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Freiheit

von cora-baby
GeschichteAllgemein / P12 / Gen
15.03.2008
07.04.2008
4
6.144
 
Alle Kapitel
7 Reviews
Dieses Kapitel
3 Reviews
 
 
15.03.2008 1.434
 
@Dhana: wie immer habe ich mich mächtig über dein Review gefreut! Danke, danke! Ja, er hat eine Schwäche für Seven / Hope...ob er seine Finger von ihr lassen kann...nun ja, du wirst es erleben! :D
Ja, der gute Franklin bringt Hope ganz schön aus dem Konzept. Er ist Mitte Dreißig, dass er schon so jung zum Sicherheitschef ernannt wurde könnte der Grund für sein Vertrauen in seine Fähigkeiten sein...denke ich ;-) *räusper* Nein, er hat KEIN Geheimnis, du Verschwörungsfanatikerin :-) :D Vielleicht ist er einfach nur gut :D
Na, ich habe mich jedenfalls köstlich amüsiert bei deinem Review! Nochmal Danke.
Hier kommt jetzt auch schon das letzte Kapitel...ich...ähm...hoffe du wirst nicht allzu schockiert sein. Ich kann dir schon mal verraten, dass du dieses Ende sicher nicht von mir erwartet hättest. Viel Spaß!!

Teil 4

Ich wachte auf und sah mich um. Kurz darauf kam die Durchsage, dass die nächste Station die letzte sein würde. Baby und ich stiegen aus. Nach kurzer Orientierungslosigkeit hatte ich herausgefunden, dass wir uns in Miami befanden. Warum nicht? Ich ging mit der Hündin los. Wir brauchten zwei Tage, bis wir eine Familie gefunden hatten, die in den Urlaub fuhr.

Ich nahm an keiner Spielrunde teil, zum einen, weil ich noch genug Geld hatte, zum anderen, weil ich nicht wusste, wie der Manticore-Sicherheitsdienst auf mich aufmerksam geworden war. Vielleicht war ich beim Spiel nicht vorsichtig genug gewesen. Ich brach in das Haus direkt am Strand ein. Es gefiel mir außerordentlich gut da und die Familie würde zwei Monate wegbleiben. Genug Zeit um mir zu überlegen, ob ich wieder in den Norden oder lieber in den Westen gehen wollte.

Ich verbrachte den Großteil der Tage mit Baby am Strand. Wir schwammen, badeten und spielten. Ich fühlte mich wieder sicher, nachdem ich zwei Wochen lang misstrauisch jeden angesehen hatte, der mir über den Weg gelaufen war. Die Menschen in Miami waren alle nett und zuvorkommend. Ich hatte mir einen Bikini besorgt und sah nun auch nicht mehr anders aus als die übrigen Frauen am Strand. Tagsüber schlief ich meist am Strand oder las ein Buch, denn nachts ging ich mit Baby rennen oder Leistungsschwimmen. Das wäre tagsüber aufgefallen.

Sie lief und lief, bis sie nicht mehr konnte. Zwei Tage und zwei Nächte war die Neunzehnjährige durchgelaufen, bis sie in einem alten, verfallenen Haus Unterschlupf gefunden hatte. Sie schlief sofort und wachte auf, als sie laute Geräusche vor der Tür hörte. Sie sprang auf, doch es war zu spät. Franklin und zwei weitere Männer standen mit Sturmgewehren im Anschlag im Zimmer.

Der Schwarzhaarige sah sie lange an, bevor er sich an seine Männer wandte: „Geht in Manticore Bescheid sagen, wir haben sie. Sie ist erschöpft und verängstigt. Wir bringen sie zurück.“

„Soll ich nicht lieber hier bleiben, Boss?“, fragte einer der beiden.

„Sie wird nichts anstellen. Verschwindet!“

Sie setzte sich auf den Boden und Franklin hockte sich vor sie: „Was soll das, Seven?“

„Bitte, geh weg.“

„Nein. Ich habe den Befehl dich zurückzubringen. Bist du verrückt, Seven? Auf Flucht steht unter Umständen die Todesstrafe.“

„Ich halte es nicht mehr aus.“

„Merke dir Folgendes: du wurdest von den Leibwächtern des Mafiabosses, den du getötet hast, verfolgt. Du hattest keine Möglichkeit deinen Vorgesetzten zu informieren und warst sehr froh, als wir dich endlich gefunden haben. Du hast absichtlich Spuren gelegt, damit wir dich finden können.“

„Das habe ich nicht.“

„Das wirst du aber behaupten. Jetzt steh auf, Seven“, er half ihr hoch und strich sanft über ihren Arm, „Tu das nie wieder!“

Er brachte sie zurück nach Manticore.

Ein Jahr später hatte sie den Auftrag einen Abgeordneten zu töten, der sich gegen genetische Versuche an Menschen und Tieren aussprach und viele Anhänger hatte. Sie wurde nach Washington D. C. geschickt und erledigte den Job. Danach hätte sie zum Treffpunkt mit ihrem Vorgesetzten gehen müssen. Sie hatte es aber nicht getan.

Das war sechs Monate her.


Ich wachte auf und sah mich um. Irgendwas war merkwürdig. War da eine Bewegung hinter einem Baum? Ich sah zu Baby.

Sie winselte nervös.

Ich nickte: „Zeit zu gehen. Lass uns die Alarmanlage einschalten gehen und dann nichts wie weg hier.“

Ich trug zwar nur ein Bikinioberteil und kurze Shorts, aber ich würde mich im Zug umziehen können. Wir liefen zum Haus zurück und traten durch die Hintertür direkt in die Küche. Durch die offenen Fenster konnte ich das Wasser rauschen hören.

Es übertönte, zu meiner Überraschung, noch mein Blut, dass durch meine Adern zu rasen begann, als ich Franklin entspannt am Küchentresen lehnen sah. Außer ihm war niemand zu sehen, aber er hatte sicher eine Einheit um das Haus verteilt. Ich warf einen Blick zur Tür.

„Das würde ich an deiner Stelle nicht tun. Da draußen sind Scharfschützen und sie haben von Manticore den Befehl dich in jedem Fall an der weiteren Flucht zu hindern“, knurrte er.

Schicksalergeben öffnete ich die Tür: „Baby, verschwinde! Pass auf dich auf, Kleine.“

„Du hättest den Köter nicht überall mit hinschleppen sollen, Seven. Jeder erinnert sich an die große, umwerfend schöne Blondine und den freundlichen Hund.“

Nachdem die Tür wieder zu war blieb ich stehen: „Ich habe die Einsamkeit nicht ertragen.“

„Dann hättest du nach Hause kommen sollen.“

„Manticore ist kein Zuhause, sondern eine Hölle.“

„Ich werde dich zurückbringen, Seven.“

„Mein Name ist jetzt Hope.“

„Hope“, murmelte er, „Sehr passend“, und trat auf mich zu.

Eine Welle der Angst brach über mich herein: „Tu mir das nicht an, Franklin.“

„Du hättest nicht schon wieder weglaufen sollen. Diesmal kann ich dich nicht beschützen.“

Er war so nah, dass ich ihn berühren konnte, deshalb streckte ich meine Hand nach seinem Gesicht aus und strich über seine Wange, wie er es schon oft bei mir getan hatte: „Lass mich gehen. Ich bin doch keine Gefahr für die Menschen hier draußen.“

„Darum geht es nicht.“

„Franklin, ich bin zwanzig Jahre alt und habe in meinem Leben nichts anders getan als Zerstörung anzurichten! Ich habe ein Anrecht auf Freiheit. Es ist mein Leben!“

„Genau da liegt dein Irrtum, Seven. Es ist nicht dein Leben, es gehört Manticore.“

„Ich bin ein Mensch, ich brauche Freiheit. Ich hasse es zu töten“, ich spürte Tränen über meine Wangen rollen, „Bitte, Franklin“, ich klammerte all meine Hoffnungen an einen einzigen Strohhalm, „Ich weiß, dass ich dir etwas bedeutete. Bitte lass nicht zu, dass sie mich wieder bekommen!“

Er beugte sich zu mir und legte seine Lippen auf meine. Es war ein ganz neues, großartiges Gefühl für mich. Mein Herz hämmerte schnell, mein Magen hüpfte in meinem Bauch auf und ab. Als ich den Druck der Lippen erwiderte zog mich so nah an sich heran, dass ich seinen ganzen Körper an mir spüren konnte. Seine Hände fuhren über meinen unbedeckten Rücken und hinterließen eine Gänsehaut, gleichzeitig schien meine Haut unter seinen Berührungen zu glühen. Als seine Zunge gegen meine Lippen stieß entfuhr mir ein leises Keuchen, doch ich dachte nicht daran ihm den Eintritt zu verwehren. Ich hatte mich danach gesehnt, hatte ihn in den Monaten vermisst. Der Rausch hielt noch einige Zeit an, während er mich erforschte und ich ihn. Ich kannte Liebe nur aus Büchern, Filmen und Erzählungen, doch vielleicht war es genau das. Dieses nervöse Gefühl im Körper, der schnelle Herzschlag die vielen Gedanken die keinen Sinn ergaben. War das Liebe? Würde Franklin mich retten so wie die strahlenden Helden in den Büchern?

Als er sich von mir trennte, legte er seine Stirn an meine: „Ich kann dir nicht helfen, Seven. Du musst zurück.“

Meine Hoffnungen fielen in sich zusammen. Er würde mich nicht retten. Vielleicht konnte er es wirklich nicht.

„Ich kann nicht“, murmelte ich, stieß ihn beiseite und rannte hinaus.

Der erste Schuss fiel prompt. Er traf mich in den Oberschenkel, ich taumelte und warf einen kurzen Blick nach hinten. Ein Mann in Schwarz hatte das Scharfschützengewehr angelegt und zielte erneut.

„Nein! Nicht schießen!“, rief Franklin.

Genau in dem Moment als mich die zweite Kugel in den Rücken traf.

Ich spürte den Schmerz. Spürte, wie die Kugel meine Lunge durchbohrte, und der Sauerstoff nicht den Weg ins Blut fand. Ich fiel und landete auf dem Bauch. Ich konnte mich nicht mehr rühren. Plötzlich landete ein Schatten über mir. Franklin.

Er drehte mich auf den Rücken, zog mich in seine Arme und vergrub sein Gesicht an meinem Hals: „Verdammt, Seven, verdammt! Wieso hast du das getan?“

„Manticore hat keine Macht mehr über mich. Ich bin frei“, murmelte ich.

Er zog seinen Kopf zurück und küsste mich wieder.

Ich sah seine klaren grünen Augen. Ich roch und schmeckte Franklin.

Dann wurde alles dunkel und kalt.

Ende

So...ich hoffe ihr seid nicht allzu schockiert ;-)
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