Krieg in der Vergangenheit

von Licentia
GeschichteAllgemein / P18 Slash
Harry Potter James "Krone" Potter Lily Potter Lord Voldemort / Tom Vorlost Riddle Remus "Moony" Lupin Sirius "Tatze" Black
01.02.2008
31.08.2009
18
133270
17
Alle Kapitel
337 Reviews
Dieses Kapitel
39 Reviews
 
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Titel: Krieg in der Vergangenheit
Autorin: Licentia
Beta: miamaus *dich knuddl*
Kapitel: 1/ca. 30
Kurzbeschreibung: Der Krieg zwischen Lord Voldemort und Albus Dumbledore wurde am Anfang des sechsten Schuljahres von Harry Potter und zu Dumbledores Gunsten beendet. Doch dies war ein schwerer Schlag für die Magie und aus diesem Grund hat sich ein siebzehnjähriger Junge dazu entschieden, alles zu korrigieren. Harry reist in die Vergangenheit, in die Rumtreiberzeit und will Voldemort helfen, den gerade entstandenen Krieg zu gewinnen. Es kommt nicht ganz so, wie er es sich vorgestellt hat und dennoch wird er endlich sein Glück finden.
Genre: Tjaaaa.... Ich schätze Romantik, ein bisschen Humor, Action und, ähm... Ach, seht es einfach als Allgemein an. Es kommt Shonen-Ai, vielleicht Shojo-Ai und auch stinknormales Hetero dran. Oder wie man zu letzteren im Bezug auf ne Storybeschreibung sagt...
Hauptpairing: Tom/Harry
Nebenpairings: James/Lily, Sirius/?, ?/Remus, Lucius/Narzissa, Rodolphus/Bellatrix
Raiting; P18-Slash
Warnung: Ich gehe größtenteils nach den Büchern. Also werden viele Charaktere auftauchen, die wir von den Büchern kennen. Aber auf der anderen Seite geh ich gar nich nach den Büchern, denn es gibt Böser!Dumbledore, Lemon, Lime und es ist außerdem eine Zeitreise FF. (Ich konnt's einfach net lassen^^) Außerdem ist das alles ziemlich OOC!
Disclaimer: Mir gehört nur die Idee, ein paar Charaktere und Orte. Die meisten der Charakteren und auch die meisten Orte gehören der einzigartigen Joanne K. Rowling.


INFO, BITTE LESEN: Also, das hier ist meine dritte FF. Die Kapitels werden – sollte die Story Begeisterung finden – jeden Monat hochgeladen. Wie gesagt, es ist meine dritte Fanfic und die anderen Beiden schreibe ich noch. Die Geschichte `Es gibt kein Zurück!´ ist mein Hauptprojekt, das heißt, es steht immer an erster Stelle. Deshalb erst jeden Monat. Und dass die Kapitel immer um die vierzehn Seiten lang sind, trägt auch zu dem späten Upload bei.
Aber jetzt wünsche ich euch viel Spaß beim Lesen und schreibt mir bitte ein Review, damit ich weiß, wie ihr die Fanfic findet:



Legende:
»Gerede«
~Gedanken~
::Parsel::
[AdA: Meine Kommentare]
±ン±ン±ン±Bestimmter Zeit- und Ortswechsel±ン±ン±ン±


Die Entscheidung eines Teenagers




Harry James Potter war eigentlich ein freundlicher und herzensguter junger Mann, der an das Gute in den Menschen glaubte. Zumindest war es so gewesen. Alles fing an seinem ersten Lebensjahr an und hörte selbst jetzt noch nicht auf. Jetzt, wo er Lord Voldemort getötet hatte. Sein Leben war bereits zur Hölle geworden, als er zu der Familie Dursley, seinen Verwandten mütterlicherseits, gebracht worden war. Doch er hatte sich all die Jahre gut gehalten. Er war zu einem freundlichen, hilfsbereiten, fleißigen und pflichtbewussten Jungen geworden, der sich nach etwas Liebe sehnte. In seiner kindlichen Naivität hatte er alles geglaubt, was man ihm gesagt hatte. Dem Menschen, dem er am meisten vertraut hatte, hatte er alles geglaubt. Er hatte sich in Gefahr begeben, um anderen Menschen zu helfen. Meistens waren es Fremde gewesen.

Am Anfang des sechsten Jahres war es zum letzten Gefecht mit dem Dunklen Lord gekommen. Harry hatte ihn getötet, nachdem dieser vor dem Schloss angekommen war. Er war sich bewusst, dass er es nur mit sehr viel Glück geschafft und überlebt hatte. Voldemort war geschwächt gewesen, wegen den ganzen magischen Tieren im Verbotenen Wald, durch den er hatte gehen müssen. Natürlich war Harrys Magiepotenzial nicht zu verachten, er war bei Weiten mächtiger als alle anderen Schüler, doch gegen Dumbledore oder Voldemort war er nur ein starker Junge mit viel Glück, der ihnen aber nicht das Wasser reichen konnte.

Leider hatte der Potter erst später herausgefunden, dass der Tod Voldemorts der schwerste Schlag seit Jahrhunderten für die Magie gewesen war. Oh ja, er bereute es zutiefst, ihn getötet zu haben. Er wünschte sich, dass er dabei gestorben wäre. Doch leider war er es nicht. Er hatte mehrere Knochenbrüche, eine Gehirnerschütterung, Prellungen, Ergüsse und lebensgefährliche Schnittwunden davon getragen. Jedoch hatte ihn Madam Pomfrey geheilt, selbst dann noch, als Dumbledore ihn nach Hause schicken wollte. Ja, Dumbledore.... Dieser Name löste in Harry Kopfschmerzen und Brechreiz aus.

Harry seufzte und stand auf. Er war gerade in einem Zimmer im `Tropfenden Kessel´, unter falschem Namen natürlich. Niemanden war aufgefallen, dass sie ihren Helden hier hatten. Er trat an das Fenster. Seine smaragdgrünen Augen glitten über die Menschen, die in der Winkelgasse ihre Einkäufe erledigten. Er war ihnen dankbar. Scrimgeour hatte ihn nach Askaban schicken wollen, weil er einen Mord begangen hatte. Erst die Zauberer und Hexen hatten ihn darauf aufmerksam gemacht, dass er es so verlangt hatte. Natürlich konnte er seinem Image nicht schaden, weshalb er Harry hatte gehen lassen. Harry lächelte sanft. Doch das Lächeln erstarb, als er die Auroren sah, die die Passanten überprüften.

Seit Voldemorts Tod nahm inoffiziell Albus Dumbledore die Zügel in die Hand. Offiziell war es immer noch Scrimgeour. Harry hatte erst nach dem letzten Gefecht erfahren, dass der Schulleiter alle magischen Wesen hasste und sie auslöschen wollte. Ebenso die schwarze Magie. Wie schon erwähnt, war das ein schwerer Schlag. Nur die Wenigsten hießen das gut, meistens die Leute, die nicht nachdachten sondern einfach alles hinnahmen. Und logischerweise waren es alle Menschen, die von der weißen Magie überzeugt waren. Harry seufzte ein weiteres Mal und lief in sein Badezimmer. Er putzte sich die Zähne und schlüpfte aus seinem Schlafanzug, bevor er sich im Spiegel besah. Er sah nicht mehr den kleinen schmächtigen Jungen, der er einmal gewesen war. Nein, er sah einen jungen Mann, dessen nachtschwarze Haare zwar immer noch in alle Richtungen abstanden, es jedoch jetzt gewollt aussah. Er war ohne jeden Zweifel hübsch, geradezu veelaartig. Leider war er immer noch klein, nicht schmächtig, nur zierlich und klein. Knappe 1,65m. Es verdeckte auch keine Brille mehr die ausdrucksstarken Smaragde, die er als Augen hatte. Er hatte sie sich vor einem dreiviertel Jahr korrigieren lassen.

Harry stieg in die Dusche, schaltete den Wasserstrahl an und fing an, sich zu waschen. Nachdem er fertig war – er hatte sich Zeit gelassen – stieg er wieder aus der Dusche. Der Potter sah noch einmal in den Spiegel. Er hob seine kinnlangen Haare an. Er sah keine Narbe... Sie war verschwunden, als er Voldemort getötet hatte. Nur Parsel konnte er noch. Harry ging zu seinem Schrank und besah sich die Auswahl. Es waren nicht Dudleys Sachen, er hatte sich selbst welche gekauft. Nachdem er Voldemort getötet hatte, hatte er sich wortwörtlich aus dem Staub gemacht. Er hatte es nicht ertragen können, dass man ihn nach Askaban stecken wollte und wie seine Freunde zu Scrimgeour Aussagen zustimmend genickt hatten. Wie sehr er sie doch hasste.

Er war ausgewandert, hatte in dem dreiviertel Jahr mehr gelernt, als in seinen fünf Jahren in Hogwarts. Er war zwei Monate in Japan, zwei in Frankreich, zwei in Bulgarien, zwei in Spanien und zwei in Deutschland gewesen. Dort hatte er die Magie der herausragenden  Magier gelernt und natürlich auch die Sprachen. Jetzt war er wieder da, wieder in London. Er hatte das ganze Jahr darüber nachgedacht und sich schließlich entschieden, das zu tun, was ihm schon seit seinem dritten Jahr im Kopf herum geschwirrt war. Eine Zeitreise.

Der junge Potter zog sich eine Boxershort, Socken, eine lockere Jeanshose, ein Shirt und seine Turnschuhe an. Schnell warf er sich noch eine schwarze Robe über, bevor er in die Winkelgasse ging. Die schmachtenden Blicke ignorierte er gekonnt. Er schlug den Weg zur Nokturngasse ein und erst vor dem Laden Borgin & Burke's blieb er stehen. Er öffnete die verstaubte Tür und trat ein. Es sah noch genau so aus, wie er es als Zwölfjähriger gesehen hatten, nur dass ein paar schwarzmagische Objekte fehlten und andere hinzugefügt worden waren. Durch das Glöckchen über der Tür wurde auch der Ladenbesitzer auf ihn aufmerksam, weshalb er nach kurzer Zeit in den Verkaufsraum gewatschelt kam.

»Guten Morgen, Mr. Borgin«, grüßte Harry freundlich. Trotz dem, dass er den Mann wegen seiner schmierigen Art nicht leiden konnte, hatte er seinen Anstand nicht verloren.

»Guten Morgen, Mr. Wie kann ich Ihnen helfen?«, fragte der bucklige Mann abweisend. Harry sah nicht wie ein Schwarzmagier aus, deshalb misstraute der Ladenbesitzer ihm anscheinend. Doch das interessiert ihn nicht.

»Eigentlich wollte ich mich nur umsehen, wenn es Ihnen nichts ausmacht«, sagte Harry langsam und begab sich zu der Ausstellung.

»Natürlich, wie Sie wollen«, nickte Borgin und setzte sich auf den Stuhl hinter dem Tresen. Harry störte sich nicht daran und lief einfach weiter. Er stoppte an einer Hand, die ihm bekannt vorkam. Hatte er sie nicht schon einmal gesehen? Ach ja, Draco Malfoy hatte sich doch so für sie interessiert.

»Das ist die Hand des Ruhms, Mr. Wenn man eine Kerze rein steckt, leuchtet sie nur für den, der sie hält«, erklärte Borgin, doch Harry drehte sich nicht einmal um.

»Ich weiß«, gab er einsilbig zurück und lief weiter. Doch er fand nichts, was ihn reizte. Abgesehen von dem einem Objekt. »Packen Sie mir bitte die Hand des Ruhms ein.«

Borgin nickte und wickelte die Hand in eine alte Zeitung ein. »Darf es noch etwas sein, Sir?«

»Nein... Obwohl, da gibt es noch etwas. Um genau zu sein, sind es zwei Dinge. Kennen Sie ein Artefakt, das Türen öffnen kann, die mit starken Zaubersprüchen gesichert ist? Wie zum Beispiel... eine Tür der Mysteriumsabteilung?«, informierte sich Harry. Borgin schnappte hörbar nach Luft. Der Potter sah ihn warnend und eisig an.

»Nun... In der Tat habe ich schon von einem gehört... Es soll angeblich im sichersten Gebäude ganz Englands sein...«, meinte der Mann zögerlich. Harry zog die Augenbrauen zusammen. Also war es in Gringotts. Hogwarts war unwahrscheinlich und einen anderen Ort gab es nicht.

»Welches Verließ?«

»Das Ministerium hat ein extra Verließ für höchst gefährliche, schwarzmagische Gegenstände. Den Gerüchten zufolge soll es von einem Drachen bewacht werden.«

»Interessant... Danke für die Information. Jetzt zu der zweiten Sache: Sie haben nicht zufällig eine Opalhalskette da?«

»Doch, doch. Einen Moment, ich hab Sie erst vor kurzem erworben«, murmelte Borgin, während er in das Hinterzimmer verschwand. Doch der Junge-der-lebt musste nicht lange warten, bis er wieder kam. Er hielt einen Beutel in der Hand und gab ihn Harry.

»Passen Sie auf, Sir. Das kann tödlich enden«, warnte er.

»Hab ich erlebt. Da ist noch etwas. Wissen Sie, wo ich ein magisches Taschenmesser finden kann?«

»In der Winkelgasse, so viel ich weiß. Das Geschäft heißt `Praktische Dinge für alle Gelegenheiten´. Er ist in der Nähe von `Flourish und Blotts´. Sieht von außen ziemlich langweilig aus, ist aber praktisch.«

»Danke, Mr. Borgin. Wie viel schulde ich Ihnen?«

»Ähm... Die Hand des Ruhms kostet zehn Galleonen und die Opalhalskette... nun, sie ist sehr wertvoll... Sie kostet dreißig Galleonen. Insgesamt wären das dann vierzig Galleonen.« Harry zog eine Augenbraue hoch. Seine Mundwinkel zuckten belustigt. Die Kette kostete normalerweise höchstens zwanzig Galleonen. Aber bitte, er hatte noch etwas Anderes vor. Abgesehen davon hatte er schon eine wundervolle Idee, wie er sein Geld verdoppeln konnte. Er klatschte das Geld auf Borgins ausgestreckte Hand.

»Hier haben Sie Ihr Geld. Wir sehen uns vermutlich bald wieder. Sie werden niemanden sagen, über was wir gesprochen haben, verstanden? Nicht einmal ihrer Eule.« Der Mann nickte schnell. Harry grinste innerlich und legte noch einen Spruch auf den Beutel, damit er nicht aufgehen konnte, ehe er ihn und die Hand des Ruhms verkleinerte und in seine Hosentasche steckte. Dann marschierte er aus dem Geschäft und wieder in die Winkelgasse.

Er ging zu `Flourish und Blotts´, da er noch nach einigen Büchern schauen wollte. Er trat in den Laden ein und begab sich ohne Umschweife zu den Regalen, deren Wälzer über die magischen Geschöpfe handelten. Letztes Jahr hatte er einen Brief von Gringotts erhalten, die ihn wegen Sirius' Testament zu ihnen beordert hatte. Damals hatte er auch einen Brief von Sirius erhalten, der aussagte, dass James Potter kein Mensch und Lily Potter kein ganzer Mensch gewesen waren. Ersterer war ein Luft- und Wassernymph gewesen, Lily hingegen eine halbe Waldnymphe. Er konnte froh sein, dass der werte Herr Schulleiter darüber nichts wusste. Leider wusste er erst seit kurzem, dass es weitere Auswirkungen auf ihn hatte, als er angenommen hatte. Ein Freund aus Japan hatte ihn darauf aufmerksam gemacht. Harry fand insgesamt  drei Bücher über Naturgeister. Er nahm sie und trug die Wälzer zum Verkaufstresen. Nachdem er bezahlt und eine Tüte dafür bekommen hatte, beschloss er dem Laden, den Borgin erwähnt hatte, einen Besuch abzustatten.

Wenige Minuten später stand er vor dem Laden und trat ein. Überall standen Regale mit magischen Gegenständen und nicht gerade wenig Menschen waren da. Hauptsächlich Jugendliche. Neugierig, was man ihm jedoch nicht ansah, lief er die Regale entlang. Enttäuscht musste er feststellen, dass das meiste für ihn nicht von Nöten war. Er stiefelte zum Verkaufstisch, die schmachtende Blicke der Mädchen und teilweise Jungen ignorierend.

Er stellte sich vor die junge Verkäuferin hinter dem Tisch. Sie sah ihn fragend an. »Guten Morgen. Haben Sie magische Taschenmesser da?«

»Ähm, ja, einen Moment bitte.« Sie umrundete den Tresen und verschwand zu einem der Regale. Kurze Zeit später kam sie zurück und reichte Harry den Gegenstand, den er gesucht hatte.

»Danke, wie viel kostet es?«

»Zwei Galleonen.« Wortlos reichte er ihr das Geld, ehe er aus dem Geschäft lief. Er hatte noch viel vor. Zum Beispiel eine Bank ausrauben.


±ン±ン±ン±Eine Woche später, 24 Uhr, Gringotts±ン±ン±ン±

Eine schwarz gekleidete Person schlich sich unbemerkt zu den Karren, die zu den Verließen führten. Sie hatte in den letzten sieben Tagen alles rausgefunden, was sie für einen Einbruch in die Bank benötigt hatte. Das war ganz simpel gewesen. Sie war in das Ministerium eingebrochen und hatte sich die Unterlagen zur Bank kopiert. Somit wusste sie, wo Wachen standen, wie man die Karren aktivierte, wie ein Hochsicherheitsverließ geöffnet wurde, wie die Schutzzauber aussahen und schlussendlich, welches Verließ dem Ministerium gehörte. Diese Deppen hatten bis jetzt noch nicht bemerkt, dass jemand eingebrochen war. Die Person trat unhörbar hinter ein Menschen, hob den Arm und schlug zu. Sie traf eine bestimmte Stelle im Nacken und sofort sackte der Mann zusammen. Es war schon praktisch, wenn man jede Menge Zeit für Kampfsport geopfert hatte und es jetzt perfekt beherrschte. Smaragdgrüne Augen, wie sie es nur einmal gab, funkelten erfreut, als sie die Karren erblickten.

Harry James Potter, der Held der ganzen Zaubernation, stieg in die Gringottskarre und zog ein Taschenmesser aus der Tasche der engen Lederhose. Das Messer schnappte auf und er fing an, das Schloss des Kastens für den Nothebel zu knacken. Es war so simpel, dass es schon wieder genial war. Würde er nicht Gefahr laufen, gehört zu werden, hätte er laut aufgelacht. Nach einiger Zeit hatte Harry es geschafft, das Schloss zu knacken, weshalb er das kleine Fenster öffnete und den Hebel nach unten drückte. Die Karre ruckelte, bevor sie mit Hochgeschwindigkeit losfuhr. Es gab Abbiegungen, doch anscheinend wusste das Fahrgestell, wohin er wollte, denn es bog immer von alleine ab.

Nach endloser Zeit und mehreren Sehens der Drachen hielt die Karre endlich an. Harry stieg aus und besah sich die Tür des Verließes. Innerlich schnaubte er kurz. Von wegen Drachen vor dem Verließ. Es waren eben doch nur Gerüchte. Doch jetzt wandte er seine Aufmerksamkeit wieder der Tür zu. Es hatte kein Schloss, was ihn nicht verwunderte. Immerhin war es ein Hochsicherheitsverließ. Er trat näher und besah sich die Tür genauer. Plötzlich leuchtete die Tür leicht.

»Passwort?«, grölte eine körperlose Stimme laut.

»Artis magica est adusque«, antwortete Harry ruhig.

»Grund des Besuch?«

»Besichtigung und eventuelle Entwendung einiger Gegenstände.«

»Name?«

»Rufus Scrimgeour«, log Harry geübt.

»Stelle im Ministerium der Zauberei?«

»Minister.«

»Zahl des zuständigen Kobolds und Name des Kobolds?«

»Nummer 5423, Sheylock.«

»Treten Sie vor.« Harry kam der Aufforderung nach. Er fühlte, wie er geröntgt wurde. Okay... das hatte nicht in den Aufzeichnungen des Ministeriums gestanden.

»Sie sind nicht registriert«, verkündete die Stimme. Harry wurde blass. In den Aufzeichnungen hatte gestanden, dass Alarm geschlagen werden würde, wenn eine der Angaben nicht korrekt wäre. Er knurrte. Da hier ja sowieso bald jemand sein würde, könnte er auch gleich brutal werden. Harry zog seinen Zauberstab, richtete ihn auf die Tür und schrie: »Aboleomnia

Schwarze Strahlen schossen aus seinem Stab und trafen hart auf die Tür, welche diesem starken schwarzmagischen Spruch nicht standhalten konnte. Sie zersprang und gab einen Blick auf die funkelnden Gegenstände, die hinter ihr verborgen waren, frei. Harry fackelte nicht lang und vergrößerte den zuvor geschrumpften Rucksack, den er aus seiner Hosentasche gezogen hatte. Er sah sich um und suchte nach dem Gegenstand, den er brauchte. Auch darüber hatte er sich informiert und so fand er schon bald das Artefakt, welches er wollte. Schulterzuckend schmiss er auch noch drei andere Gegenstände in den Rucksack, bevor er wieder aus dem Verließ stürmte und zwischen die Gleisen in die Dunkelheit sprang. Er hatte schon die ersten Karren gehört, die zu dem Verließ fuhren.

Im Fallen streifte sich Harry den Rucksack über die Schultern, bevor sich sein Körper zu verwandeln begann. Keinen Augenblick später flog statt einer Person ein Phönix, der regenbogenfarbenes Gefieder und smaragdgrünen Augen hatte, in die Tiefe. Er schlug mit den Flügeln und gewann schnell wieder an Höhe. Amüsiert sah er zu den Auroren, die gerade in das Verließ gingen. Er setzte sich auf eine der drei Karren. Diese Idioten hatten ihm eine genaue Untersuchung der Gegenstände vermasselt, jetzt würde er ihnen dafür auf der Nase rum tanzen.

Der erste Auror bemerkte ihn und machte seine Kollegen auf ihn aufmerksam. Ungläubig starrten sie zu dem eigenartigen Phönix, der auf seinem Rücken einen schwarzen Rucksack hatte. Er krächzte ihnen spöttisch zu, nickte mit seinem Kopf zuerst in das Verließ und dann auf seinen Rucksack, bevor er geduldig wartete, dass sie erkannten, was er meinte. Nach endlosen Minuten kam anscheinend der Älteste von ihnen auf die Lösung.

»Das ist der Dieb! Schnappt ihn!«, brüllte er und schoss einen Fluch auf den Vogel. Doch bevor dieser treffen konnte, schossen schwarze Flammen um den Phönix empor. Nachdem diese wieder verschwunden waren, sahen die Auroren nur noch den Brandfleck, den der Zauberspruch des Ältesten hinterlassen hatte.


±ン±ン±ン±Nächster Tag, 9 Uhr, Tropfender Kessel±ン±ン±ン±

Gähnend streckte sich Harry in seinem Bett. Einen Moment genoss er die Stille und die Sonnenstrahlen, die sein Gesicht erwärmten. Doch die Stille wurde von den Arbeitern in der Winkelgasse gestört. Harry stöhnte leise auf und fragte sich, wie er diese Laute hatte überhören können. Er schwang seine Beine aus dem Bett und stand auf, bevor er sich daran machte, das Bad – besonders die Dusche, das Waschbecken und die Toilette – zu benutzen. Mit einem Handtuch um der Hüfte kam er wieder aus dem Badezimmer. Er stiefelte zu seinem Schrank und zog sich eine Jeanshose, Unterwäsche, ein schlichtes weißes T-Shirt und seine Schuhe raus.

Harry ging aus seinem Zimmer und schlenderte pfeifend nach unten. Im Gastraum angekommen setzte sich der Potter an den Tresen, bevor er sich umsah. Es waren noch nicht viele da, was ihn nicht verwunderte. Immerhin war es noch morgens.

»Sie wünschen?«, machte Tom, der Wirt, freundlich auf sich aufmerksam. Harrys Blick schwenkte hinter den Tresen zu dem buckligen Mann.

»Ich hätte gerne etwas zu essen. Und ein Glas Wasser, wenn möglich.«

»Geht klar. Belegte Brötchen?«

»Ja, bitte.«

»Mit was?«

»Marmelade, wenn möglich.«

»Kommt sofort«, sagte Tom und verschwand wieder, nachdem er das Glas Wasser vor Harry hin gestellt hatte, welcher sich nun einen Schluck daraus genehmigte.

Harry fing an zu essen, als Tom den Teller mit den vier halben Brötchen vor ihn hingestellt hatte. Gerade, als er fertig war, wurde der Tagesprophet von den zuständigen Eulen gebrachte. Harry beschloss, noch etwas zu warten. Er trank langsam sein Glas aus, während er den Stimmen hinter sich lauschte. Er wollte sehen, ob das Ministerium immer noch alles vertuschte.

»BEI MERLINS BART!«, kreischte eine Hexe im mittleren Alter hinter ihm. Verstohlen grinsend stellte er sein leeres Glas auf den Tresen und marschierte wieder in die oberen Etagen zu seinem Zimmer. Er schloss die Tür hinter sich und zog seinen Zauberstab. Mit einem Schlenker stellte er sicher, dass er nicht gestört werden würde. Dann ging er zu seinem Rucksack, den er gestern Nacht neben sein Bett gelegt hatte. Er hob ihn auf sein Bett und setzte sich anschließend davor. Vorsichtig öffnete er ihn. Die verschiedensten Artefakte funkelten ihm entgegen. Zur Sicherheit zog er sich Handschuhe an, die jedoch wie eine zweite Haut auf seinen Händen lagen, aber dennoch so dick waren wie Drachenhaut.

Harry fasste in den Rucksack und zog eine lange blutrote Flöte aus dem Rucksack. Er sah zu seinem Koffer und blinzelte kurz, ehe ein dickes Buch auf ihn zugeflogen kam. Er warf einen schnellen Blick auf den in hellgrün geschriebenen Titel. `Schwarzmagische Artefakte und ihre Eigenschaften´. Ja, das war das richtige Buch. Er schlug den Wälzer auf und blätterte minutenlang die Seiten um, bevor er ein Bild sah, welches die exakte Kopie des Gegenstandes in seiner Hand darstellte. Um mehr über die Flöte heraus zu finden, las er sich den Text durch.

Die Flöte des Todes

Dieses hoch schwarzmagische Artefakt ist in allen Kontinenten als verboten erklärt. Spielt man darauf, ertönt ein einmaliges Lied, welches den Gegner in den ewigen Schlaf versetzt. Man muss sich sehr konzentrieren und ein hohes schwarzes Magiepotenzial besitzen, damit es auch den Gegner tötet, anstatt sich selbst oder andere. Gegen magische Wesen ist die Flöte des Todes nutzlos. Es heißt, dass derjenige, der durch diesen Gegenstand stirbt, einen Moment im Paradies verweilt. Jedes nichtmagische Wesen stirbt, wenn es die Flöte berührt.


Harry legte seinen Kopf leicht schief. Das war ja mal interessant. Der Tod war durch diesen Gegenstand schmerzlos, dafür war das Spielen voller Risiko. Harry grinste. Er liebte das Risiko. Nur leider stand sein Leben auf dem Spiel. Stirnrunzelnd erkannte der Schwarzhaarige, dass am Rand noch ein Satz hingequetscht worden war. Er hielt das Buch leicht schief und las. Das Magiepotenzial der schwarzen Magie muss mindestens sechzig Prozent betragen. Er schnaubte. Kein Wunder, dass dabei so viele gestorben waren. Wenn der Autor den Satz auch irgendwo in kleinster Schrift rein drückte, konnte es man ja auch leicht übersehen. Harry beschloss, das Artefakt erst mal ruhen zu lassen und einen Magietest zu machen. Sicher war sicher.

Der nächste Gegenstand, den er rauszog, war schon spektakulärer als er erste. Es war eine Mischung aus einer nagellosen Hand und einem Totenkopf. Neugierig suchte Harry in dem Buch auf seinem Schoß nach dem Gegenstand. Bald schon fand er ihn.

Animaepulo

Dieses Artefakt ist etwas Ähnliches wie der Kuss der Dementoren. Berührt man den Gegenstand mit der Haut, wird die Seele mit unbeschreiblichen Schmerzen aus dem Körper gesaugt. Auf Wesen mit glücklichen Erinnerungen ist es anziehender als bei Anderen.


Angewidert legte Harry das Ding auf die Seite. Er hasste Dementoren. Ein weiteres Mal verschwand seine Hand in dem Rucksack und brachte als nächstes ein kleines Kästchen ans Tageslicht. Es waren Runen auf dem Kästchen abgebildet. Harry versuchte angestrengt, sie zu entziffern. In Bulgarien hatte er Runen gelernt und so konnte er lesen, dass `Sanguis´ darauf stand. Das war Latein, erkannt er, und hieß `Blut´. Er blätterte wieder in dem Buch, bis er es fand.

Vampirschatz

Dieses Kästchen ist ein Schatz für jede Vampirart. Lässt man Blut auf die Runen tröpfeln, öffnet sich die Schale und verschluckt jeden, der kein Tropfen Vampirblut in sich hat. Wird es danach wieder von einem Vampir geöffnet, erscheint ein Blutstein im Inneren des Kästchens. Das gesamte Blut des eben Verschluckten ist darin enthalten und hält jahrelang an.


Der Potter schluckte. Er hatte nichts gegen Vampire, aber das war einfach nur brutal. Er wusste, dass Vampire bestimmen konnten, ob sie ihre Opfer töteten, zu gebissenen Vampiren umwandelten – wobei auch das Opfer einverstanden sein musste – oder ob sie sie weiter leben ließen. Er beschloss, das Kästchen zu dem Animapuelo zu legen.

Voller Vorfreude langte Harry ein weiteres Mal in den Rucksack. Er zog einen Dietrich raus. Leicht enttäuscht besah er sich das Ding. Im Verließ hatte er nicht so darauf geachtet, aber der Gegenstand war so klein und muggelmäßig. Als er es auf dem Bild gesehen hatte, hatte er angenommen, dass es ihm nur so langweilig erschien und in Wahrheit interessanter aussah. Gelangweilt ließ er den Schlüssel aufschnappen und erschrak leicht, als mehr Werkzeuge rausprangen, als er angenommen hatte. Plötzlich breit grinsend blätterte er im Buch, bis er die gewünschte Seite gefunden hatte.

Magischer Dietrich

Mit diesem Gegenstand kann man alle Schlösser öffnen, ob sie mit starker Magie gesichert wurden oder nicht spielt dabei keine Rolle. Es gibt mehrere Werkzeuge, wobei man sich konzentrieren muss, um ein bestimmtes zu haben. Ansonsten werden alle angezeigt.


Danach kamen nur noch die Namen der bestimmten Werkzeuge, doch diese interessierten Harry wenig. Grinsend legte er den Gegenstand neben die Flöte des Todes. Dann sah er wieder zu den anderen beiden, welche er zu Borgin bringen wollte. Nur, wie sollte er Artefakte, die erst gestern aus dem Verließ in Gringotts gestohlen worden waren, in die Nokturngasse bringen? Die Auroren liefen bestimmt dort herum und überprüften jeden Magier. Doch dann hatte er eine Idee. Wieso eigentlich auch nicht? Er sprang aus dem Bett und fing an, in seinem Koffer rumzustöbern. Nach einiger Zeit fischte er einen Block und einen Bleistift zu Tage. Er setzte sich wieder auf das Bett und warf einen Blick zu den Gegenständen, bevor er zu zeichnen anfing. Er war gut darin, seine Bilder sahen immer einwandfrei aus, obwohl es nur ein Hobby war.

Nach einer Stunde war er fertig. Er hexte die zwei Blätter noch schnell unerkennbar – es waren nun zwei leere Papiere –, bevor er sie einsteckte, sein Zimmer und anschließend den Pub verließ. Er ging zur Nokturngasse und dort zu `Borgin & Burke's´. Wie schon das letzte Mal machte das Glöckchen über der Tür auf ihn aufmerksam und der Ladenbesitzer kam aus dem Hinterzimmer.

»Oh, schön Sie wieder zu sehen, Mr. Wie kann ich Ihnen dieses Mal helfen?«, erkundigte sich der Mann. Harry zog die beiden Blätter aus seiner Hosentasche und zauberte die Zeichnung wieder sichtbar, bevor er sie seinem Gegenüber überreichte.

»Haben Sie an diesen beiden Gegenständen Interesse?«

Borgins Augen wurden groß, als er die Zeichnung betrachtete. »D-Das sind starkmagische Artefakte. Wollen Sie mir etwa sagen, dass Sie sie haben?« Harry nickte. »Und wie ich Interesse habe! Was halten Sie von zehn Galleonen?«

Der Potter grinste und vergrub seine Hände in den Hosentaschen. »Zehn Galleonen? Sie träumen. Mindestens zweihundert.«

»Z-Zweihundert Galleonen? Das ist ein Haufen Geld!«, protestierte der Mann.

»Ein Haufen Geld für wertvolle Gegenstände, die Sie so schnell nicht wieder sehen werden. Entweder Sie zahlen oder ich gehe in einen anderen Laden.«

Man konnte dem Alten ansehen, dass er mit sich selbst haderte. »Einhundert Galleonen!«

»Geben Sie mir die Zeichnungen«, verlangte Harry prompt. Borgins Hand zitterte.

»E-Einverstanden, zweihundert Galleonen«, gab er sich geschlagen. Harry nickte zufrieden und streckte seine Hand aus.

»Das Geld«, verlangte er.

»Wo sind die beiden Gegenstände?«

»Ich habe sie nicht bei mir, Mr. Borgin. Da draußen kontrollieren Auroren die Passanten. Ich hatte bisher nur Glück, dass sie mich übersehen haben, obwohl ich nichts Schwarzes anhabe. Geben Sie mir Ihre Eule mit, dann schick ich sie Ihnen. Ich selbst habe keine Eule und die Post ist mir zu unsicher. Also?«

Borgin überlegte nicht lang und eilte in das Hinterzimmer. Kurz darauf kam er mit einer Schleiereule zurück, deren Gefieder in alle Richtungen abstand. Borgin setzte sie auf Harrys Schulter, ehe er aus seiner Tasche ein Beutel Geld rauszog. Er übergab ihn seinem Kunden, welcher die Summe mit einem Zauberspruch überprüfte und anschließend zufrieden nickte.

»Wir werden uns nicht wieder sehen, Mr. Borgin. Dennoch rate ich Ihnen, dass Sie nichts den Auroren erzählen. Ich habe noch einen Gegenstand, den ich wirklich gerne einmal ausprobieren würde. Sie sollten aufpassen, dass nicht Sie mein erstes Opfer sind«, warnte Harry eiskalt und trat aus dem Laden. Einen bleichen Mann zurücklassend. Mit der Eule auf seiner Schulter eilte Harry zurück in die Winkelgasse. Zwischendurch ging er ein paar Umwege, um Auroren aus dem Weg zu gehen. Schließlich kam er ohne eine Unterbrechung in seinem Zimmer im `Tropfenden Kessel´ an. Er verpackte die beiden Gegenstände sorgfältig in einen Beutel, den er dann der Eule gab. Sie machte sich sofort auf den Weg, um ihren Besitzer das Gewünschte zu überreichen.

Der Grünäugige streckte sich kurz und überlegte, was er mit dem restlichen Tag anstellen sollte. Er entschied sich, Gringotts einen legalen Besuch abzustatten und ging wieder in die Winkelgasse.

---

»Sie wünschen?«, fragte ein mies gelaunter Kobold am Schalter. Harry beugte sich vor.

»Mein Name ist Harry Potter und ich will mein gesamtes Geld abheben, ebenso möchte ich mein Verließ auflösen«, erklärte Harry leise. Der Kobold nickte und führte ihn durch die Gänge Gringotts'.

»Es erstaunt mich, Sie wieder zu sehen, Mr. Potter«, sagte der Kobold plötzlich. Harry sah ihn an. Er hatte das Gefühl, dass er ihn kannte.

»Wie war Ihr Name doch gleich?«

»Griphook.«

»Ah ja, ich erinnere mich. Sie haben Hagrid und mich damals in mein Verließ geführt.« Griphook nickte. »Ich hoffe, es bleibt ein Geheimnis Gringotts', dass ich hier war.«

»Das wird es bleiben, Mr. Potter. Wir sind da.« Sie waren in einem Raum angekommen, welcher tausende von Schließfächern enthielt. Harry runzelte die Stirn. Dieser... Saal, man konnte es nicht anders nennen, war nicht auf der Karte des Ministeriums gewesen. Griphook ging zu einem Schließfach und der Potter konnte an der Zahl erkennen, dass es seines war. Griphooks Nagel fuhr am Rand entlang, worauf die Tür sich in Luft auflöste und einen kleinen Beutel zeigte. Der Kobold nahm ihn in die Hand und überreichte ihn Harry.

»In diesem Beutel ist Ihr gesamtes Geld enthalten, Mr. Potter. Er ist leicht und sie können noch rund zweitausend Galleonen dort transportieren. Wollen Sie auch Ihre anderen Verließe auflösen?« Harry nickte mit zugeschnürter Kehle. Er hatte noch zwei weitere Verließe. Eines hatte er letztes Jahr von seinen Eltern geerbt und eines von seinem Paten. Beide enthielten Schmuck, Kleider, Bücher, Geld und viele andere Dinge. Er bemerkte nicht, dass Griphook bereits die zwei Schließfächer geöffnet hatte. Erst, als zwei Beutel vor seine Nase gehalten wurden, sah er auf. Dankbar lächelnd nahm er die zwei Beutel und steckte sie in seine Hosentasche. Der Kobold führte ihn wieder in den Eingangsbereich und Harry Potter verließ die Zaubererbank im Jahr 1997 das letzte Mal.


±ン±ン±ン±Mitternacht, Mysteriumsabteilung±ン±ン±ン±

Harry Potter stand in einem runden Raum mit blauer Kerzenbeleuchtung. Seine schwarze Kleidung – bestehend aus einer Lederhose, einer ärmellosen Lederjacke, einem Mundtuch und schwarzen, hohen Stiefel – schimmerte durch das Licht. Es war genauso einfach gewesen, wie schon vor etwas über einem Jahr, als er hier mit seinen ehemaligen Freunden eingebrochen war.

Der junge Mann besah sich die Türen. Wie damals sahen sie vollkommen gleich aus und nahmen damit ihrem Betrachter jegliche Orientierung. Doch dieses Mal wusste Harry, wie er leicht in die gewünschten Räume kam. Er hob seinen Zauberstab.

»Raum des Denkens.« Eine Tür sprang auf und er zielte mit seinem Stab auf sie. »Flagrate!« Ein roter Strahl traf die Tür, worauf dort ein flammendes Kreuz erschien. Mit einem Schwenker seines Zauberstabs ging die Tür wieder zu und die Türen drehten sich so schnell, dass nicht einmal Alastor `Mad-Eye´ Moodys Auge hätte mitkommen können. Nach einiger Zeit blieben die Türen wieder stehen und Harry hob erneut seinen Zauberstab.

»Raum des Todes.« Er wiederholte die gleiche Prozedur wie schon davor.

»Raum der Sterne.«

»Raum der prophezeiten Zukunft.« Er nannte alle Räume, die es gab und markierte sie anschließend. Schließlich waren nur noch zwei Türen übrig.

»Raum der Zeitläufe.« Harry markierte die Tür kurz, bevor er in den Raum dahinter trat und die Tür hinter sich schloss. Er sah sich um. Der Raum war voll von tickenden Uhren. Ein schillerndes Licht, das von allen Seiten reflektiert wurde, ging von einer Glasglocke aus. In ihr entwickelte sich ein Ei zu einem Vogel, der lebte, alterte und wieder zu einem Ei wurde. Eine Glasvitrine enthielt verschiede Zeitumkehrer. Und vor diese Vitrine trat er hin. Er holte den schwarzmagischen Dietrich aus seiner Tasche und ließ es aufschnappen. Mit dem Hakenwerkzeug knackte er vorsichtig das Schloss.

Nachdem er es geschafft hatte, öffnete er die Vitrine und besah sich die Auswahl näher. Schließlich blieben seine Smaragde an einem Zeitumkehrer hängen, vor dem ein Schildchen mit der Aufschrift `Jahrzehnte´ stand. Grinsend nahm er den Zeitumkehrer und steckte ihn in seine Hosentasche, bevor er eine Illusion des Zeitumkehrers auf die Stelle hexte und die Vitrine schloss. Er ging wieder aus dem Raum, ohne sich noch einmal umzudrehen.

Harry schloss die Tür hinter sich und sofort begann sich alles um ihn herum zu drehen. Nachdem es geendet hatte, sah er zu der einzigen Tür, die nicht markiert war. Er stellte sie vor sich und kramte ein weiteres Mal den Dietrich aus seiner Tasche. Er berührte damit die Tür, welche jedoch keine Anzeichen der Magie zeigte. Vorsichtig ließ er den Hacken zu dem Schloss wandern und probierte geduldig daran herum.

Nach langer Zeit der Konzentration hörte er ein leises Klicken. Er stupste die Tür mit seinem Werkzeug an, welche leicht knarrend aufsprang. Triumphierend trat er in den Raum. Endlich würde er erfahren, was der Grund dafür war, dass die Tür so hochmagisch gesichert war und warum das Taschenmesser seines Paten hatte schmelzen müssen.

Doch er wurde enttäuscht, als er nichts Außergewöhnliches entdecken konnte. Nur Aktenschränke, sonst nichts. Grummelnd machte er sich daran, einen zu öffnen. Er war nicht verschlossen, dennoch spürte er Magie in sich prickeln. Kurz stockte Harry, zuckte aber dann mit den Schultern. Er war hier in der Mysteriumsabteilung, hier war überall rohe Magie. Der Potter sah ihn die Schublade, die er aufgezogen hatte und zog eine der dicken Akten raus. Sie war sogar beschriftet.

Erdvampir

Harry runzelte die Stirn. Erdvampir? Nun doch recht neugierig geworden, schlug er die erste Seite auf. Seine Augen wurden größer, als er die vielen Namen sah. Er blätterte hin und her, bemerkte die Zahlen hinter jedem einzelnem Namen und wusste, dass es die Geburts- und gelegentlich die Todestage waren. Er hatte nie davon gehört, dass das Ministerium eine Liste über Erdvampire hatte. Seine Smaragde schossen zu den Akten zurück, als ihm ein Einfall kam. Er wurde etwas blass und schmiss die Unterlagen über Erdvampire auf den Boden. Hektisch wühlte er in den Akten, fand aber nicht was er suchte, weshalb er die Tür wieder zu schlug. Seine Augen huschten über die Beschriftung jeder der kleinen Schubladen. Erst jetzt bemerkte er, dass auch an dem eben wieder geschlossenem Türchen eine Aufschrift klebte.

Reinblütige Vampire

Beim Nächsten stand Reinblütige Dämonen und so ging es die ganze Zeit weiter, bis er endlich bei den Mischlingen ankam.

Mischlinge mit Naturgeistanteilen

Er zog die Tür mit einem Ruck auf und besah sich die Aufteilung. Dieses Mal war das Ganze durch Nachnamen angeordnet, weshalb er nach dem Buchstaben `P´ suchte. Als er ihn gefunden hatte, stoppte er nicht und suchte nach seinem eigenen Namen. Er wurde leichenblass, als er ihn tatsächlich fand. Schnell fischte er ihn raus und schlug die beunruhigend dicke Mappe auf. Seine Haut wurde noch weißer, als er den Namen sah, der ihm entgegen schlug.

Harry James Potter

Er schloss kurz seine Augen und sammelte sich, bevor er sie wieder öffnete und die Daten unter seinem Namen las.

* 31. Juli 1980

Wesen: ¼ Waldnymphe, ¼ Luftnymphe, ¼ Wassernymphe, ¼ Zauberer

Magie : 100 % Waldmagie
           100 % Luftmagie
           100 % Wassermagie
           100 % schwarze Magie
           100 % weiße Magie

Gefährlichkeitsgrad: 99 %

Erreichtes Magiepotenzial: 100%


Harry rutschte auf den Boden. Das nannte er Neuigkeiten. Bei Merlin, woher hätte er auch wissen sollen, dass es Akten über alle magischen Wesen gab? Das war mit Sicherheit illegal, zumindest wusste zu hundert Prozent die Bevölkerung nichts davon. Und dennoch fragte er sich, warum man ihn nie genauer unter die Lupe genommen hatte. Es war unmöglich, dass der Minister und die Unsäglichen nichts davon wussten. Das hier war immerhin deren Territorium. Und dann war da noch seine Magie.... Das letzte Mal, als er seinen Magiestand überprüft hatte, hatte sein schwarzmagisches Potenzial vierzig Prozent betragen. Doch jetzt... lag das an seinem ununterbrochenen Training, welches er das letzte Jahr egal in welchen Ländern hatte? Er konnte nicht anders, als sich stolz zu fühlen. Dann sah er auf den letzten Satz. Erreichtes Magiepotenzial: 100%. Soviel er davon verstand, konnte er zwar noch eine Menge lernen, aber seine Magie konnte er nicht mehr erweitern. Jetzt hieß es nur noch, dass er auch alles benutzen konnte. Woran er wirklich zweifelte. Sie war zwar bestimmt in ihm enthalten, aber irgendwo ganz tief in ihm, dort, wo er nicht hinkam.


±ン±ン±ン±10 Uhr, Tropfender Kessel±ン±ン±ン±

Harry schlug die Augen auf, als er ein lautes Klopfen an der Tür hörte. Verschlafen streckte er sich und hob den Kopf leicht an, um die Tür ihm gegenüber böse anzustarren. Doch leider hörte das Klopfen nicht auf und so sah er sich gezwungen, zu antworten: »Ja, bei Morganas Spitzenunterwäsche, Sie haben es geschafft mich zu wecken und nun hören Sie mit dem Klopfen auf!« Sofort erstarb das Klopfen. Er klang aber auch wirklich angepisst. »Wer ist da überhaupt?«

»Tom, der Wirt, Sir.« Harry gähnte verstohlen.

»Kommen Sie rein.« Der Mann kam der Aufforderung nach. Mit seinem Zauberstab dirigierte er ein Tablett, auf welchem zwei Marmeladebrötchen und eine Tasse Kaffee stand, vor sich in das Zimmer. In der anderen Hand hielt er den Tagesprophet. Er stoppte kurz, als seine Augen die Harrys trafen, schüttelte dann aber den Kopf und stellte das Tablett und die Zeitung auf den Schreibtisch ab.

»Ich dachte, ich bringe Ihnen Ihr Essen lieber. Unten ist viel los. Ich habe Ihnen auch den Tagesprophet gebracht, bevor Sie sich wundern, was heute mit den Menschen los ist.« Er machte sich schon daran, wieder aus dem Raum zu gehen, als der Potter aufstand.

»Warum ist unten denn so viel los?«, informierte er sich freundlich, ließ sich vor dem Schreibtisch auf einem Stuhl nieder und trank einen Schluck Kaffee.

»Heute Morgen gab es eine Extraausgabe des Propheten, er schrieb, dass jemand in die Mysteriumsabteilung eingebrochen ist. Jetzt sind von überall in England Reporter angereist, um ebenfalls Schlagzeilen zu machen. Die Presseversammlung ist schon vorbei und das neueste steht bereits im Tagespropheten.« Mit dem Kopf schüttelnd, schloss Tom die Tür hinter sich und bemerkte nicht, dass Harry erschrocken aufgesehen hatte. Es wunderte ihn wirklich, wie diese nichtsnutzigen Trottel in so kurzer Zeit hatten herausfinden können, dass jemand eingebrochen war. Er hatte keinen Alarm ausgelöst und getötet hatte er auch nicht, er hatte ja nicht einmal Wachen gesehen! Harry griff zu der Zaubererzeitung und musste sie nicht einmal groß aufschlagen, als ihm auch schon die Schlagzeile in die Augen sprang.

Einbruch in die Mysteriumsabteilung!

Wie der Minister bestätigt hat, wurde letzte Nacht in die geheimnisvolle Mysteriumsabteilung eingebrochen. Die Unsäglichen konnte bisher nicht bestätigen, ob etwas gestohlen wurde oder nicht. Fakt ist, dass die Türen alle markiert waren. Dem Dieb war es gelungen, eine Tür zu öffnen, auf die ein Jahr vor dem Aufstieg des Unnennbaren ein Fluch gesprochen wurde, der jedes Eintreten tödlich bestraft und Hilfsmittel zum Öffnen schmelzen ließ. Wie der Minister offenbart hatte, lag auch schon zuvor ein Fluch auf der Tür, welcher die Augen der unbefugten Besucher drastisch erhellen würde. Selbst mit einer Illusion, so sagte der Minister Rufus Scrimgeour, kann man die Augenfarbe nicht vertuschen und er bittet im Allgemeinwohl des Zaubereivolks sofort zu melden, sollte ein Bekannter dieses Merkmal aufweisen. Weitere Informationen folgen.

Seite 16: Die Mysteriumsabteilung
Seite 20: Der Aufstieg des Unnennbaren
Seite 38: Der Einbruch in Gringotts – Eine Verbindung zum Mysteriumsabteilungdieb?


Die Zeitung segelte zu Boden, als Harry aufsprang und in das Badezimmer stürmte. Er stützte sich auf dem Waschbecken ab und starrte in sein Spiegelbild. Das, was in der Zeitung stand, war nicht gelogen. Seine Augen hatten nicht mehr das dunkle Smaragdgrün. Nein, sie waren unnatürlich hell. Sie glichen den hellsten Smaragden auf der Welt.

Harry torkelte wieder aus dem Zimmer. So erkannte man ihn mit Sicherheit nicht mehr. Er hatte keine verstrubbelten Haare mehr – was das Ergebnis eines misslungen Zaubertrank war –, die Narbe hatte er auch nicht mehr und nun glichen nicht einmal seine Augen mehr denen von Lily Potter. Sie hatten zwar immer noch die gleiche Form, doch das letzte eindeutige Merkmal war verschwunden. Es tat ihm weh, keine Verbindung mehr zu seiner Mutter zu haben. Sein Patronus war immer noch ein Hirsch – was sich wohl auch niemals ändern würde – womit er dann eine Verbindung zu James hatte. Harry seufzte und legte die Zeitung wieder zusammen, bevor er sein Frühstück aß. Seinen Plänen kam das nur recht.

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Drei Stunden später stand Harry mit den gewohnt dunklen, smaragdgrünen Augen vor dem Geschäft `Weasleys zauberhafte Zauberscherze´. Er war in Muggellondon gewesen und hatte sich Kontaktlinsen gekauft, die für den heutigen Tag gedacht waren. Wider Erwarten überdeckten sie seine hellgrüne Augen. Er hätte lachen können über die Dummheit des Ministeriums. Doch jetzt trat er in den überfüllten Laden und sah sich nach den Besitzern um. Fred und George Weasley waren die Einzigen, die immer hinter ihm gestanden hatten. Hermine und Ron hingegen... nun, sie waren dafür gewesen, dass er nach Askaban wanderte. Aber das war Vergangenheit. Harry fand einen Zwilling – er erkannte ihn als Fred – und schritt zu ihm.

»Hallo, Fred«, schmunzelte er, worauf der Rothaarige zu ihm herum wirbelte. Seine Augen waren misstrauisch verengt, als er ihn musterte. Das lag daran, dass niemand außer Molly Weasley und auch sie nicht immer, die Zwillinge auseinander halten konnte.

~Nein~, verbesserte sich Fred selbst. ~Harry hat uns immer unterscheiden können.~ Dieser Gedanke und eine Ahnung ließ seine Augen auf Tellergröße mutieren.

»Bist du der, den ich denke, der du bist?«, fragte Fred ungläubig.

»Wenn du denkst, dass ich der bin, der euch Chaoten als eine der wenigen Personen auseinander halten kann, dann denke ich, dass ich der bin, den du vermutest«, grinste Harry. Auf Freds Lippen schlich sich ebenfalls ein breites Grinsen und er sprang vor, um den vermisst geglaubten Potter zu umarmen.

»GEORGE!«, brüllte er währenddessen durch den ganzen Verkaufsraum, worauf sich nicht nur ein paar Kunden zu ihnen umdrehten. Ein rothaariger junger Mann, der Fred verblüffend ähnlich sah, kam auf sie zugeschlittert.

»Was ist, Bruderherz?«

»Sieh dir den Kerl an! Erkennst du ihn?« George betrachtete den Jungen in den Armen seines Bruders. Dann schüttelte er den Kopf und sah wieder zu Fred.

»Er hat mich Fred genannt!«, sagte dieser, als würde das alles erklären. George runzelte die Stirn und sah wieder zu dem schwarzhaarigen Jungen. Doch dann sah er die Augen und seine Gedanken überschlugen sich fast, als er zu den Smaragden auch noch Freds Aussage dazu tat. Keine Sekunde später schubste er seinen Bruder unsanft weg und drückte den Grünäugigen ebenfalls fest an sich. Er wuschelte ihm durch die Haare, lachte und drückte ihn dann wieder an sich.

»Chaos-Schatzi, wir haben dich so vermisst! Wo warst du?«, flötete er und zog seinen schmollenden Bruder und Harry in das Hinterzimmer. Die verdatterten Blick seiner Kunden ignorierend. Darum würde sich schon ihre Angestellte kümmern.

Harry zog einen Schmollmund. Chaos-Schatzi... Die Beiden hatten den Namen anscheinend – und zu seinem Leidwesen – immer noch nicht vergessen... Das Chaos bezog sich auf seinen Phönixanimagus, von dem Fred und George eine der wenigen Menschen waren, die davon wussten. George drückte ihn auf einen Stuhl und die Jungs forderten ihn dazu auf, alles zu erzählen, was er im letzten Jahr erlebt hatte. Und das tat er auch.

Nachdem er fertig war, schwiegen sie eine Weile, bevor sich George zu Wort meldete. »Was hast du jetzt vor? Ich meine, du hast eingesehen, dass Voldemorts Tod alles andere als gut war. Wirst du nun selbst eine Organisation gründen, die gegen Dumbledore vorgeht?«

Harry schüttelte grinsend den Kopf. »Nein, ich hab eine viel bessere Idee. Ich hab euch doch erzählt, dass ich in die Mysteriumsabteilung eingebrochen bin, richtig? Ich habe einen Zeitumkehrer mit gehen lassen, der mich Jahrzehnte in die Vergangenheit schicken kann. Ich habe mich dazu entschieden, in der Schulzeit meiner Eltern, in der Zeit, in der Voldemort so richtig bekannt wird, alles zu verbessern – zu Gunsten des Dunklen Lords, versteht sich. Ich werde ihm helfen, den Krieg zu gewinnen.«

Die Zwillinge sahen zweifelnd drein und warfen sich einen Blick zu. »Harry,... was ist, wenn der Mann alles schlimmer macht? Was ist, wenn er alles unterdrückt?«

»Nein, Fred, es kann nicht schlimmer für die magischen Wesen werden. Dumbledore wird sie ausrotten. Vermutlich ist es egoistisch... nein, es ist ganz bestimmt egoistisch, aber ich werde es dennoch tun. Es ist ein Risiko, ja, aber ich weiß, dass er sich für die magische Wesen eingesetzt hat. Du vergisst, dass er und ich eine Verbindung hatten. Ich weiß, was in seinem Kopf vorging, aber ich habe erst vor kurzem verstanden, was er mit Allem, was er tat, bezweckt hat. Was diese Gedanken, die ich empfangen habe, bedeuteten. Ich bin mehrmals durchgegangen, was er gedacht hat. Soviel ich nun weiß, war er selbst ein magisches Wesen, nur welches, weiß ich nicht«, sagte Harry fest. Die Zwillinge sahen immer noch nicht überzeugt aus, nickten jedoch.

»Wir wissen, dass du das Richtige tust, Chaos. Aber sei vorsichtig, egal was du tust.«

Der Schwarzhaarige verdrehte die Augen, nickte jedoch. »Da gibt es noch etwas... Könnt ihr mir eine Kiste zusammenstellen, in denen ganz viele Scherzartikel sind?«

Die blauen Augen der Zwillingen leuchteten plötzlich und es schien so, als hätte das Gespräch von vor einem Augenblick nie stattgefunden. Sie sprangen auf und wuselten zu einem Regal, der voller Scherzartikel war. Harry konnte gar nicht so schnell gucken, als sie ihm auch schon einen kleinen Kasten vor die Nase hielten.

»Der füllt sich immer wieder auf, du musst nur an den gewünschten Scherzartikel denken und der taucht dann da drin auf. Es wird dir für mindestens zwei Jahre halten.«

»Und damit meinen wir unsere Verhältnisse, Chaos-Schatz«, fügte Fred grinsend hinzu. Harry erwiderte das Grinsen und nahm den Kasten in die Hand.

»Ihr seid wirklich die Besten, Jungs. Ich geh jetzt besser.« Leicht traurig sah er zu seinen besten Freunden. »Bei den Gründern, wie ich Abschiede hasse!«

Sie lächelten und umarmten ihn gleichzeitig. »Pass gut auf dich auf, Chaos.« Harry nickte und löste sich leicht. George schlang seinen Arm um seine rechte Schulter und Fred seinen um Harrys Taille. Sie führten ihn aus dem Hinterzimmer und dann Richtung Ausgang des Geschäfts.

»Achte auf dich.«

»Geh nicht mit Fremden.«

»Vergiss uns nicht.«

»Lächel immer.«

»Hab Spaß mit den Rumtreibern.«

»Und vergiss nicht«, sagten sie gleichzeitig, als er vor die Tür geschoben wurde, »verlier deine Unschuld nicht an fremde Männer!« Dann schlugen sie die Tür vor seiner Nase zu. Harry errötete heftig. Woher wussten diese Idioten, dass er immer noch unberührt und noch dazu schwul war? Er selbst hatte es doch erst vor ein paar Monaten bemerkt! Grummelnd  marschierte er zum `Tropfenden Kessel´ zurück.

---

Harry überprüfte noch einmal, ob er auch alles dabei hatte. Er nickte zufrieden und apparierte aus seinem Zimmer in eine dunkle Ecke der Nokturngasse. Dort warf er sich den Zeitumkehrer um den Hals. Er drehte das große Stundenglas zwei Mal. Er fühlte, wie sich alles um ihn herum zu drehen begann und spürte, wie er in die Vergangenheit gerissen wurde. Als es nach einer kleinen Ewigkeit endlich aufhörte, hatte er sein Bewusstsein verloren.
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