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Just One Night

GeschichteLiebesgeschichte / P16 Slash
Lawrence
28.01.2008
28.01.2008
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2.084
 
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Just one Night

Es ist 06:00 Uhr morgens, in einem kleinen Apartment mitten in Los Angeles. Ein junger Mann mit silber-grau gefärbten Haaren liegt auf dem Bett und starrt regungslos an die Decke.

„Guten morgen!“, grummelte es plötzlich neben ihm. „Bist du schon lange wach?“, ein Junge mit schwarzen kinnlangen Haaren kroch unter der Bettdecke hervor und sah ihn mit verschlafenem Blick an. „Nein, bin auch gerade erst wach geworden. Hast du gut geschlafen?“, entgegnete dieser ihm. „Es ging, ich hatte schon schlimmere Nächte. Du hast mir nur andauernd die Decke weggezogen. Das war nicht witzig, Lee.“, antwortete der Schwarzhaarige und kuschelte sich eng an seinen Bettnachbarn. Dieser lächelte, denn er mochte die Art, wie der Junge seinen Namen aussprach. „Das tut mir leid, aber ich bin es nun mal gewohnt, das Bett für mich allein zu haben.“, erwiderte Lee. „Ist schon gut, ich bin ja nicht dran gestorben. Du warst ja da und hast mich gewärmt.“, sagte der Junge mit einem frechen Grinsen. Sie blieben noch eine ganze Weile so liegen, ohne auch nur ein Wort zu sagen. Plötzlich stand Lee auf, zog sich einen schwarzen Kimono über und wollte den Raum verlassen. „Lawrence, möchtest du auch einen Kaffee?“, fragte er den Jungen, als er an der Tür ankam. „Nein, danke. Ich sollte lieber gehen. Ich war schon viel zu lange hier.“, antwortete dieser und verließ nun auch das Bett.
Lawrence suchte seine Klamotten zusammen und verschwand im Badezimmer. Nach ungefähr 15 Minuten kam er zurück. Lee saß auf dem Fensterbrett und starrte hinaus, als er ihn bemerkte begann er zu sprechen: „Bitte bleib bei mir Law. Ich will nicht das du gehst, bitte bleib hier.“. Lawrence ging zu ihm und gab ihm einen Kuss auf die Wange. „Warum willst du denn unbedingt dass ich hier bleibe? Du bist der erste der so was zu mir sagt.“ – „Ach ja, kann ich mir gar nicht vorstellen, so schön wie du bist.“, entgegnete ihm Lee, er stand auf und umarmte ihn. „Danke, das ist lieb von dir, aber ich kann nicht bleiben. Mein Boss bringt mich um, wenn ich nicht zurückkomme. Mich erwartet sowieso schon eine Tracht Prügel, weil ich so lang verschwunden bin.“, erwiderte Lawrence und schob Lee von sich weg. „Du hast wahrscheinlich Recht. Ich kann dich ja auch nicht zwingen, leider.“, sagte er, lächelte und ging zu dem Stuhl, über dem seine Hose hing. Er griff in die Taschen und holte ein paar Geldscheine heraus. „Wie viel kriegst du?“, fragte er anschließend. „Ich will kein Geld von dir!“, antwortete Lawrence mit energischer Stimme. „Aber warum denn nicht? Du hast deinen Job ausgesprochen gut gemacht, deswegen werde ich genauso bezahlen wie alle anderen auch. Außerdem dreht dein Boss doch durch, wenn du ohne Einnahmen zurückkommst.“, fügte Lee hinzu. Lawrence senkte seinen Kopf und schwieg ein paar Sekunden. „Das ist mir egal. Du bist anders als die anderen. Ich würde mir wünschen, dass ich öfter solchen Spaß bei der Arbeit hätte, wie mit dir letzte Nacht.“, sagte er schließlich. Kaum hatte er den Satz beendet sackte er zusammen und hielt sich seinen Bauch. Lee kniete sich neben ihn und streichelte über seinen Rücken. „Law, was ist los mit dir? Ist alles okay?“ – „Ist schon gut. Es geht schon wieder, aber ich glaube es ist besser, wenn ich doch noch ein bisschen hier bleibe.“. Lee hob ihn hoch und trug ihn zum Bett. Er deckte ihn zu und legte sich daneben. „Jetzt hab ich doch noch das gekriegt was ich wollte. Das freut mich.“, sagte er nach ein paar Minuten. „Sag mal, wie alt bist du eigentlich?“, fuhr er fort, während er sich durchs Haar strich. „16.“, antwortete Lawrence leise. „Ich wusste es. Du siehst aus wie 16, aber vom Verhalten her bist du eindeutig reifer. Ich hätte nie gedacht, dass ich mal mit einem Minderjährigen ins Bett gehen würde. Irgendwie verrückt.“, fügte Lee hinzu. „Mach dir darüber mal keine Sorgen. Du bist schließlich nicht der einzige. Andere treiben es nur mit Leuten in meinem Alter. Du wirst gar nicht glauben, wie viele zu uns kommen und nach einem Minderjährigen fragen, das ist erschreckend.“, Lawrence schloss die Augen während er das sagte. „Dann bist du sicher eine gute Einnahmequelle für deinen Boss. Kein Wunder das der gleich immer so durchdreht, wenn du nicht zurückkommst. Es könnte ja sein, das ihm ein paar Scheinchen flöten gehen, dieser Mistkerl!“ – „Warum regst du dich darüber so auf? Dich braucht das doch eigentlich gar nicht zu interessieren, was mit mir geschieht. Du bist echt ein komischer Kauz.“, nach diesen Worten schwiegen beide wieder. Es verging rund eine halbe Stunde, ohne das sie  ein Wort wechselten, bis Lawrence schließlich sein Schweigen brach: „Ich muss
gehen.“ – „Nein! Warte, geht es dir denn schon gut genug? Ich lass dich nicht gehen!“, Lee hielt ihn fest, zog ihn zurück und legte sich auf dessen zierlichen blassen Körper. „Geh runter von mir, du bist schwer! Ich versteh dich echt nicht. Machst du bei jedem Stricher, den du mit nach Hause nimmst, so ein Theater?“, entgegnete Law, während er versuchte sich zu befreien. „Das war gemein von dir.“, mit diesen Worten stand Lee auf und ging mit gesenktem Kopf zum Fenster. „Tu…, tut mir leid.“ – „Schon gut, aber eigentlich ist es das erste mal das ich …“, bevor er den Satz beenden konnte unterbrach ihn Lawrence: „Das dachte ich mir, denn du siehst nicht unbedingt aus als hättest du das nötig. Wenn alle Kerle, die zu mir kommen, so geil aussehen würden wie du, dann könnte aus Arbeit sogar Vergnügen werden.“ – „Du bist so schön wenn du lächelst.“, sagte Lee und küsste ihn zärtlich. Für ein paar Minuten vergaßen beide die Welt um sich herum, als ihr inniger Kuss plötzlich vom klingeln eines Telefons unterbrochen wurde. „Willst du nicht ran gehen?“, fragte Law. „Nein, das ist eh bloß mein Bruder. Der ruft nur an, um mir zu sagen, wie nutzlos mein Leben ist und wie viel Geld er wieder verdient hat.“, Lee mochte seinen Bruder, aber er hasste es, wenn dieser sich in sein Leben einmischte. „Dein Bruder ist also reich? Warum lebst du denn dann in so einem schäbigen, kleinen Apartment?“ – „Ich lehne es strikt ab finanzielle Unterstützung von meinem Bruder zu beziehen. Ich bin schließlich kein kleines Kind mehr, welches von anderen abhängig ist. Ich krieg das schon allein auf die Reihe.“, antwortete Lee. „Du bist zu stolz, hab ich Recht? Du würdest lieber verhungern als andere um Hilfe zu bitten. Das ist echt typisch.“, entgegnete Lawrence und zog seine Jacke an. „Wie meinst du das?“ – „Na ja, du bist süß, charmant und siehst gut aus, irgendwo muss ja ein Haken sein. Also dann, ich hau ab.“, als er jedoch die Tür öffnen wollte bemerkte er, dass abgeschlossen war. „Wenn du hier raus willst, dann musst du dir den Schlüssel holen.“, sagte Lee, während er mit dem Selbigen in der Hand klapperte. „Was soll das? Warum ich?“, fragte Lawrence. „Warum hast du von all den Strichern in der Stadt ausgerechnet mich gewählt? – „Na ja, als ich dich das erste mal sah, da war ich sofort fasziniert von dir. Fasziniert von deiner Schönheit und Verdorbenheit.“ – „Verdorbenheit? Was meinst du damit?“, Lawrence blickte Lee verdutzt an. „Ich habe in meinem ganzen Leben noch nie jemanden gesehen, der so schön, unnahbar, perfekt und gleichzeitig verdorben ist, wie du. Jemandem wie dir würde wohl niemand zutrauen, dass er anschaffen geht, stimmts?“, antwortete Lee. „Das stimmt wohl. Du sagtest, als du mich das erste Mal gesehen hast. Soll das heißen, dass du mich schon eine Weile beobachtest?“, fragte Law. „Das ist richtig, ich hatte das nicht geplant, aber ich bekam dein Gesicht einfach nicht mehr aus dem Kopf. Jedes mal wenn ich die Augen schloss, sah ich dich, sah ich deine leeren und ausdruckslosen Augen, die mich ganz und gar gefangen nahmen. Verzeih.“, Lee ging auf Lawrence zu und umarmte ihn. „Die Nacht mit dir war so schön. Du bist das Beste was mir je passiert ist. Du hast mich zum glücklichsten Menschen der Welt gemacht. Ich bin dir vollkommen verfallen. Deine Haare, deine Haut, deine Lippen, ach, dein ganzer Körper versetzt mich in Ekstase. Ein Kuss, eine Berührung von dir und ich fühle mich wie in Trance. Ich will dich nicht hergeben, ich will für immer dir gehören.“, er drückte Law noch fester an seinen Körper. Lawrence wusste nicht wie ihm geschah, diese Worte brannten sich wie Feuer in sein Herz. Warum das alles? Die anderen, mit denen er für Geld ins Bett ging, waren nie so einfühlsam und liebevoll. Nein, im Gegenteil, sie widerten ihn an. Noch nie in seinem Leben hatte er solche Zuwendung erfahren, noch nicht mal seine Eltern behandelten ihn so. Er fühlte sich behütet und geborgen in Lees Armen, es war so schön warm, er roch das Parfüm auf seiner Haut und plötzlich kamen ihm die Tränen. Sie flossen immer schneller und zahlreicher seine Wangen herunter und es gelang ihm nicht, sie unter Kontrolle zu bringen. „Hey, warum weinst du denn jetzt? Hab ich irgendwas falsch gemacht?“, fragte Lee, als er die Tränen spürte.
„Nein …, aber …, so etwas liebes hat noch nie jemand zu mir gesagt. Du bist der erste der mir seit langem das Gefühl gibt, etwas wert zu sein. Warum?“, schluchzte er die Antwort. „Lawrence, ich liebe dich. Du bist genau der Mensch, den ich schon seit Ewigkeiten suche.“, als Law das hörte hielt er die Luft an, nein, es schnürte ihm regelrecht die Kehle zu. Nie hätte er gedacht, dass er diese Worte, diese lang ersehnten Worte, einmal hören würde. Das alles war zuviel für ihn, nun brach er endgültig zusammen. Lee wusste nicht was er sagen sollte, er fand keine tröstenden Worte. Er hielt es für das Beste, still zu sein und Lawrence einfach nur ganz fest zu halten.
Eine ganze Weile verharrten sie so, bis Law sich endlich wieder beruhigt hatte. Er strich sich die Haare aus dem Gesicht, wischte sich die Tränen ab und blickte Lee tief in die Augen. „Deshalb wolltest du, dass ich hier bleibe, weil du dich in mich verliebt hast?“, fragte er ihn mit zitternder Stimme. „Deswegen und weil ich Angst um dich habe. Ich habe Angst, dass dir etwas passiert.“, antwortete Lee und streichelte Lawrence über die Wange. „Was soll mir denn schon
passieren?“ – „Dummerchen, denk doch mal nach. Was ist, wenn du an irgendeinen verrückten Psychopathen gerätst, der dich nach allen Regeln der Kunst abschlachtet? Ich will nicht, dass du weiter auf den Strich gehst. Ich verspreche dir, ich beschütze dich, ich kümmere mich um dich, bleib hier.“, bevor Law etwas erwidern konnte zog ihn Lee an sich heran und gab ihm einen leidenschaftlichen Kuss. Langsam schob er seine Hände unter dessen Hemd und begann über seine Brust zu streicheln. Lawrence zuckte ein wenig zusammen, als er die kalten Hände auf seiner Haut spürte. „Wenn ich hier bleibe, dann bist du in Gefahr. Mein Boss würde uns finden und hätte kein Problem damit, uns auf der Stelle umzubringen. Das kann ich nicht zulassen, das könnte ich mir nie verzeihen, aber …“ – „Aber was?“, fragte Lee nach. „Lee, ich will bei dir bleiben, egal was passiert. Ich habe eine Idee.“ – „Schieß los.“ – „Sollte mein Boss uns finden, dann werde ich …, dann werde ich …“, Law begann zu stottern. „Dann wirst du was? Dir fällt nichts ein, hm? Mir hingegen schon. Sollte es tatsächlich soweit kommen, dann möchte ich, dass du mich tötest.“ – „Was???“, fragte Lawrence entsetzt. „Ja, mit deinen eigenen Händen. Denn es gäbe keine schönere Art zu sterben.“, entgegnete Lee. Lawrence starrte ihn ein paar Sekunden lang stumm an. „In Ordnung, wenn du das willst. Aber ich verspreche dir, ich werde dich aus Liebe töten … aus Liebe.“, nach diesem Satz griff Law nach den Wohnungsschlüsseln und öffnete die Tür. „Lass mich bitte noch einmal gehen, ein letztes Mal. Ich möchte nur ein paar persönliche Dinge holen.“ – „Ich glaube das ist keine gute Idee.“, erwiderte Lee besorgt. „Bitte, ich komme gleich zurück. Versprochen!“ – „Du solltest nichts versprechen, was du nicht halten kannst. Aber es ist wohl zwecklos, dich aufhalten zu wollen.“, Lawrence umarmte seinen bedrückt aussehenden Gegenüber, küsste ihn und verschwand zur Tür hinaus. Ein paar Minuten stand Lee bewegungslos da, ging dann aber ins Badezimmer und verschloss die Tür. Jetzt lehnte er sich an die Selbige, rutschte mit dem Rücken an ihr herunter und setzte sich auf den Boden. Für eine Weile war alles still, doch dann hallte sein lautes Schluchzen und Seufzen durch die Wohnung. Lee wusste es vorher und er sollte Recht behalten, Lawrence kam nie zurück.

Ende
 
 
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