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Fuck, I'm famous!

von miffi
GeschichteHumor / P16 / MaleSlash
Remus "Moony" Lupin Severus Snape
14.03.2008
03.05.2008
6
8.248
14
Alle Kapitel
64 Reviews
Dieses Kapitel
7 Reviews
 
 
14.03.2008 1.195
 
Titel: Fuck, I'm famous!

Autor: miffi

Pairing: SS/RL

Rating: ab 16

Genre: Humor

Disclaimer:
Harry Potter + zugehöriges Universum gehören JKR. "The Girl from Ipanema" gehört Antônio Carlos Jobim (man lernt nie aus). Einige brillante Plotideen gehören Lejune - bedankt/beschwert euch bei ihr, denn ohne sie wäre die Story niemals das geworden, was sie nun ist :)

A/N:
Diese Story ist für eine Challenge der LJ-Community heulende_huette entstanden.
Mein ewiger Dank gebührt zudem, wie bereits erwähnt, Juny, die außerdem den Job der Beta übernommen hat. Was täte ich nur ohne dich ;) *knuff*

Challenge:
Nr. 12 von jachet: Der Tod war anders, als Snape erwartet hatte. Vor allem hatte der Tod ihn nicht erwartet und lässt nicht mit sich handeln. Snape muss zurück - und das, nachdem er Potter seine Erinnerungen anvertraut hat.


******************************

Kapitel 1

Snape hasste Menschen. Sie waren laut, aufdringlich und lästig. Sie waren falsch und auf ihren eigenen Vorteil bedacht; freundlich, wenn nötig und bösartig, wenn möglich. Wenn es etwas gab, was er nach seinem Tod nicht vermissen würde, so war das die Gesellschaft von anderen Menschen, so viel wusste er.

Womit er nicht gerechnet hatte, war, dass tote Menschen noch lästiger waren als lebendige.

Als ob es nicht genug gewesen wäre, dass er inmitten eines schier unendlichen Heeres von fröhlich schnatternden Verstorbenen stand, denen das Konzept der sozialen Distanz gänzlich unbekannt zu sein schien, nein - sie ließen es sich zudem nicht nehmen, ihn mit den unterschiedlichsten Flüssigkeiten aus ihren diversen undichten Stellen zu besudeln. Er rümpfte die Nase und zog seinen schwarzen Umhang fester um sich, um ihn von seinem Nachbarn fernzuhalten, der gerade ungeachtet seines munter vor sich hin sprudelnden Armstumpfes einen gestenreichen Bericht seines heroischen Todes zum Besten gab und die begeisterten Zuhörer mit einer warmen, roten Dusche bedachte. Niemand schien sich daran zu stören - sie hatten alle das große, gusseiserne Tor im Blick, das wie in jedem schlechten Klischeegemälde von Muggel-Himmelstoren stolz vor ihnen aufragte und Stück für Stück die wartenden Toten aufnahm. Snape seufzte ergeben, als er Zentimeter um Zentimeter vorangeschubst wurde und unterdrückte den Drang, genervt einen Blick auf seine nichtvorhandene Armbanduhr zu werfen. Er erkannte keinen der Menschen um sich herum, allerdings war das auch gar nicht nötig, um in seine altbekannte Rolle zu schlüpfen: Er verschränkte die Arme und blickte grimmig drein, während der Rest seinen Spaß hatte.

Er hatte keine Ahnung, wie viel Zeit vergangen war, als er sich dem Tor endlich so weit genähert hatte, dass er erkennen konnte, dass es sich enttäuschenderweise nicht magisch auftat, sondern von einem älteren Herren ächzend per Hand betätigt wurde. Der Mann mit der seltsamen Zusammenstellung aus schwarzer Kutte, weißem Rauschebart und dickem Schmerbauch kämpfte sich beständig durch riesige Berge von Papier, hakte offenbar Namen ab und winkte die Wartenden nacheinander durch das Tor hindurch. Was zudem maßgeblich zur Merkwürdigkeit seines Auftretens beitrug, waren seine unterdimensionierten fluffig-silbrigen Flügelchen und das Holzpaddel, mit dem er hektisch in der Luft herumfuchtelte. War das ein schlechter Scherz? Der Typ sah aus, als wollte er mit fünf Kostümen zugleich auf einer Faschingsparty punkten! Snape sah sich um, doch die Ignoranten, die ihn umringten, schienen keine Notiz von dem absoluten No-Go eines Outfits vor ihnen zu nehmen.

Er begann sich zu fragen, wo er hier eigentlich gelandet war - reichlich spät, wie ihm auffiel. Die ganze Zeit war er so beschäftigt damit gewesen, sich über die Impertinenz der siffigen Toten aufzuregen, dass er bisher einfach nicht dazu gekommen war. Nun, dass er ebenfalls tot war, war wohl nicht zu leugnen. Dieses Miststück von Dunklem Lord hatte seine verdammte Schlange auf ihn gehetzt, und das nach all den Jahren fast treuer Dienste! Eine Frechheit. So viel zum Thema Abfindung und Lebensabend auf Mallorca, Pustekuchen... so ein Geizhals. Apropos Hals: Sein eigener tat noch immer bestialisch weh. Sollte er das nicht eigentlich unterlassen? Mr Arm-ab zumindest schien es nicht zu stören, dass man viel Phantasie brauchte, um seine Gesten deuten zu können - er wirkte nicht so, als würde er Schmerzen verspüren. Warum also er? Snape war verzweifelt; nun konnte er das nicht einmal mehr auf die Ungerechtigkeit des Lebens schieben.

Als er schließlich endlich an der Reihe war und sich vor der zwei Köpfe kleineren Witzfigur aufbaute, war seine Laune auf dem absoluten Nullpunkt angelangt. Dass dieser verkappte Clown ihn nun verwirrt anschielte, war dabei nicht gerade hilfreich.

"Ähhäh...", machte die geflügelte Presswurst eloquent und wedelte sacht mit dem Paddel. Snape überkam der unbestimmte Drang, dem Kerl das Ding aus den Wurstfingern zu reißen und über den kapuzenbezogenen Schädel zu ziehen.

"WAS?", platzte er heraus und wand seine Finger ineinander, um sie an unbeherrschten Aktionen zu hindern. "Noch nie einen Toten gesehen, oder wie schaut's aus?!"

Das schien den Herrn aus seiner irritierten Starre zu erwecken und er blinzelte kurz.

"Doch, doch... Tote schon", erwiderte er rätselhaft, zerstörte aber die aufgebaute Mystik durch das lächerliche Flappen seiner Flügelchen umgehend wieder. Snape hob die Augenbraue - eine Bewegung, die er dermaßen verinnerlicht hatte, dass es ihm nicht einmal mehr bewusst wurde. Vielleicht tat die Braue es auch bereits nach eigenem Ermessen.

Auf jeden Fall hatte dieser Trottel offenbar vor, ihn zu verarschen. Wie hätte es auch anders sein können?

"Jetzt hören Sie mal zu, Sie Blödmann mit dem modischen Fehltritt des Jahrhunderts! Ich lass' mich doch hier nicht vergackeiern, nachdem ich mich von diesem Mistvieh habe beißen lassen, gestorben bin und danach gefühlte zweihundert Stunden in einer ganz und gar unbritischen Schlange angestanden habe! Ich bin müde, mir tut alles weh und ich bin dreckig, also lassen Sie mich gefälligst endlich durch dieses verdammte Tor in den Himmel, die Hölle, den Hades, das Nirvana oder weiß der Teufel, was es tatsächlich sein mag!", zeterte er und beugte sich vor, gefährlich nah an das runde Gesicht des Männleins heran.

"Sehen Sie, genau da liegt das Problem", erwiderte der andere ungerührt und verzog den Mund zu einem nachsichtigen Lächeln, das verstörend dem eines gewissen ehemaligen Schulleiters glich. Snapes Augenlid wählte diesen Augenblick, um anzufangen bedenklich zu zucken.

"Welches... Problem", presste er zwischen zusammengebissenen Zähnen heraus, da der Typ anscheinend Freude daran hatte, sich alles aus der Nase ziehen zu lassen.

"Sie sind nicht tot."

Nun war es an Snape, schockiert zu erstarren. Er machte das auch ganz fabelhaft. Aber nach einigen Sekunden war es auch wieder gut.

"Ich bin nicht... was?! Bin ich wohl!", argumentierte er überzeugend und gestikulierte zur Untermalung wild in Richtung seiner klaffenden Halswunde.

"Sind Sie nicht...", setzte der Herr an, doch weiter kam er nicht, bevor Snape ihn unterbrach.

"Doch!"

"Nein."

"Doch!!"

"Neeein."

"Doch! Ich bin gestorben, ich war dabei! Ich weiß doch wohl, wenn ich tot bin!"

"Mit Verlaub - das wissen Sie offenbar nicht. Da muss ein Fehler vorliegen. Sie stehen nicht auf der Liste, Mr Snape."

"Ich bin nicht tot, weil mein Name nicht auf einem verdammten Stück Papier steht? Das ist absurd!"

"Nein, das ist Bürokratie. Herzlich willkommen in der Realität."
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