein.
„Wie auch immer. Ein Mädchen aus der D will heute Abend ’ne Party schmeißen, so richtig mit Alkohol und so...“
„Aha. Und?“
„Das fragst du noch?? Sie hat sämtliche Leute aus unserem Jahrgang eingeladen. Damit bist du auch gemeint...!“ Dieses Mädchen konnte ihm eigentlich egal sein. Seit dem Selbstmord von Rike...
„Und wo soll diese Party sein?“, die Worte waren ihm einfach rausgerutscht. Jetzt konnte er sich nicht mehr davor drücken.
Koji sprang sofort darauf an. „Ach, sie hat sich ein total cooles altes Adelshaus ausgeguckt. Voll gruslig. Die Männer sind angehalten, in schwarz aufzutreten, und die Mädchen in Weiß. Cool, was?“ „Visual Kei oder was? Na super.”, meinte Frego, der schwarze Anzüge und weiße Kleider nicht besonders mochte.
Aber da konnte er sich jetzt nicht mehr so leicht rausreden. Aber vielleicht...
„Das Problem ist nur, ich hab nichts Schwarzes...“, meinte er und zuckte resigniert mit den Schultern. „Ach was, ich hab ganz viel! Mein Vater hat bestimmt noch seine alten Uniformen, irgendwas wird dir schon passen!“
Scheiße!
„Nun komm schon...! Du kannst doch nicht ewig deiner Schwester nachtrauern...! Zu Hause erwartet dich doch eh keiner...“ Diese Worte stachen Silbe für Silbe wie Eiszapfen in sein Herz.
„Zu Hause erwartet mich ein gewaltiger Haufen Wäsche...“, knurrte er unter zusammengebissenen Zähnen, dem Ausrasten nahe.
Was wusste der schon!
Was wusste der, der eine komplette, reiche und glückliche Familie hat, von solch einem Seelenschmerz?
„Ach, entschuldige... hab ich nicht so gemeint. Kommst du dann kurz mit zu mir? Du weißt schon, Sachen anprobieren?“ Dankbar nahm Frego sowohl die Entschuldigung als auch die Ablenkung an und antwortete: „Ja, jetzt gleich?“
„Gern!“
Das Bett quietschte leise, als Frego sich gegen Abend erschöpft darauf fallen ließ.
Die Plastiktüte mit den geliehenen schwarzen Sachen hatte er daneben fallen lassen. Er drehte sich mit dem Kopf zur Decke und dachte über seine Begegnung heute Mittag nach.
Ob er wohl auch eingeladen war? Vielleicht.
Er kannte das Mädchen, das ihn eingeladen hatte, noch nicht einmal. Vielleicht stand sie ja auf diesen Typ...
Konnte sein.
Musste aber nicht.
Seufzend stand er wieder auf und packte den schnieken Anzug aus. Heute Abend musste er schließlich fertig sein, wenn Koji an der Tür klingelte...
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