Unter dem Schutz einer fremden Seele

von Kathyana
GeschichteMystery, Schmerz/Trost / P6
Clark Kent Jonathan Kent Martha Kent
07.02.2008
13.02.2008
5
5.671
2
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07.02.2008 866
 
Fandom: Smallville
Autorin: Aiyana
Disclaimer: Ich habe keinerlei Rechte an „Smallville“ und mir die Charaktere lediglich für diese Story ausgeliehen.


Smallville
„Unter dem Schutz einer fremden Seele“

Mit verträumtem Blick betrachtete Clark Lana Lang durch sein Teleskop, das er genau auf ihre Veranda scharf gestellt hatte. Sie war im wahrsten Sinn des Wortes das Mädchen seiner Träume. Und doch wagte er es einfach nicht, ihr zu zeigen, was er für sie empfand. Außerdem war da noch Whitney, der Footballstar der Schule und Lanas fester Freund.
Bei so einem tollen Mädchen konnte er sicherlich niemals landen. Außerdem waren sie schon seit vielen Jahren Nachbarn und sie hatte es erst einmal für nötig gehalten, ihm einen Besuch abzustatten. Und auch da nur, um sich bei ihm für ihren Freund, Whitney, zu entschuldigen, der ihn aus Spaß in einem Feld als Vogelscheuche aufgestellt hatte – an ein Kreuz gefesselt – während die anderen Schülerinnen und Schüler sich beim Schulball amüsierten.
Aber Clark war weder nachtragend, noch hielt er viel davon sich irgendwann an irgendwem zu rächen. Das war eindeutig unter seiner Würde, da war Clark sich sicher. Andererseits hatte es ihm schon ein wenig Leid getan, das er beim Schulball nicht hatte dabei sein können, denn Lana hatte ihm versprochen, ihm einen Tanz zu reservieren. Doch all das gehörte nun der Vergangenheit an, denn wenn er erst damit begann, sich selbst Hoffnungen zu machen, dann ließ er auch zu, dass ihn jemand verletzte. Um sich also selbst zu schützen, musste er sich selbst ein für alle Mal eingestehen, dass es so das Beste war... auch wenn es ihm sehr schwer fiel und Lana immer das Mädchen seiner Träume bleiben würde.
„Sag mal, Junge, was machst du eigentlich den ganzen Tag da oben?“ rief plötzlich sein Dad zu ihm herauf. Jonathan Kent hatte eben die Scheune betreten, um eine seiner landwirtschaftlichen Maschinen zu reparieren und wunderte sich wieder einmal, wie sein Sohn es fertig brachte den ganzen Tag im Galleriegeschoss der Scheune zu sitzen, ohne dass es ihm langweilig wurde.
„Ich beobachte Vögel und so... und Sterne“, gab Clark nach kurzem Zögern zurück. Die Frage seines Vaters hatte ihn aus seinen Gedanken gerissen.
„Vögel und Sterne? Fast jeden Tag? Wird dir das denn nicht langweilig?“ Der Farmer schien offensichtlich daran interessiert sich mit seinem Sohn zu unterhalten und ließ so schnell nicht locker.
„Nein, das ist interessant“, antwortete Clark, denn schließlich beobachtete er nicht nur den ganzen Tag Lanas Veranda sondern in der Tat auch tagsüber irgendwelche Tiere und bei Nacht die Sterne. Er wollte schon von seinem Aussichtsplatz weggehen, um über das Geländer zu seinem Vater hinunter zu blicken und sich so besser mit ihm unterhalten zu können – vielleicht brauchte er ja auch Hilfe – als er etwas entfernt der Farm etwas im Gebüsch aufblitzen sah, das seine Aufmerksamkeit fesselte. Mit einem schnellen Handgriff versuchte er das Teleskop darauf auszurichten, doch er war nicht schnell genug.
„Ughhh...“ Überrascht und vom Schmerz überwältigt zugleich wurde Clark von etwas getroffen. Er wurde gegen die Wand geschleudert und rutschte bereits halb benommen an ihr herunter. So wie in diesem Moment hatte er sich noch nie gefühlt, dachte er zuerst, dann musste er seine Gedanken revidieren. Diese Schwäche, die sich jetzt in ihm breit machte, die war ihm nicht ganz fremd. Ganz so fühlte er sich immer, wenn er mit diesen Meteoritsteinen in Berührung kam.
Mit zitternder Hand tastete er nach der Stelle an der linken Schulter, die am meisten weh tat und zuckte überrascht zusammen, als er etwas Warmes und Flüssiges mit den Fingerspitzen berührte. Er sah seine Hand an und erkannte, dass es sein eigenes Blut war, das er da an den Fingern hatte.
Sein Blut hatte auch auf seinem Hemd bereits einen dunklen Fleck hinterlassen, der sich schnell ausbreitete. Aber noch während er sich darüber wunderte, wie es wohl zu dieser Verletzung gekommen war, entglitt ihm sein Bewusstsein. Sein Körper erschlaffte, sein Kopf sank ihm auf die Brust und eine tiefe Schwärze senkte sich über seinen Geist.
Jonathan Kent, der sich noch eben mit seinem Adoptivsohn unterhalten hatte, hielt in seiner Arbeit inne und sah zu dem Galeriegeschoss der Scheune hoch, auf dem Clark sich so häufig aufhielt, dass Jonathan es inzwischen als dessen ‚Festung der Einsamkeit’ bezeichnete. Ein Geräusch, das er nicht recht zuzuordnen vermochte, war an seine Ohren gedrungen.
„Clark?“
Als er keine Antwort bekam, legte er sein Werkzeug zur Seite und machte sich auf den Weg die Treppe hinauf. Auf halber Strecke wiederholte er mehrmals in fragendem Ton den Namen seines Sohnes. Doch er erhielt keine Antwort.
„Junge? Was ist denn los?“ fragte Jonathan noch, dann fiel sein Blick auf die reglose Gestalt an der jenseitigen Wand.
„Junge?!“ Er klang alarmiert und besorgt zugleich, als er die letzten Stufen hinauf rannte, wenig später neben Clark auf die Knie fiel und diesen sanft an der Schulter rüttelte. Doch der Teenager rührte sich nicht und statt einer Antwort kam nur ein leises Stöhnen über seine Lippen.
„Oh Gott...“ murmelte der Farmer tonlos, als er schließlich die Schusswunde an Clarks Schulter bemerkte, die stark blutete.
Bislang hatte er geglaubt, dass sein Adoptivsohn unverwundbar wäre und ihm nichts etwas anhaben konnte. Und mehrmals war seine Annahme ja auch schon bestätigt worden. Aber jetzt...
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