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Karamell

von Ramuthra
GeschichteLiebesgeschichte / P12 / MaleSlash
Harry Potter
20.01.2008
28.09.2008
1
3.601
44
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Dieses Kapitel
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20.01.2008 3.601
 
Oneshot
Vorwort: Obwohl mir einige Leute davon abgeraten haben, habe ich es schlussendlich getan: Ich habe meine eigene ganz persönliche FanFic von Gregory Goyle und Harry Potter geschrieben und ich werde noch mehr unmögliche Pärchen nieder schreiben wartet es bloß ab! Ihr könnt mich nicht aufhalten MUHAHAHAHAHAHAHA!
*seufz* wird mal wieder Zeit für mein Valium…

Anmerkung: Jaja…. Ihr habt schon richtig gelesen. Keine Rechtschreibfehler und fehlende Wörter mehr. Karamell wurde gebetat!
Widmung: An VampierQueen die dieses Kapitel Korrektur gelesen und großartige Arbeit geleistet hat. Du bist ein Schatz ^_^

*Sweets*



Diese Geschichte ist dem besten Freund gewidmet,


den man an einem trübseligen, regnerischen Nachmittag haben kann:



der Nugatpraline.





Gregory Goyle ist sich der leider kaum zu übersehenden Tatsache bewusst, dass er fett ist.
Und gleich, was die Gryffindors auch über ihn sagen mögen, ist er doch kaum so dämlich, um nicht zu wissen, was der Grund dafür ist:

Süßigkeiten.

Und ein Drüsenproblem, die Gene seiner Eltern, der Fastfoodladen McWizard und zu wenig Sport.

Aber vor Allem Süßigkeiten.

Gregory liebt Süßigkeiten. Er liebt wie sich das Knistern des Verpackungspapieres anhört, wenn man es in der Hand zerknüllt. Er liebt die Form und Farbe, die bei jedem Bonbon so unterschiedlich und doch so passend ist und vor Allem liebt er das Gefühl, wenn die Geschmacksbombe seiner Wahl auf der Zunge zergeht und Alles für einen wunderbaren perfekten Augenblick, der einem all den Schulstress, den verächtlichen Stimmen der Schüler und den nie zu erfüllenden Erwartungen der Eltern, vergessen lässt.

Gregory weiß, dass Süßigkeiten das Beste und gleichzeitig das Schlimmste sind, was ihm je passieren konnte. Aber trotzdem kann und will er von ihnen nicht loskommen. Und deswegen ist er kaum verwundert, als er in einem Süßigkeitenschlachtfeld aufwacht. Schon wieder.

Er erhebt sich leise ächzend und stützt seine Hand auf einem Haufen Zitronenbonbons ab, weswegen er gleich wieder schmerzhaft auf seinen Rücken fällt. Er dreht sich stöhnend zur Seite und erblickt etwas, mit dem er nicht gerechnet hat.

Karamell.

Karamell in seiner schönsten Form, das nackt neben ihm liegt. Sein Brustkorb hebt und senkt sich, während ein sanftes leises Geräusch, das wie Gregory durch den dumpfen Nebel des Schockes mitbekommt, Atem ist, die Stille unterbricht. Schwarze unbändige Haare und geschlossene Lider, die smaragdgrüne  Augen verstecken.


Gregory Goyle springt mit einem Satz auf und verlässt den Raum der Wünsche so schnell wie möglich, als ihm klar wird, dass Harry Potter unbekleidet und in ein dünnes Laken gewickelt neben ihm im Bett liegt.

*Sweets*




Auch wenn der Großteil aller Gryffindors….nein, alle Schüler außer zwei, davon ausgehen: Vincent Crabbe ist nicht Gregorys bester Freund.

Er ist sein Bruder.
Natürlich nicht leiblich. Immerhin sind Vincents Haare nicht dunkel wie Crabbes, sondern strohblond und auch sonst gibt es in seinem Gesicht keine Merkmale, die auf eine Verbindung über die DNA schließen lassen.Trotzdem: Wenn Gregory sich einen Bruder aussuchen dürfte, würde Vincent Crabbe der Glückliche unter den Erwählten sein. Und auch wenn Gregory älter ist, hat er nicht das Gefühl der ältere Bruder zu sein.

„Du hattest Sex.“, sagt Vincent schlicht, nachdem er nur kurz Gregory musterte.

Nein, eindeutig nicht der ältere Bruder.

„Lass mich nur kurz vorher das fertig lesen.“

Und Gregory lässt ihn, weil er weiß, wie wichtig Vincent seine Studien sind, aber vor Allem, weil er sich noch zuerst die Worte zurechtlegen muss, die er gleich aussprechen wird.
Gregory wartet eine halbe Stunde, bevor Vincent seine Lektüre schließt, aber das ist ihm egal. Vincent lernt, seitdem er sechs Jahre alt ist, Physik und Algebra…. Und er ist ein verdammtes Genie. Tatsächlich stellt er ständig Artikel in so eine Art Netz der Muggel, wo jeder sie lesen kann. Wie genau das funktionieren soll, dass auf der ganzen Welt Leute zu diesem Netz kommen, ist Gregory nicht klar, aber Muggel sind nun mal so verrückt, dass wenn man versuchen würde sie zu verstehen, man wohl keine Zeit mehr für Süßigkeiten hätte.

„Also: War es so schlimm, oder ist es einfach die Person die dir Sorgen bereitet?“, sagt Vincent interessiert und räumt einen Stapel Muggel-Naturwissenschafts-Bücher, mit denen sein Zimmer fast so vollgestopft ist wie die Bibliothek, zur Seite um sich neben Gregory setzen zu können.

„Harry Potter.“, sagt Gregory einfach und weiß, dass es nicht mehr Informationen braucht, damit Vincent versteht. Generell reden sie nie viel miteinander. Noch ein Grund, warum man ihn (gerechterweise) und Vincent (ungerechterweise) als dumm bezeichnet.   Aber nur weil sie nicht viel sagen, heißt das nicht, dass sie nicht miteinander kommunizieren. Vincent macht ein nachdenkliches Gesicht, für andere Leute sieht es dümmlich aus, aber das ist nur, weil sie nicht wissen, welches Genie sich hinter diesem naiven Gesichtszug verbirgt.

Und Greg wartet. Wartet auf einen Rat des wohl klügsten Menschen (Granger eingeschlossen), den er je kennen gelernt hat und hofft auf eine Lösung für sein Problem, von dem er weiß, dass wenn Vincent es nicht lösen kann, Niemand dazu in der Lage sei.
 
„Scheiße.“, sagt Vincent.


*Sweets*




Wenn Gregory es nicht gewohnt wäre, würde es ihm wohl etwas ausmachen, dass Finnegan angewidert die Nase rümpft und leise „Wäh“ macht, als Snape ihn zu einer Partnerarbeit mit ihm einteilt. Und wenn Gregory nicht in der Volkschule dasselbe durchgemacht hätte, dann wäre er wohl ziemlich verletzt, als er hört und sieht wie die restlichen Gryffindors ihre Mitleidsbekundungen an Finnegan weiterleiten und Dean Thomas laut in der Klasse brüllt:

„Scheiße, du arme Sau, Finnegan. Pass bloß auf, dass du nicht erdrückt wirst, wenn er sich neben dich setzt.“

„Hey, brauchst du ein Raumspray? Nur für alle Fälle…“, fügt Thomas außerdem hinzu und trotz all der Jahre Abhärtung muss Gregory gedemütigt die Zähne zusammenbeißen, um nicht etwas zu sagen, was die ganze Situation ohnehin nur verschlimmert hätte.

Und auch wenn er zu verhindern versucht, darüber nachzudenken: Harry Potters Platz ist leer.



*Sweets*



Er kommt eine halbe Stunde zu spät und im Gegensatz zu Greg ist es so, als ob bei ihm eine hundert Kilowatt Leuchtschrift über seinem Kopf anprangert, was sie vor knapp 4 Stunden noch getan haben. Er huscht eilig zu seinem Platz und lässt eine in Lautstärke und Beleidigungsgrad noch nie da gewesene Schimpftirade von Snape über sich ergehen. Es ist nur für eine Sekunde, in der sich ihre Augen treffen, aber als sie es dann schließlich tun, ist der einzige Gedanke der Greg in diesem Moment durch den Kopf geht diesmal nicht über Schokolade, Erdbeertörtchen oder andere Kalorienbomben.

Er handelt davon, dass Harry Potter die schönsten Augen hat, die Greg je in seinem Leben gesehen hat.

Kurz darauf wendet sich der Schwarzhaarige ab und Greg kann mit Genugtuung sehen, dass seine Wangen mindestens so pink sind wie seine.

Vor sich sieht er, wie Pansy Parkinson misstrauische Blicke zwischen ihn und Harry wirft, bevor ihr schließlich ein Licht aufgeht.

„OMGWTF! Du hast doch nicht-“, fängt sie an und wird von Vincent unterbrochen, der ihr eine stählerne Hand auf den Mund legt.

„Nicht jetzt.“, sagt Vincent.

„Aber-“, erwidert Pansy.

„Nicht jetzt.“, wiederholt Vincent.


*Sweets*



„Oh, du musst mir einfach Alles erzählen!“, quietscht Pansy und der Großteil der Schüler in ihrer Umgebung blickt interessiert in ihre Richtung. Bis sie Vincent und Gregory sehen und dann schnell aus Schutz für ihre Augen wegblicken.

„Nicht hier.“ sagt Vincent.

„Aber-“,erwidert Pansy.

„Nicht hier.“, wiederholt Vincent.


*Sweets*



Minuten später sind sie in einem leere Klassenzimmer, das früher für Muggelkunde verwendet wurde, bis ein Toaster vor zwei Jahren  die halbe Einrichtung zerstörte und ein 2/3 der Klasse einschließlich dem Lehrer in den Krankenflügel mussten. Seitdem gilt dieser Ort als verflucht. Offensichtlich glauben die Schüler daran, dass der Toaster als Geist weiterlebt und diesen Ort immer noch heimsucht. Was Greg für eine ausgesprochen dämliche Idee hält. (Auch wenn er sich nicht sicher ist, was ein Toster ist) so ist es ihm unverständlich, dass dem Rest von Hogwarts nicht klar ist, dass, wenn der Toaster wirklich ein Geist wäre, er ihnen gar nichts antun könnte. Immerhin weiß jeder Erstklässler, dass Geister einen nicht berühren können, sondern einfach durch einen hindurch schweben. Trotzdem scheinen sich sogar Erwachsene von Orten wie der Heulenden Hütte zu fürchten. So etwas nannte man dann wohl Intelligenz.

„Also.“, sagt Pansy.

„Also.“, erwidert Gregory.

„Damit meine ich, du sollst endlich zu erzählen anfangen!“, faucht die Schwarzhaarige, während sie grinsend eine ihrer Locken um den Finger wickelt.

„Uhm…. Ich weiß nicht so wirklich, was ich sagen soll…“, murmelt Greg und verflucht Pansys weiblichen Instinkt.

„Wer war oben?“, sagt sie wie aus der Pistole geschossen. Vincent grunzt abfällig. Gregory starrt sie nur ungläubig an.

„Woher soll ich das noch wissen? Ich erinnere mich kaum mehr an den Abend, genauso wie du höchstwahrscheinlich.“ Und das ist die Wahrheit. Der Grund warum Gregory damals dieses Zimmer aufgesucht hatte, lag eindeutig an dem erhöhten Alkoholspiegel in seinem Blut. Draco hat seinen 17. Geburtstag gefeiert und so wie bei jeder Geburtstagsfeier, auf die Greg je eingeladen worden war (und die er alle an einer Hand abzählen konnte) war er einige Stunden, nachdem er die angeekelten Blicke nicht mehr ertragen konnte, zum Raum der Wünsche geflohen. Gut, es war nicht das erste Mal, dass er sich dort vollgefressen hatte und es war auch nicht das erste Mal,an dem er Har- Potter dort auftraf…. Aber es war das erste Mal,an dem sie… ähm… nunja…

„Hast du Schmerzen….dort?

„Ähm nein….“, sagt Gregory, nachdem er versteht, was Pansy meint.

„Aber Potter ist heute in Zaubertränke ständig auf seinem Sessel auf und ab gerutscht….“, murmelt Pansy in sich hinein. „…aber das hieße doch.. BEI MERLIN!!!“

„Und du bist sicher, dass ihr euch nicht einfach einen runtergeholt habt?“

„Äh nein…vielleicht…äh keine Ahnung…“

Aber Pansy scheint seine Antwort gar nicht zu hören.

„Bei Merlins Bart…“

„Ja?“, fragt Greg interessiert.

„Das heißt, dass du oben gewesen bist! Du Gregory Goyle hast Harry Potter-“

„Schon gut. Schon gut. Jaaa… jetzt wo du es sagst, erinner ich mich wieder daran…. Zumindest ein bisschen.“, schneidet Greg Pansy genervt das Wort ab. Er ist zwar nicht sonderlich klug, aber er hat dennoch das Gefühl, dass ihm diese Tatsache kaum bei seinem Problem helfen wird.

„Potter liegt unten…“ flüstert Pansy apathisch „Potter der Frauenheld liegt unten!“

„Oh, ich bitte dich.“, sagt Vincent und stöbert in einem der Bücher, die der Toaster heil gelassen hatte.

„Potter ist kein Frauenheld. Das ist nur ein dummes Gerücht.“

„Aber McMillian hat gesagt-“

„McMillian erzählt viel, wenn der Tag lang ist. Er hat sogar die Gryffindors glauben lassen, dass Draco ein Sexgott ist und eine Eroberung nach der anderen hat.“


Pansy kann ihr Lachen nicht unterdrücken. Sie kichert sosehr, dass sie schweißströmend nach Luft schnappen muss.

„Draco…. Ein SEXGOTT??!! Hahahah, bei Merlin, das ist das Dämlichste, was ich je gehört habe. Draco, die prüde Jungfrau, die bei der kleinsten schmutzigen Bemerkung schon zu erröten anfängt, ein Sexgott! Hihihihi …“


„Naja, du kennst ja die Gryffindors: Gib ihnen einen Grund ein Held zu sein und sie werden ohne zu zögern in ein Feuer springen und ihr Leben aufs Spiel setzen. Allerdings braucht man dazu keine funktionierenden Gehirnzellen. Die Evolution hat sie in dieser Hinsicht vergessen.“, gähnt Vincent und blättert eine Seite des Buches um. Greg kann einen kurzen Blick auf den Einband erhaschen, auf dem fettgedruckt das wohl berühmteste Zitat Salazar Slytherin steht:

„Man kann nicht gleichzeitig


mutig und intelligent sein.“




Nein, denkt Gregory als er sich in einer der Pfützen betrachtet. Aber man kann gleichzeitig dumm, feige und furchtbar hässlich sein.



*Sweets*



„Du bist ohne jede Nachricht gegangen.“, faucht Harry, der ganz plötzlich vor ihnen im Gang auftaucht.

„Wow. Das ist ja wie in einem kitschigen Liebesdrama.“, quietscht Pansy aufgeregt, während die anderen Leute auf dem Gang ungläubige und geschockte Blicke zwischen Harry und Gregory werfen.

Als dann auch noch das Gemurmel und Gespött der weiter weg stehenden Schüler anfängt, hat Gregory genug und zieht Harry in ein leerstehendes Klassenzimmer, obwohl das wahrscheinlich nur Öl ins Gerüchtefeuer schütten wird.

„Antworte mir gefälligst.“, knurrt der Schwarzhaarige und reißt seinen Arm aus Gregorys eisernem Griff.

Und jetzt. In diesem winzigen Augenblick. Dieser kleine Moment, der sich für immer hinter seine Augenlieder brennt, kommt er nicht umhin zu bewundern, wie schön Harry ist. Wie perfekt seine Gesichtszüge, wie verführerisch sein schwarzes Haar und seine kirschroten Lippen, wie strahlend seine grüne Augen sind.  Und eine Haut, die so braun ist wie Karamell.

Ein einziges lebendes Kunstwerk. Und Gregory liebt und hasst ihn dafür.

„Was gibt es da schon groß zu erklären?“, knurrt er nun ebenfalls.

Harry zuckt zurück und selbst wenn er verletzt ist, sieht er dennoch großartig aus. Wie einer dieser Models, die sich Zahnpasta unter die Augen reiben müssen. Aber im Gegensatz zu ihnen, die dafür stundenlang Posen müssen, kommt es bei ihm ganz natürlich.

„Aber ich dachte… ich meine wir kennen uns jetzt schon so lange.“, murmelt Harry und spielt damit wohl auf die vielen Stunden an, die er und Greg das letzte Jahr meistens schweigend beieinander verbracht haben.  „…Und… uhm.. ich dachte du magst mich.“

Gregory stöhnt frustriert auf. Offensichtlich gehen gutes Aussehen und Intelligenz nicht Hand in Hand. Eisern packt er Harry erneut am Arm und stellt sie beide vor einen Spiegel. Offensichtlich ist das ein altes Klassenzimmer Lockharts. Greg kann sich keinen anderen Lehrer vorstellen, der so eitel oder dämlich wäre sich gegen das Anti-Spiegel-Gesetz von Filch zu wiedersetzen.

Wahrscheinlich, dachte Greg ‚ist Filch der Einzige, der ganz genau versteht, wie ich mich fühle.‘

Wie deprimierend…

„Schau dich doch mal an…“, flüstert Greg leise und betrachtet sich und Harry im Wandspiegel.

Obwohl er hinter Harry steht, kann man sein Gesicht deutlich erkennen. Er ist einen Kopf größer als der Schwarzhaarige. Wenn er ehrlich ist, ist er einen Kopf größer als jeder seiner Klassenkameraden, aber er ist längst nicht so groß, um seinen riesigen Umfang zu retuschieren, hinter dem sich jemand mit Harrys Figur wohl dreimal verstecken kann.

„Verstehst du jetzt?“

Er drückt Harrys Schultern, die unter seinen prankenhaften Händen so schmal und zerbrechlich aussehen. Dann verlässt er das Zimmer ohne nur einmal auf Harrys versteinertes Gesicht zurückzublicken.

*Sweets*



Es ist wie eines dieser dummen Märchen, die Muggel ihren Kindern erzählen, damit sie besser einschlafen. Die strahlende Heldin (und Greg muss unwillkürlich losprusten als er sich vorstellt was Harry wohl in Bezug auf seine Rolle als strahlende Heldin zu sagen hätte)verliebt sich in das hässliche, aber dennoch gutherzige Monster. Eine Geschichte für Kleinkinder, die ihnen bewusst machen soll, dass Schönheit von innen kommt. Wie in die Schöne und das Biest oder der Froschkönig.

Aber das ist kein Märchen. Es ist die Realität…

Und Greg weiß, dass er hässlich bleibt, egal wie oft ihn Harry auch küsst.


*Sweets*



„Ich hab’s Harry gesagt.“, sagt Greg und betritt Pansys Zimmer.

Für kurze Zeit nimmt er das Bild vor sich genauer wahr und betrachtet die Insassen des Zimmers geschockt. Und die Insassen starren geschockt zurück.

„Du und Cho Chang?!“, fragt er Pansy ungläubig und sieht sich die Szenerie genauer an. Seine beste Freundin Pansy und die Halbasiatin sitzen kaum bekleidet auf ihren Bett und scheinen so als hätten sie vor Sekunden noch angestrengt auf das Schachbrett zwischen ihnen gestarrt.

„Ähm…dafür gibt es eine vernünftige Erklärung..“, lässt Pansy leise vernehmen.

„Du meinst eine bessere als meinen ähm… Trugschluss, dass du offensichtlich lesbisch bist und Chang deine ähm… tja…“

„Naja“, sagt Pansy gedehnt „Eigentlich bin ich bi. Cho ist bloß eine Freundin und wir haben nicht ähm… du weißt schon…, sondern wir haben Strip-Schach gespielt“

„Strip-Schach?!“

„Ähm…ja.“

„Heh Goyle! Was meintest du damit eigentlich, dass du’s Harry gesagt hättest?“, meldet sich Chang interessiert und überkreuzt ihre unbedeckten Beine. Wenn Goyle nicht seit gestern Nacht gewusst hätte, das er schwul ist, würde ihm der dargebotene Anblick wohl einen Haufen unangenehmer Probleme bescheren. Zumindest etwas Gutes hat die Sache.

„Oh… Ich hab Harry gesagt, dass wir nicht zusammenkommen können, weil ich…zu dick bin.“

„WAS?!“, fragt Pansy ungläubig und die Halbasiatin neben ihr verschluckt sich, obwohl sie offensichtlich Nichts im Mund hat.

„Mal *hust* abgesehen von der Sache*husthust*, dass ich grad erfahren muss, dass mein Exfreund schwul ist….
Hast du gerade wirklich gesagt, dass du dich von Harry getrennt hast, weil du dich hässlich findest?

„Ähm… eigentlich hatten wir ja nicht eine Beziehung oder so…aber im Grunde, ja..“, stammelt Greg verwirrt aufgrund Changs ungläubigen Gesichtsausdrucks.

„Das ist ein verdammt dämlicher Grund!“

Hier sollte nur mal kurz erwähnt werden, dass es für jeden Slytherin sehr verletzend ist, dämlich genannt zu werden. Selbst wenn der Beleidiger ein Ravenclaw ist… ,was Gregory den Mut dafür gab Cho Chang nicht einfach zuzustimmen und sich (zum zweiten Mal in seinem Leben) selbst zu verteidigen.

„IST ES NICHT! Schau mich doch einfach nur mal an! Ich bin fett! Nicht die komische, aber dennoch attraktive Version von mollig, sondern FETT! Höchstwahrscheinlich ist der einzige Hogwartsbewohner, der schwerer ist als ich, der Krake im See“

„Ja und? Was ist das bitte schon für ein Grund Schluss zu machen?“, sagt Chang und übertönt Gregs Einwand, dass er nicht mit Harry Schluss gemacht hätte. „Ich bin fast ein halbes Jahr mit ihm ausgegangen und seh selber schrecklich aus.“

Greg lachte abfällig. Chang war wohl die Frau, die in jedem feuchten Traum der Hogwartsschüler, gleich welchen Hauses, am öftesten vorkam.

„Nein, ganz im Ernst… Schau dir doch nur mal meine Oberschenkel an! Total hängend! Oder mein Po. Von wegen klein und rund wie die der anderen Schüler… wenn ich ihn grün anmalen und fotografieren würde, könnte ich es als Bild von einer Birne im Obstmarkt verkaufen.“

„Ich sehe nichts hängen...“, sagt Greg stirnrunzelnd und betrachtet Changs perfekte Oberschenkel.

„Natürlich tust du das nicht. Weil du nicht ich bist.“, erwidert sie augenrollend.

„Hä?“

„Damit meine ich, dass mich der Großteil der Schüler wahrscheinlich als wunderschön bezeichnet, aber wenn ich in morgens aufstehe ist das Erste, was ich tue vor einem Spiegel zu stehen und mich zu verfluchen, dass ich gestern noch die Kalorienbombe von einer Sahnekirschtorte gefuttert habe. Es gibt mindesten fünf Stellen an meinem Körper, die ich gern magisch-operativ verschönern würde und ich versuche seit mehr als vier Jahren nur noch mit geschlossenen Lippen zu lächeln, weil mir meine Zähne egal, wie oft ich sie auch putze, jeden Tag noch gelber als zuvor erscheinen. Bei Merlin, selbst Harry hat Komplexe wegen seines Aussehens… oder besser gesagt Größe. Von Granger weiß ich, dass er sie und Weasley immer vollgejammert hat, dass selbst einige von den Fünftklässlern ihn überragen…“

„Was ich damit sagen will ist.“, fährt Chang fort und funkelt Gregory stolz an „Weißt du eigentlich, was wir Alle hier gemeinsam haben?“

„Dass die Anfangsbuchstaben unserer Vornahmen und Nachnahmen gleich sind?“, warf Pansy mit einem Grinsen ein.

„Nein… obwohl das eigentlich ein komischer Zufall ist… egal. Darum geht es nicht. In Wirklichkeit meinte ich: Keiner kann sich selbst leiden. Weil wir nur die Nachteile an uns sehen und sie mit den Vorteilen von Anderen vergleichen… aber wenn wir ohnehin in Anderen nur das sehen, was wir sehen wollen, dann gibt es vielleicht irgendeine Person auf der Welt, die in uns den wunderschönsten Menschen sieht, den sie je in ihrem Leben gesehen hat. Und irgendwie ist das wohl der tröstliche Gedanke, den man haben kann, oder?“, sagt Chang mit einem schwachen Lächeln, das selbst noch andauert als Greg aus dem Zimmer stürmt.



*Sweets*



Es wäre eine Lüge zu sagen, dass dieser eine kleine Satz Gregs Meinung von der Welt geändert hätte. Es wäre eine Lüge zu sagen, dass Greg zum Raum der Wünsche stürmt, weil er weiß, dass er Harry dort auffinden würde.

Denn die Realität ist kein Märchen.

Aber es wäre falsch zu vergessen, dass an irgendeinem Ort, zu irgendeiner Zeit mal Märchen Realität waren.

*Sweets*



Das Erste, was Gregory riecht, ist der Geruch von geschmolzenem Zucker. Das Erste, was er sieht, braune Haut, die im Licht verführerisch glitzert.

„Was tust du da?“, fragt er mit gebrochener Stimme und betrachtet Harry der über und über mit Schokolade beschmiert ist und sich gerade eine neue Ladung in den Mund stopft.

„Zunehmen natürlich. Wenn ich dir dünn nicht gefalle, dann warte mal ab wie sexy ich dick aussehen werde. Und dann wirst du es verdammt noch mal bereuen, dass du mich einfach so sitzengelassen hast!“, faucht Harry und Greg muss den unbändigen Drang hysterisch loszulachen unterdrücken.

„Du kannst doch nicht im Ernst glauben…“, sagt er und unterbricht sich, als ihm Changs Worte in den Sinn kommen.

Nein. Wahrscheinlich ist er sogar davon überzeugt…

Gregory öffnet den Mund. Und schließt ihn wieder.
Auch wenn der Duft von Süßem seine Aufmerksamkeit für alles andere schwinden lässt, so weiß Greg doch, dass dies ein entscheidender Moment in seinem Leben ist. Ein Moment den er später verfluchen… oder sich glückselig daran erinnern wird.

Und Gregory trifft seine Wahl.

„Es lag nicht daran, dass du dünn bist. Ich mag dich so sogar lieber…“

„Ach echt? Und ich dachte immer die Leute würden mich wegen meiner zierlichen Statur auslachen..“, murmelt Harry und wird rot, als er bemerkt, dass die Schokoflecken sogar seine Stirn erreicht haben.

Es ist ein verführerisches Bild. Harry Potter mit offenen Hemd und roten Wangen auf einem Haufen voller Milka Schokolade. Es ist ein so verführerisches Bild, dass Greg sich sicher wäre zu träumen, wenn er nicht die heftigen Seitenschmerzen vom Rennen in seinem Bauch spüren würde.

„Ich finde, du siehst gut aus.“

„Oh…“, sagt Harry und wird, sofern das überhaupt geht, noch röter.

Und dann, nicht wegen der romantischen Stimmung, sondern weil Greg einfach nicht mehr weiß, was er sonst tun soll, beugt er sich herab und küsst den Gryffindor.

Harry schmeckt (oh Wunder)nach Karamell.
Er ist süß, ein wenig nass und mit ziemlicher Sicherheit das Beste, was Greg je in seinem Leben probiert hat. Was komisch ist, denn eigentlich kann Gregory Karamell gar nicht leiden.
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