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You belong to me

GeschichteAllgemein / P16 / Gen
Dr.Cooper Freedman Dr.Violet Turner
12.03.2008
26.04.2008
6
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12.03.2008 1.012
 
Langsam, immer einen Schritt vor den anderen setzen.  Auf wackeligen Beinen tapste der kleine Junge aus seinem Kinderzimmer, durchquerte das Wohnzimmer und musste dann enttäuscht feststellen, dass da ein Hindernis war. Die Tür zum Schlafzimmer seiner Eltern war geschlossen. Nicht nur angelehnt, nein, geschlossen.
Der Kleine hielt sich an der Tür fest und stellte sich auf die Zehenspitzen. Es war ein waghalsiges Experiment, er musste sich mit einer Hand festhalten und dann mit der anderen nach der Türklinke greifen, die doch soweit oben war. Er versuchte es.
Es misslang gründlich. Er streckte sich soweit er konnte, griff mit seiner Hand nach oben, konnte gerade mit seinen Fingerspitzen die Klinke fühlen, doch weiter kam er nicht. Er war zu klein.  Enttäuscht ließ er sich auf seinen Hintern fallen und blieb vor der Tür sitzen.  Große Krokodilstränen stiegen in seine grünen Augen, weil er nicht ins Schlafzimmer kam.
„Was machst du da, Jason?“ Ein kleines Mädchen mit wuschigem Lockenkopf kam um die Ecke und schaute ihn an. „Willst du nicht mehr verstecken spielen?“
Jason schüttelte den Kopf und schaute seine große Schwester an. „Will zu Mama und Papa.“
„Die schlafen bestimmt noch. Aber ist ja egal.“, meinte das Mädchen und öffnete ihrem Bruder die Tür.  Zu faul um aufzustehen krabbelte der Kleine die letzten paar meter zum großen Bett seiner Eltern und kletterte hinauf. Das Mädchen folgte ihm und setzte sich auch aufs Bett. Wie vermutet schliefen ihre Eltern noch tief und fest. Die Kleine kicherte. „Schlafmützen.“
„Aufwachen!“, schrie Jason und grinste schelmisch von einem Ohr zum anderen. Sein Geschrei hatte den gewünschten Effekt. Die beiden schlafenden Personen schreckten hoch.
„Jason… Ava..“, murmelte Violet verschlafen und drehte sich auf die andere Seite, um ihren Blick auf den Wecker zu richten, „ Seid ihr schon wach?“
Es war 6 Uhr.
Cooper zog sich die Decke über den Kopf. „Oh bitte. Lasst mich meine letzte halbe Stunde Schlaf noch genießen.“
„Wir sind schon lange wach.“ ,erzählte Ava stolz.
„Wir haben Orangensaft gekocht.“ Jason strahlte seine Mutter an.
„Ihr habt was???“ Nichts Gutes ahnend rieb sich Violet den Schlaf aus den Augen und stand auf.
„Es heißt gepresst, nicht gekocht.“, korrigierte Ava ihren Bruder und folgte dann ihrer Mutter in die Küche.
Diese war jedoch das reinste Chaos. Violet seufzte. Alle Mandarinen, die sie am Tag zuvor gekauft hatte, waren abgeschält und lagen zusammengequetscht quer am Regal verstreut. Der Saft der Früchte klebte am Tisch, am Boden und ein kleiner Rest war in einem Glas. Die Schalen lagen ebenfalls in allen Ecken und Enden des Raumes.
Ava nahm das Glas und hielt es ihrer Mutter hin. „Das ist für dich. Orangensaft.“, lächelte sie. Trotz des Chaos musste auch Violet lächeln. Ihre Kinder hatten es ja nur gut gemeint. „Schmeckt sicher lecker.“ Sie nahm das Glas entgegen. „Aber ihr wisst, dass ihr alleine nicht kochen dürft.“ Violet war nur froh, dass sie sich nicht mit einem Messer oder ähnlichem Besteck gespielt hatten.
„Jaaa.“, sagte Ava ungeduldig, „ jetzt koste endlich.“ Ihre blauen Augen ruhten gespannt auf dem Glas, das ihre Mutter immer noch in ihrer Hand hielt.
Violet setzte es an ihre Lippen und trank den kleinen Schluck, der darin war. Es schmeckte etwas sauer und ziemlich wässrig, die Kinder hatten wohl noch Wasser dazugeleert damit es mehr wurde.
„Lecker.“
Mit dieser Aussage war Ava zufrieden und lief wieder zurück ins Schlafzimmer, wo ihr kleiner Bruder gerade dabei war, ihrem Vater auf die Nerven zu gehen.
Violet blieb in der Küche, um die Sauerei der Kinder zu beseitigen. Sie hörte Ava quietschen und Jason kichern und wusste, dass Cooper seine letzte halbe Stunde Schlaf vergessen konnte.
Noch müde machte sie sich dann ans Frühstück, nachdem sie das Gröbste beseitigt hatte. Es dauerte nicht lange und ein äußerst verschlafener Cooper betrat die Küche, gefolgt von einer hopsenden Ava und einem gutgelaunten Jason.
„Viel zu früh… es ist viel zu früh…“, murmelte Cooper wiederholt, während er sich an den Tisch setzte und gähnte. „Es ist gar nicht früh.“, widersprach Ava ihm fröhlich und summte ein Kinderlied.
Jason hielt sich die Ohren zu.
Violet stellte den beiden Kindern zwei Müslischüsseln mit warmer Milch hin und füllte sie mit Cornflakes.
„Schoko.“, sagte Jason und schaute böse auf sein Müsli. Ava nahm ihren Löffel und begann zu essen.
„Die Schoko- Cornflakes sind leer.“, sagte Violet und stellte Brot und Aufstriche vor Coopers Nase, der beinahe im Sitzen eingeschlafen wäre.
Jasons Mund begann weinerlich zu zucken. „Will aber Schoko!!“ Wütend patschte er mit dem Löffel in sein Müsli, dass die Milch nach allen Seiten herausspritzte. „Jason!“, sagte Violet streng.
„Wenn du immer nur an Schokolade denkst, wirst du bald so dick wie Großtante Emma.“, sagte Ava zu ihm, woraufhin Jason große Augen machte und doch begann, brav sein Müsli zu löffeln.
Cooper fielen bereits wieder die Augen zu, woraufhin Violet ihm wortlos eine Tasse Kaffee neben seinen Teller stellte. „Danke, Schatz… „ Cooper lächelte und trank. An manchen Tagen kam er ohne dieses Wundergetränk gar nicht weit.
Im Schlafzimmer ging in diesem Moment der Wecker mit schrillem Geräusch los. Ava sprang auf. „Ich mach ihn aus!!“ Und schon flitzte sie flink aus der Küche.
„Wenigstens haben wir heute keinen Stress.“ Violet schmierte sich in aller Ruhe ein Butterbrot und biss genüsslich davon ab.
„Ja.. wenigstens das.“ Cooper gähnte noch ein letztes Mal herzhaft.

Etwas später hatten sie alle fertig gefrühstückt, waren angezogen und abfahrbereit. Violet hatte Jason am Arm und stand neben Cooper beim Eingang.
„Ava, kommst du?“
„Komme gleich!“, kam es aus dem Kinderzimmer zurück.
Cooper sah Violet an. Einige Minuten vergingen.
„Wann ist gleich?“, hakte Violet nach und schaute auf ihre Uhr.
„Gleich!“
Cooper seufzte. „Ava, wir wollen fahren.“
„Ich kann Marie nicht finden!“, rief das Mädchen verzweifelt aus dem Kinderzimmer zurück.
„Marie??“
„Ihre Lieblingspuppe.“, sagte Violet und drückte Cooper Jason in die Hand. Schnellen Schrittes ging sie ebenfalls ins Kinderzimmer, um ihrer Tochter suchen zu helfen.
„Hier ist sie.“ Violet zog die Puppe aus einer Kiste heraus. „Du hast sie gestern da reingeworfen, als du wütend warst.“
„Oh.“ Zufrieden drückte Ava die Puppe an sich.
„Okay, wir können los.“
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