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-Kein Titel-

von Spika
Kurzbeschreibung
GeschichteDrama / P12 / Gen
25.01.2008
25.01.2008
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738
 
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25.01.2008 738
 
Er richtete die Augen auf seine schwarzen Socken, eigentlich hatte er sich ja immer etwas anders gewünscht. Aber jetzt hatte es eben nur hierfür gereicht.
Immer hin bekam er Geld.
Und Geld regiert die Welt, das wusste er seit er klein gewesen war. Hatte es gewusst und verinnerlicht. Aber die weiße Schminke in seinem Gesicht würde er nie verinnerlichen, würde nie er sein.
Geld regierte ihn, nicht das direkte Geld, das Geld das er ausgab, meistens für etwas formelles, einen Anzug, eine Gala, öfter aber noch für Alkohol, oder für Gras.
Er trank etwas, dafür arbeitete man ja, er wusste was er sagte, wenn er etwas getrunken hatte.
Oft hatte er das Gefühl er konnte sich so besser einschätzen, angetrunken, war er nicht, er hatte etwas getrunken aber er lallte nicht, stolperte nicht in den großen Schuhen, hatte selten Sex.
Er hatte sogar weniger Sex als früher.
Zumindest war er herum gekommen und weiter als die andern, weiter als der schöne Björn und weiter als die dünne Anne. War bei weitem reicher als der kluge Max und hatte mehr falsche Freunde als die falsche Ricarda, er war in Amerika und in Asien, dort wo Klaus, Emilia und Aira nie, niemals hinkamen, ob wohl sie dafür gekämpft hatten, und er war nach der 10 Klasse gegangen, und hatte Geld und gondelte durch die Weltgeschichte und wenn er wollte konnte er mit den schönsten und besten Frauen der Welt ficken, aber er wollte nicht, manchmal schlief er mit einem Zimmermädchen, fickte sie einfach so, weil sie da war, und weil sie nichts kostete. Fickte sie besoffen und sinnlos, bis es klopfte und sie mit schnellen russischen Ausstößen antwortete und verschwand.
Verschwand, wie die Erinnerung an sie, eine völlige Zweckbeziehung, nämlich müde zu werden und dann viel er in das dreckige Bett und schlief und träumte manchmal von Monster und manchmal von Sex und manchmal von seiner toten Mutter.
Das passierte ihm einmal, während er in der Lobby eines falschen Freundes saß, dass er einschlief und von seiner toten Mutter träumte. Aber das war Amerika da verurteilt man keine Stars…
Er hatte es gemerkt, er war in der Welt und im Alkohol zu Hause. Zündete sich alleine eine Zigarette an, und keiner wusste davon das er hier hinten saß und alleine rauchte und trank, wie so oft, saß er hinten alleine und rauchte, und trank…
Manchmal wollte er dann Sex haben, manchmal wollte er kotzen und manchmal krepieren.
Aber meistens saß er einfach da, mit leerem Kopf und vollem Konto, früher hatten sie ihn als zurückhalten beschrieben, als schüchtern, später als faul und aufsässig, heute beschrieben sie ich als lustig und nett, als fröhlich als aufmerksam und munter. Sein Manager bezeichnet ihn als depressiv und abhängig.
Aber er denkt nicht mehr darüber nach, was andere über ihn denken, er wird wieder nach draußen gehen und vorher eine geraucht haben. Und nachher wird er wieder rauchen und dann wird er zu der Party gehen und wir etwas trinken und dann wir er in sein Zimmer im Hotel gehen und schlafen, einen Schlaf mit 2,9 Promille einen heißen, rohen Schlaf, einen unglücklichen, unruhigen, besoffenen Schlaf wird er schlafen.
Allein, wahrscheinlich.
Vielleicht kommt diese Frau Dingens noch mal, heute Abend, zu ihm an das schicke Stehtischchen und wird ihn fragen ob er heute nach alleine schläft und wenn sie betrunken ist dann wird sie fragen ob sie mit hoch kommen soll, und dann wird er sagen, wie immer, nein, da er sie hasst und sie nicht besonders gut im Bett ist. Außerdem ist sie ihm zu alt, das stört ihn massiv, und manchmal möchte er eingreifen, aber niemand hält ihn auf im Whirlpool zu masturbieren und an seine erste Liebe zu denken. Deren Namen unter einer Decke Alkohol und Schlafmittel verschwand.
Er möchte sterben, manchmal zumindest, mit 5 Mio. Doller in den Händen und zwischen den Beinen von einer Frau, oder einem Mann, mittlerweile ist es ihm egal, es ist ihm tatsächlich egal. Hauptsache der erwünschte Effekt trifft ein, das würde völlig reichen. Vielleicht würde er auch jetzt sterben, das weiß er.
Er hat diese Socken bestimmt 20 Mal, warum?
Und warum trägt er sie?
Und warum trägt er diese Schuhe?
Und dieses hässliche Hemd?
Und warum war er hier?
Und was hält er in der Hand?
Als seine Zigarette auf den Fußboden fiel entstand ein kleines Brandloch im Fußboden, aber er war ja allein, trank noch einen Schluck und schlief ein…
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