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Fuck, I'm famous!

von miffi
Kurzbeschreibung
GeschichteHumor / P16 / MaleSlash
Remus "Moony" Lupin Severus Snape
14.03.2008
03.05.2008
6
8.248
14
Alle Kapitel
64 Reviews
Dieses Kapitel
9 Reviews
 
14.03.2008 1.011
 
@Aleya: Danköööö... nett, dass du trotzdem noch mal was schreibst :)
@Hui-Buh: Dir auch noch mal vielen Dank :)
@Lejune: ... und dir sowieso! :D *knuff*


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Kapitel 2

Snape starrte fassungslos in die funkelnden blauen Augen vor ihm. Das konnte unmöglich sein Ernst sein? Ihm wurde übel, wenn er an seine letzten Handlungen auf Erden dachte und an die Konsequenzen, die sie haben würden.

"Das... geht nicht! Potter turnt da unten rum und kennt meine Erinnerungen - ich wollte, dass alle ein furchtbar schlechtes Gewissen bekommen und mich zum Märtyrer erheben! Wie sieht denn das aus, wenn ich da plötzlich wieder ankomme?", fragte er verzweifelt. Nicht einmal post mortem wurde einem der wohlverdiente Ruhm gegönnt.
"Nun hören Sie auf mit dem Geheule. Sie gehen zurück auf die Erde, und damit basta", entgegnete der dicke Mann, nun schon in etwas barscherem Tonfall. Vielleicht hätte er nun ebenfalls die Arme verschränkt - wäre nicht zweifelhaft gewesen, ob er sie überhaupt über seinem Bauch zusammenbekommen hätte.

"Aber hier sind so viele Tote... da fällt es doch gar nicht auf, wenn Sie mich auch durchlassen...", versuchte Snape es kläglich und klammerte sich damit an seinen letzten Strohhalm: das mutmaßlich weiche Herz des überarbeiteten Torhüters. Doch er hatte wiederum die Rechnung ohne den Wirt gemacht. Dieser zeigte sich nämlich wenig amüsiert.

"Ich stehe hier 24 Stunden am Tag, sieben Tage die Woche vor diesem verflucht schweren Eisentor, schiebe es hin und her und gebe mir Mühe, auf diesen endlosen Listen die richtigen Namen abzuhaken, was an sich schon stressig genug ist, aber nun kommen SIE und wollen Extrawürste? Ich bin mir schon ziemlich sicher, dass die Menschheit so was wie Krieg überhaupt nur erfunden hat, um mich zu ärgern, aber das ist ja wohl der Gipfel! Nicht mal anständig sterben können Sie, und ich soll es hinbiegen? Seh' ich aus wie die Wohlfahrt?!", empörte er sich lautstark und sein Gesicht nahm dabei eine erstaunlich rote Färbung an. Vorsichtshalber trat Snape einen Schritt zurück; er hatte bereits ein ausreichendes Sammelsurium an Schmutz auf seinem Umhang, um gut ohne Gehirnmasse aus dem explodierten Schädel des Männchens leben zu können. Glücklicherweise schien der Kopf aber recht stabil zu sein und pendelte sich lediglich allmählich auf den Farbton einer überreifen Walderdbeere ein. Snape war so fasziniert von dem Farbenspiel, dass er die Hälfte des Geplärres überhaupt nicht mitbekam, was aber kein Schaden war, da es sich ohnehin im Kreis zu drehen schien.

"... keine Zeit für Hobbys, nein, ich muss mir andauernd das Genöle von Leuten anhören, die, ich zitiere, 'von so ein bisschen freiem Fall doch unmöglich gestorben sein können' und Ähnliches, und nun Sie, der das genaue Gegenteil will - ich habe die Regeln nicht gemacht, und..."

"Was soll denn das Geschrei hier? Geht das nicht bitte auch ein wenig leiser, ich hab' sowieso höllische Kopfschmerzen...", tönte es plötzlich von irgendwo hinter Snape und er wirbelte herum. Die Stimme kam ihm bekannt vor... und tatsächlich. In diesem Moment hätte er alles Geld der Welt darauf verwettet, in Wirklichkeit schon längst in seiner persönlichen Hölle angekommen zu sein. Er, der Einzelgänger, befand sich unter Millionen von Menschen, musste sich mit überirdischer Bürokratie herumschlagen und dann traf er auch noch DEN VERDAMMTEN WERWOLF! Aber vielleicht war das auch gut - falls er vor Wut einen Herzinfarkt bekam, erhöhte das immerhin seine Chancen, doch noch durch das Tor gelassen zu werden.

"Was...?", schnappte der Dicke unterdessen irritiert und starrte den Neuankömmling an.

"Es ist ein bisschen laut", wiederholte Lupin geduldig und lächelte sein Gegenüber an, das kurz davor schien, eine zu viel zu kriegen. Fast musste Snape grinsen, aber das wäre ja eine Anerkennung für seinen Erzfeind gewesen und deswegen verkniff er sich das entschieden.

"Sie... das kann doch nicht wahr sein! Sie sind noch so einer!", stieß der Torhüter entrüstet aus. "Ja, sind Sie denn alle wahnsinnig da unten?"

"Noch so ein was?", fragte Lupin und sah skeptisch drein, während Snape eine ungute Ahnung beschlich. Teilte der verhasste Werwolf am Ende sein Schicksal? "Und außerdem, wer sind Sie überhaupt, so mit mir zu sprechen?"

Dass das eine gute Frage war, musste sogar Snape neidlos zugeben. Er ließ sich die ganze Zeit von dieser lächerlichen Figur abkanzeln, ohne überhaupt zu wissen, mit wem er da sprach... der (Beinahe-)Tod hatte ihn offenbar weich gemacht. Aber so was passierte den Besten.

"Wer ich bin? Das kommt ganz darauf an, aus welcher Kultur Sie stammen. Für die einen bin ich Petrus" - er streichelte über seinen weißen Bart - "für die anderen Charon, der Fährmann über den Styx" - er fuchtelte erneut mit dem Paddel - "für manche aber auch einfach der Tod" - nun strich er seinen schwarzen Kapuzenmantel glatt - "oder eben diverse andere Gestalten, die die Menschen mit dem Lebensende assoziieren", schloss er stolz und reckte sein Haupt in die Höhe.

"Ich wusste nicht, dass manche Kulturen auf einem cholerischen Walross in die Unterwelt reiten", kommentierte Snape trocken und musterte das Doppelkinn des Mannes, das vor unterdrückter Wut zitterte. Lupin gab ein Husten von sich, das sich verdächtig nach verwandeltem Prusten anhörte, und auch er selbst konnte sich ein süffisantes Grinsen diesmal nicht ganz verkneifen.

"ES REICHT!", herrschte Petrus-Charon sie an und schien nahe daran, sein Bootsutensil zu zweckentfremden. "Machen Sie, dass Sie verschwinden! Ich hab' hier noch anderes zu tun!"

"Eine Frage noch", warf Lupin in seiner unnachahmlich ruhigen Stimmlage ein. Das Männlein knirschte mit den Zähnen. "Und zwar: Was ist mit Nymphadora Tonks?"

"TOT!", brüllte der Tod wenig taktvoll. "Wenigstens eine, die es ordentlich hinbekommen hat!"

"Ah ja", nickte der Werwolf mit unbewegter Miene und Snape wunderte sich. Was hatte das nun wieder zu bedeuten?

"Noch eine Frage", meldete er sich zu Wort und genoss einen Augenblick den herrlichen Ausdruck auf dem Gesicht des Torwächters. "Wie sollen wir hier denn verschwinden?"
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