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Bittere Erkenntnis

GeschichteLiebesgeschichte / P12 / MaleSlash
Jonathan Palmer Nicolas Scott Richard Rokeby
01.03.2008
01.03.2008
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Bittere Erkenntnis


Wie lange saßen sie hier schon? Er an die Wand gelehnt, während er seinen Freund fest in seinen Armen hielt. Beschützend vor den dummen Schafen, die sich hier an der Schule aufhielten.

Richard würde jede Gefahr von dem Kleineren abwenden und ihn mit all seiner Kraft beschützen die ihm zustand. Er genoss jeden Augenblick mit ihm und ihre ruhigen Momente, in dem sie nur beieinander waren.

Wenn Richard nah an Jonathan gekuschelt war und er seine Nähe wahrnehmen konnte. Den warmen Atem an seinem Nacken spürte, welcher Jonathan ruhig ausstieß.

Jonathan war so zerbrechlich und schutzbedürftig.

„ Jon “ murmelte Richard sanft und streichelte dem Kleineren über den Rücken.

Noch gut zwei Jahre. Dann hätten sie endlich die Schule geschafft. Dann konnte Richard weit weg gehen mit Jonathan. Irgendwohin wo niemand sie belästigen würde und sie ihre Ruhe hätten.

Was man hier nicht unbedingt behaupten konnte. Ständig war es ein neuer Kampf ums Überleben. Nicht nur von den Noten und Lehrern her, sondern auch von den Mitschülern, die einen immer belagerten und auflauerten.

Ein Klopfen riss Richard aus seine Träumereien und ließen ihn sauer zur Tür blicken. Kurz darauf trat ein brauner Haarschopf ein und blickte sich zögernd im Zimmer um, ehe sein Blick auf dem Bett haften blieb, wo er die beiden Jungs sah.

Dieser Anblick versetzte Nicolas einen Stich. Diese Berührung wirkte so vertraut und Jonathan gab sich ohne Bedenken diesem Jungen entgegen, was Nicolas nicht begreifen konnte.

„ Ähm Jon, wir... wir wollten doch ein wenig raus gehen “ begann Nicolas zu erklären. Dabei konnte er seine Nervosität nicht ganz unterdrücken. Bohrten sich Richards Augen regelrecht in ihn.

All seine Abneigung, Hass und Wut auf Nicolas, konnte der Junge auf sich spüren.

Doch durfte er nicht aufgeben. Denn wenn er jetzt ging, würde er Jonathan an den anderen Jungen verlieren. Und das für immer. Richards Einfluss auf seinen besten Freund war tiefer, als es Jonathan selbst bewusst war.

„ ’tschuldige Nicolas, hab wohl die Zeit vergessen “ meinte Jonathan achselzuckend und holte den Jungen mit der Brille aus seinen Gedanken. „ Können wir das vielleicht verschieben? Richard hatte mich gebeten heute bei ihm zu bleiben. “

„ Ach und was ist mit mir? “ fragte Nicolas verzweifelt. „ Bin ich dir denn nicht wichtig? “

„ Nicolas ich... “ brachte Jonathan leise heraus, ehe er sich auf die Unterlippe bis.

Gewissensbisse plagten ihn und er war innerlich zerrissen. Natürlich wollte er seinen besten Freund nicht verletzten, doch hatte er Richard versprochen den Tag bei ihm zu verbringen. Er konnte es sich selbst nicht erklären, aber Richard zog ihn magisch an.

Jonathan fühlte sich in dessen Nähe wohl und geborgen. Jemanden bei dem er sich bedenkenlos fallen lassen konnte und wonach er sich all die Jahre gesehnt hatte.

Da Richard seinen Freund genau beobachtet hatte, merkte er wie unangenehm Nicolas Nähe für ihn war. Zumindestens sah es Richard so und sah darin eine Bedrohung für Jonathan.

„ Du siehst doch, das er nicht will “ entgegnete ihm Richard genervt und löste sich mit einem kurzen, sanften Blick zu Jonathan, von ihm.

Dann drehte er sich zu Nicolas herum und schob ihn bestimmend mit wenigen Schritten aus dem Zimmer. Jetzt waren seine Augen alles andere als freundlich. Eher angeekelt und geringschätzig, blickte Richard auf den Jungen herab.

„ Verschwinde Scott “ zischte ihm Richard dunkel zu. „ Und zu deinem eigenen Interesse, halte dich in Zukunft von Jonathan fern oder du wirst es bereuen. “

Damit knallte ihm Richard die Tür zu. Bevor er sich umdrehte, zierte wieder ein warmes Lächeln seine Lippen. Hier in diesem Raum, sah es niemand... außer Jonathan. Er war der Einzigste, dem dieses Lächeln zustand. Nur für ihn hegte Richard wahre Gefühle, die nicht aus Hass bestanden.

Zufrieden kehrte er zu seinem Freund zurück. Jetzt gehörte der Kleinere ganz ihm. Er hatte es gesehen. In den ängstlichen und schwachen Augen Scotts. Die bittere Erkenntnis, das er an Jonathan nicht mehr rankommen würde.

Dafür würde auch Richard sorgen. Der Kleine gehörte zu ihm und es sollte ja niemand wagen, sich zwischen sie zu stellen. Er würde sich das Einzigste nicht nehmen lassen, was ihm in kurzer Zeit so wichtig geworden war.

„ Richard? “ fragte ihn Jonathan vorsichtig.

„ Du bleibst bei mir, oder Jon? “ fragte ihn Richard leise und setzte sich neben dem Kleineren auf das Bett. „ Du wirst mich nicht verlassen. “

Sanft, beinahe liebvoll, streckte Richard seine Hand aus und strich zärtlich über Jonathans Wange. Prägte sich jedes Detail von diesem fein geschnittenen Gesicht ein. Die mandelbraunen Augen, welche ihn unschuldig anblickten und immer mehr in ihren Bann zogen. Genauso wie diese lieblichen Lippen vor sich.

„ Nein, werde ich nicht “ bestätigte ihm Jonathan und rückte näher zu Richard.

Merkte das sein Freund etwas bedrückte. So nahm er denn sonst so starken Jungen in seine Arme und kuschelte sich selbst an die starke Brust des anderen. Kurz darauf schlangen sich Richards Arme um seine Hüfte und zogen ihn näher an sich.

„ Gut “ flüsterte ihm Richard leise zu. „ Denn das würde ich auch nicht zulassen... Jon. “

Dann legten sie sich zurück aufs Bett und kuschelten sich eng aneinander. Jonathan nah an Richard und legte seinen Kopf auf dessen Brust ab. Richard Blickte starr zur Decke, während er mit seinen Händen besitzergreifend Jonathans Taille umschlang und ihn fest an sich schmiegte und nicht mehr gewillt war ihn aufzugeben.


Owari
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