Music From The Heart

GeschichteRomanze / P12 Slash
Kaidou Kaoru
14.02.2008
24.11.2008
12
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Titel: Music From The Heart
Autor: Iwa
Teil: 1/?
Genres: AU, Drama, Romantik, Shounen-Ai
Pairing(s): Inui x Renji x Kaido / Andeutungen auf Tezuka x Fuji, Oishi x Eiji und Sanada x Yukimura
Warnings: Shounen-Ai + Threesome
A/N: ich sag nur AU xD alles wichtige erfährt man eigentlich im verlauf der story :3


Die Musik war zu laut. Zu viele Menschen, die sich in einen Raum quetschten. Kaido seufzte. Er mochte keine Clubs, es war einfach zu viel los. Und die Musik, die aus den Lautsprechern dröhnte, war nicht mal besonders gut. Aber er hatte nun mal keine Wahl. Seine Familie war heute umgezogen, sie hatten den ganzen Tag geschuftet. Sein Vater hatte ihm abends plötzlich Geld in die Hand gedrückt und gemeint, er solle sich ein wenig ausruhen und sich einen schönen Abend machen, wobei er auch gleich die Gesellschaft ein wenig kennen lernen konnte. Kaido hatte protestiert, weil er seine Eltern mit der Arbeit nicht alleine lassen wollte, aber sie hatten darauf bestanden. So war er in diesem Club gelandet.

Kaido saß am Tresen und nippte an seinem Getränk. Er verstand wirklich nicht, warum dermaßen viele Leute hier waren. Der Club war wirklich nichts Besonderes. Klein, aber nicht unbedingt ungemütlich, doch freiwillig wäre Kaido niemals in diesen Laden gegangen.

Plötzlich ging die laute Musik aus, Kaido dachte schon, der Laden würde jetzt schließen, doch die Massen, die vorher noch so weit es ging auf der Tanzfläche verteilt waren, drängelten sich jetzt alle vor die kleine Bühne, auf der rechten Seite des Clubs. Kaido drehte sich auf seinem Barhocker, um wenigstens einen Blick zu erhaschen, was da vor sich ging. Zwei Personen betraten die Bühne, stellten sich vorne hin und verbeugten sich. Die Menge fing an zu kreischen. Alles, was die Beiden möglicherweise hätten sagen können, wäre hoffnungslos in der Lautstärke verloren gewesen.

Der Größere von beiden setzte sich an das Klavier, das links auf der Bühne stand. Der andere stellte sich rechts davon hin und hob scheinbar ein Instrument zu seiner Schulter. Kaido konnte nicht sehr viel sehen, da ihm die ganzen Leute die Sicht versperrten. Aber im Endeffekt war es ihm egal. Die Musik von den Beiden konnte nicht viel besser sein, als das, was vorher gelaufen war.

Der am Klavier Sitzende begann zu spielen, sein Partner stimmte nach wenigen Takten ein. Kaido erkannte, dass der andere Geige spielte. Die Menge wurde mucksmäuschenstill. Kaido gab zu, beide wussten, wie man die Instrumente verwendete. Kaido schaute ruckartig auf, als sich mit einem Mal die Musik veränderte und eine Stimme anfing zu singen. Sie war tief und vibrierte auf den unteren Tönen ein wenig. Kaido lief ein Schauer über den Rücken. Er stand auf und versuchte sich einen Weg durch die Menschenmassen zu bahnen. Er musste die Personen auf der Bühne sehen. Wer ihn mit Musik so verzaubern konnte, musste wahrlich genial sein.

Es war schwer sich bis nach vorne durch zu drängeln, da niemand freiwillig seinen Platz aufgeben wollte. Aber nach einer Weile hatte sich der Schwarzhaarige bis direkt vor die Bühne durch gekämpft. Er war überwältigt, er hatte noch nie ein schöneres Spiel gehört, und diese wahnsinnige Stimme… Kaido betrachtete die beiden. Der am Klavier hatte kurzes, stacheliges, schwarzes Haar und eine eckige Brille mit einem dicken schwarzen Gestell auf der Nase. Er sang, was eigentlich klar war, da der Geigenspieler ja schlecht singen konnte. Kaido merkte, wie ihm wieder ein Schauer den Rücken herunter lief. Diese wundervolle Stimme gehörte also zu dem Klavierspieler. Seine Augen weilten eine Weile länger auf dem jungen Mann. Er hatte ein schönes Profil. Seine Finger glitten leicht und ohne ein einziges Zögern über die Tasten.

Schwer nur konnte Kaido seine Augen von ihm abwenden, um seinen Mitspieler anzusehen. Seine braunen Haare fielen ihm weich in einem perfekt geraden Schnitt ins Gesicht. Seine Augen waren in scheinbarer Konzentration geschlossen. Auch seine Hände bewegten sich an dem Instrument, als hätten sie nie etwas anderes gemacht.
Kaido fragte sich, wie lange die beiden wohl schon zusammen spielten, um diese Harmonie zu erreichen. Er wusste aus Erfahrung, dass man Jahre brauchte, um sich so komplett auf seinen Partner einzustellen.

Kaido ließ sich völlig mit der Musik berauschen. Er kam erst wieder zu Sinnen, als der Raum still wurde. Die beiden Spielenden verbeugten sich wieder vor der Menge und verließen dann die Bühne. Sie wurden von wildem Jubel begleitet. Kaido sah ihnen verwirrt hinterher. War es schon zu Ende? Er stellte fest, dass sie tatsächlich eine Dreiviertelstunde gespielt hatten. Die Zeit war viel zu schnell vergangen. Die Menschenmenge um ihn herum fing an sich auf zu lösen, die meisten waren nur wegen dieser Vorstellung hier gewesen. Es wurde leer um Kaido, aber der stand immer noch unbeweglich vor der Bühne. Noch nie hatte ihm Musik derart den Verstand geraubt. Er löste sich aus seiner Starre, als plötzlich wieder Geräusche aus den Lautsprechern kamen und die verbliebenen Gäste sich zurück auf die Tanzfläche begaben.

Kaido ging zum Tresen zurück und bestellte sich noch ein Getränk. Als der Rotschopf, der ihn bediente mit dem Glas zurück kam, stützte sich Kaido auf die Ellbogen.
„Entschuldigung“, sagte er laut.
Der Rotschopf schaute ihn an.
„Hoi hoi? Ist irgendwas nicht in Ordnung?“
„Fshuu.“
Kaido schüttelte den Kopf.
„Spielen die Beiden von eben öfter hier?“

Sein Gegenüber schien im ersten Moment etwas verwirrt zu sein. Seine Stirn lag in Falten, während er nachdachte. Aber sein Gesicht hellte sich sofort auf, als er verstand, was der andere meinte.
„Du meinst Inui und Yanagi. Wenn du sie nicht kennst, musst du neu hier sein.“
Kaido erwiderte nichts. Er hatte nicht vor jemanden, den er nicht kannte, seine Geschichte zu erzählen. Der Rotschopf kratzte sich am Kopf, scheinbar war sein Gast kein gesprächiger Mensch.
„Sie spielen hier immer Dienstags, Freitags und Samstags, nya.“
Kaido nickte.
„Vielen Dank… Fshuu.“
Er trank seine Limonade aus, stellte das Glas zurück auf den Tresen, legte das Geld daneben und verließ den Club.

Auf dem ganzen Weg zurück nachhause ging ihm die Musik nicht aus dem Kopf.

----

Kaido stand vor der Tür seines neuen Klassenzimmers. Er hasste es mitten im Jahr um zu ziehen, aber es konnte nicht geändert werden, da sein Vater plötzlich versetzt worden war. Er mochte es nicht, wenn er der einzige war, für den alles neu war, wenn sich alle anderen Schüler schon kannten. Auch wenn er nie kontaktfreudig war, störte es ihn, wenn er niemanden kannte. Aber am schlimmsten waren die Blicke, die man als neuer Schüler zwingend erhielt.

Kaido starrte die Tür an. Nein, er mochte es absolut nicht mitten im Jahr die Klasse zu wechseln. Trotz des Umstandes, dass erst fünf Wochen seines ersten Jahres in der Senior High vergangen waren.
Plötzlich stellte sich jemand neben ihn. Kaido erkannte den Mann als seinen neuen Klassenlehrer, dessen Namen er sich noch nicht gemerkt hatte.
„Entschuldige, dass ich dich hab warten lassen, Kaido-kun. Also, dann gehen wir mal rein.“
Der ältere Herr öffnete die Tür und ging ins Klassenzimmer. Er legte seine Tasche auf dem Tisch ab, während alle Schüler aufstanden.
„Guten Morgen, setzt euch“, sagte der Lehrer. „Ich möchte euch euren neuen Mitschüler vorstellen.“
Kaum hatte er das gesagt begannen alle Schüler laut zu tuscheln. Kaido verdrehte entnervt die Augen und betrat dann den Raum. Er schrieb ordentlich seinen Namen an die Tafel.
„Das ist Kaido Kaoru, bitte nehmt ihn freundlich auf“, redete der Lehrer weiter. „Bitte setz dich hinten auf den leeren Platz, Kaido-kun.“
Der Schwarzhaarige nickte und begab sich zu dem Platz, der ihm zugewiesen wurde. Er merkte, wie alle Blicke auf ihm lagen, wie einige ihn argwöhnisch anschauten. Ein leises Zischen entkam Kaidos Lippen. Er hasste das.

Kaido saß ihn der letzten Reihe. Rechts neben ihm waren nur zwei freie Plätze, links von ihm stand nur ein Tisch.
„Dich kenn ich“, sagte plötzlich jemand.
Kaido schaute sich verwirrt um. Er sah den Jungen links neben sich. Der grinste ihn an.
„Du bist der Kerl von vorgestern im Club. Hätte nicht gedacht, dass du neu auf unsere Schule kommst. Aber das erklärt, warum du dich nicht auskanntest, nya“, redete der Rotschopf in einem Schwall.
Kaido verstand zuerst nicht. Er konnte das Gesicht wirklich niemandem zuordnen, den er kannte. Doch bei dem kleinen Quietschen am Satzende, fiel ihm wieder ein, vorher der andere ihn kannte. Er war der Kellner im Club, in dem er am Samstag gewesen war.

Das Grinsen des Rotschopfes wurde größer, als er bemerkte, dass Kaido wieder einfiel wer er war.
„Ich kann mir Leute gut merken“, meinte er stolz. „Kikumaru Eiji, hoi. Wenn du irgendwelche Fragen hast, wend dich an mich, ich kenn mich hier aus.“
„Fshuu.“
Kaido sagte nichts dazu. Was sollte das? Warum fühlte sich der andere so toll? Er war doch auch erst seit vier Wochen hier, genau wie all die anderen Schüler in der Klasse. Das war nicht das einzige, was Kaido störte. Dieser Kikumaru redete ihm zu viel und vor allem zu viel Unnützes. Er mochte keine Labertaschen.

Kaido packte seine Sachen aus und konzentrierte sich auf den Unterricht. Eiji schien es nicht zu stören, dass er scheinbar ignoriert wurde.

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„Neh, neh, woher kommst du eigentlich? Du bist doch bestimmt neu hierher gezogen, oder?“, fragte Kikumaru.
Kaido antwortete ihm nicht. Gleich in der ersten Pause wurde er wieder von dem quirligen Rotschopf genervt. Verstand der nicht, dass Kaido keinen Wert auf seine Gegenwart legte? Besagter kratzte sich am Kopf.
„Mou, du bist wirklich ungesprächig, nya.“
Danach herrschte kurz Schweigen zwischen den Beiden, was natürlich nicht lange hielt.
„Hn, sag mal, kommst du morgen wieder zum Club? Dir schien der Auftritt ja gefallen zu haben.“

Diesmal schwieg Kaido aus dem einfachen Grund, weil er sich selbst nicht sicher war. Doch Zeit um darüber nach zu denken, hatte er keine, denn Kikumaru redete auch schon weiter.
„Oh, ich weiß. Wenn du möchtest, kann ich dich in der Schule herumführen. Ich kenn mich hier wirklich aus, weißt du. Ich bin nämlich sitzen geblieben, nya…“
Wieder kratzte sich der Rotschopf am Hinterkopf und lachte verlegen.
Kaido versuchte einfach alles aus zu schalten. Das ihm jemand helfen wollte, war ja schön und gut, aber musste es eine Person sein, die ihn bis zum Umfallen zu schwafeln würde?
So viel also zu einem ruhigen, ersten Schultag in der Seishun Senior High.
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